csm_Laminat_Treppe_Trittflaeche_BHK_81917ef5ab.jpg

Alte Stufen renovieren: Laminat auf Treppen verlegen

Für welche Hausart interessieren Sie sich?

Kostenlose Kataloganfrage

Eine neue Treppe kostet viel Geld. Doch nicht immer muss eine alte, abgenutzte Treppe herausgerissen werden. Manchmal können die alten Stufen auch renoviert und aufpoliert werden – etwa, in dem Laminat verlegt wird.

Laminat auf Treppen verlegen geht geübten Heimwerkern leicht von der Hand. Vor allem weil das Laminat auf den Trittflächen als ganz normaler Bodenbelag verlegt werden kann. Foto: BHK Holz- und Kunststoff KG H. Kottmann

Wenn die Treppe abgetreten ist oder nicht mehr so gut aussieht, muss sie nicht zwangsläufig herausgerissen werden. Oft reicht es, die Treppe abzuschleifen und neu zu streichen oder aber sie mit einem neuen Belag zu versehen. Eine kostengünstige Möglichkeit ist es beispielsweise, die alten Stufen mit Laminatpaneelen zu verkleiden. Der Belag ist strapazierfähig und pflegeleicht, und lässt sich von geübten Heimwerkern gut selbst verlegen.

Im Prinzip eignet sich jeder Laminatboden auch zum Treppe renovieren. Die Paneele müssen maßgerecht zugeschnitten werden. Zusätzlich benötigt man noch Treppenschienen oder Verblendleisten für den Abschluss der Stufenkanten.

Eine Alternative sind Komplettsysteme: Sie enthalten vorgefertigte Elemente für Tritt- und Setzstufen sowie das notwendige Zubehör wie Leisten, Blenden und Montagehilfen. Falls die Standardmaße der Stufenelemente nicht passen, können auch sie entsprechend zugeschnitten werden. Dazu werden sogenannte Doppelstufen verkauft. Im Grunde handelt es sich dabei um rechteckige Paneele, die zu zwei Stufen zugeschnitten werden können. Das ist insbesondere bei stark gewendelten Treppen sinnvoll – so entsteht weniger überschüssiger Zuschnitt.

Praxis-Tipp

Laminat muss sich vor der Verlegung akklimatisieren, damit es sich später nicht verzieht. Paneele oder Stufenelemente sollten deshalb 48 Stunden vor Beginn der Verlegearbeiten bei einer Raumtemperatur von mindestens 15 Grad Celsius und höchstens 60 Prozent Luftfeuchtigkeit gelagert werden.

Vorbereitungen für die Treppenrenovierung

Bevor mit der Aufarbeitung der Treppe begonnen werden kann, muss diese möglichst in den Rohzustand versetzt werden. Alte Beläge sind dafür vollständig zu entfernen. Dabei gib es je nach Oberfläche andere Schwierigkeiten.

  • Sollen alte Holzstufen neu belegt werden, reicht es aus, sie grob abzuschleifen.
  • Haftet Teppichkleber hartnäckig auf der Treppe, können sich Heimwerker mit einem Heißluftgerät mit breiter Düse und einem Spachtel behelfen. Die Feinarbeit erfolgt mit einer Abziehklinge. Damit lässt sich die Oberfläche hauchdünn abtragen und letzte Verschmutzungen werden entfernt.
  • Zum Abtragen einer Lackschicht sind mindestens drei Schleifdurchgänge mit immer feiner werdender Körnung notwendig (24er, 40er, 80er). Für schwer zugängliche Stellen eignet sich auch die Abziehklinge. Können Löcher oder Dellen durch das Schleifen nicht vollständig entfernt werden, werden diese mit Fugenkitt oder Wachs ausgebessert. Der abschließende Feinschliff erfolgt mit der Schleifscheibe mit 100er-Körnung.

Treppensanierung: Intakte Stufen mit Lack oder Öl behandeln

Bei intakten, nicht ausgetretenen Stufen und unversehrtem Holz reicht ein neuer Treppenanstrich aus. Gegebenenfalls müssen einzelne Stellen zunächst mit Holzkit verschlossen und dann erneut abgeschliffen werden. Ob die Stufen mit Lack versiegelt oder mit Öl behandelt werden, ist nicht nur Geschmackssache. Besonders natürlich wirkt das Holz, wenn es mit Öl behandelt wird. Hierzu wird es mit dem Lappen oder Pinsel mehrfach aufgetragen. Einziehen lassen, fertig!

Lack härtet die Oberfläche und macht die Stufen besonders widerstandsfähig. Besonders beanspruchte Holztreppen lassen sich so gut schützen. Für das Auftragen gilt: Erst die Grundierung streichen, trocknen lassen und dann kann mehrfach lackiert werden.

Lamint auf Treppe verlegen - Schritt für Schritt

Präzise ausmessen

Gerade bei alten Treppen haben die Stufen unterschiedliche Maße. Präzises Ausmessen ist Pflicht. Foto: BHK Holz- und Kunststoff KG H. Kottmann

Winkelschablone benutzen

Eine Winkelschablone erleichtert die Arbeit. Oft kann sie beim Hersteller des Treppenrenovierungssystems ausgeliehen werden. Foto: BHK Holz- und Kunststoff KG H. Kottmann

Winkelschablone justieren

Wer die Winkelschablone genau justiert, kann die alte Stufe leicht vermessen. Foto: BHK Holz- und Kunststoff KG H. Kottmann

Setzstufe ausmessen

Beim Ausmessen der neuen Setzstufe nicht vergessen, dass die neue Setzstufe kleiner ist, als die alte. Foto: BHK Holz- und Kunststoff KG H. Kottmann

Maße übertragen

Mit der Winkelschablone lassen sich die Maße der alten Stufe einfach auf das Laminat übertragen. Foto: BHK Holz- und Kunststoff KG H. Kottmann

Alte Studen anbohren

Kleber haftet besser, wenn die alte Oberfläche angebohrt wurde. Foto: BHK Holz- und Kunststoff KG H. Kottmann

Treppenwange kürzen

Ist die Treppenwange zu schmal, sollten die alten Trittstufen gekürzt werden. Foto: BHK Holz- und Kunststoff KG H. Kottmann Foto: BHK Holz- und Kunststoff KG H. Kottmann

Profilleiste anbringen

Das Stabilisierungsprofil gibt dem neuen Belag zusätzlich Halt. Foto: BHK Holz- und Kunststoff KG H. Kottmann

Montagekleber auftragen

Montagekleber immer parallel zur Trittstufe auftragen und die vorgebohrten Löcher füllen. Foto: BHK Holz- und Kunststoff KG H. Kottmann

Kleber an die Trittkante

Ein Strang Montagekleber kommt auch an die Innenseite der Trittkante. Foto: BHK Holz- und Kunststoff KG H. Kottmann

Trittstufe einsetzen

Trittstufe in das Kleberbett legen und gut andrücken. Foto: BHK Holz- und Kunststoff KG H. Kottmann

Montagekleber auf Setzstufe

Auch die Setzstufe mit Montagekleber versehen. Foto: BHK Holz- und Kunststoff KG H. Kottmann

Setzstufe einpassen

Setzstufe vorsichtig einpassen. Schließlich soll kein Kleber auf die neue Trittstufe kommen. Foto: BHK Holz- und Kunststoff KG H. Kottmann

Winkelleiste anbringen

Abschließend kann noch eine schöne Winkelleiste angebracht werden. Foto: BHK Holz- und Kunststoff KG H. Kottmann

Oberste Stufe anbringen

Laminat auf Treppen verlegen geht geübten Heimwerkern leicht von der Hand. Vor allem weil das Laminat auf den Trittflächen als ganz normaler Bodenbelag verlegt werden kann. Foto: BHK Holz- und Kunststoff KG H. Kottmann

Mit Silikon verfugen

Zum Schutz vor eindringender Feuchtigkeit werden zum Schluss noch alle Fugen mit Silikon versiegelt. Foto: BHK Holz- und Kunststoff KG H. Kottmann

Schritt für Schritt: Laminat auf Treppen verlegen

Grundsätzlich gibt es verschiedene Möglichkeiten, eine alte Treppe mit Laminat zu renovieren. Viele Heimwerker greifen auf vorgefertigte Stufenelemente mit Vorderkante zurück und schneiden diese passgenau zu. Dabei unterscheiden sich die Systeme der verschiedenen Hersteller häufig im Detail.

Und so gehen Treppenrenovierer am besten vor:

1. Ausmessen und Zuschneiden

Die Trittstufe wird mit Zollstock oder Winkelschablone vermessen und die Maße direkt oder mittels einer Pappschablone auf das neue Treppenlaminat übertragen. Dabei einen Abstand von etwa einem Millimeter zur Seitenwange einplanen. So entsteht später keine Reibung und das Laminat knarzt nicht.

Praxis-Tipp

Bei der Renovierung einer Wendeltreppe mit verschiedenen Stufenformen ist eine Treppenspinne oder Treppenlehre als Messwerkzeug hilfreich. Mit diesem strahlenförmigen Messinstrument lässt sich die Stufenform einfach auf das Laminat übertragen.

Um die Höhe der Setzstufe zu ermitteln, den Abstand zwischen einem Muster der neuen Trittstufe und der Unterkante der darüber liegenden Stufe an drei Punkten ausmessen. Das Maß auf das Setzstufenelement übertragen.Beim Zusägen der Tritt- und Setzstufen darauf achten, dass die Dekorseite immer nach oben und die Vorderkante der Stufe immer in Richtung Sägeblatt zeigt. So wird das Dekor nicht beschädigt.

Achtung

Bei alten Treppen sind die Maße von Stufe zu Stufe verschieden. Lieber jede Stufe neu ausmessen und durchnummerieren.

Exkurs: Treppenwange

Falls die Treppenwangen mit einer Blende verkleidet werden sollen, geht man folgendermaßen vor:

  1. Auf Seiten der Wange wird mit einer Stichsäge die alte Stufenkante bis zur alten Setzstufe eingeschnitten und anschließend ausgestemmt. Im Übergangsbereich von Tritt- zu Setzstufe ergibt sich dadurch ein Winkel von 90 Grad.
  2. Es werden Pappquadrate angefertigt, die überlappend in den Winkel von Tritt- und Setzstufe gestellt und mit Klebeband zusammengeklebt werden. So entsteht eine Wangenschablone, die auf eine Wangenblende übertragen und ausgeschnitten wird.
  3. Die Wangenverblendung wird mit Montagekleber versehen und eingepasst. 

2. Vorbereiten der alten Stufen

Damit der Kleber später besser haftet, gibt es einen simplen Trick: Den alten Treppenlack punktuell durch Anbohren entfernen.

Manchmal ist es notwendig, die alte Trittstufenkante um eineinhalb bis zwei Zentimeter zurückzuschneiden, damit die neue Trittstufe nicht über die Treppenwange hervorragt.

Bei stark ausgetretenen Stufen wird ein Stabilisierungsprofil auf der Vorderkante der Stufen angebracht und an beiden Seiten mit Schrauben fixiert. Das Profil sollte zur seitlichen Treppenwange hin mindestens einen Millimeter Abstand haben. Das verhindert, dass das Profil an der Wange reibt und bei Belastung der Treppe quietscht. Unebenheiten sollten auf der Stufe selbst grob ausgeglichen werden, dann erst wird das Profil montiert.

Bei anderen Verlegeweisen wird nur die Trittstufe neu verkleidet. Das geht aber nur, wenn die Kanten der alten Stufe intakt sind für die neuen Kanten gibt es Abschlussprofile zum Schrauben, Kleben oder Klippen.

Praxis-Tipp

Um das bei alten Holztreppen häufige Knarren zu reduzieren, kann man die alten Tritt- und Setzstufen vor dem Belegen je nach Stufenbreite an 3 bis 5 Stellen verschrauben. Weitere Verbesserung bringt eine seitliche Verschraubung der Stufen mit der Wange.

3. Montage der Trittstufe

Nun kann die Trittstufe montiert werden. Dafür Montagekleber parallel zur Laufrichtung auftragen. An der Innenseite der Vorderkante des Stufenelements wird ein zusätzlicher Strang Klebstoff angebracht, um den Verbund im Vorderkantenbereich zu sichern. Zuletzt kleben Heimwerker die Trittstufe ein, richten sie passend aus und drücken sie gut an.

4. Montage der Setzstufe

Nach der Trittstufe wird nun auch die Setzstufe mit Klebstoff versehen und eingeklebt.
Als Unterblickschutz werden passende Winkelleisten mit Klebstoff versehen und zwischen Setzstufe und Treppenvorderkante geklebt.

Nach diesem Prinzip kann Stufe für Stufe – von oben nach unten – das Laminat auf der Treppe verlegt werden.

5. Trittfläche und Fugen

Auf der Trittfläche lassen sich die einzelnen Laminatpaneele einfach per Klick  verlegen.
Abschließend sollte alle Nahtstellen abgedichtet werden. Viele Hersteller bieten hierfür zum Dekor farblich passendes Fugensilikon an.

Vorher-Nachher

csm_Laminat_Treppe_vorher_BHK_a9b7acb349

Vorher: Die Holztreppe war mit einem nicht mehr zeitgemäßen Teppichboden belegt. Foto: BHK Holz- und Kunststoff KG H. Kottmann

Laminat_Treppe_nachher_BHK

Nachher: Der gesamte Hausflur wirkt Viel harmonischer durch die neue Treppenverkleidung mit Laminat im Wenge-Dekor. Foto: BHK Holz- und Kunststoff KG H. Kottmann

Treppenstufen renovieren