Fensterrahmen aus Holz, Aluminium oder Kunststoff: Eigenschaften, Kosten, Einbau

Moderne Fenster haben Fensterrahmen aus Kunststoff, Holz oder Aluminium. Die Unterschiede zwischen den Materialien bestehen in erster Linie im Aussehen und der Pflege. Alle Infos für Bauherren.

Fensterrahmen, aufgestapelte Fensterrahmen aus Holz, noch ohne Verglasung, Foto: Federico Rostagno / stock.adobe.com
Blick in eine Produktionshalle für Holzfensterrahmen. Neben Holz sind Aluminium und Kunststoff weit verbreitete Materialien. Foto: Federico Rostagno / stock.adobe.com

Beim Neubau einer Immobilie stellt sich die Frage, welche Fensterrahmen es sein sollen. Entscheidungskriterien sind üblicherweise der Preis und die Optik. Aber auch praktische Überlegungen spielen eine Rolle, etwa die Sicherheit, die Dämmfähigkeit oder der Pflegeaufwand. Dabei darf eines nicht vergessen werden: Möglicherweise regelt der Bebauungsplan eines Wohngebietes, welche Fensterrahmen eingebaut werden dürfen. Etwa, ob Sprossen erlaubt sind oder welche Farben verwendet werden dürfen.

Am häufigsten eingesetzt werden Fensterrahmen aus Kunststoff, Aluminium und Holz. Die Beschläge und insbesondere die Schließtechnik sind dagegen immer aus Metall. In vielen Fällen bestehen Fensterrahmen auch aus verschiedenen Kombinationen dieser Materialien.

Kunststofffenster

Fensterrahmen, geöffnetes Fenster aus Kunststoff, Foto: ronstik / stock.adobe.com
Kunststofffenster mit der typischen glatten Oberfläche. Foto: ronstik / stock.adobe.com

Kunststofffenster sind die günstigste Variante der drei wichtigsten Fensterrahmenarten. Sie sind ähnlich langlebig wie Holzfenster und halten 40 bis 50 Jahre, zum Teil sogar länger. Diese Langlebigkeit wird durch Metall oder einer Glasfaserverstärkung im Rahmen erreicht, auch gute Dämmwerte können so erzielt werden. Mit einem Kunststoffprofil mit Thermoeinschüben lassen sich sogar Dämmwerte erzielen, mit denen Bauherren den Passivhausstandard erreichen. Wer hohen Wert auf Schallschutz legt, sollte auf den Aufbau des Profils achten: Die geringe Masse des Kunststoffs lässt sich durch Schallschutzkammern ausgleichen. Fünf-Kammer-Systeme weisen einen höheren Schallschutz auf als Drei-Kammer-Systeme.

Kunststoffrahmen werden in vielen Farbbeschichtungen und Dekoren angeboten. Am unempfindlichsten gegenüber Verfärbungen durch UV-Licht sind weiße Kunststoffrahmen. Kunststoff lässt sich einfach putzen, die Beschläge und Scharniere müssen je nach Nutzung hin und wieder geölt werden – das gilt aber für die Scharniere bei allen Fensterrahmentypen. Bekommt ein Kunststofffenster mal eine Macke, kann man allerdings nicht viel dagegen tun. Während sich kleine Macken im Holzfenster recht gut ausbessern lassen, müssen Kunststoffrahmen unter Umständen komplett ausgewechselt werden.

Der Energieaufwand für die Herstellung von Kunststofffenstern liegt über dem für die Herstellung eines Holzfensters – aber unter dem eines Aluminiumprofils.

Aluminiumfenster

Fensterrahmen, Foto: Wellnhofer Designs / stock.adobe.com
Terrassentür aus Aluminium. Foto: Wellnhofer Designs / stock.adobe.com

Aluminiumfenster bieten hervorragende Dämmeigenschaften und sind sehr pflegeleicht. Eine einfache Reinigung mit warmem Wasser und einem neutralen Haushaltreiniger einmal im Jahr reicht vollkommen aus. Das Material ist äußerst witterungsbeständig, robust und recyclebar. Je nach Oberflächengestaltung können kleinere Macken sogar herausgeschliffen und die Oberfläche anschließend poliert werden.

Allerdings sagt nicht jedem die metallene Optik zu, sie passt auch nicht in jedes Wohnumfeld. Deswegen gibt es pulverbeschichtete oder eloxierte Rahmenprofile aus Aluminium in zahllosen Farben und Dekoren, unter anderem sogar in Holzoptik. Wer dennoch nicht auf echtes Holz verzichten möchte, kann zu Mischformen greifen, bei denen das Aluminium außen für Witterungsbeständigkeit und Stabilität sorgt. Das Holz im Inneren begünstigt die Wärmedämmung und vermittelt Behaglichkeit und Wärme – wie bei einem reinen Holzfenster.

Der größte Nachteil von Aluminiumfenstern ist der höhere Anschaffungspreis im Vergleich zu den anderen Fensterrahmenvarianten.

Holzfenster

Fensterrahmen, Holzfensterrahmen in der Produktion, Foto: makis7 / stock.adobe.com
Ein Handwerker schleift einen Fensterrahmen aus Holz ab. Foto: makis7 / stock.adobe.com

Holzfenster wirken nicht nur natürlich und hochwertig, sie zeichnen sich auch durch optimale Wärmedämmeigenschaften aus. Sie können zudem Feuchtigkeit aufnehmen und abgeben und tragen so in geringem Maße zu einem guten Raumklima bei. Bei richtiger Pflege haben Holzfenster eine hohe Lebenserwartung. Allerdings ist diese Pflege bei Holzfenstern unter Umständen recht aufwendig. Holz reagiert empfindlich auf Nässe, Frost und UV-Licht. Deshalb müssen Holzfenster in einigen Fällen alle paar Jahre neu lackiert oder aber mit einer Lasur behandelt werden. Der große Vorteil daran ist, dass eine kleinere Macken einfach abgeschliffen, das Fenster anschließend neu gestrichen werden kann.

In Europa wird die Holzwirtschaft grundsätzlich nachhaltig betrieben, wodurch stets nur so viel Holz gefällt wird, wie auch nachwachsen kann. Fällt die Entscheidung auf tropisches Holz, sollte auf jeden Fall darauf geachtet werden, dass dieses ebenfalls von nachhaltig bewirtschafteten Plantagen stammt.

Wärmedämmung und Einbruchschutz

Ob Kunststoff, Holz oder Aluminium: Alle drei Fensterrahmenmaterialien bieten sehr gute Dämmeigenschaften und erfüllen die Anforderungen der ehemaligen EnEV, beziehungsweise des Gebäudeenergiegesetzes (GEG). Dabei ist allerdings nicht nur der Rahmen wichtig, auch das Fensterglas muss aktuellen Ansprüchen entsprechen. Moderne Fenster sind mindestens doppelt verglast, manche sind beschichtet, sodass Wärme innen reflektiert wird. Die Zwischenräume zwischen den Fenstern können mit Gasen wie Argon oder Krypton gefüllt werden, die Wärme schlechter leiten als Luft.

Auch in Sachen Einbruchschutz können alle drei Materialien grundsätzlich guten Schutz bieten. Fenster der Schutzklasse RC 2, die generell zum Einbruchschutz im Wohnbereich empfohlen werden, bieten unabhängig vom Material des Rahmens einen Bohrschutz, Sicherheitsglas und sind abschließbar.

Fensterrahmen renovieren oder sanieren

Müssen die alten Fensterrahmen renoviert werden, können Heimwerker viele Aufgaben leicht selbst erledigen. Holzfenster lassen sich zumeist ohne größeren Aufwand streichen oder lackieren. Dazu muss die alte Farbe möglicherweise abgeschliffen werden. Hier wird auch ein Vorteil von Kunststoff- oder Aluminiumfenstern deutlich: Sie sind unter normalen Umständen weitgehend wartungsfrei, müssen lediglich gereinigt werden.

Alternativ zu Lack und Farbe können Hobby-Handwerker ihre Fenster folieren. Das geht auch bei Kunststoff oder Aluminiumfenstern. So können Heimwerker ihren Fenstern eine neue Farbe oder beispielsweise eine Holzoptik verpassen. Auch hier gilt: Liegt ein Bebauungsplan vor, sollte vorab abgeklärt werden, welche Farben und welches Dekor erlaubt sind. Da Fenster viele Ecken, Kanten und zahlreiche Beschläge haben, ist die Arbeit teilweise nicht gerade einfach. Im Außenbereich muss auf geeignete Folie geachtet und sauber gearbeitet werden, damit die Folie durch Wind und Nässe nicht bald wieder abgeht.

Schwieriger werden die Arbeiten schon, wenn ein Fenster undicht ist. Dann kann warme Luft entweichen und Nässe in das Mauerwerk eindringen. Wer sein Fenster abdichten will, braucht handwerkliches Geschick und muss auch die richtigen Dichtungsprofile finden.

Neue Fenster mit Förderung von der KfW oder des BAFA

Wer seine Fenster nicht nur erneuern, sondern komplett austauschen möchte, kann dafür von Förderprogrammen der KfW oder des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) profitieren. Die KfW vergibt Darlehen für Einzelmaßnahmen in Höhe von bis zu 50.000 Euro pro Wohneinheit. Richtig interessant wird dieses Darlehen aber erst, wenn durch diese und gegebenenfalls weitere Maßnahmen ein KfW-Effizienzhaus-Standard erreicht wird. Dann gibt’s von der KfW Tilgungszuschüsse in Höhe von bis zu 40 Prozent der Darlehenssumme.

Das BAFA fördert Einzelmaßnahmen ab einem Investitionsvolumen von 2.000 Euro mit einem Zuschuss von 20 Prozent der förderfähigen Ausgaben.

Matthias Dittmann27.05.2021

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