Wodurch sich Wechselstrom, Drehstrom oder Gleichstrom unterscheiden

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Strom ist nicht gleich Strom. Es gibt verschiedene Spannungen und Fließrichtungen, die man tunlichst nicht verwechseln sollte. Der wichtigste Unterschied ist der zwischen Gleichstrom und Wechselstrom. Doch es gibt noch andere Stromarten. Welche das sind und wo sie im Haushalt vorkommen.

Strom kann unterschiedlich stark sein und in unterschiedlichen Richtungen zwischen den beiden Polen hin und her fließen. Das ist wichtig, dann wenn zu starker Strom durch einen Menschen oder ein Gerät fließt, hat das tödliche Folgen und kann das Gerät zerstören. Ist der Strom dagegen zu schwach, passiert gar nichts.

 

Gleichstrom, Wechselstrom, Hochspannungsleitungen, Foto: vladk213 / stock.adobe.com
Hier fließt Wechselstrom mit einer Spannung von vermutlich 110 Kilovolt - auf manchen Leitungen weicht die Spannung allerdings ab. Foto: vladk213 / stock.adobe.com

Stromarten: Gleichstrom oder Wechselstrom?

Strom unterscheidet sich je nachdem, auf welche Weise er produziert wurde, wie stark er ist und in welche Richtung er fließt. Das ist relevant, weil die falsche Spannung oder Stromstärke ein elektrisches Gerät beschädigen kann. Im Haushalt kommen vor allem folgende Stromarten vor:

  • Bei Gleichstrom fliest konstant die gleiche Menge Strom in die gleiche Richtung. Batterien und Akkus brauchen beim Ladevorgang Gleichstrom und liefern ihn auch. Das heißt, dass alle batteriebetriebenen Geräte mit Gleichstrom laufen. Auch Smartphones, PCs und Laptops benötigen Gleichstrom.
  • Wechselstrom ist die vorherrschende Stromart in deutschen Netzen. Der Strom wechselt immer wieder die Polung; und zwar je nach Netz unterschiedlich oft. In Deutschland 50 Mal pro Sekunde, er läuft also mit 50 Hz. Der Netzstrom in Deutschland hat außerdem eine Spannung von 230 Volt.
  • Dreiphasenstrom hat dagegen im Deutschen Stromnetz eine Spannung von 400 Volt und wird umgangssprachlich auch Starkstrom genannt. Der Strom wechselt in drei verschiedenen Phasen die Polung, diese Phasen sind zueinander verschoben. Haushalte, die ans Stromnetz angeschlossen sind, werden mit Dreiphasenstrom beliefert.
  • Schwachstrom: Dabei handelt es sich um verschiedene Kleinspannungen unter 50 Volt. Dieser Strom wird zur Informationsübertragung gebraucht. Computer und Smartphones basieren beispielsweise auf Schwachstrom, denn jede elektronische Information ist ja im Endeffekt nichts anderes als Nullen und Einsen. Oder anders ausgedrückt: Schwachstrom an und Schwachstrom aus.
  • Mischstrom: Wenn ein Gerät beispielsweise Gleichstrom mit niedriger Spannung verwendet, um Informationen zu übertragen, aber gleichzeitig mit Gleich- oder Wechselstrom höherer Spannung betrieben wird, spricht man von Mischstrom.

 

 

Link-Tipp

Die unterschiedlichen Stromarten spielen auch bei der Elektroplanung eine gewisse Rolle. Hausbesitzer und Bauherren sollten sich nämlich Gedanken machen, wo ein Starkstromanschluss benötigt wird – oder wo sie bequemerweise das Smartphone laden und entsprechend Steckdosen benötigen.

Elektroplanung für den Neubau

 

Die verschiedenen Stromarten im Haushalt

Das öffentliche Stromnetz läuft mit Dreiphasenstrom. Ist ein Haus an das öffentliche Stromnetz angeschlossen, kommen vier Kabel im Haus an. Dabei handelt es sich um je ein Kabel für die drei Phasen und einen Nullleiter. Den meisten Geräten reicht aber eine einzige Phase. Aus den vier Kabeln werden im Hausstromnetz drei: eine Phase, der Nullleiter und zusätzlich eine Erdung, mit der Fehlerströme in die Erde abgeleitet werden können. Diese drei Kabel führen zu Steckdosen, Lichtschaltern und kommen aus der Decke, damit man dort Lampen anschließen kann.

 

Gleichstrom, Wechselstrom, zwei Strombänke und ein Smartphone hängen an bunten Ladekabeln an der Steckdose. Foto: wip-studio / stock.adobe.com
Smartphones und auch Strombänke laufen mit Gleichstrom. Der Stecker ist ein Netzteil, in dem der Wechselstrom, der aus der Steckdose kommt, in Gleichstrom gewandelt wird. Foto: wip-studio / stock.adobe.com

Über das öffentliche Netz wird Wechselstrom geliefert, die meisten technischen Geräte im Haushalt brauchen Wechselstrom. Doch einige Ausnahmen gibt es, wie die oben genannten Smartphones oder Laptops. Um sie anschließen zu können, muss der Wechselstrom erst in Gleichstrom verwandelt werden. Das macht ein Gleichrichter: Dioden lassen nur Strom mit einer bestimmten Polung durchfließen. Dadurch wird der Wechselstrom zu Gleichstrom. Und genau das findet in den Netzteilen statt, mit denen man beispielsweise ein Smartphone an der Steckdose aufladen kann.

Auch Schwachstrom kommt im Haushalt vor. Telefone, das Internet oder Klingelanlagen gebrauchen Schwachstrom zur Informationsübertragung. Auch hier sorgt das Gerät selbst dafür, der Nutzer muss nicht etwas darauf achten, nur Schwachstrom zuzuführen.

Darüber hinaus gibt es sehr wenige Geräte, die Starkstrom benötigen. Dazu gehört aber der Elektroherd. Und der wird dann eben nicht mit drei, sondern mit fünf Kabeln angeschlossen: Die drei Phasen, der Nullleiter und auch hier eine Erdung.

Gleichstrom, Wechselstrom, ein Elektriker schließt einen Elektroherd an, Foto: Andrey Popov / stock.adobe.com
Diese Herdplatte wird mit Starkstrom betrieben. Den Anschluss übernimmt ein professioneller Elektriker. Foto: Andrey Popov / stock.adobe.com

Elektrische Geräte anschließen

Während man im Haushalt die meisten elektrischen Geräte einfach per Stecker anschließen kann, sieht das beispielsweise bei Lampen anders aus. Wer selbst tätig werden will, sollte wissen, was er tut – und dennoch gut aufpassen. Denn Strom ist lebensgefährlich.

 

Link-Tipp

Welches Lampenkabel muss wo angeschlossen werden? Und was, wenn da statt drei vier Kabel aus der Decke kommen? Oder auch nur zwei? Die wichtigsten Tipps zum Lampe anschließen.

Lampe anschließen: So funktionierts

 

Wer sich unsicher ist, sollte seine Lampe lieber von einem Fachmann anschließen lassen. Bei einem Elektroherd oder anderen Geräten, die Starkstrom benötigen gilt das umso mehr. Hier muss auf jeden Fall der Fachmann ran. Das ist im privaten Bereich zwar nicht gesetzlich vorgeschrieben. Doch wenn durch einen defekten Herd Schäden entstehen sollten, zahlt keine Versicherung, wenn der Herd nicht professionell angeschlossen wurde. Und im Zweifel stufen Gerichte eine solche Heimwerkerei als grob fahrlässig ein.

 


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4 Kommentare

vb am 06.03.2019 20:03

Sie sollten eine Einführung in die Stromarten lieber dem Fachmann überlassen.

Es fängt schon mit der Aussage, dass Oberleitungen nur eine Spannung von 400V haben sollen, an. 110kV ist schon näher dran und dann gibt es noch andere Werte.

Oder die Behauptung, dass Wechselstrom ständig die Fließrichtung ändert ist schlicht falsch. Nur die Phase ändert 100x in der Sek. die Polung. Nach Ihrer Definition würde sich die "PLUSSEITE" der Steckdose 100x pro Sek. ändern. Eine Überprüfung ergibt, dass die Phase da bleibt, wo sie angeschlossen wurde.

Halbwahrheiten sind schlimmer als Lügen. Korrigieren Sie ihre Angabend, bzw. entfernen Sie diesen Eintrag ganz.

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Redaktion bauen.de am 07.03.2019 10:52

Hallo vb,

vielen Dank für den freundlichen Hinweis, wir haben die Fehler ausgebessert.

Beste Grüße,

die Redaktion von bauen.de

Müller am 26.11.2018 09:39

Was Sie über Gleichstrom schreiben ist krottenfalsch!!! Alle Geräte laufen mit Wechselstrom (oder Drehstrom)!

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Andreas am 16.06.2018 11:22

„Über ihn [Gleichstrom] beziehen die meisten Elektrogeräte im Haushalt ihre Energie.“

Gleichstrom gibt es im Haushalt praktisch nicht. Im Auto und im Handy gibt es Gleichstrom. Alle Haushaltmaschinen / -geräte laufen mit Wechselstrom.

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Wolfgang am 14.05.2014 10:38

Spätestens sobald Drehstrom ins Spiel kommmt, sollte man die Finger von der Installation lassen.

400V sind tödlich. Zwischen zwei Außenleitern greift kein Schutzmechanismus. Dem RCD (früher FI) ist es egal, ob zwischen zwei Außenleitern ein Mensch hängt.

Wer mehr wissen möchte:

Zum Thema Gleichstrom, Wechselstrom und Drehstrom habe ich hier kostenlose VIDEOs veröffentlicht.

ET-Tutorials.de

Ich hoffe, es hilft dem einen oder anderen.

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