Fertigkeller: Schnell gebaut

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Fertigkeller werden aus Stahlbetonteilen vorgefertigt und auf der Baustelle montiert. Das spart dem Bauherrn Zeit und Kosten, schlägt doch ein Ortbetonkeller mit etwa 13 Prozent der gesamten Baukosten zu Buche.

Foto: Glatthaar
Foto: Glatthaar Foto: Glatthaar

Fertigkeller werden ähnlich wie andere Stahlbetonbauteile hergestellt. Im Werk werden die einzelnen Bauteile passgenau aus WU-Beton (wasserundurchlässigem Beton) gegossen, auf die Baustelle transportiert und dort in kurzer Zeit passgenau montiert. Über einen Ortbetonverguss werden die Montagefugen lückenlos geschlossen. So entsteht in wenigen Tagen der Keller als Basis für das Wohngebäude. Gegenüber anderen Kellerkonstruktionen ist die Bauzeit um das Zwei- bis Dreifache verkürzt.

Vorzüge des Fertigkellers

Schnelligkeit beim Aufbau, kontrollierte Bauteile durch Vorfertigung und geringere Kosten im Vergleich zu konventionellen Kellern sind nur einige der Vorzüge, die ein Fertigkeller dem Bauherrn zu bieten hat:

  • Fertigkeller können als Voll- oder Teilunterkellerung für jedes Gebäude geplant werden, Abmessungen und Raumaufteilungen können frei gewählt werden.
  • Die Fertigteile werden in der Regel mit schalungsglatter Oberfläche geliefert, ein nachträgliches Verputzen ist nicht erforderlich.
  • Die vorhandenen Basissysteme können je nach Anforderung, Nutzungsansprüchen und Grundwasserverhältnissen aufgerüstet werden.
  • Auch beim Fertigkeller sind Eigenleistungen möglich, die die Kosten weiter absenken.

Nachteile gibt es beim Fertigkeller keine. Durch die Stahleinlagen dient der Fertigkeller als stabiles Fundament des Hauses. Sind die Abdichtungsarbeiten ordnungsgemäß ausgeführt, ist die Wahrscheinlichkeit, dass Wasser eindringt, ebenso gering wie bei anderen Kellern auch.

Wirklich wasserdicht? Fertigkeller in Hochwassergebieten

Herkömmliche Keller in Gebieten mit hohem Grundwasserspiegel oder Hochwassergefahr werden in Form einer weißen Wanne errichtet. Bodenplatte und Seitenwände des Kellers werden über Armierungseisen verbunden, um die Nässe abzuhalten wird ein Fugenband als Abdichtung eingegossen. Die weiße Wanne wird als Ortbetonbauteil hergestellt und es entsteht ein Keller aus einem Guss und ohne Fugen. Bei der schwarzen Wanne wird von außen vollflächig abgedichtet, zum Beispiel mit Schutzanstrichen. Drainagen halten zusätzlich das Wasser fern. Fertigkeller können nach diesem Prinzip ebenfalls wasserdicht ausgeführt werden. Die Hersteller deklarieren meist bereits die Basisvarianten ihrer Fertigkeller als wasserdicht, optional sind Ausführungen gegen drückendes Wasser erhältlich.

Um festzustellen, ob ein herkömmlicher Fertigkeller für die Wasserverhältnisse am Bauort ausreicht, empfiehlt sich eine Baugrunduntersuchung, bei der die Bodenbeschaffenheit und auch die Wasserhaltigkeit überprüft werden.

Was Fertigkeller kosten

Allgemeine Aussagen zu den Kosten lassen sich im Baubereich generell schwer treffen. Zu viele Faktoren beeinflussen den Preis. Dazu gehört die Bodenbeschaffenheit, aber auch die Ausbaustufe des Kellers. Laut Aussagen der Gütegemeinschaft Fertigkeller kann ein Durchschnittspreis von 300 Euro pro Quadratmeter für einen Fertigkeller angesetzt werden. Die tatsächlichen Kosten können jedoch deutlich von diesem Richtwert abweichen. Wie bei allen Bauleistungen sollten Bauherren auch beim Fertigkeller mehrere Angebote einholen und die Angebots- bzw. Leistungsbeschreibungen gründlich prüfen.


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