Treppensanierung: Stufen aus Holz aufarbeiten

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Stufen neu anstreichen oder aufdoppeln, grobe Schäden beseitigen: Wer handwerklich begabt ist, kann seine abgenutzte Holztreppe selbst wieder auf Vordermann bringen. Bauen.de erklärt, was bei der Treppensanierung zu beachten ist.

Treppensanierung, Renovierung, Stufen, alte, Foto: dress-Treppen Renovierungssysteme GmbH
Eine Möglichkeit der Treppensanierung ist das Überbauen der alten Stufen. Foto: dress-Treppen Renovierungssysteme GmbH Foto: dress-Treppen Renovierungssysteme GmbH

Die Treppe ist eines der stärksten beanspruchten Bauteile des Hauses. Nach einigen Jahren machen sich durch das tägliche Rauf und Runter jedoch Schäden wie ausgetretene Stufen, rundgelaufene Kanten oder abblätternder Lack bemerkbar. Hausbesitzer können ihre alten Stufen bei einer umfassenden Treppensanierung aufarbeiten.

Vorarbeit: Alte Beläge und Farbschichten entfernen

Bevor mit der Aufarbeitung der Treppe begonnen werden kann, muss diese in den Rohzustand versetzt werden. Alte Beläge sind dafür vollständig zu entfernen. Haftet der Kleber hartnäckig auf der Treppe, können sich Heimwerker mit einem Heißluftgerät mit breiter Düse und einem Spachtel behelfen. Die Feinarbeit erfolgt mit einer Abziehklinge. Damit lässt sich die Oberfläche hauchdünn abtragen und letzte Verschmutzungen werden entfernt.

Zum Abtragen einer Lackschicht sind mindestens drei Schleifdurchgänge mit immer feiner werdender Körnung notwendig (24er, 40er, 80er). Für schwer zugängliche Stellen eignet sich auch die Abziehklinge. Können Löcher oder Dellen durch das Schleifen nicht vollständig entfernt werden, werden diese mit Fugenkitt oder Wachs ausgebessert. Der abschließende Feinschliff erfolgt mit der Schleifscheibe mit 100er Körnung.

Tipp: Bei besonders dicken Farb- oder Lackschichten kann das Abschleifen sehr mühsam sein. Auch hier ist die Arbeit mit dem Heißluftgerät eine Alternative. Durch das Gebläse weicht der Lack auf und lässt sich mit dem Spachtel entfernen.

Für die Stabilität der Treppe: Grobe Schäden beseitigen

Sind alte Beläge und Farbe abgetragen, können Heimwerker ihr Augenmerk auf die Sicherheit der Treppe legen. Lose Treppenstufen werden mit Schrauben befestigt. Knarrt und quietscht die Treppe bei Belastung, lassen sich mit Hilfe von Keilen oder Verspannschrauben Stufen wieder anheben oder Spielräume zwischen Wand und Treppenwange ausgleichen. Wer die natürliche Optik der Holztreppe im Zuge der Sanierung erhalten möchte, arbeitet am besten auf der Unterseite der Treppenkonstruktion. Schraubenköpfe bleiben so unsichtbar. Das Anbringen von zusätzlichen Leisten unter den Stufen erhöht deren Stabilität.

Fehlende oder poröse Geländerstäbe sowie nicht mehr intakte Geländerstützen müssen ausgetauscht werden. Ersatzteile gibt es im Bau- oder Holzfachmarkt. Die neuen Bestandteile des Geländers werden eingesetzt, geleimt und zusätzlich verschraubt.

Treppensanierung: Intakte Stufen mit Lack oder Öl behandeln

Bei intakten, nicht ausgetretenen Stufen und unversehrtem Holz reicht ein neuer Treppenanstrich aus. Ob die Stufen mit Lack versiegelt oder mit Öl behandelt werden, ist nicht nur Geschmackssache. Besonders natürlich wirkt das Holz, wenn es mit Öl behandelt wird. Hierzu wird es mit dem Lappen oder Pinsel mehrfach aufgetragen. Einziehen lassen, fertig! Lack härtet die Oberfläche und macht die Stufen besonders widerstandsfähig. Besonders beanspruchte Holztreppen lassen sich so gut schützen. Für das Auftragen gilt: Erst die Grundierung streichen, trocknen lassen und dann kann mehrfach lackiert werden.

Bei größeren Schäden: Treppe aufdoppeln

Sind die alten Stufen ausgetreten oder die Trittkanten abgenutzt, werden sie mit neuen Belägen überbaut. Als Grundlage für die neuen Stufen dienen Aluminiumprofile, durch die bestehende Unebenheiten ausgeglichen werden. Danach werden die neuen Beläge  mit den alten Stufen verschraubt oder verklebt. Wichtig: Das Aufdoppeln setzt eine ausreichende Höhe der Treppenwangen voraus. Heimwerker sollten außerdem darauf achten, dass sie die Anschlüsse der neuen Treppenbeläge an die bestehenden Fußbodenhöhen bei den Treppenabsätzen gut angleichen können.

Bei den Materialien für die Aufdopplung von Stufen gibt es keine Grenzen: Neben Massivholz, Laminat und Kork können auch Naturstein, Keramikfliesen und PVC für die Treppensanierung verwendet werden. So können Heimwerker die Optik ihrer alten Treppe wieder Auffrischen oder ihr ein komplett neues Aussehen verleihen. Da Treppen individuelle Maße besitzen, sind passgenaue Zuschnitte besonders wichtig. Geübte Heimwerker können auf Selbstbausätze zurückgreifen, bei denen sie die neuen Stufen eigenhändig zuschneiden. Einige Anbieter nehmen aber auch direkt vor Ort Maß und liefern das Renovierungssystem schon einbaufertig. Auf Wunsch kann häufig auch ein Montageservice in Anspruch genommen werden.

Achtung! Ist die tragende Konstruktion der Treppe marode, hilft statt einer umfassenden Treppensanierung nur noch ein kompletter Neuaufbau. Hier sollte unbedingt ein Fachmann hinzugezogen werden.


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