Pelletsilo: Wo die vielen Pellets liegen

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Eine Pelletheizung verbrennt Pellets und sorgt dadurch relativ umweltverträglich für Wärme. Zumindest dann, wenn ausreichend Pellets da sind, die verheizt werden können. Um das zu gewährleisten, brauchen Betreiber von Pelletheizungen ein Pelletsilo oder -lager. Bei der Planung gibt es einige Dinge zu beachten.

Pelletlager, Pelletsilo, Absauggerät, Bild: DBU
Ein Installateur im Pelletlager mit einem Ansauggerät. Nur eine von mehreren Möglichkeiten, Holzpellets zu lagern. Bild: DBU

Ein Pelletsilo oder ein Pelletlager gehört zwangsläufig zu einer Pelletheizung mit dazu. Ohne eine solche Lagerstätte geht der Heizung ansonsten schnell der Brennstoff aus. Bei der Planung gilt es aber einiges zu beachten: So muss das Lager an der richtigen Stelle stehen und die richtige Größe haben –  nicht, dass mitten im Winter die Holzpellets ausgehen.

Zwei Arten, Pellets aufzubewahren: Im Pelletsilo und im Pelletlager

Die beiden häufigsten Arten, Pellets zu lagern, sind das Pelletlager und das Pelletsilo.

Pelletsilo, Holzpellets lagern, Foto: ABS Silo- und Förderanlagen GmbH
Solche Pelletsilos gibt es in vielen Größen. Die kleinsten Silos fassen nur eine Tonne Holzpellets. Foto: ABS Silo- und Förderanlagen GmbH

Das Pelletlager ist ein möglichst schmaler Raum mit einer trichterförmigen Vorrichtung beispielsweise aus Holz, die die Pellets nach unten in eine Förderschnecke rutschen lässt. Diese transportiert den Brennstoff zur Heizung. Diese Variante eignet sich vor allem für den Neubau, bei dem das Pelletlager von vorne herein eingeplant und baulich entsprechend ausgestaltet werden kann. Wer von einer Ölheizung auf Pellets umstellt, kann üblicherweise den Raum, den der Öltank bisher eingenommen hat, als Pelletlager nutzen. Der Öltank selbst eignet sich nicht als Pelletlager.

Das Pelletsilo kann direkt neben die Heizung, in einen Hobbykeller, in der Garage oder wo auch immer Platz dafür ist, aufgestellt werden. Möglich ist es auch, ein Pelletsilo im Garten zu vergraben. Ein solches Silo ist entweder ebenfalls trichterförmig gestaltet oder hat die Form eines Fasses.

Zwei Arten Pellets zu befördern: Förderschnecke oder Ansauganlage

Damit die Pellets vom Lager zur Heizung transportiert werden können, brauchen Hausbesitzer entweder eine Förderschnecke oder eine Ansauganlage.

Pelletsilo, Pelletlager, Förderschnecke, Foto: Vaillant
Mit Hilfe solcher Spiralen transportiert eine Förderschnecke Holpellets vom Lager zur Heizung. Foto: Vaillant

Bei der Förderschnecke handelt es sich um ein Rohr, in dessen Innern sich eine Spirale dreht, die die Pellets zur Heizung schiebt. Durch den Trichter des Lagers oder Silos geraten die Holzpellets in die Förderschnecke. Diese Art des Transports ist relativ leise, dafür sollte der Weg nicht zu lang und kompliziert sein.

Mit einer Ansauganlage können längere Strecken von üblicherweise bis zu 20 Metern überwunden werden, Steigungen und Kurvenführung sind kein Problem. Ist beispielsweise der Silo im Garten vergraben, ist eine Ansauganlage das Mittel der Wahl. Die Ansauganlage kann außerdem die Pellets auch von oben absaugen, ein Trichtersilo ist nicht unbedingt notwendig.

Größe, Gestaltung und Standort des Pelletsilos oder -lagers

Die Größe des optimalen Raumes richtet sich nach der Heizlast einer Anlage. Als Faustregel gilt ein knapper Kubikmeter Lagerraum pro Kilowatt Heizlast. Eine detailliertere Rechnung könnte folgendermaßen aussehen:

Alt: Pelletlager, Förderschnecke, Foto: PM Mangold Holzbau AG
Damit dieses Pelletlager einsatzbereit ist, fehlen noch ein paar Holzbretter. Durch die schräge Konstruktion können die Pellets in die Förderschnecke rutschen. Foto: PM Mangold Holzbau AG

Angenommen ein Wohnhaus mit 150 Quadratmetern Grundfläche benötigt eine Heizleistung von 20.000 Kilowattstunden pro Jahr. Eine Tonne Pellets hat eine Heizleistung von knapp 5.000 Kilowatt. Abhängig vom Heizbedürfnis der Bewohner, Qualität der Pellets und Wirkungsgrad der Heizung werden vier Tonnen Pellets oder etwas mehr benötigt. Eine Tonne Pellets hat ein Raumvolumen von etwa 1,5 Kubikmetern. Das Lager sollte also eine Größe von mindestens sechs, besser sieben Kubikmetern haben.

Ein Peletsilo zum freien Aufstellen kann man in der Zielgröße kaufen. Soll ein Raum als Lager dienen, muss das benötigte Lagervolumen sorgfältig berechnet werden. Hat ein Raum eine Grundfläche von 1,60 Meter mal zwei Meter und eine Höhe von 2,20 Meter, ergibt das ein Raumvolumen von knapp sieben Kubikmetern und würde an sich ausreichen. Allerdings kann nicht die gesamte Raumhöhe ausgenutzt werden, weil der Raum eine Lüftungs- und ein Füllöffnungen braucht. Auch durch die Trichterform geht etwas Raum verloren, je schmaler der Raum, desto weniger. Je nach System und Bauweise können 50 bis 70 Prozent des Raumvolumens genutzt werden. In unserem Fall ist ein Raumvolumen von etwa zehn bis zwölf Kubikmetern nötig, was mit einer Grundfläche von beispielsweise zwei Mal 2,5 Metern machbar ist. 

Achtung

Bei einer Lagermenge von mehr als zehn Kubikmetern, also für mehr als 6,5 Tonnen Holzpellets, gelten in vielen Bundesländern besondere Brandschutzvorschriften.

Ein Pelletlager muss noch weitere Anforderungen erfüllen:

  • Stabile Wände, die der Last von mehreren Tonnen Holzpellets standhalten können. Selbst eingezogene Trockenbauwände sind dafür nicht geeignet.
  • Wände dürfen keine Farbe oder Steinchen oder ähnliches verlieren. Die Verunreinigungen mischen sich sonst unter die Holzpellets.
  • Der Raum braucht eine Lüftungsöffnung und eine Öffnung zum Befüllen.
  • Entfernung zu einem möglichen Parkplatz des Tanklasters: maximal 30 Meter.

Was kostet ein Pelletlager?

Der Preis eines aufstellbaren Silos ist abhängig von der Größe. Kleine Silos mit einem Lagerraum von etwa 1,3 Kubikmetern oder einem Fassungsvermögen von einer Tonne sind bereits für  unter 1.000 Euro zu haben, dürften aber für die allermeisten Haushalte unterdimensioniert sein. Größere Silos mit einem Fassungsvermögen von bis zu 10 Tonnen kosten zwischen 1.000 und 3.000 Euro. Solche Silos sind oftmals für ein bestimmtes Transportsystem ausgelegt oder es ist sogar schon integriert. Muss das Transportsystem verlängert werden, werden bei einer Förderschnecke grob gerechnet 100 Euro pro Meter fällig, Schläuche gibt es für 30 Euro pro Meter. Die Preise können ja nach Ausführung und Hersteller stark variieren. Ist bereits ein Raum vorhanden, der als Pelletslager verwendet werden soll, muss er nur noch für diese Aufgabe vorbereitet werden. Die  bauliche Gestaltung – insbesondere die trichterförmigen Einbauten – können erfahrene Heimwerker selbst übernehmen. 

05.04.2017


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