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Die Bodenplatte selbst betonieren: Auf den Fundamentplan kommt es an

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Die Bodenplatte eines Hauses selbst zu betonieren, ist kein leichtes Unterfangen. An diese Arbeit sollte sich nur heranwagen, wer über ausreichend Erfahrung verfügt. Voraussetzung ist der Fundamentplan eines Statikers, der in jedem Fall berücksichtigt werden muss.

Die Bodenplatte können Bauherren selbst erstellen - aber nur in Abstimmung mit einem Statiker. Foto: zabanski/Fotolia.com Foto: zabanski/Fotolia.com

Eine Bodenplatte ist die Grundlage des gesamten Hauses. Hier muss alles stimmen. Fehler beeinflussen den ganzen Bau und können sehr teuer werden, etwa, wenn Planungen verändert werden müssen oder gar die gesamte Bodenplatte neu gebaut werden muss. Wenn Fehler Nachfolgebauten beeinflussen, kann es außerdem Probleme mit der Gewährleistungspflicht beauftragter Unternehmen geben. Wer sich daran wagt, sollte also Erfahrung haben.

Die Bodenplatte für ein Wohnhaus selbst zu betonieren, ist sehr anspruchsvoll und bedarf Erfahrung. Etwas leichter ist es beispielsweise, eine Carportbodenplatte oder ein Garagenfundament zu bauen: Fundament für die Massivgarage selbst herstellen.

Die Grundlage: ein Fundamentplan

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Ausschnitt eines Schalplanes. Wer die Bodenplatte seines Hauses selbst bauen möchte, muss so einen Plan lesen können. Bild: Ingenieurbüro für Baustatik Jörn Teichmann Bild: Ingenieurbüro für Baustatik Jörn Teichm

Wer die Bodenplatte seines Hauses selbst erstellen möchte, sollte das nur in Abstimmung mit einem Statiker machen. Dieser fertigt nach den örtlichen Gegebenheiten und dem Bauplan den Fundament- oder auch Bewehrungsplan an, der unbedingt einzuhalten ist. Der Plan legt fest, wie das Fundament ausgebildet wird, wo und wie viel Stahl in der Bodenplatte liegen muss und wie sich die Betonmischung zusammensetzt. Auch die notwendigen Anschlüsse müssen in der richtigen Ausführung an der richtigen Stelle sitzen.

Den Bewehrungsplan lesen zu können ist also entscheidend. Einige Details können sich Heimwerker sicherlich von einem Statiker erklären lassen, aber das Grundprinzip sollten sie verstehen und die zugrundliegenden Normen kennen. Diese sehr umfangreichen Normen beinhalten auch Erklärungen der Symbole. Wer allerdings nur eine veraltete Norm kennt, braucht vielleicht lediglich ein kurzes Update.

Achtung

Wer die Bodenplatte selbst baut, kann unter Umständen mit der Gewährleistungspflicht der Folgewerke Probleme bekommen.

Bodenplatte selber machen: Wichtige Vorbereitungen

Als erstes muss die Fläche der Bodenplatte abgesteckt werden. Am besten geht das mit einem Schnurgerüst. Im abgesteckten Bereich muss dann der Mutterboden in der festgelegten Tiefe abgetragen, eine Sauberkeitsschicht aus Kies aufgebracht und mit einem Rüttler verdichtet werden. In der Sauberkeitsschicht werden die notwendigen Anschlüsse für Küche, Bad und Hauswirtschaftsraum sowie Elektroleerrohre verlegt.

Sofern nicht die gesamte Bodenplatte als Thermobodenplatte, zum Beispiel aus Wärmedämmfertigteilen, ausgeführt wird, wird in der Regel eine umlaufende Frostschürze von mindestens 80 Zentimetern Tiefe gegossen. Hierfür muss mit einem Mini-Schaufel-Bagger ein etwa 40 Zentimeter breiter Graben ausgehoben werden, der später mit Beton verfüllt wird. Vor dem Verfüllen wird das Erdungsband für die Strom- und Wasserleitungserdung in den Graben gelegt. Je nach Bodenbeschaffenheit und Statik kann es notwendig sein, auch in dieser Frostschürze Bewehrungseisen in Form von Körben einzubetonieren (Fundamentplan beachten). Diese gucken aus dem Beton heraus, sodass sie mit den Bewährungseisen der Bodenplatte verbunden werden können.

DIY: Die Bodenplatte gießen

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Profis gießen eine Bodenplatte. Zu sehen ist die Holzschalung im Hintergrund, Gittermatten aus Stahl zur Bewehrung des Betons, sowie die Leerrohre für Hausanschlüsse. Der Arbeiter links gießt den Beton, der Arbeiter rechts glättet ihn. Foto: Glatthaar Fertigkeller Foto: Glatthaar Fertigkeller

Die Schaltafeln (oder Bretter) für die umlaufende Schalung der Bodenplatte werden nun mit Hilfe einer Wasserwaage exakt ausgerichtet und an den Eckstößen zusammengenagelt. Eine Bauplane, die überlappend auf die Kiesschicht gelegt wird, schützt das Haus gegen aufsteigende Feuchtigkeit. Für die Bodenplatte selbst werden jetzt Bewehrungsmatten verlegt und an den jeweiligen Verbindungsstellen mit Hilfe von Baudraht verrödelt. Wichtig ist, dass die Stahlmatten allseitig mindestens drei Zentimeter vom Beton umschlossen sind, daher müssen sie auf Bewehrungsprofile oder Kunststoffabstandshalter gelegt und exakt ausgerichtet werden. Sind die Matten verlegt, kann der fertige Transportbeton angeliefert und gleichmäßig verteilt werden. Anschließend wird die Fläche, beispielsweise mit einer Alulatte, glatt abgezogen.

Trocknungszeit

Die Bodenplatte muss nun ruhen. Je nach Witterung sollte die Fläche dabei gegen Frost, aber auch gegen zu schnelles Austrocknen durch die Sonne mit einer Folie geschützt werden. In Hochsommertagen kann es notwendig sein, den Beton mit einem Gartenschlauch zu wässern, um so zu vermeiden, dass sich Risse bilden. Insgesamt braucht Beton etwa 28 Tage, um auszuhärten, der Betrieb auf der Baustelle kann aber bereits nach drei bis fünf Tagen weitergehen. Ist der Beton erhärtet, wird die Schalung wie bei einer Kuchenspringform wieder abgenommen.

Werkzeug und Material fürs Bodenplatte betonieren

Wer die Bodenplatte seines Hauses selbst bauen möchte, braucht etwas größere Geschütze – auch wenn man den Bagger durch eine Schaufel und viel Muskelkraft ersetzen könnte. Fotos: Winkelschleifer: fefufoto/fotolia.de, Hammer/Kneifzange: Thomas Hecker/fotolia.de, Minibagger: Zeppelin Baumaschinen, Schraubzwinge: designsstock/fotolia.de, Rüttler: Ammann Group

Materialien

  • Bauplane
  • Schutzplane (gegen Frost oder Sonne)
  • Transportbeton (wird fertig angeliefert)
  • Bewehrungsmatten
  • Bewehrungsprofile oder Kunststoffabstandshalter
  • Schaltafeln oder Bretter
  • Evtl. Bewehrungskörbe (für die Frostschürze)
  • Erdungseisen
  • Lehrrohre
  • Aluprofil oder Latte (zum Abziehen des Betons)

Zeitaufwand und Kostenersparnis

Selbstbauer sollten bis zur Fertigstellung der Bodenplatte eine Woche rechnen – ohne Trocknungszeit. Eine Baufirma erledigt die gleiche Arbeit in etwa zwei bis drei Tagen. Der Lohnanteil und damit das Einsparpotential bei Eigenleistung ist bei Erd- und Betonarbeiten zwar mit 40 bis 50 Prozent relativ hoch, andererseits sind hier spezielle Maschinen im Einsatz, die sich der Laie kostenpflichtig ausleihen muss.

Besonderheiten: Weiße Wanne und gedämmte Bodenplatte

Eine Bodenplatte ist immer Basis des Hauses, egal, ob auf ihr ein Keller errichtet wird oder direkt Wohnräume anschließen. Bei der Ausführung der Bodenplatte ergeben sich dadurch jedoch Unterschiede:

Bodenplatte + Wohnraum

Wird das Haus ohne Keller direkt auf der Bodenplatte errichtet, muss sie gedämmt werden. Hierfür wird üblicherweise zwischen Kiesschicht und Beton eine oder mehrere Lagen Dämmplatten verlegt. Für eine solche Perimeterdämmung, also eine Dämmung erdberührter Gebäudeteile, eignen sich Polystyrolplatten auf XPS-Basis oder Platten aus Schaumglas. Sinnvoll ist eine Dämmstärke von 16 bis 20 Zentimetern.

In diesem Text finden Sie weitere Informationen zur gedämmten Bodenplatte und zur Thermobodenplatte.

Bodenplatte + unbeheizter Keller

Dient der Keller als Stau- und Heizungsraum, wird er also nicht beheizt, muss die Bodenplatte des Kellers nicht gedämmt werden. Dafür aber die Kellerdecke, sodass der Wohnraum darüber vor Wärmeverlust geschützt ist. Da sich die Bodenplatte im Keller bereits mindestens zwei Meter unter der Geländeoberkante befindet, braucht sie zum Schutz gegen Frost keine Streifenfundamente. Trotzdem könnten diese aus statischen Gründen notwendig sein.

Bodenplatte + beheizter Keller

Soll in dem Keller hingegen auch gewohnt werden, muss die Bodenplatte ebenso gedämmt werden wie die Erdgeschoss-Bodenplatte in einem Haus ohne Keller. Im Kellergeschoss ist ein guter Wärmeschutz in Verbindung mit einer guten Isolierung gegen Feuchtigkeit durch den erhöhten Erddruck und anstehende Feuchtigkeit besonders wichtig.

Weiße Wanne

Es kann sein, dass bei sehr hohem Grundwasser auf eine Unterkellerung verzichtet werden muss. Darüber gibt das Bodengutachten Auskunft. Häufig ist es aber möglich, den Keller als sogenannte Weiße Wanne auszubilden. Hierfür werden Wände und Bodenplatte im Keller aus wasserundurchlässigem Beton hergestellt. Planung und Ausführung sollten auf jeden Fall Fachleuten überlassen werden. Schließlich muss das Bauwerk am Ende hundertprozentig wasserdicht sein.

Das Fundament: die wichtigsten Begriffe

  • Einzelfundament: keine Bodenplatte, sondern das Betonfundament beispielsweise eines einzelnen Pfostens
  • Punktfundament: besteht aus mehreren Einzelfundamenten. Gemeinsam tragen Sie die Last kleinerer Bauwerke. Eingesetzt wird das Punktfundament beispielsweise beim Pavillon, Carport oder für eine Terrassenüberdachung
  • Streifenfundament: in Deutschland weit verbreitet. Die tragenden Wände ruhen auf einem breiten Betonstreifen, die Zwischenräume werden beispielsweise mit einer dünneren Betonschicht ausgefüllt
  • Plattenfundament: Der gesamte Boden besteht aus einer gleichmäßigen, bewehrten Betonschicht.