Fassadendämmung: Methoden, Dämmstoffe, Kosten

Damit nicht zu viel Wärme über die Fassade verloren geht, muss sie gedämmt werden. Eine entsprechende Fassadendämmung lässt sich auf unterschiedliche Weisen umsetzen. Ein Überblick über Methoden und Dämmstoffe.

Fassadendämmung, Ziegelhaus mit WDVS, Foto: iStock.com / KangeStudio
Ein gemauertes Haus aus Ziegel. Das Wärmedämmverbundsystem aus EPS wird von außen auf die Wand montiert. Foto: iStock.com / KangeStudio

Je besser eine Fassade gedämmt ist, desto mehr Wärme wird im Haus gespeichert, was sich bei den Heizkosten positiv bemerkbar macht. Allein aus diesem Grund haben die meisten Bauherren ein Interesse an einer gut gedämmten Fassade. Daneben gibt es aber auch ein Gesetz, dass Bauherren und Haussanierer dazu verpflichtet, gewisse Dämmstandards zu erreichen: Das Gebäudeenergiegesetz (GEG). Und so ist die Fassadendämmung ein Thema, mit dem sich Hauseigentümer, vor allem aber Bauherren beschäftigen sollten.

Fassadendämmung beim Hausbau

Bei Neubauten kann auf vier verschiedene Arten eine ausreichende Fassadendämmung erzielt werden:

  • Dämmende Mauersteine: Massivbauten benötigen keine zusätzliche Fassadendämmung, wenn die Mauersteine breit genug sind oder eine starke Dämmwirkung haben. Porenbeton schließt winzige Luftbläschen ein und erzielt dadurch gute Dämmwerte. Bei anderen Mauersteinen sind die Innenräume mit Dämmmaterial gefüllt.
  • Skelettbauweise mit integrierter Dämmung: Fertig- und andere Holzhäuser werden oft in Skelettbauweise errichtet. Eine Wand besteht aus beplankten Holzständern. Die Zwischenräume werden mit Dämmmaterial, meistens Holz- oder Mineralwolle gefüllt. Je nach Bauweise werden diese Wände bereits in der Fabrik entsprechend gefertigt, in seltenen Fällen aber auch erst vor Ort mit Dämmmaterial gefüllt.
  • Zweischaliges Mauerwerk: diese Bauweise ist nur selten anzutreffen. Dabei gibt es ein tragendes Mauerwerk und ein Sichtmauerwerk, oftmals aus Klinker. Die Spalte zwischen beiden Mauern wird mit Dämmmaterial wie Zellulose gefüllt.
  • Wärmedämmverbundsystem (WDVS): Der Rohbau wird gedämmt, indem an die Mauer von außen Dämmplatten angeklebt und angeschraubt werden. Dadurch entsteht ein Verbundsystem verschiedener Stoffe.
Fassadendämmung, Holzständerbau mit noch leeren Gefächern, Foto: Gundolf Renze / stock.adobe.com
In der Skelettbauweise entstehen Hohlräume in den Wänden, die mit Dämmstoff gefüllt werden können. Foto: Gundolf Renze / stock.adobe.com
Fassadendämmung, zweischaliges Mauerwerk, Foto: Kara / stock.adobe.com
Ein zweischaliges Mauerwerk mit Ziegelstein und vorgemauerter Fassade aus Klinker. Der Zwischenraum kann mit Dämmstoff gefüllt werden. Foto: Kara / stock.adobe.com

Nachträgliche Fassadendämmung

Es werden allerdings auch Altbauten gedämmt, deren Dämmwerte für heutige Ansprüche nicht mehr genügen. Das GEG verpflichtet Eigentümer sogar zum Teil zur Dämmung, etwa wenn sie ihre Fassade neu verputzen. Dann gibt es folgende Möglichkeiten:

  • WDVS: In den meisten Fällen wird eine Fassade nachträglich durch ein WDVS gedämmt. Es werden also Dämmplatten von außen auf die Fassade angebracht, dann verputzt und gestrichen.
  • Zweischaliges Mauerwerk füllen: Sofern ein Haus ein zweischaliges Mauerwerk besitzt, kann der Zwischenraum gefüllt werden. Dazu wird mit Einblasdämmung gearbeitet: Zellulose oder andere lose Dämmstoffe werden mithilfe eines Schlauches zwischen die beiden Mauerwände geblasen.
  • Innendämmung: Ein Haus von innen zu dämmen ist fast immer problematisch und teuer. Zum einen, weil geeignete Dämmstoffe teuer sind, außerdem, weil Wohnraum verloren geht. Zusätzlich verzeiht die Variante keine Fehler. Wenn Feuchtigkeit in die Wand eindringt, bleibt sie dort, was einerseits Schimmelwachstum fördert, andererseits  das Dämmmaterial oder sogar die Wand zerstört. Deswegen wird nur in seltenen Fällen eine Innendämmung verwendet, etwa im Fachwerkbau oder bei denkmalgeschützten Fassaden.

Dämmstoffe

Der Dämmstoffmarkt ist sehr vielfältig. Allerhand Materialien sind grundsätzlich zur Dämmung geeignet. Die beiden wichtigsten Methoden zur Herstellung von Dämmstoff sind zerfasern und aufpusten, beziehungsweise extrudieren. Viele organische und mineralische Stoffe können zerfasert oder zu Wolle verarbeitet werden. Andere Stoffe können salopp gesagt aufgepustet werden. Die abgeschlossenen Hohl- oder Lufträume dienen dann der Wärmespeicherung.

  • Extrudiertes Polystyrol (EPS): Weit verbreitet sind EPS-Platten, die stark an Styropor erinnern. Der Kunststoff wird vor allem bei der Herstellung von WDVS-Dämmungen eingesetzt. Er ist relativ günstig und hat gute Dämmeigenschaften.
  • Mineralwolle: Auch Mineralwolle ist weit verbreitet, vor allem bei der Dachdämmung. Der Dämmstoff ist flexibel und lässt sich beispielsweise gut zwischen Dachsparren klemmen.
  • Holzwolle: Holzwolle ist die etwas ökologischere, wenn auch teurere Variante zur Mineralwolle. Beide Dämmstoffe werden auch im Fertighausbau eingesetzt und zwischen die Holzständer gestopft.
  • Zellulose: Zellulose kann zwar auch in Plattenform gepresst werden, ist aber vor allem als Einblasdämmung sinnvoll – und dann auch sehr günstig. Zellulose wird vor allem bei der Dachdämmung eingesetzt. Dabei wird allerdings der Boden gedämmt und nicht die Dachflächen. Das heißt, dass ein so gedämmter Raum nur zu Lager- aber nicht zu Wohnzwecken genutzt werden kann.
  • Weitere Dämmstoffe: Daneben gibt es viele weitere Dämmstoffe wie Vakuumplatten, Perlite, verschiedene Schüttgüter, Fasern zum Einblasen, diverse natürliche Dämmstoffe wir Kork oder Schafswolle.
Zellulose wird vor allem als Einblasdämmung eingesetzt. Hier wird gerade ein Dach gedämmt.
Schafwolle kann entweder gestopft oder zu Platten gepresst werden. Zur Fassadendämmung eignen sich viele der alternativen Dämmstoffe nur bedingt.
Matthias Dittmann

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