Wandpaneele: Wandverkleidung selbst gemacht

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Egal ob ein Zimmer einfach nur aufgehübscht werden soll, oder ob energetisch saniert und besser gedämmt wird: Wandpaneele kann jeder halbwegs geschickte Heimwerker selbst anbringen.

Wandpaneele Ausgangssituation, Foto: Steffen Malyszczyk

Die Aufgabe: Modernisierung und Dämmung einer Mansardwand

Moderneres Aussehen und verbesserte Dämmung waren Ziel der neuen Wandverkleidung. Der Heimwerker wollte dabei die vorhandene Unterkonstruktion nutzen. Also kaufte er Kanthölzer mit den Maßen 60 mal 80 Millimeter, die er auf die senkrechten Balken des Mansarddaches aufschrauben wollte; so war für ausreichend Stabilität gesorgt. Nachteil: Der Abstand der Balken war vorgegeben. Wie sich noch zeigen sollte, brachte das eine gehörige Tücke mit sich.
Die hier noch zu sehenden Profilbrettchen wurden entfernt. Wie sich zeigte, verbarg sich dahinter eine hinterlüftete Bretterwand, die – dem Alter des Hauses entsprechend – mit Stroh und Lehm als eine Art Wärmeschutz beschichtet war. Dann folgte schon die Dachhaut.

Wandpaneele Werkzeug, Foto: Steffen Malyszczyk

Werkzeug und Material für die neue Wandverkleidung

Über die hier gezeigten Werkzeuge wird wahrscheinlich jeder gut bestückte Heimwerker verfügen. Sehr nützlich: ein magnetischer Dorn zum Einschlagen der feinen Nägel für die Profilbrettkrallen. Ohne Dorn wird das Nageln eine zeitraubende Fummelei. In der Regel wird man Paneele nicht gleichzeitig mit einer Dämmung anbringen. Meist schraubt man die Latten mit Hilfe von Dübeln direkt an die Decke, an eine Betonwand oder Mauer. Das Gesamtgewicht des Paneels sollten Heimwerker dabei nie aus den Augen verlieren: Am besten befestigt man dünnere Latten in kürzeren Abständen von rund 40 Zentimetern.

Wandpaneele Heizungsrohre, Foto: Steffen Malyszczyk

Heizungsrohre verschwinden lassen

Während die Gefache zwischen den senkrechten Balken mit Mineralwolle ausgefüllt werden, müssen die durchs Zimmer laufenden kupfernen Heizungsrohre für den Fall der Fälle zugänglich bleiben. Zur Außenwand hin liegt eine Polystyrol-Dämmplatte, ansonsten bleiben die Rohre frei. Sie werden abschließend lediglich mit einer abnehmbaren braunen Spanplatte verdeckt.

Wandpaneele Montage, Foto: Steffen Malyszczyk
Wandpaneele, Foto: Steffen Malyszczyk Foto: Steffen Malyszczyk

Wandpaneele anbringen

Dieses Bild zeigt das Prinzip: Begonnen wird mit zwei Endkrallen, die auf die äußerste, rechte oder linke Latte aufgenagelt werden. Dabei ist darauf zu achten, dass die Latte und somit das Paneelbrett nicht direkt an die Wand anstößt.

Wandpaneele Nut, Foto: Steffen Malyszczyk

Müssen zueinander passen: Nut und Kralle

Hersteller empfehlen eine Dehnungsfuge von etwa 20 Millimetern zu lassen. Sie kann abschließend beispielsweise mit einer Hohlkehlenleiste überdeckt werden. Nur wer die Krallen passgenau zur Nut des Paneels kauft, kann am Ende sauber arbeiten.

Wandpaneele Fuge, Foto: Steffen Malyszczyk

Gehören zusammen: Fugen und Latten

Die einzelnen Paneele sind entweder zwei oder zweieinhalb Meter lang. Der Handwerker muss also stückeln, sie aneinanderreihen, um auf die gewünschte Wandlänge zu kommen. Zwangsläufig entstehen dabei Fugen. Dabei gilt: Unter jeder Fuge muss eine Latte liegen. Ob man dann eine oder zwei Krallen verwendet, ist eine Glaubensfrage.
Genau darin liegt aber die Tücke! Bevor man auch nur ein einziges Paneel ansägt, sollte man sich einen Verlegeplan zeichnen. Das Prinzip selbst ist einfach: Am Anfang und am Ende muss eine Latte liegen. Bei Deckenpaneelen sollte der Lattenabstand bei 40 Zentimetern liegen. Bei der Wandverkleidung kann der Lattenabstand etwa 50 Zentimeterbetragen.

Wandpaneele, Foto: Steffen Malyszczyk

Fehler vermeiden dank Verlegeplan

Ein jeder Heimwerker sollte zuerst zu Zettel und Bleistift greifen und einige einfache Berechnungen anstellen. Erklärtes Ziel ist dabei, möglichst wenig Verschnitt zu erzielen wobei der Lattenabstand stimmen muss und alle Fugen auf der Mitte einer Latte liegen sollten. Wie Heimwerker es, trotz aller Tücken, nicht ausführen sollten, zeigt das Bild.

Wandpaneele Verlegeplan, Foto: Steffen Malyszczyk

Verlegeschema: Tricks sind erlaubt

Im vorliegenden Fall lehnte sich der Lattenabstand an das Holzständerwerk der Mansardwand an. Ein optimales Verlegeschema wollte sich nicht ergeben, zumal sich die Wandfläche nach oben verjüngte. Deshalb wurde zu einem alten Gestaltungskniff gegriffen: Betone, was du nicht vertuschen kannst. Folglich wurden alle Paneele der gleichen Lage auf das gleiche Maß geschnitten. Mit dem Ergebnis, dass alle Stöße mittig übereinander liegen.

Wandpaneele vollendet, Foto: Steffen Malyszczyk

Das fertige Arbeitszimmer muss sich nicht mehr verstecken

Frisch verkleidet und besser gedämmt: So sieht die fertige Wandvertäfelung aus. Bei den Holztönen wurde zwar durchweg Eiche hell gewählt, doch die Fabrikate fallen unterschiedlich aus und das Laminat hat auch schon einige Jahre hinter sich.


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