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Innenwand selbst dämmen – darauf muss man achten

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Wenn Dämmen von außen nicht möglich ist, hilft eine Innendämmung dabei, die Heizkosten zu senken. Wer eine Innenwand selbst dämmen will, sollte auf die richtige Wahl der Dämmstoffe und die korrekte Ausführung achten.

Innenwand selbst gedämmt: Mit Mineraldämmplatten auch für den geübten Heimwerker zu bewerkstelligen. Foto: Xella International GmbH Foto: Xella International GmbH

Die am häufigsten verwendete Dämmmethode bei Außenwänden ist die Dämmung mit einem Wärmedämmverbundsystem. In vielen Fällen ist dies aber nicht möglich oder nicht erwünscht, etwa weil die hübsche Fassade nicht überklebt werden soll. Dann kann die Dämmung auch von innen erfolgen. Bei einer solchen Innenwanddämmung – genauer gesagt: Dämmung der Außenwände von der Innenseite – müssen allerdings einige wichtige Punkte beachtet werden. Das gilt insbesondere, wenn man die Innenwand selbst dämmen möchte.

Wer kann eine Innenwand selbst dämmen?

Falsch ausgeführt, kann eine Innendämmung mehr Schaden als Nutzen anrichten. Das Kernproblem: Anders als bei einer Fassadendämmung wird die Außenwand von der warmen Raumluft abgeschirmt und bleibt kalt. Sollte Feuchtigkeit durch die Dämmschicht dringen, kann sie sich auf der kühleren Wand niederschlagen. Dann beginnt es möglicherweise unter der Dämmung zu schimmeln. Sowohl die richtige Wahl des Dämmsystems, des Dämmstoffs und der Dämmstärke als auch die korrekte Ausführung sind entscheidend, um derartigen Schäden vorzubeugen. Deshalb sollten auch geübte Heimwerker nie eine Innenwand selbst dämmen, ohne zuvor einen Architekten oder Energieberater zu Rate zu ziehen. Für DIY-Anfänger ist die Innenwanddämmung nicht zu empfehlen.

In diesen Fällen kommt die Innendämmung zum Einsatz

  • Eine historische und denkmalgeschützte Fassade mit Stuck-, Klinker- oder Fachwerkelementen soll erhalten bleiben.
  • Das Haus steht zu nahe am Nachbarhaus oder -grundstück, eine Außendämmung kommt nicht in Frage.
  • Die Eigentümergemeinschaft hat sich gegen eine Außendämmung entschieden. Eigentümer können ihre Wohnung dann von innen dämmen.
  • Unter Umständen können auch Mieter von innen dämmen, vorausgesetzt der Vermieter ist einverstanden.
Info

Zu den schwierigsten Fällen der Innendämmung gehören Fachwerkhäuser. Sie sind nicht nur von innen sondern auch von außen durch Feuchtigkeit gefährdet, weil sie keine vollkommen geschlossene Fassade haben. Die Fugen zwischen Fachwerkbalken und verputzten Feldern sind nie ganz dicht, es kann leicht Wasser eindringen. Eine mögliche Lösung ist eine relativ dünne Innendämmung, durch die noch ein Teil der Wärme ins Mauerwerk vordringt. Hier sind jedoch Profis mit entsprechender Erfahrung gefragt.

Vorteile einer Innendämmung

  • Kein Gerüst nötig.
  • Statt alles auf einmal kann auch Raum für Raum gedämmt werden.
  • Geübte Heimwerker können Innenwände selber dämmen.

Verschieden Arten der Innenwanddämmung

In den letzten Jahren hat sich die Auswahl an Materialien und Systemen für die Dämmung von innen deutlich erweitert. Es gibt zwei grundsätzliche Möglichkeiten:

  • Das Dämmmaterial wird in Form von Platten direkt auf die Innenwand aufgeklebt oder gedübelt.
  • Auf der Wand wird eine Unterkonstruktion aus Holz angebracht, deren Zwischenräume mit Dämmmaterial in Form von Matten oder Filzen gefüllt werden. Den Abschluss bildet eine Bauplatte, zum Beispiel aus Gips oder Holzwolle.


Ferner wird unterschieden, ob die Dämmung mit oder ohne Dampfbremse oder -sperre ausgeführt wird. Dabei handelt es sich um eine Kunststofffolie, die die Dämmschicht gegen Feuchtigkeit aus dem Raum abdichtet.
Bei kapillaraktiven Dämmmaterialien ist eine Dampfbremse nicht notwendig. Kalziumsilikatplatten beispielsweise nehmen die Feuchtigkeit aus der Raumluft auf und können sie auch wieder abgeben. Auch bei Hartschaumplatten aus Polyurethan ist keine zusätzliche Folie nötig, denn sie sind so dicht, dass sie selber als Dampfsperre wirken. Bei Dämmverbundsystemen, die aus mehreren Komponenten bestehen, ist die Dampfbremsschicht oftmals bereits integriert.

Achtung

Es sollten generell nur solche Dämmstoffe verwendet werden, die nach DIN 4108, Teil 10 für die Innenwanddämmung zugelassen sind (Kurzzeichen WI).

Beispiele für Dämmstoffe und -systeme

MaterialFormDämmwirkungDampfbremseBesonderheiten
MineralfaserPlattensehr gutjanicht brennbar
Hartschaum: Polystyrol (EPS / XPS) oder Polyurethan (PUR)Plattensehr gutneindünne Platten mit guter Dämmwirkung, in der Herstellung sehr energieaufwendig
KalziumsilikatPlattengutneinsehr gute Feuchteregulierung, für leicht feuchte Mauern  geeignet
Perlitesehr gutneinschützt vor Schimmel
HolzweichfaserPlattengutsystemabhängignachwachsender Rohstoff, in der Herstellung aber sehr energieaufwendig
Schafwolle / Hanf / FlachsMatten zwischen Unterkonstruktionsehr gutjaökologisch sehr empfehlenswert
Korkals Platte oder SchrotgutjaNaturmaterial, lange Transportwege aus beispielsweise Südeuropa
Mineralwolle mit AerogelPlattehervorragendneinschlanke Dämmung, nicht bei Feuchte
SchaumglasPlattesehr gutneinbesteht meist zu 70 Prozent aus Recyclingmaterial
VakuumdämmungPlatteexcellentneinextrem schlank, sehr teuer
ZellulosePlatte oder Flockensehr gutjaauch für unebene Wände geeignet, ökologisch sehr empfehlenswert

 

Innendämmung anbringen: So geht‘s

  1. Klebe- und Armierungsmörtel vollflächig auf die Rückseite der Platten aufgetragen.
  2. Platten direkt und fugendicht an die Wand kleben.
  3. Auf die fertig verklebten Platten eine Schicht Armierungsmörtel auftragen und darauf das Armierungsgewebe faltenfrei einarbeiten.
  4. Nach dem Trocknen der Armierung die Wand verputzen. Am besten mit einem Mineralputz.

Die nicht brennbaren Steinwolle-Dämmplatten gibt es in drei Stärken (35, 50, 60 Millimeter). Laut Hersteller erfordert die Dämmung mit den 35-mm-Platten auf verputzten Massivbauwänden keine weiteren bauphysikalischen Berechnungen. Foto: Isover Foto: Isover

Der Klebe- und Armierungsmörtel wird vollflächig auf die Rückseite der Platten aufgetragen und leicht angedrückt. Foto: Isover Foto: Isover

Die Platten werden direkt auf die Wand geklebt. Wichtig ist, dass sie fugendicht aneinander stoßen. Foto: Isover Foto: Isover

Auf die fertig verklebten Platten wird eine Schicht Armierungsmörtel aufgetragen und darauf das Armierungsgewebe faltenfrei eingearbeitet. Die Armierung soll die Wand stoßfest machen. Durch die gelbe Farbe der Platten wird sichtbar, ob der Mörtel gleichmäßig verteilt ist: Wo noch Gelb durchschimmert, muss nachgebessert werden. Foto: Isover Foto: Isover

Nach dem Trocknen der Armierung kann die Wand als Abschluss verputzt werden. Empfohlen wird ein Mineralputz, der wie das Dämmmaterial Feuchte aus dem Raum aufnehmen und wieder abgeben kann. Foto: Isover Foto: Isover

Fehler bei der Innenwanddämmung vermeiden

Bei der Innendämmung dürfen keine Fehler passieren. Heimwerker, die ihre Innenwand selbst dämmen wollen, sollten deswegen penibel auf kritische Punkte bei der Ausführung achten. Hier die häufigsten Probleme und wie man sie vermeidet:

Feuchtigkeit von außen

Schlagregen, der durch Fugen oder Risse in die Fassade eindringt, kann bei Minustemperaturen in der Wand gefrieren und Bauschäden verursachen. Die Gefahr steigt mit der Innendämmung, weil die Wand nicht gewärmt wird.

Expertenrat: Vor der Innenwanddämmung die Fassade ausbessern.

Feuchtigkeit von innen

Feuchtigkeit aus der Raumluft durchdringt die Innendämmung und kondensiert an der kalten Außenwand. Ein perfekter Nährboden für Schimmel.

Expertenrat: Darauf achten, dass Dampfbremsfolie lückenlos verlegt und verklebt wird. Falls die Wand feucht ist, vor dem Dämmen vollständig trocknen lassen. Systeme ohne Folie oder mit integrierter Folie müssen absolut fugenlos verbaut werden.

Kältebrücken an Übergängen

An den Übergängen von der Außenwand zu Innenwänden oder der Decke sowie an den Fensterlaibungen finden sich häufig kältere Stellen. Die Kälte breitet sich über das ungedämmte Mauerwerk aus. Feuchtigkeit kann sich hier niederschlagen und Schimmel bilden.

Expertenrat: Gegebenenfalls Innenwände und die Zimmerdecke mithilfe von Dämmstreifen oder -keilen mitdämmen, ebenso die Fensterlaibungen. Hier besonders darauf achten, dass die Dampfbremsfolie vollständig abgeklebt ist. Bei Heizkörpernischen muss nicht nur die Rückseite, sondern auch die Laibung selbst gedämmt werden.

Hohlräume hinter der Dämmung

Wenn der Dämmstoff nicht vollständig auf der Wand aufliegt, entstehen Hohlräume, in denen Feuchtigkeit kondensieren und Schimmel gedeihen kann.

Expertenrat: Nur auf intakter, sauberer Wand dämmen, gegebenenfalls unebene Wände vor dem Dämmen mit Füllmörtel ausgleichen. Herstelleranweisungen zum Verarbeiten der Dämmung genau beachten und nur die zum System gehörigen Kleber, Dübel oder anderen Materialien benutzen.

Installationen als Hindernisse

Sanitär- und Elektroinstallationen, aber auch Einbauten machen eine durchgehende Abdichtung schwierig. An den Dämmlücken kann Feuchte eindringen.

Expertenrat: Vorgedämmte, winddichte Elektroquader statt herkömmlicher Steckdosen verwenden. Zu empfehlen ist zudem eine Installationsebene zwischen Wandverkleidung und Dampfsperrfolie, sodass diese nicht von Kabeln und Leitungen durchstoßen wird.

FAQ zum Thema Innendämmung

Was sind Kältebrücken oder Wärmebrücken und wie kann ich sie vermeiden?

Kältebrücken gibt es eigentlich nicht, denn Kälte ist physikalisch nur die Abwesenheit von Wärme. Diese kann aber über Wärmebrücken aus einem beheizten Raum entweichen. Eine Wärmebrücke entsteht überall dort, wo die Wärmedämmung unterbrochen ist. Typisch sind beispielsweise Balkone mit einem Betonboden, der fest mit der Betongeschossplatte eines Hauses verbunden ist. Auch Fenster sind üblicherweise Wärmebrücken, weil sie in den meisten Fällen Wärme besser weiterleiten als das Mauerwerk um sie herum.

Bei der Innendämmung können vor allem an den Übergängen zu innenliegenden Wand- oder Deckenelementen Wärmebrücken entstehen. Wenn also ein Zimmer von innen gedämmt wird, kann durch eine innenliegende Trennwand möglicherweise Wärme entweichen. Die Lösung ist, an solchen Stellen auch die innenliegende Trennwand zumindest ein Stück mitzudämmen. Sinnvoll ist mindestens ein Meter.

Ist eine Innendämmung sinnvoll, um eine Außendämmung zu ergänzen?

In den meisten Fällen nicht. Besser wäre es, die Außendämmung aufzustocken.

Ist es sinnvoll, einen Raum nur teilweise zu dämmen?

Innenliegende Wände müssen nicht gedämmt werden, allerdings sollte die Dämmung der Außenwände zumindest einen Meter breit überlappen. Eine Außenwand nur zum Teil von innen zu dämmen ist keine gute Idee. Dort, wo die Wand nicht gedämmt ist, ist sie kälter, Luftfeuchtigkeit kann dort kondensieren und gerade an den nicht einsehbaren Stellen besteht erhebliche Schimmelgefahr.

Wie kann ich mit Schimmelproblemen umgehen?

Wenn Schimmel aufgrund von Baumängeln, Beschädigungen oder falscher Dämmung wächst, sollten die Schäden repariert, beziehungsweise die Mängel behoben werden. Bei größeren Schimmelproblemen sollte außerdem ein Fachmann mit der Beseitigung beauftragt werden. Weitere Infos zum Umgang mit Schimmel lesen Sie hier: Dem Pilz keine Chance

Muss ich die Dämmplatten kleben oder schrauben?

Wie eine Dämmplatte montiert werden muss, hängt auch von der Dämmplatte selbst ab. Die meisten Dämmplatten sind allerdings nicht dafür vorgesehen, verschraubt zu werden. Dabei wird die Platte ja durchlöchert und eine Wärmebrücke entsteht. Deswegen sollte eine Dämmplatte immer geklebt werden, es sei denn, der Hersteller empfiehlt etwas anderes.

Ich möchte eine Wand zwischen zwei Räumen dämmen, wie muss ich vorgehen?

Eine innenliegende Wand zu dämmen ist in den meisten Fällen weder sinnvoll noch notwendig. Wenn allerdings einer der beiden Räume unbeheizt ist, der andere aber warm sein soll, kann eine Dämmung tatsächlich sinnvoll sein. Dann sollte nach Möglichkeit der warme Raum von außen gedämmt werden.

Ist eine Innendämmung im Keller sinnvoll?

Eine Dämmung der Kellerdecke ist beispielsweise dann sinnvoll, wenn er nicht beheizt wird und darüber beheizter Wohnraum liegt. Die Wände eines ungedämmten Kellers zu dämmen, um den Raum zu Wohnzwecken nutzen zu können, ist oft nicht sinnvoll. Wenn der Keller als Wohnraum gedacht war, wurde er vermutlich beim Kellerbau bereits gedämmt. Andernfalls darf der Keller möglicherweise gar nicht als Wohnraum genutzt werden, weil er zu niedrig ist.

Mein Haus steht direkt auf der Grenze, muss ich diese Wand von innen dämmen?

Nicht unbedingt. Ist eine Dämmung notwendig, muss der Nachbar möglicherweise akzeptieren, wenn Dämmmaterial auf sein Grundstück ragt. Das gilt dann, wenn der zu dämmende Bau rechtmäßig erbaut wurde und gegen keine Gesetze verstößt. Wenn eine Wand dagegen fahrlässig und fehlerhaft zu nah an die Grenze gesetzt wurde, muss der Nachbar nicht auch noch akzeptieren, dass das Dämmmaterial die Grenze verletzt. Muss der Nachbar akzeptieren, dass eine nachträgliche Wärmedämmung auf sein Grundstück ragt, steht ihm allerdings eine Entschädigung zu.