Zwerchhaus schafft zusätzlichen Wohnraum

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Gaube oder Zwerchhaus? Setzt sich die Front eines Dachaufbaus in der Hausfront fort, ist das häufig ein sicheres Indiz für ein Zwerchhaus. Baurechtlich entscheidend ist die Unterscheidung allemal.

Foto: dach.de Foto: dach.de

Zwerchgiebel, Zwerchgaube, Zwerchhaus, Lukarne - viele Bezeichnungen, die im Prinzip wenigstens doch Ähnliches meinen. Dennoch ist eine allgemeingültige Definition des Begriffs Zwerchhausgaube gar nicht so einfach, hängt das jeweilige Verständnis doch stark von der Region ab; Sprachgebrauch und regional gültiges Baurecht sorgen für zusätzliche Lesarten. Dennoch gilt: Das Dach eines Zwerchhauses beziehungsweise einer Zwerchgaube wird häufig als Sattel- oder Giebeldach ausgebildet, First und Traufen verlaufen quer (=zwerch) zu First und Traufen des Hauptdaches.

In einer Flucht mit der Gebäudewand

Es ist wohl häufig der entscheidende Hinweis auf das Vorhandensein eines Zwerchhauses: Kann eine Gaube prinzipiell irgendwo auf dem Dach positioniert werden, liegt die Front eines Zwerchhauses nahezu immer in einer Flucht mit der Gebäudeaußenwand. Oder andersherum: Rückt die Gaubenfront in Richtung Hausfront, spricht man von einem Zwerchhaus oder einer Zwerchgaube - häufig auch als Lukarne bezeichnet. Dennoch ist eine genaue Abgrenzung nur schwer möglich, werden beide Begriffe doch gerne synonym verwendet. Zudem spricht man bei einem Zwerchhaus im Prinzip auch von einer größeren Gaube - allerdings mit dem Unterschied, dass das Hausdach beziehungsweise der Dachüberstand im unteren Bereich dieser "Gaube" ausgespart wird - Hauswand und Gaubenwand gehen dann nahtlos ineinander über.

Dieser Dachaufbau, denn eine regelrechte Gaube ist das Zwerchhaus an sich nicht, wird häufig geschosshoch oder gar mehrgeschossig ausgebildet, sodass sich die zusätzlich gewonnene Wohnfläche doch erheblich vergrößert. Dabei muss die Firsthöhe dieses Nebendaches jedoch unterhalb der Firsthöhe des Hauptdaches bleiben - ansonsten wäre ein Kreuzdach ausgebildet und eben kein Zwerchhaus mehr.

Unter Zwerchgaube oder Zwerchgiebel wird häufig jedoch auch eine Spitzgaube ohne Gaubenwangen verstanden (also quasi der obere Teil eines Zwerchhauses), deren Giebelfront sich zwar nicht unmittelbar in der Hausfront fortsetzt wie bei einem Zwerchhaus, aber dennoch in deren Flucht liegt. Das gilt übrigens für alle Gaubenarten: Liegen Gaubenfront und Außenwand in gleicher Ebene übereinander, greift die Bezeichnung Zwerchgaube.

Das Verwaltungsgericht hat’s geklärt

Weil eine genaue Definition offensichtlich nicht nur dem Laien, sondern durchaus auch der Fachwelt schwer fällt, für Gauben und Zwerchhäuser aber unterschiedliche baurechtliche Regelungen gelten, hat sich der Hessische Verwaltungsgerichtshof in seinem Urteil vom 10.07.2007 (Aktenzeichen: 3 UZ 433/07) der Abgrenzung beider Begriffe abgenommen.


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