Solaranlagen auf dem Dach: Gefahren und Probleme

Lesermeinungen:  

(9)

Photovoltaik-Anlagen können theoretisch 25 Jahre und länger Strom erzeugen. Das Problem: Es gibt Gefahrenquellen, die für eine kürzere Lebensdauer sorgen können. Solarmodule müssen widrigen Wetterbedingungen standhalten und sind im Falle eines Hausbrandes hinderlich für Löscharbeiten. Auch Tiere können zur Bedrohung werden, wie bauen.de zeigt.

Wenn Solaranlagen richtig montiert sind, haben sie eine sehr lange Lebenserwartung. Unwetter können ihnen aber zusetzen. Foto: txn-Foto/thermhaus.de Foto: txn-Foto/thermhaus.de

Die meisten Schäden an Solaranlagen entstehen durch Stürme und Schnee. Zwar gelten die Anlagen generell als robust und wetterfest, doch können etwa kräftige Windböen die Stabilität der gesamten Anlage gefährden oder große Hagelkörner eine Kollektorscheibe brechen. Im Winter geht eine Gefahr von Schneedecken aus, deren Last 80 Kilogramm und mehr pro Quadratmeter erreicht. „Durch den entstehenden Druck werden die Rahmen der Solarmodule herausgedrückt“, sagt David Muggli, Solarexperte und Gründer der Photovoltaik-Firma Priogo AG. Besonders große Schäden können durch Blitzeinschläge oder massenhaften Regen entstehen, da in diesen Fällen die gesamte Elektrik einer Anlage betroffen sein kann. David Muggli empfiehlt daher, sich neben einer Gebäudeversicherung auch über eine spezielle Photovoltaik-Police abzusichern.

Solaranlagen erschweren Löscharbeiten

Bei Hausbränden können von einer Solaranlage spezifische Gefahren ausgehen: So können sich etwa fehlerhafte elektrische Verbindungen zwischen den Solarmodulen überhitzen und entzünden. Dadurch kann es zu einem Lichtbogen kommen, der den Dachstuhl in Brand setzt. Feuerwehrleute können die Ausbreitung des Brandes wegen der montierten Module von oben nicht verfolgen,  zudem entstehen giftige Gase, wenn die Anlage Feuer fängt. Das liegt an den Kunststoffen, die in der Photovoltaikanlage verbaut sind. Bauen.de empfiehlt daher, die Montage von Solaranlagen den Profis zu überlassen. Außerdem bietet die Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie (DGS) Neulingen an, die fertigen Anlagen vor der Inbetriebnahme zu prüfen und abzunehmen. So lässt sich das Risiko, dass eine Solaranlage in Brand gerät, auf ein Minimum reduzieren.

Entsteht woanders im Haus ein Brand, steht die Feuerwehr vor großen Problemen: Solaranlagen lassen sich nicht völlig stromlos schalten. Feuerwehrleute laufen dann Gefahr, mit ihrem Löschstrahl defekte Solarmodule zu treffen, die bis zu 1.000 Volt unter Spannung stehen – ein Stromschlag ist bereits ab 120 Volt lebensgefährlich. Aus diesem Grund kam es in der Vergangenheit häufiger vor, dass die Feuerwehr Häuser kontrolliert abbrennen ließ. Mittlerweile existieren jedoch verbindliche Vorgaben zum Löschen von Häusern mit Solaranlagen.

Tiere – die unterschätzte Gefahr

Beißwütige Marder und Besitzer von Solarstromanlagen werden wohl keine Freunde werden. Bei Autofahrern sind die Nagetiere längst unten durch, jetzt bringen sie auch die Solar-Fraktion gegen sich auf: Durch den Biss eines Marders können Kurzschlüsse auftreten und Kabel verschmoren. Um die ungebetenen Gäste fernzuhalten, empfiehlt David Muggli ein Drahtgitter zwischen den Solarmodulen und dem Dach: „So wäre das Schlupfloch des Marders gestopft.“ Davon wenig beeindrucken lassen sich andere natürliche Feinde der Solarzelle: Vögel. „Sie zerhacken die Kabel mit ihren Schnäbeln“, so Muggli. Der Solarexperte geht davon aus, dass Solaranlagen 40 Jahre lang Strom erzeugen – wenn keine Umweltschäden auftreten.


Ihre Meinung zählt

(9)
4.7 von 5 Sternen
5 Sterne
 
7
4 Sterne
 
1
3 Sterne
 
1
2 Sterne
 
0
1 Stern
 
0
Ihre Bewertung:

Diesen Artikel finden Sie auch in folgenden Themengebieten:

Photovoltaik
Neuen Kommentar schreiben