Mineralputz: Innenwände ökologisch gestalten

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Natürliche Baustoffe fördern die Wohngesundheit. Ein Mineralputz aus Lehm oder Kalk an den Wandoberflächen wirkt feuchtregulierend und verbessert das Raumklima.

Lehmputz schafft ein gesundes Raumklima und passt zu einem natürlichen Einrichtungsstil. Foto: Lesando Foto: Lesando

Mehr als 80 Prozent ihrer Zeit verbringen die Menschen heute in geschlossenen Räumen. Gesundheit und Wohlbefinden hängen also wesentlich vom Klima innerhalb der -Wohn- und Arbeitsräume ab. Deshalb steigt die Nachfrage nach natürlichen, schadstoffarmen Baustoffen und es werden Materialien wiederentdeckt, die über längere Zeit fast vergessen waren. Dazu gehören auch verschiedene Arten von Mineralputz aus natürlichen Rohstoffen wie Lehm, Kalkgestein, Sand und Kies.

Vorteile der Naturputze

Naturbelassene mineralische Putze sind frei von Schadstoffen, regulieren die Raumfeuchte und binden Gerüche. Sie können nach entsprechender Vorbereitung auf fast alle Untergründe aufgetragen werden. Damit sie diese positiven Wirkungen aufs Raumklima entfalten können, sollten die verputzten Oberflächen offen bleiben. tapezieren erübrigt sich deshalb. Man kann den Mineralputz mit Lehm- oder Kalkfarben streichen oder auch ganz ohne Anstrich mit Spachteln, Bürsten, Schwämmen und anderen Werkzeugen dekorativ gestalten. Die verschiedenen Produkte werden in Pulverform zum Anrühren oder gebrauchsfertig als Roll- oder Streichputze angeboten. Für Selbermacher sind Fertigprodukte am besten geeignet.

Lehm als Feuchtepuffer

Die feuchteregulierende Wirkung ist beim Lehmputz besonders hoch, weil der quellfähige Tonminerale enthält. Bei hoher Luftfeuchte kann er überschüssigen Wasserdampf absorbieren und später, wenn die Luft trockener ist, wieder abgeben. Feuchte Oberflächen, an denen sich Schimmelpilze entwickeln könnten, werden auf diese Weise verhindert. Wie hoch das Aufnahmevermögen ist, hängt von der Dicke der Putzschicht und dem Tonanateil ab. Lehmputz bleibt auch im verarbeiteten Zustand wasserlöslich und relativ weich.

Kalk gegen Mikroben

Auch Kalkputz hat ein gutes Sorptionsvermögen. Außerdem verhindert er aufgrund seiner chemischen Eigenschaften die Ansiedlung von Bakterien und Schimmelpilzen – eine hygienische Wirkung, die man sich früher in Stallgebäuden zunutze machte. Da er auch antistatisch wirkt, findet sich in kalkverputzten Wohnräumen weniger Hausstaub in der Luft. Damit er sich als Putz besser verarbeiten lässt und nicht so leicht reißt, werden dem reinen Kalk oft Sand und andere Zusätze wie beispielsweise Ziegelmehl beigefügt.

Mineralputz in Feuchträumen

Grundsätzlich sind mineralische Putze für alle Räume geeignet. Ihre Fähigkeit, Feuchtigkeit aufzunehmen, wird gerade in Küche und Bad sehr geschätzt. Allerdings dürfen Lehm oder offenporiger Kalk nicht im direkten Spritzwasserbereich von Dusche oder Wanne angewendet werden. Eine Ausnahme ist der Tadelakt, eine aus Marokko stammende Kalkputzart mit verdichteter Oberfläche. Damit können sogar Wanne oder Waschbecken ausgekleidet werden.


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