Architektenhaus: frei geplant und passend zugeschnitten

Individuell geplant und perfekt an das Grundstück angepasst – das ist das Architektenhaus. Doch eine solche Planung erfordert nicht nur vom Architekten eine Menge Engagement. Um das eigene Häuschen den eigenen Wünschen und Bedürfnissen anzupassen, muss auch der Bauherr seine Kreativität und Mitarbeit einfließen lassen.

 

Foto: Huf Haus
Ein Architektenhaus ist auf keine Bauweise festgelegt. Dieses Hier vereint Glaselemente und eine Skellettbauweise auf sich. Foto: Huf Haus

Bauherren, die ein rechteckiges, ebenerdiges Grundstück mit 400 Quadratmetern Fläche mitten in einem Neubaugebiet besitzen, können darauf fast jedes Standardhaus bauen. Wenn das Grundstück aber an einem Hang liegt und dreieckig oder gar wie ein L geschnitten ist, wird die Bebauung schwieriger. Wenn das Gebäude zudem architektonisch zur Umgebung passen muss, zum Beispiel, weil es in unmittelbarer Nachbarschaft zum gewachsenen Stadtkern gebaut werden soll oder weil es sich in die umgebende Natur besonders gut integrieren soll, kommen Bauherren kaum um die Planung mit einem Architekten herum.

 

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Vorteile und Nachteile beim Bau mit einem Architekten

Natürlich können auch Bauherren mit normalen Grundstücken mit einem Architekten bauen, der Vorteil bleibt der gleiche. Und sie profitieren bei Bedarf von einer weiteren Dienstleistung: Ein Architekt kann damit beauftragt werden, sich auch nach Fertigstellung weiter um die Belange des Eigentümers zu kümmern. Das bedeutet, dass er bis zum Ablauf der Gewährleistung erster Ansprechpartner für Eigenheimbesitzer bleibt und eventuelle Mängel selbst bei den Baufirmen anmahnt.

Nachteilig kann dagegen die Planungszeit sein, die etwas zeitaufwendiger ausfallen könnte. Immerhin fängt die Planung bei null an und auch für den Innenausbau gibt es keine vorgefertigten Lösungen.

Das Honorar des Architekten hängt außerdem von den Baukosten ab. Und das heißt auch: Entscheidet sich der Bauherr für eine teurere Bauvariante, steigt automatisch auch das Honorar des Architekten.

 

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Hausbau mit Architekt – So läuft er ab

Während Typenhaushersteller und Bauträger oft auch Grundstücke verkaufen oder vermitteln, muss sich der Bauherr eines Architektenhauses selbst um Grund und Boden kümmern. Ein Architekt ist üblicherweise nur Planer und kein Makler.

Spätestens dann, wenn ein Grundstück vorhanden und die Entscheidung zum Bauen gefallen ist, sollten Bauherren einen passenden Architekten finden und sich mit ihm darüber einigen, welche Leistungen er übernimmt. Die Arbeit des Architekten ist nämlich gemäß der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI) in neun Leistungsphasen eingeteilt, nach denen er auch abrechnet. Diese sind:

  1. Die Grundlagenermittlung
  2. Die Vorplanung samt Kostenschätzung
  3. Die Entwurfsplanung samt Kostenberechnung
  4. Die Genehmigungsplanung
  5. Die Ausführungsplanung
  6. Die Vorbereitung der Vergabe der einzelnen Gewerke
  7. Die Beauftragung der Handwerks- und Bauunternehmen
  8. Die Betreuung der Baustelle samt Dokumentation
  9. Die Objektbetreuung nach Fertigstellung

Diese Leistungsphasen sind frei kombinierbar, auch wenn es beispielsweise wenig sinnvoll wäre, einen Architekten ausschließlich mit den Phasen 3 und 5 zu beauftragen. Möglich wäre aber, einen Architekten mit der Planung zu beauftragen, die Handwerker selbst zu beauftragen und einen Baubegleiter zu engagieren, der die Baustelle überwacht.

 

Zu Beginn der Zusammenarbeit – also in Leistungsphase 1 – werden nun alle Grundlagen des Hausbaus ermittelt. Dazu gehört die Beschaffenheit des Grundstückes, die Vorgaben des Bebauungsplanes, die Vorstellungen der Bauherren sowie mögliche Einschränkungen durch das Budget.

Anschließend wird das Haus in vier Stufen geplant. Die Vorplanung dient dazu, Vorstellungen der Bauherren und tatsächliche Baukosten aufeinander abzustimmen. Auf Basis der Entwurfsplanung werden die voraussichtlichen Gesamtkosten berechnet und der Bauherr kann sich ein genaues Bild seines künftigen Eigenheims machen. Um eine Baugenehmigung zu erhalten, müssen bestimmte Pläne und Anträge eingereicht werden. Auch darum kümmert sich der Architekt und passt die Pläne bei Bedarf an die Vorgaben des Bauamtes an. Auf Basis des genehmigten Planes erstellt der Architekt die Ausführungsplanung und auch alle Unterlagen, die die Handwerksunternehmen brauchen.

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Nun geht es an den Bau selbst, den der Architekt leitet, betreut und dokumentiert. Der Bauherr muss dabei nur so viel tun und vor Ort sein, wie er es selbst möchte. Er kann alle Arbeiten komplett an den Architekten abgeben und ein bezugs- und schlüsselfertiges Haus beauftragen. Er kann aber auch ein Ausbauhaus bestellen und dann einzelne handwerkliche Leistungen selbst ausführen. Passionierte Heimwerker packen sogar schon beim Rohbau mit an.

Nach Abschluss aller Arbeiten erhält der Bauherr den Schlüssel seines neuen Eigenheims. Für den Architekten ist die Arbeit damit noch nicht beendet, zumindest nicht, wenn der Bauherr ihn auch mit Leistungsphase 9, also der Objektbetreuung beauftragt hat. In diesem Fall kümmert sich der Architekt auch um möglicherweise auftretende Mängel. Es ist seine Aufgabe, die Mängelbeseitigung bei den Handwerkerunternehmen durchzusetzen. Das gilt solange, bis die Gewährleistungsfristen der Handwerkerleistungen abgelaufen sind. Erst anschließend beginnt seine eigene Gewährleistungsfrist, die aber nur jene Mängel betrifft, die aufgrund von Fehlern des Architekten entstanden sind. Das können aber Mängel sein, die er bei seiner Schlusskontrolle hätte entdecken müssen.

Soviel kostet ein Haus vom Architekten

Gut geplante Architektenhäuser müssen nicht teurer sein als Häuser vom Bauträger oder Typenhausanbieter. Nicht die Art und Weise der Planung macht ein Haus teuer, sondern eher die verwendeten Materialien, eine aufwändige Bauweise und hochwertige Innenausstattung. Zu den Kosten für das Haus kommt beim Architekten allerdings noch sein Honorar, dass er auf Basis der HOAI errechnet. Wer alle neun Leistungsstufen beauftragt, kann mit einem Architektenhonorar von ungefähr 15 Prozent der Bausumme rechnen.

Das ist eine Menge Geld. Wer beispielsweise ein Haus für 300.000 Euro baut, kann ein Architektenhonorar von ungefähr 45.000 Euro veranschlagen, womit das Haus insgesamt 345.000 Euro kostet. Doch dieser Gesamtpreis ist nicht unbedingt höher als der von einem Fertig- oder Bauträgerhaus. Auch dort sind Architekten oder Bauingenieure angestellt, die bezahlt werden wollen. Die Kosten sind allerdings in den Gesamtpreis mit eingerechnet. Wer ein Architektenhaus baut, baut also nicht zwangsläufig teurer. Im Gegenteil kann man sogar sparen, weil der Architekt nur das baut, was der Bauherr tatsächlich braucht.

 

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So können Bauherren sparen

Wer Eigenleistungen mit einbringt, kann zumindest am Handwerkerlohn sparen: Fliesen legen oder Tapeten kleben schaffen viele Bauherren selbst. Wer eher organisatorisch begabt ist, kann den Architekten mit der Planung beauftragen und die Bauleitung eigenhändig übernehmen. Hier ist die Herausforderung, die Arbeiten der einzelnen Gewerke aufeinander abzustimmen. Auch können Bauherren andere Leistungsphasen weglassen, etwa die Baubegleitung oder die Objektbetreuung nach Fertigstellung.

 

Auch am Haus selbst kann man sparen. Wer günstig bauen will, sollte möglichst klein und möglichst einfach bauen. Dabei kann ein Architekt gleich Konzepte mitentwickeln, wie der geringere Platz möglichst gut genutzt werden kann. Außerdem kann er das Haus so planen, dass zu einem späteren Zeitpunkt bei Bedarf möglichst einfach an- oder ausgebaut werden kann.

Wer den Keller sinnvoll ins Gesamtkonzept integriert, kann hier Geld sparen, weil unterirdischer Raum  günstiger sein kann als oberirdischer. Wer den Keller allerdings nicht wirklich braucht und dort nur immer mehr Dinge ansammelt, zahlt drauf. Die Frage, welche Wohn- oder Nutzräume sinnvollerweise im Keller Platz finden, sollte also gut durchdacht sein. Bauherren können auch bei der Ausstattung sparen.

 

Bauweisen und Baustile des Architektenhauses

Ein Architektenhaus ist in keinster Weise auf bestimmte Stile oder Bauweisen festgelegt. Ein Architekt kann grundsätzlich alles planen: Ein Massivhaus, ein Holzhaus, ein Haus aus Glas, Stahl und Beton. Allerdings sind Architekten möglicherweise auf bestimmte Stile oder Bauweisen spezialisiert. Sie kennen sich also beispielsweise mit Holzbau besonders gut aus, haben für diese Bauweise Lösungen parat, kennen wiederum Statiker, die sich im Holzbau besonders gut auskennen oder haben diverse Zimmereiunternehmen an der Hand. Ein Massivhaus könnten sie zwar auch planen, es ist aber eben nicht ihr Spezialgebiet.

 

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Eine Bauweise ist allerdings ausgenommen: Die Fertigbauweise. Die basiert zumindest teilweise auf serieller Herstellung in der Fabrik. Möglich wäre allerdings, den Architekten mit einer Grobplanung zu beauftragen und ab diesem Zeitpunkt mit einem Fertighausunternehmen weiterzuarbeiten. Der Bauherr bezahlt dem Architekten nur die beauftragten Leistungsphase, in diesem Fall beispielsweise die Phasen 1 bis 3 sowie 8 und 9, wenn der Architekt als Bausachverständiger auch die Baustelle betreuen soll.

 

Den richtigen Architekten finden

Der richtige Architekt kann den Baustil, den sich der Bauherr vorstellt gut umsetzen und zu einem Preis bauen, den sich der Bauherr leisten kann. Ob diese Dinge der Fall sind, finden Bauherren nur heraus, indem sie mit verschiedenen Architekten reden und sich ansehen, welche Gebäude diese bisher verwirklicht haben. Bei diesen Gesprächen sollten Bauherren möglichst offen kommunizieren – dann kann auch der Architekt möglichst frühzeitig einschätzen, ob er die Vorgaben des Bauherrn umsetzen kann oder nicht.

 

Architektenhaus: Eigenheim nach individuellen Bedürfnissen

Architektenhaus, Foto: Jo Güth - Architekt, Fotograf: Hans Engels

 

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