Kleines Lexikon der Baufinanzierung

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Wer die passende Finanzierung fürs Eigenheim sucht, stößt mit Sicherheit auf den einen oder anderen Fachbegriff – hier finden Sie ein kleines Lexikon mit den wichtigsten Fachbegriffen zur Baufinanzierung.

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Fachbegriffe Baufinanzierung, Kind mit Buch auf dem Kopf, Foto Deutsche Postbank AG
Unsere Begriffsdefinitionen helfen Ihnen, die Fachbegriffe rund um Baufinanzierung zu verstehen. Foto: Deutsche Postbank AG

Annuitätendarlehen:
Unter den verschiedenen Formen der Immobilienfinanzierung ist das Annuitätendarlehen der Klassiker. Wer ein solches Darlehen beansprucht, zahlt es in konstanten Raten über einen mit der Bank festgelegten Zeitraum zurück. Das sorgt für mehr Planungssicherheit. Dabei verändert sich das Verhältnis von Zins und Tilgung im Laufe der Vertragslaufzeit. In der Praxis bedeutet das: Der Zinsanteil nimmt ab, der Tilgungsanteil zu – so zahlen Sie Ihr Eigenheim nach und nach ab.

Sollzins:
Der Sollzins ist jener Zinssatz, der auf das beanspruchte Darlehen berechnet wird. Diesen Zins zahlen Sie über den gesamten Tilgungszeitraum. Wichtig für den Zinsvergleich: Weitere Kosten wie etwa ein Disagio oder mögliche Darlehensgebühren finden bei der Berechnung des Sollzinses keine Berücksichtigung.

Effektivzins:
Der Effektivzins bezieht, anders als der Sollzins, Faktoren wie zum Beispiel Bearbeitungsgebühren mit ein. Das hat den Vorteil, dass die Gesamtkosten der Finanzierung dadurch transparenter werden. Tipp: Sinnvoll vergleichen können Sie den Effektivzins unterschiedlicher Darlehen nur, wenn Rahmenbedingungen wie etwa die Zinsfestschreibung, Laufzeit oder Möglichkeiten für Sondertilgungen gleich sind.

Disagio (Damnum):
Es gibt Fälle, in denen der beanspruchte Darlehensbetrag nicht der ausgezahlten Summe entspricht. Der einbehaltene Betrag wird als Disagio oder auch Damnum bezeichnet und fungiert als Zinsvorauszahlung. In der Praxis bedeutet dies, dass Sie als Kreditnehmer Ihre monatliche Ratenbelastung geringer halten können. Das funktioniert aber nur, wenn die jeweilige Darlehensvereinbarung keine fixen Zinsen vorsieht.

Eigenkapital:
Das Eigenkapital ist der Anteil der gesamten Finanzierung, den Sie selbst aufbringen können. Je mehr Eigenkapital Sie in Ihre Baufinanzierung einbringen können, desto günstiger wird Ihr Eigenheimprojekt. Zum Eigenkapital gehören Guthaben in Form von Festgeld, Tagesgeld oder Sparkonten genauso wie Auszahlungen aus einer Lebensversicherung. Auch ein Grundstück oder Verwandtendarlehen zählen dazu. Tipp: Können Sie beim Hausbau in großem Umfang selbst mit anpacken und dadurch die Handwerkerkosten senken, gilt das als sogenannte „Muskelhypothek“ ebenfalls zum Eigenkapital. Den Wert dieser Hypothek sollten Sie sich unbedingt bestätigen lassen, zum Beispiel von Ihrem Architekten oder Fertighausanbieter.

Hypothekendarlehen (Baudarlehen):
Das Besondere an diesem Kredit ist, dass sich die Bank einen eventuellen Zahlungsausfall durch ein Grundpfandrecht absichert. Das Pfand, beziehungsweise die Hypothek, ist im Normalfall das Grundstück samt Immobilie. Hypothekendarlehen können aufgrund der hohen Sicherheit des Pfandes auf besonders lange Zeiträume angelegt werden. Ein weiterer Pluspunkt: Meist ist dieser Kredit die kostengünstigste Möglichkeit, ein Eigenheim zu finanzieren.

KfW-Förderung:
Die staatliche Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) unterstützt verschiedene Vorhaben rund um den Hausbau, Haus- oder Wohnungskauf sowie Modernisierungs- und Sanierungsvorhaben mit Zuschüssen oder zinsgünstigen Darlehen. Über Ihre Hausbank können Sie sich über die unterschiedlichen Förderprogramme informieren. Hinzu kommen möglicherweise Fördergelder von den Bundesländern, Städten und Gemeinden. Installieren Sie ein umweltschonendes Heizungssystem oder nutzen erneuerbare Energien, können Sie auch Unterstützung vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) erhalten. Bei all diesen Fördermöglichkeiten gilt es, den Überblick zu behalten. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie bietet eine Datenbank, in der Sie nach staatlicher Förderung für Ihr Vorhaben suchen können. Die kompetenten Finanzierungsberater der Postbank prüfen gerne für Sie, ob und welche staatliche Förderung für Ihre individuelle Finanzierung in Frage kommt.

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Nettodarlehensbetrag:
So nennt man den Darlehensbetrag, der Ihnen tatsächlich ausgezahlt wird. Es handelt sich beim Nettodarlehensbetrag also um die Summe, die nach Abzug von Gebühren oder ggf. eines Disagios bleibt.

Tilgungsbeitrag:
Der Tilgungsbeitrag ist jener Anteil an der Rate, mit dem Sie das Darlehen an die Bank zurückzahlen. Er wird in Prozent angegeben und ist eine der Stellschrauben, mit der Sie die Höhe Ihrer monatlichen Rate beeinflussen können. Faustregel: Je höher die Tilgung ist, desto schneller zahlen Sie Ihren Kredit zurück und desto günstiger sind die Gesamtfinanzierungskosten. Mit der Möglichkeit sogenannter Sondertilgungen können Sie diesen Prozess noch beschleunigen.

Zinsbindung:
Bei einer Baufinanzierung ist es üblich, den Zinssatz für den Kredit für einen Zeitraum von zehn oder mehr Jahren festzulegen. Die Dauer dieser Zinsfestschreibung nennt man Zinsbindung. Während dieser Phase können Sie das Darlehen grundsätzlich nicht kündigen. Allerdings sind Sie gleichzeitig vor einem Anstieg der Zinsen geschützt. Ist das Darlehen nach Beendigung der Zinsbindung noch nicht abbezahlt, kann für die Restschuld ein neues Darlehen zu einem dann üblichen Zinssatz und mit einer neuen Laufzeit vereinbart werden. 

Bei diesem Text handelt es sich um einen Gastbeitrag unseres Kooperationspartners.

12.01.2018


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