Klimaanlagen: Kostspielig aber komfortabel

Klimaanlagen sind in Deutschland nicht sehr verbreitet. Angesichts zunehmend steigender Temperaturen und Jahrhundertsommern liebäugelt so mancher aber doch mit der Installation einer Anlage, die Haus und Wohnung im Sommer kühl hält – und im Winter warm. Es gibt verschiedene Arten von Klimaanlagen, aber auch Alternativen wie zum Beispiel Wärmepumpen können zur Kühlung der Raumtemperatur beitragen. Bauen.de zeigt, wie Klimaanlagen funktionieren, wofür sie geeignet sind und was man an Kosten einkalkulieren sollte.

 

 

Klimaanlagen steuern, wie der Name schon sagt, das Innenraumklima. Damit ist nicht nur die Kühlung gemeint, auch die Erwärmung sowie wie das Be- und Entfeuchten der Luft gehören dazu. Als Teilklimaanlage bezeichnet man hingegen Geräte, die nicht alle vier thermodynamischen Funktionen erfüllen, also zum Beispiel nur Kühlen oder keine Be- und Entfeuchtungsfunktion besitzen.

 

Klimaanlagen, dezentrales Splitgerät, Fernbedienung, Foto: simpson33 / iStock
Klimaanlagen können Häuser sowohl kühlen als auch heizen. Hier ist ein dezentrales Gerät für einen Raum zu sehen. Foto: simpson33 / iStock

 

Verschiedene Ausführungen von Klimaanlagen

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen zentralen und dezentralen Klimaanlagen. Bei einer zentralen Klimaanlange sorgt ein meist im Keller aufgestelltes Gerät für die Klimatisierung aller Räume in Haus und Wohnung, welche über Luftkanäle mit dem Klimagerät verbunden sind. Dezentrale Klimaanlagen sind dagegen einzelne Geräte, die nur den jeweiligen Raum, in dem sie aufgestellt sind, kühlen.

 

Klimaanlagen, Wohnung mit mobilem Klimageräte, Foto: De'Longhi
kompakte Bauweise aber begrenzte Kühlleistung: mobile Klimageräte. Foto: De'Longhi

Auch bei kleineren Klimageräten gibt es verschiedenen Ausführungen: Mobile Geräte in Kompaktbauart lassen sich ähnlich wie Luftentfeuchter oder Heizlüfter leicht transportieren und flexibel einsetzen, sie bieten aber auch nur begrenzte Kühlleistung. Mehr Kühlung erreichen fest installierte Modelle in Split-Ausführung, die aus einem Innen- und einem Außengerät bestehen. Ganz gleich ob dezentrales Einzelgerät oder zentrale Klimaanalage – die Funktionsweise ist im Prinzip gleich. Das Gerät saugt Außenluft an, welche gefiltert und in der gewünschten Temperatur in den Innenraum abgegeben wird. Beim Kühlen wird der warmen Luft Wasser entzogen und über ein Kältemittel temperiert, beim Heizen wird die Luft über das Gerät erwärmt.

 

Vor- und Nachteile von Klimaanlagen

Die Vorzüge einer Klimaanlage sind an heißen Hochsommertagen unübersehbar, wenn alle Welt schwitzt und man sich selbst in angenehm temperierten Räumen abkühlen darf. Daneben sind zentrale Klimaanlagen aber vor allem eines: Komfortabel. Durch die automatische Klimatisierung aller Innenräume herrscht im Wohnraum stets eine optimale Temperatur. Dazu entfällt das oft lästige Lüften, zumindest sofern das Gerät mit einer Lüftungsanlage kombiniert ist und auch für die Be- und Entfeuchtung der Luft sorgt.

Eine Lüftungsanlage ist bei sehr gut gedämmten Häusern wie zum Beispiel Passivhäusern fast immer unerlässlich, da die Dichtigkeit der Häuser keinerlei Luftaustausch zulässt. So sorgt eine Lüftungsanlage für die Belüftung der Innenräume, eine Klimaanlage regelt darüber hinaus die Innentemperatur.

 

Die Nachteile einer Klimaanlage liegen vor allem im Stromverbrauch sowie den Anschaffungs- und Wartungskosten. Vergleichbar mit einem überdimensionierten Kühlschrank, benötigt das Gerät viel Energie, um die Luft abzukühlen. Mobile Klimageräte sind in der Anschaffung vergleichsweise günstig, sie können beim Stromverbrauch aber schnell zur Kostenfalle werden. Daher sollte man sich im Vorfeld über den Energieverbrauch von Klimageräten informieren und höhere Stromkosten beim Betrieb einer Klimaanlage einkalkulieren.

 

Klimaanlagen, Wohnung mit dezentraler Klimaanlage, Foto: naka / fotolia.de
Auch bei einer solchen dezentralen Klimaanlage sind gewisse bauliche Maßnahmen notwendig. Foto: naka / fotolia.de

Soll eine zentrale Klimaanlage installiert werden, setzt dies umfangreiche Baumaßnahmen voraus, da alle Räume im Haus über Lüftungskanäle mit dem Klimagerät verbunden sein müssen. Dezentrale Klimaanlagen sind dagegen relativ einfach zu installieren, wobei Split-Geräte ebenfalls einen Zugang zum Außengerät haben müssen.

Umstritten sind die in Klimaanlagen eingesetzten Kältemittel. Diese sind laut Umweltbundesamt zu etwa 95 Prozent klimaschädlich, zudem produzieren Klimaanlagen indirekt CO2-Emissionen. Je nachdem, welche Chemikalie als Kühlmittel eingesetzt wird, können sensible Menschen darauf mit Unwohlsein, trockenen Schleimhäuten, Kopfschmerzen oder Müdigkeit reagieren.

 

Wartung: Warum sie so wichtig ist

Wer zum Beispiel bei einem Neubau über die Installation einer zentralen Klimaanlage nachdenkt, sollte sich im Vorfeld nicht nur über die Anschaffungskosten, sondern auch hinsichtlich des erforderlichen Wartungsaufwands informieren. Denn schlecht oder unzureichend gewartete Klimaanlagen können durchaus ein Gesundheitsrisiko darstellen. Der Grund, weshalb Klimaanlagen so anfällig für Keime und Pilze sind, liegt in der Funktionsweise, bei der sowohl Wärme als auch Feuchtigkeit im Inneren des Geräts produziert werden –ideale Voraussetzungen für Keimwachstum.

 

Klimaanlagen, ein Handwerker wirft einen Blick in eine Klimaanlage, Foto: goodluz / fotolia.de
Klimageräte müssen in regelmäßigen Abständen gewartet werden. Foto: goodluz / fotolia.de

Schwachstellen bei Klimaanlagen sind demnach Filter, Befeuchter und der Wärmeübertrager. Zudem können sich Verschmutzungen in der Anlage ansammeln, die anschließend über die Lüftungskanäle im ganzen Haus verteilt werden. Deshalb ist eine regelmäßige, fachgerechte Wartung unerlässlich. In welchen Intervallen Klimaanlagen einer Wartung unterzogen werden sollten, kommt immer auf das jeweilige Gerät und die Nutzung an. Bei kleineren, dezentralen Klimageräten, die vielleicht nur während der Sommermonate betrieben werden, genügt in der Regel eine zwei- bis dreijährliche Wartung. Zentrale Klimaanlagen sollten hingegen einmal im Jahr gewartet werden.

 

Was Klimaanlagen kosten

Je nach Größe, Qualität und Art der Klimaanlage gestalten sich auch die Anschaffungskosten. Mobile Kleingeräte sind bereits ab etwa 150 Euro erhältlich, wobei bei günstigen Geräten immer der Stromverbrauch im Blick behalten werden sollte. Fest installierte Split-Anlagen schlagen mit 1.000 bis 4.000 Euro zu Buche, inklusive Montage. Für eine zentrale Klimaanlage, die das ganze Haus ganzjährig klimatisiert, ist hingegen eine Investition von rund 8.000 bis 18.000 Euro nötig. Hinzu kommen Betriebskosten, die bereits bei Kleingeräten bei 80 bis 120 Euro pro Jahr liegen können, ebenso wie Kosten für die Wartung.

 

Kühle Alternativen

Bei allem Komfort sind Kosten und Nachteile einer Klimaanlage für viele Hauseigentümer auschlaggebende Gründe, sich gegen eine Installation zu entscheiden. Wer auf Kühlung dennoch nicht verzichten möchte, kann auf Alternativen wie Betonkühlung, Wärmepumpe und Fußbodenheizung zurückgreifen. Die Betonkühlung oder Betonkernaktivierung basiert auf dem Prinzip, dass Decken und Wände aus Beton in der Lage sind, thermische Energie zu speichern, sodass diese zum Heizen und Kühlen genutzt werden kann. Dafür werden Rohrsysteme in die Betonbauteile der Decken und Wände integriert, in denen Wasser zirkuliert, das Wärme aufnehmen kann und so die Räume kühlt oder eben abgibt und so die Räume heizt.

Eine weitere Alternative ist, Räume mithilfe der Fußbodenheizung und einer Wärmepumpe zu kühlen. Wärmepumpen, die mit einer sogenannten passiven oder reversiblen Kühlung ausgestattet sind, können nicht nur Heizen, sondern auch kostengünstig Kühlen, indem sie die niedrigen Temperaturen des Grundwassers nutzen. Von Vorteil ist dabei nicht nur die umweltfreundliche Art der Kühlung, es entstehen auch keine zusätzlichen Betriebskosten. Die Installation einer Wärmepumpe ist zwar nicht gerade günstig, es gibt jedoch vielfältige Fördermöglichkeiten von staatlicher Seite.

 

Grundsätzlich lässt sich auch ohne klimatisierende Technik im Sommer für kühle Innenräume sorgen. Wer tagsüber auf ausreichende Beschattung durch Markisen und Rollläden achtet und für Lüftung in den frühen Morgenstunden sorgt, kann durchaus einen kühlenden Effekt erzielen. Doch Achtung, die Beschattung muss von außen erfolgen. Ansonsten dringen die Sonnenstrahlen durchs Fenster und der Treibhauseffekt wird in Gang gesetzt. Auch architektonische Maßnahmen wie zum Beispiel eine gute Dämmung oder Dachübersprünge tragen spürbar zur Kühlung an heißen Sommertagen bei.

 

Katja Neumann
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