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Anbau am Haus: 5 Ideen und Preisbeispielen

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Ein wachsender Familienkreis oder neue Lebensumstände können die räumlichen Anforderungen an Ihr Zuhause sprengen. Anstatt umzuziehen, können Sie durch einen Anbau am Haus zusätzlichen Platz schaffen. Dieser Leitfaden führt Sie durch die verschiedenen Optionen für einen Anbau an ein bestehendes Haus und gibt Ihnen einen Überblick über die zu erwartenden Kosten.

Anbauhaus: Das Wichtigste in Kürze
  • Mit einem Hausanbau kann wertvolle Wohnfläche gewonnen werden ohne große Umbaumaßnahmen am bestehenden Haus.
  • Für ein Anbau am Haus ist in der Regel eine Baugenehmigung notwendig.
  • Anbauhäuser können in verschiedensten Bauweisen errichtet werden.
  • Anbauten lassen sich besonders gut in Modul- oder Fertigbauweise realisieren.
Anbaubauhaus in Modulbauweise
Als Anbau am Haus kommt hier ein Wohnmodul von SchwörerHaus in Einsatz. Foto: SchwörerHaus

Die Definition eines Anbaus

Ein Anbau vergrößert die nutzbare Fläche eines bestehenden Gebäudes und wird rechtlich als Erweiterungsbau betrachtet. Nicht nur die zusätzliche Fläche, sondern auch die Tatsache, dass ein physisch neuer Teil am Haus entsteht, kennzeichnet ihn als Anbauhaus.

Braucht man für ein Anbauhaus eine Baugenehmigung?

Ja, grundsätzlich ist der Hausanbau genehmigungspflichtig, da die landesspezifischen Baugesetze dies vorsehen. Für alle Anbauten, die direkt mit dem Hauptgebäude verbunden sind, muss eine Baugenehmigung eingeholt werden. Dazu ist es nötig, bei der zuständigen lokalen Baubehörde einen entsprechenden Antrag zu stellen.

Freistehende Strukturen wie Garagen oder Gartenhäuser können unter bestimmten Bedingungen ohne Baugenehmigung errichtet werden, müssen jedoch spezifische Richtlinien erfüllen. Auch für kleinere Anbauvorhaben, wie etwa das Anbringen von Fertigelementen bis zu einer Größe von 30 Quadratmetern, ist unter Umständen keine Baugenehmigung erforderlich.

Was muss baurechtlich beachtet werden?

Die baurechtlichen Voraussetzungen für ein Anbauhaus beziehen sich auch auf die Höhe des Anbaus. Jedes Bundesland und jede Kommune hat eigene Vorschriften, wie hoch ein Anbau sein darf. Überschreitet ein Bauvorhaben die erlaubten Maße, wird eine Genehmigung möglicherweise nicht erteilt.

Wie groß darf ein Anbau sein?

Rechtliche Bestimmungen beschränken die Wandhöhe eines Anbaus auf maximal 3 Meter. An der Seite eines Grundstücks darf die Höhe 9 Meter nicht überschreiten und die Länge des Anbaus ist auf 15 Meter begrenzt.

Erkundigen Sie sich vorab bei Ihrem Bauamt

Es ist ratsam, sich vor Planungsbeginn intensiv mit den Bauvorschriften des jeweiligen Bundeslandes auseinanderzusetzen, um spätere Überraschungen zu vermeiden.

Anbau an ein bestehendes Haus - Welche Optionen gibt es?

Es gibt zahlreiche Methoden, um Ihr bestehendes Zuhause zu erweitern:

1.) Anbau Fertigelemente

Fertigelemente sind eine schnelle und effiziente Möglichkeit, Ihr Zuhause zu vergrößern. Ob zusätzlicher Wohnraum oder ein neuer Hauswirtschaftsraum – vorgefertigte Module aus Holz oder Beton können schnell installiert werden und bieten eine kosteneffiziente Lösung.

2.) Moderner Anbau an Altbau

Die Erweiterung eines Altbaus erfordert eine sorgfältige Planung, um sicherzustellen, dass der neue Anbau ästhetisch und strukturell mit dem bestehenden Gebäude harmoniert.

3.) Hausanbau durch Verlängerung

Eine Verlängerung am hinteren Teil des Hauses ermöglicht es, die Wohnfläche zu erweitern, ohne die Frontansicht des Gebäudes zu verändern. Dies kann eine kostengünstige Option sein, da umfangreiche Fassadenarbeiten entfallen.

4.) Gebäudeanbau durch Verbreiterung

Ein seitlicher Anbau bietet Flexibilität bezüglich der Platzierung und erlaubt Erweiterungen, die auch das Dachgeschoss einschließen können. Dies kann allerdings zusätzliche Kosten für die Anpassung des Dachstuhls nach sich ziehen.

5.) Gebäudeanbau durch Aufstockung des Gebäudes

Eine Aufstockung erfordert eine gründliche Überprüfung der Statik des bestehenden Gebäudes. Dabei ist sicherzustellen, dass das bestehende Haus die zusätzliche Last tragen kann. Neben den baurechtlichen Genehmigungen sind möglicherweise auch Anpassungen im Innenbereich notwendig, wie beispielsweise im Treppenhaus.

Was kostet eine Anbauhaus?

Beim Erweitern des Wohnraums durch einen Anbau sind verschiedene Kostenfaktoren zu berücksichtigen, die stark variieren können. Für eine Fläche von 50 Quadratmetern bewegen sich die Investitionen üblicherweise zwischen 65.000 Euro und 175.000 Euro. Diese Variation resultiert aus dem Quadratmeterpreis, der sich im Bereich von 1.300 Euro bis 2.500 Euro ansiedelt, je nachdem welche Ausstattungs- und Architekturmerkmale gewählt werden.

Die Varianz der Kosten für einen Hausanbau lässt sich durch die Auswahl der Baumaterialien erklären. So führt der Einsatz von Holz bei der Planung zu unterschiedlichen Preisstrukturen, je nachdem, ob ein massives oder ein vorgefertigtes Haus errichtet wird.

Für Bauherren, die ein bestehendes Haus mit Fertigelementen erweitern möchten, stellt dies eine kostengünstigere Lösung dar. Beispielsweise kostet ein vorgefertigter Anbau von 28 Quadratmetern, der Küche und Bad umfasst, etwa 35.000 Euro. Zusätzlich beeinflusst die Entscheidung, ob der Anbau unterkellert wird, die Gesamtkosten signifikant.

Fazit

Die Erweiterung der Nutzfläche durch einen Anbau am Haus erfordert eine sorgfältige Planung und die Einholung der notwendigen Baugenehmigungen. Neben der Einhaltung der Mindesthöhen bei Aufstockungen bietet die Erweiterung durch Anbauten wie Fertigelemente, Verlängerungen oder die Verbreiterung bestehender Bauten vielfältige Möglichkeiten. Die Kosten variieren je nach Materialwahl und Baumaßnahmen.