Perfekte Wärmedämmung: Vakuum-Isolierpaneele

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Verdammt nah am Vakuum: Vakuum-Dämmplatten erreichen schon mit zwei Zentimetern Dicke hervorragende Dämmeigenschaften.

Dünn, und trotzdem hervorragende Dämmeigenschaften: Vakuum-Dämmplatten. Foto: tdx/IBU/Porextherm Foto: tdx/IBU/Porextherm

Bei vielen schlecht gedämmten Altbauten gibt es neben dem energetischen ein weiteres Problem: Die Dämmschichtdicke muss möglichst gering sein, trotzdem soll die maximale Energieeinsparung erreicht werden. Mit konventionellen Dämmstoffen ist das nur eingeschränkt möglich. Vakuum-Isolierpaneele – oft auch Vakuum-Dämmplatten genannt – versprechen hervorragende Dämmeigenschaften: Während bei herkömmlichen Dämmplatten eine Dicke nötig ist, die in etwa dem eines Sportleroberschenkels entspricht, um die von der Energieeinsparverordnung geforderten Dämmwerte zu erreichen, genügen bei einer Vakuumdämmung in der Regel schon zwei Zentimeter Dämmstoffdicke, um zum gleichen Ergebnis zu gelangen.

Kein perfektes Vakuum

Das Geheimnis der Dämmplatten ist, dass sie einem Vakuum recht nahe kommen. Während Luft bereits ein schlechter Wärmeleiter ist – weshalb fast ausschließlich aus Luft bestehenden Dämmmaterialien wie Styropor oder Polyurethan bereits sehr gute Dämmeigenschaften haben – hat ein perfektes Vakuum sogar die Eigenschaft eines Isolators: Es kann keine Wärme hindurchdringen. Allerdings ist es unmöglich, auf unserem Planeten ein perfektes Vakuum zu produzieren, Vakuum-Dämmplatten sind eine Annäherung daran. Insofern ist der Begriff Isolierpaneel zwar gebräuchlich, aber faktisch falsch.

Stützkern macht Vakuum-Isolierpaneele möglich

Ein Vakuum ist raumfüllendes nichts. Dämmplatten aus nichts kann es nicht geben. Vakuumdämmplatten bestehen deshalb aus einem Stützkern aus offenporigem, aber formstabilem Material – in der Regel ist das Kieselsäurepulver. Dieser Kern wird umhüllt von einer diffusionsdichten Barrierefolie und einem Schutzgewebe. Die vorhandene Luft wird aus dem Dämmkern soweit es geht herausgesaugt, es entsteht näherungsweise ein Vakuum. Der Dämm- beziehungsweise Stützkern ist nötig, denn ansonsten würde das Vakuum wegen des Drucks in sich zusammenfallen.

Hoher Preis, kein zurechtschneiden möglich

Nachteilig an Vakuumdämmplatten ist ihr hoher Preis und der Umstand, dass die Platten anders als herkömmliches Dämmmaterial nicht zurechtgeschnitten werden können, da sonst das Vakuum zerstört würde. Die Platten müssen also in den richtigen Maßen vorgefertigt werden. Die Umhüllung muss besonders hochwertig sein. Es darf keine Luft oder Feuchtigkeit hineindiffundieren, da sich sonst die Dämmeigenschaften verschlechtern. Wird die Umhüllung beschädigt, wird das Vakuum zerstört. Folge: Die Platte hat praktisch keinerlei dämmende Eigenschaften mehr und ist nutzlos. Hersteller solcher Dämmplatten versprechen, dass die Umhüllungen mehrere Jahrzehnte halten, sofern sie nicht mechanisch beschädigt werden.


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1 Kommentar

Gerd Kritiker am 14.02.2015 06:14

Leider fehlt hier jede Kostenangabe, und da hier von einem erhöhten Quadratmeterpreis auszugehen ist, wird wohl von noch einer höheren Amortisierungszeit als bei Styropur auszugehen sein.

Dazu aber gesellt sich ein... mehr

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