Alternative zu Echtholz: Vinylboden und Fliesen in Holzoptik

Lesermeinungen:  

(34)

Ein Bodenbelag aus Echtholz ist pflegeintensiv und empfindlich. Vor allem in Haushalten mit Kindern oder Haustieren sowie in stark beanspruchten Räumen ist er deswegen nicht unbedingt geeignet. Kostengünstigere und robustere Alternativen zum Echtholzboden sind Laminat, Vinylboden oder Fliesen – und die gibt es allesamt in verblüffend echter Holzoptik. Die wichtigsten Infos zu den drei Bodenbelägen.

Holzoptik, leeres Haus von innen, weiße Wände und Holzfußboden, Foto: Manuel Schönfeld / stock.adobe.com
Ein Holzboden bringt warme Atmosphäre ins Haus. Das gleiche gilt aber auch für Fußböden, die nur so aussehen, wie ein Holzboden. Foto: Manuel Schönfeld / stock.adobe.com

Es muss nicht immer ein Echtholzboden sein. Wer die Optik von Holz schätzt, aber eine robustere, pflegeleichtere und kostengünstigere Variante bevorzugt, wird bei Laminat, Vinyl und Fliesen fündig. Die Auswahl an Nachbildungen ist groß und reicht von traditionellen Dekoren wie Eiche rustikal bis hin zu gewollt alt aussehenden Varianten wie Fichte antik oder Eiche grau gekalkt. Modelle mit einer reliefartigen Oberfläche imitieren sogar die natürliche Holzstruktur. Werden Fliesen oder Vinylplanken noch dazu im Schiffsboden- oder Fischgrätmuster verlegt, wirkt der Boden noch authentischer. Auch Laminatböden mit aufgedruckten Verlegemustern sind auf dem Markt erhältlich, sodass Holzboden-Alternativen optisch mit ähnlicher Wärme und Atmosphäre punkten können wie Echtholzböden.

 

Holzoptik, Handwerker verlegt Laminatboden in Holzoptik, Foto: akf / stock.adobe.com
Laminat lässt sich leicht verlegen – vor allem, wenn es mit Klick-System mit Nut und Feder ausgestattet ist. Foto: akf / stock.adobe.com

Laminat: Vielfältig, kostengünstig und leicht zu verlegen

Laminat ist der Klassiker unter den Alternativen zu Echtholz. Das hat gleich mehrere Gründe: Laminat ist vergleichsweise kostengünstig, es bietet eine schier unendliche Vielfalt an Farben, Dekoren und Mustern, und es ist robust und einfach zu verlegen. Sogenannter Klick-Laminat lässt sich durch seine Nut-und-Feder-Konstruktion auch ohne Vorkenntnisse einbauen: Auf einer Dämmschicht liegend werden die einzelnen Laminatplatten einfach zusammengesteckt.

Laminat besteht aus mehreren Schichten, wobei der Hauptteil aus einer Trägerplatte aus Holz oder Holzfaserbesteht. Die zweite Schicht besteht meistens aus Kunststoff oder aber ebenfalls aus Holz. Diese Materialien sind der Grund, dass Laminat in Sachen Feuchtigkeitsanfälligkeit durchaus seinem Echtholz-Vorbild gleicht: Bei stehendem Wasser kann Laminat aufquellen und unschöne Dellen bekommen. Es gibt aber auch Laminat-Böden, die auch für Nassbereiche geeignet sind.

Günstige Laminatböden sind bereits für deutlich unter 10 Euro pro Quadratmeter zu haben. Teurere kosten 20 Euro oder mehr. Wer lange etwas von seinem Laminat haben möchte, sollte auf die eingesetzten Materialien und die Verarbeitung der Trägerplatten achten, ebenso wie auf eine robuste Oberfläche. Derartige Modelle sind zwar in der Regel etwas teurer, meist aber auch langlebiger.

 

Link-Tipp

So verlegen Heimwerker Laminat:

 

Holzoptik, Handwerker rollte Vinylboden aus, Foto: Ingo Bartussek / stock.adobe.com
Vinylböden gibt es als Rollware, aber auch in Form von Vinylfliesen. Foto: Ingo Bartussek / stock.adobe.com

Vinylboden: Robust und hygienisch

Vinyl ist als Bodenbelag besonders strapazierfähig, abriebfest und hygienisch. Lange Zeit wurde der Kunststoff, der auch als Polyvinylchlorid (PVC) bekannt ist, ausschließlich für Gewerbebauten, Krankenhäuser und Kindergärten verwendet. Vinylboden ist in verschiedenen Mustern erhältlich und wird heute gerne auch im Wohnbereich eingesetzt. Vinylboden wird noch immer klassisch als Rollenware angeboten, gängiger sind inzwischen aber Fliesen oder Kacheln, die sich einfach verlegen lassen. Dabei gibt es verschiedene Verlegetechniken: Reine Kunststoffplanken, die nur wenige Millimeter dick sind, werden entweder direkt auf den Boden geklebt oder per Klicksystem schwimmend verlegt. Besonders hochwertige Vinylböden sind in der Regel etwas dicker und geben daher mehr nach, wodurch sie besonders gut für Kinderzimmer geeignet sind.

Darüber hinaus gibt es Fertigböden, die mit einer wenige Millimeter dicken Nutzschicht aus Vinyl versehen sind. Als Trägerschichten dienen Holzfaserplatten oder Naturkork. Für den Nassbereich sind diese Fertigböden nicht geeignet, da über die Fugen Feuchtigkeit eindringen könnte, die die Trägerschicht aufquellen lässt.

Beim Kauf von Vinylboden sollte unbedingt auf dessen Zusammensetzung geachtet werden. Beigemischte Weichmacher, die den Kunststoff elastisch machen, gelten als gesundheitsschädigend. Inzwischen verwenden zwar viele Hersteller Rohstoffkombinationen, die frei von dem bedenklichen Inhaltsstoff sind, jedoch nicht alle setzen auf eine Produktion nach strengen Umweltrichtlinien. Preislich liegen Vinylböden zwischen 5 und 40 Euro pro Quadratmeter.

 

 

Holzoptik, Handwerker verlegt Fliesen in Holzoptik, Foto: Pawel / stock.adobe.com
Fliesen in Holzoptik sind oftmals sehr breit, um die Form von Holzplanken nachzuempfinden. Foto: Pawel / stock.adobe.com

 

Fliesen in Holzoptik ideal mit Fußbodenheizung kombinierbar

Fliesen in Holzoptik bestehen aus Keramik oder Steingut. Deshalb sind sie strapazierfähiger als klassische Holzfußböden und unempfindlich gegenüber Feuchtigkeit. Keramische Fliesen lassen sich wegen ihrer hervorragenden Wärmeleitfähigkeit außerdem ideal mit einer Fußbodenheizung kombinieren. Optisch ist die Oberfläche der Fliesen zudem kaum von Parkett und Dielen zu unterscheiden. Hersteller orientieren sich bei den Formaten an bekannten Maßen aus dem Parkettbereich und bieten Fliesen in Holzoptik in einer Länge bis zu 1,20 Metern an.

Auch wenn sich herkömmliche Fliesen gut selbst verlegen lassen, sollte man bei großformatigen Modellen unbedingt den Profi arbeiten lasen. Denn für ein authentisches Bild sollten die Fugen möglichst schmal gehalten werden, was handwerkliche Kenntnisse und Erfahrung erfordert. Außerdem muss der Untergrund perfekt vorbereitet werden, sonst können die langen Fliesen brechen. Mit einer durchschnittlichen Preisspanne von 5 bis 40 Euro pro Quadratmeter liegen Fliesen in Holzoptik in etwa im gleichen Segment wie Vinylböden.

 


Ihre Meinung zählt

(34)
3 von 5 Sternen
5 Sterne
 
4
4 Sterne
 
10
3 Sterne
 
5
2 Sterne
 
11
1 Stern
 
4
Ihre Bewertung:

Diesen Artikel finden Sie auch in folgenden Themengebieten:

Bodenbeläge
Neuen Kommentar schreiben

2 Kommentare

Christian am 03.06.2015 12:22

Also ich war bei Fliesen in Holzoptik auch erst sehr skeptisch ich kenne von meinen Eltern da noch ein paar quadratische Fliesen die so aussehen sollen wie Holz aber die sind wirklich gruselig gewesen. Die sind allerdings auch schon 15 Jahre alt. Als ich mich jetzt wieder mit dem Thema beschäftigt habe war ich extrem positiv überrascht wie toll die aussehen können. Teilweise sogar besser wie echtes Parkett. (Kommentar gekürzt, Anm. d. Red.)

auf Kommentar antworten

Martin am 05.05.2014 17:34

Fliesen in Holzoptik - als ich das zum ersten Mal hörte, hat es mir sämtliche Nackenhaare aufgestellt. Aber dann habe ich mir bei einem Nachbar den fertig verlegten Fliesenboden angesehen, und meine Skepsis war verflogen. Sieht Klasse aus, und es hat gegenüber Holzböden nur Vorteile. Wer zweifelt, kann sich in dieser inspirierenden Slideshow überzeugen: www.fliesen-kemmler.de/trends/fliesen-in-holzoptik-2-trends-in-1

auf Kommentar antworten