Wärmepumpe und Fotovoltaik kombinieren

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Eine Fotovoltaikanlage mit einer Wärmepumpe zu kombinieren kann sinnvoll sein – auch wenn die Sonne im Winter selten scheint.

Fotovoltaik, Wärmepumpe, Speicher
Kostengünstig heizen mit Wärmepumpe und Solarstrom. Foto: Intelligent heizen Fioto: Intelligent heizen

Die Kombination einer Wärmepumpe mit Fotovoltaik, um damit Wärme für ein Gebäude zu erzeugen, ist keine ganz einfache Angelegenheit. Grund: Der Sonnenstrom für den Betrieb der Pumpe wird dann gebraucht, wenn nur recht wenig davon erzeugt wird – im Winter. Hoffnungslos ist das Unterfangen dennoch nicht. Hierbei gibt es zwei unterschiedliche Ansätze.

Stromnetz als Speicher

Der erste lautet: Das Stromnetz wird als Speicher für überschüssigen Solarstrom genutzt, der zum Entstehungszeitraum nicht fürs Haus gebraucht wird. Er kann später wieder abgerufen werden, wenn er – zum Beispiel zum Betrieb der Wärmepumpe – benötigt wird. Diese Sichtweise wird mit zunehmendem Ausbau der erneuerbaren Energien kritisch gesehen. Denn es ist gerade nicht der im Sommer überschüssig produzierte Solarstrom, der den Netzen im Winter während der Heizperiode entnommen wird. Vielmehr muss der erhöhte Energiebedarf im Winter überwiegend mittels konventioneller Kraftwerke erzeugt werden. Allerdings: Im Sommer können dank der vielen Photovoltaikanlagen etliche Kohle- oder Gaskraftwerke heruntergefahren werden. Übers Jahr gesehen wird also doch weniger CO2 freigesetzt, als es ohne erneuerbare Energien der Fall wäre.

Winterlichen Sonnenstrom in Wärmespeicher lagern

Der zweite Ansatz lautet: Auch im Winter scheint die Sonne. Zwar seltener und weniger intensiv. Dennoch sinken die Erträge nicht auf null. Allerdings scheint sie auch im Winter nicht immer dann, wenn die Energie gerade benötigt wird. Die Lösung bieten hier Speicher. Allerdings keine Akkus, die den Strom speichern – die wären viel zu teuer – sondern Wärmespeicher. Der Wärmepumpe sollte also ein nicht zu knapp dimensionierter Pufferspeicher zur Seite gestellt werden. Scheint dann im Winter tagsüber die Sonne, kann der überschüssige Solarstrom ganz oder teilweise die Wärmepumpe betreiben. Die erzeugte Wärme kann dank des Pufferspeichers zu einem späteren Zeitpunkt genutzt werden.

Vergütung für selbst verbrauchten Solarstrom

Letzte Variante ist sinnvoll, um den vom Gesetzgeber gewünschten Eigenverbrauch zu erhöhen. Wer in den Jahren 2009 bis 2011 seine Photovoltaik-Anlage in Betrieb nahm, kann zudem von einer Eigenverbrauchsregelung finanziell üppig profitieren. Für solche Anlagen gilt, dass der Stromnetzbetreiber dem Hausbesitzer für selbst verbrauchten Solarstrom 20 Jahre lang eine Vergütung zu entrichten hat. Diese Regelung wurde allerdings 2012 für neu installierte Anlagen abgeschafft, so dass man nur noch dahingehend profitiert, dass man keinen Strom vom Versorger zukaufen muss, wenn man ihn selbst verbraucht.


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