Doppelcarport: Die preiswerte Garagen-Alternative

Viele Familien haben heute zwei Autos – und brauchen deshalb auch zwei Parkflächen. Eine preiswerte Alternative zur Doppelgarage ist der Doppelcarport. Carports sind schnell aufgebaut, eine Baugenehmigung ist aber trotzdem meist nötig.

Wer ein Haus bauen oder kaufen will, sollte auch an die Unterkunft für seine Autos denken. Garagen sind meist recht teuer und sonderlich hübsch sind sie obendrein auch nicht. Die Alternative: Der Doppelcarport. Carports sind günstiger als Garagen und manche Designmodelle machen auch optisch ordentlich was her. Oft ohne durchgehende Seitenwände, bieten die freischwebenden Dachkonstruktionen den Autos ausreichenden Wetterschutz. Brauchbare Bausätze für Selberbauer gibt es inklusive Zubehör schon für Beträge im unteren bis mittleren vierstelligen Bereich.

Doppeltcarport, Metallcarport, Foto: Siebau
Nur vier schlanke Metallträger stützen das Dach dieses Doppelcarports. Foto: Siebau Foto: Siebau

Die richtige Größe des Doppelcarports: Bedarf ermitteln

Doppelcarport, Gabionen, Foto: steelmanufaktur.de
Gabionen ersetzen im Gartenbau oft Mauern. Hier werden sie als Seitenwand für den Doppelcarport verwendet. Foto: steelmanufaktur.de Foto: steelmanufaktur.de

Doch bevor man das preiswerte Standardmodell bestellt, sollte man sich einige Gedanken über den eigenen Bedarf machen: Autos sind in den letzten Jahren immer mehr in der Größe gewachsen, schon Mittelklassemodelle sind, inklusive Außenspiegel, oft breiter als zwei Meter und nähern sich in der Länge oft schon der Fünf-Meter-Marke. Geräumige Familien-Vans oder markige SUV sprengen die üblichen Mittelklasse-Formate noch einmal. Und das heißt: Besser nicht das Standardmaß von fünf mal fünf Metern für den Doppelcarport wählen, es sollten dann schon ein paar Zentimeter mehr sein, sonst wird’s eng.

Sehr praktisch sind auch Doppelcarports mit dahinter liegendem Gerätehaus, die viele Hersteller gegen Aufpreis anbieten. Und auch bei der Ausstattung sollte man nicht sparen: Regenrinnen für die Dachentwässerung sind Pflicht und auch ein Stromanschluss ist sinnvoll: Damit wird nicht nur die Basis für die richtigen Beleuchtungsverhältnisse gelegt. Auch in Hinblick darauf, dass künftig immer mehr Autos mit Plug-In-Hybridantrieb oder vollelektrisch auf die Straßen kommen, hat man dann vorgesorgt.

Rechtliches: Oft Baugenehmigung nötig

Wer den Bau eines Doppelcarports plant, sollte auch die rechtlichen Aspekte bedenken: In den meisten Bundesländern ist eine Baugenehmigung erforderlich. Und die gibt es nur, wenn das jeweilige Landesbaurecht und etwaige Vorgaben des Bebauungsplans eingehalten werden.  So sind zum Beispiel Abstandsflächen einzuhalten, bisweilen sind auch nur bestimmte Dachformen erlaubt. Soll der Doppelcarport direkt an die Grundstückgrenze gebaut werden, so ist das baurechtlich in vielen Fällen zulässig. Es ist jedoch empfehlenswert, sich zuvor mit seinem Nachbarn abzustimmen, um späterem Ärger vorzubeugen.

Praxis-Tipp

Bauvoranfrage stellen

Ist fraglich, ob eine Baumaßnahme genehmigungsfähig ist, sollte zunächst eine Bauvoranfrage beim Bauamt gestellt werden. Sie ist günstiger als ein (gescheiterter) Bauantrag.

Vor- und Nachteile eines Doppelcarports

Gegenüber Doppelgaragen haben Doppelcarports einige Vor- und Nachteile.

Vorteile:

  • Ein Doppelcarport ist meist preiswerter als eine Doppelgarage.
  • Der Doppelcarport ist meist schnell aufgebaut – das gilt insbesondere für vorgefertigte Bausätze.
  • Geübte Heimwerker können ihren Doppelcarport selbst aufbauen.


    Nachteile:

    • Der Doppelcarport bietet keinen 100-prozentigen Wetterschutz, weil die Seitenwände meist offen sind.
    • Doppelcarports sind nicht abschließbar: Mardern und Langfingern wird nichts in den Weg gestellt.
    • Doppelcarports aus Holz müssen alle paar Jahre neu lasiert werden.
    • Bei Flachdach-Carports muss dafür gesorgt werden, dass Regenwasser gut abfließen kann.
    • Bebauungspläne geben bisweilen vor, welche Dachform gebaut werden muss.

    Frei geplant – oder fertiger Bausatz

    Es gibt zahlreiche Hersteller von Bausatz-Carports, übers Internet lässt sich der Wunschcarport zum Festpreis konfigurieren. Die Bausätze sind so gestaltet, dass der geübte Heimwerker diese problemlos selbst aufbauen kann.

    Die Designs sind dabei vielfältig: Vom rustikalen Carport aus Holz mit Satteldach bis hin zum filigranen Flachdach-Modell aus Metall ist alles zu haben. Wem diese Auswahl nicht reicht, kann aber auch einen individuell vom Architekten geplanten Carport errichten lassen. Solche individuell geplanten Doppelcarports sind aber meist teurer als Fertigbausätze.

    Doppelcarport, transparentes Dach, Foto: MyPort GmbH
    Die schlichte Eleganz von Beton, kombiniert mit der Luftigkeit eines transparenten Dachs zeichnet das Design dieses Doppelcarports aus. Foto: MyPort GmbH Foto: MyPort GmbH
    Doppelcarport, Foto: MyPort GmbH
    Charaketeristisch für de Doppelcarport: Die freischwebende Dachkonstruktion. Foto: MyPort GmbH Foto: MyPort GmbH

    Besondere Nutzungen

    Ein Doppelcarport kann übrigens auch Zusatznutzen haben: Die Dachfläche, die oft um die 30 Quadratmeter hat, eignet sich gut, um eine kleine Solaranlage zu installieren. Voraussetzung: Die Fläche ist nicht verschattet. Außerdem ist eine Südausrichtung vorteilhaft. Auf 30 Quadratmeter Dachfläche passt eine Solaranlage mit einer Nennleistung von rund drei bis vier Kilowattstunden, die in unseren Breitengraden jährlich rund 3.000 bis 4.000 Kilowattstunden Strom produzieren kann. Das entspricht fast dem durchschnittlichen jährlichen Stromverbrauch eines Vier-Personen-Haushalts. Alternativ würde diese Strommenge auch ausreichen, mit einem Elektroauto rund 15.000 bis 20.000 Kilometer weit zu fahren.

    Doppelcarport, Solardach, Solarcarport, Foto: solarcarporte.de
    Die Fotovoltaikmodule auf dem Dach dieses Carports erzeugen Strom, der direkt in den Akkus des Elektroautos landet. Foto: solarcarporte.de Foto: solarcarporte.de
    Doppelcarport, Dachbegrünung, Gründach, Foto: Overmann
    Ein begrüntes Carportdach stellt eine ökologische Ausgleichsfläche für Kleinlebewesen dar. Außerdem sieht es gut aus. Foto: Overmann Foto: Overmann

    Statt auf dem Dach eine Solaranlage zu montieren, kann man es auch begrünen. Eine solche Begrünung schützt die Dachabdichtung – die hier aber besonders sorgfältig vorgenommen werden muss – bei Extremtemperaturen. Zudem muss auf eine ausreichende Entwässerung geachtet werden. Auf der anderen Seite sorgt die Begrünung  für Wasserrückhalt – es werden dann weniger Abwassergebühren fällig. Auch stellt sie eine ökologische Ausgleichsfläche dar, die vielen Kleinlebewesen einen Lebensraum bietet.

    Fazit

    Der Doppelcarport ist eine schnell errichtete und preiswerte Alternative zur Doppelgarage und ist ideal für Selberbauer geeignet. Allerdings ist – genau wie bei einer Garage – zumeist eine Baugenehmigung erforderlich.


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    2 Kommentare

    Solarterrassen & Carportwerk GmbH am 26.02.2016 16:15

    Liebes Bauen.de Team,

    das ist wirklich ein toller Artikel auch mit unserem Bild vom Solarcarport. Solarmodule auf Terrassen- und Carportüberdachungen helfen, Strom zu sparen und sich unabhängig von steigenden Kosten zu machen. Zudem... mehr

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    Carports am 16.11.2015 18:09

    Vielen Dank für die hilfreichen Informationen.

    Man könnte noch weitere Vorteile auflisten:

    - Doppelcarports sind schön anzusehen und meist passend zum Wohnhaus umgesetzt

    - Platz für 2 Autos & Motorrad

    - Möglichkeit für einen Anbau... mehr

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