Wichtig bei der Dachbeschichtung: der Dachstuhl

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Kommt die Dacheindeckung in die Jahre, dann ist sie vielleicht noch funktionstüchtig, aber optisch nicht mehr wirklich ansehnlich. Eine Dachbeschichtung verleiht den Ziegeln neuen Glanz und schützt vor Ablagerungen.

Dachbeschichtung, Reinigung, Foto: womue - Fotolia.com
Erst nach gründlicher Reinigung kann die Dacheindeckung sinnvoll beschichtet werden. Foto: womue - Fotolia.com Foto: womue - Fotolia.com

Dacheindeckungen wie Beton- oder Tonziegel werden meist mit einer Garantie von 30 Jahren ausgeliefert, können aber durchaus bis zu 60 oder sogar 80 Jahre halten. Einzig die Optik lässt nach einer gewissen Zeit zu wünschen übrig. Die Oberflächen werden durch geringfügige Auswaschungen rau und bieten dadurch Halt für Moose, Schmutz und andere Ablagerungen. Wer sein Dach erhalten möchte, aber auch Wert auf ein gepflegtes Aussehen legt, der kann auf die Dachbeschichtung zurückgreifen. Diese Maßnahme sorgt zum einen dafür, dass das Dach wieder fast wie neu wirkt, zum anderen schützt die Schicht vor neuen Ablagerungen und schädlichen Umwelteinflüssen.

Keine Dachbeschichtung ohne intakten Dachstuhl

Um eine Dachbeschichtung erfolgreich durchführen zu können, müssen der Dachstuhl, mitsamt Dachsparren oder Unterspannbahnen weitgehend intakt sein. Dem Dachstuhl kommt eine wichtige Bedeutung zu, schließlich ist er mehr als nur die Ansammlung von Stützbalken. Während er beim Neubau meist von Profis gebaut wird, können bei einem bestehenden Dachstuhl kleinere Reparaturarbeiten auch vom geübten Heimwerker vorgenommen werden. Dabei gilt aber immer: Sicherheit sollte an erster Stelle stehen.

Was bei der Dachbeschichtung zu beachten ist

Generell verläuft eine Dachbeschichtung immer in vier Phasen. Vorab wird allerdings geklärt, ob sie überhaupt möglich ist. Dies hängt vom Zustand der Unterkonstruktion ab, aber auch vom Material der Dacheindeckung, dessen Zustand sowie Alter ab. Dabei muss man wissen, dass Materialien wie Betonpfannen oder Faserzementplatten meist leicht zu versiegeln sind. Tonziegel dürfen keinesfalls Abplatzungen haben, dann sind sie unbrauchbar. Und noch ein interessanter Punkt: Ein Ziegeldach darf nicht zu neu sein. Da junge Ziegel anteilig Schwefel enthalten, sind sie für die Dachbeschichtung ungeeignet. Sinnvoll ist sie deshalb nur bei älteren Dächern.

Dachbeschichtung – Verjüngungskur in vier Phasen

Nach der Überprüfung, ob der Dachstuhl intakt ist und eine Neueindeckung des Daches vermieden werden kann, kann die Dachbeschichtung beginnen:

  • Im ersten Schritt wird das Dach gründlich gereinigt, je nach Dachbeschichtung zum Beispiel mit dem Hochdruckreiniger. Dadurch werden Ablagerungen und Versandungen gründlich entfernt.
  • Nach der Reinigung wird das Dach einer Sichtprüfung unterzogen. Kaputte Dachpfannen werden gewechselt, lose Pfannen sicher befestigt.
  • Zeigt sich nach der Reinigung, dass ein Dach noch in sehr gutem Zustand ist, ist häufig eine Versiegelung ausreichend. Diese verschließt offene Poren und reduziert die Versandung. Andernfalls wird beschichtet.
  • Im ersten Schritt wird eine Grundierung aufgetragen, auf der die anschließende Beschichtung gut haftet. Mit einer Spritzpistole wird die Farbe unter Druck in zwei dünnen Schichten aufgetragen und bildet eine glatte und versiegelnde Oberfläche.

Für die Beschichtung können viele unterschiedliche Farben gewählt werden, als Lebensdauer geben Experten 20 bis 40 Jahre an.

Gute Gründe für die Dachbeschichtung

Es gibt die verschiedensten Arten von Dachbeschichtungen. Häufig werden Materialien auf Polyurethan oder Acrylbasis verwendet. Ebenso gibt es Dachbeschichtungen, die zum einen umweltfreundlich sind, zum anderen durch bestimmte Inhaltsstoffe die auf das Dach auftretende UV- und IR-Strahlung reflektieren. Dadurch soll die Aufheizung des Daches vermieden werden. Moderne Dachbeschichtungen bestehen häufig aus Nanopartikeln und weisen den Lotuseffekt auf, durch den Schmutzpartikel ganz einfach von der Oberfläche abperlen. Dadurch wird ein guter Selbstreinigungseffekt erzeugt, Ablagerungen können sich nur schwer festsetzen. Die Dachbeschichtung ist zudem um bis zu 70 Prozent günstiger als eine Neueindeckung – immer unter der Voraussetzung, dass die Unterkonstruktion und die Abdichtung des Daches noch intakt sind.

Dachbeschichtung selber machen?

Theoretisch kann eine Dachbeschichtung auch vom Hausbesitzer selbst aufgebracht werden. Dazu ist allerdings die richtige Technik sowie allerhand Fachwissen erforderlich. Bei Arbeiten auf dem Dach muss auf eine entsprechende Sicherung geachtet werden. Dies gilt zum Beispiel bei der Reinigung des Daches mit dem Hochdruckreiniger: Nasse Beton- oder Tonziegel können extrem rutschig werden. Die Beschichtung lässt sich am besten mit der Rolle auftragen, bessere Ergebnisse erzielt man in der Regel mit einer Airless-Pistole wie sie auch Fachbetriebe verwenden. Hobbygeräte oder Lack-Airlessgeräte sind allerdings nicht geeignet.


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2 Kommentare

Karl L. am 12.04.2017 09:51

Wir haben uns vor drei Jahren für eine Dachbeschichtung entschieden, und sind mit dem Ergebnis mehr als zufrieden.

Wir wurden über das Verfahren aufgegklärt , unser Dach wurde genau unter die Lupe genommen und der Eigentümer gab uns... mehr

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Klaus Lebek am 08.11.2017 09:47

Ich habe eine Frage wie hoch sind die Kosten je qm zu kalkulieren ?


Redaktion bauen.de am 09.11.2017 09:16

Hallo Klaus Lebek,

die Preise hängen von Dachaufbau, Dachform und Zustand ab, außerdem von der gewünschten Beschichtung. Möglicherweise sind kleine Ausbesserungsarbeiten notwendig oder das Dach muss aufwendig gereinigt werden,... mehr

Stefan Müller am 18.06.2015 23:48

Hallo zusammen,

wir haben das Dach auch beschichten lassen von der Firma NordDach aus St. Michaelisdonn.

Wir sind mit der Arbeit und auch mit der Entscheidung sehr zufrieden und empfehlen die Firma und auch eine Dachbeschichtung -... mehr

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