Außentreppe selber bauen

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Außentreppen führen ins Haus hinauf, in den Keller hinab oder helfen im Garten Höhenunterschiede zu überwinden. Wenn es sich nicht gerade um ein Hanggrundstück handelt, werden sie selten länger als einen Meter ausfallen. Wird die Gartentreppe höher, muss ein Geländer her und auch das Fundament wird aufwändiger. Daher eignet sich nicht jede Außentreppe als Heimwerker-Projekt.

Hauseingangstreppen – ob nun repräsentativ oder nicht – und insbesondere Außentreppen zum Keller müssen den Anforderungen der jeweiligen Landesbauordnung genügen. In Deutschland regelt darüber hinaus die DIN 18065, wie die Steigung, der Auftritt, die Breite und der Treppenlauf auszufallen haben. Treppen dieser Art sind Sache des Fachmanns, denn auch ihre Anbindung ans Haus, Entwässerung, Wärmedämmung, Rutschfestigkeit, Stabilität, Maßhaltigkeit und nicht zuletzt die Optik müssen handwerklich fundiert ausfallen.

Bei einfachen Gartentreppen im Gelände dagegen gelten weniger strenge Maßstäbe.

Außentreppe selber bauen? So besser nicht. Wem die Erfahrung fehlt, der sollte besser den Profi ans Werk lassen. Foto: WoGi - Fotolia.com

Außentreppe: Verschiedene Bauweisen

Oft gilt es im Garten, einen geringen Höhenunterschied zu überwinden: Die wohl häufigsten Kleintreppen führen zu erhöht liegenden Terrassen, aber auch ein Treppchen in einen tiefer liegenden Gartenabschnitt ist denkbar. Für diese Außentreppen gibt es verschiedene Bauweisen, unter anderem:

  • Knüppeltreppen
  • Treppen aus Blockstufen
  • Treppen aus Legestufen, also mit Tritt- und Setzstufe
  • Treppen mit Stellstufen

Die Wahl des Materials

Der gebräuchlichste Baustoff für Außentreppen ist noch immer Beton. Er lässt sich sehr leicht verarbeiten und trotzt allen Wettern jahrzehntelang. Längst ist er nicht mehr die graue Maus unter den Werkstoffen, denn die Industrie hat es geschafft, ihn mit Farben, Strukturen und allerlei Beschichtungen aufzuwerten. Der heimwerkelnde Gärtner kann die Gartentreppe also mit Beton gießen und so belassen.

Alternativ kann aus Beton auch nur das Fundament gegossen werden. Anschließend können erfahrene Heimwerker massive Blockstufen setzen oder dünnere Platten als Tritt- und Setzstufe beziehungsweise Stellstufe verwenden. Diese Stufen können ebenfalls aus Beton sein, häufiger jedoch wird Granit verwendet. Darüber hinaus sind Sandstein, Kalkstein, Schiefer, Basalt, Porphyr und Quarzit beliebte Materialien.

Auch Holz kann im Außenbereich verwendet werden. Wer eine Holztreppe selber bauen möchte, sollte darauf achten, dass das Holz gut imprägniert ist und die Treppe regelmäßig überprüfen. Für eine hölzerne Freitreppe zur Terrasse eignen sich beispielsweise Bretter aus Lärche, Douglasie, Eiche oder Bangkirai, Massaranduba und Cumaru. Mit stabilen Holzbohlen lässt sich auch eine einfache Knüppeltreppe bauen.

Knüppeltreppe: Schnelle und einfache Lösung für den Naturgarten

Knüppeltreppen findet man des Öfteren beim Wandern. Foto: fotoro - Fotolia.com

Für eine Knüppeltreppe entfernt man an der vorgesehenen Stelle nur den Mutterboden und legt eine Schräge an. Dann treibt man stufenweise zugeschnittene Pfähle, die Knüppel, in die Erde. Sie sollten doppelt so lang sein, wie die Stufen hoch sind, sonst halten sie nicht. Rechts und links können auch einfach zwei kräftige Holzpfähle eingesetzt werden. Gegen diese Pfosten werden dann quer Bretter gelegt. Der Zwischenraum wird mit Erde, grobem Kies oder Splitt verfüllt.
Diese Treppchen wirken durch Schlichtheit und Natürlichkeit, weniger durch gestalterische Brillanz. Ihre Haltbarkeit ist begrenzt: Das Holz verfault mit der Zeit, der lose Belag verteilt sich.

Wer seine Außentreppe einfach nur aus dicken Holzbohlen bauen möchte, die er direkt in den Boden legt, sollte bedenken, dass verwittertes Holz vor allem bei Regen leicht schmierig wird: Erhöhte Rutschgefahr!

Betonfundament für die Gartentreppe: solide, langlebige Lösungen

Das Betonfundament sollte sehr sorgfältig gegossen werden. Foto: Marina Lohrbach - Fotolia.com

Stabilere Außentreppen erfordern immer ein Fundament. Dieses ist stufenweise aufzubauen Das Prinzip ist vergleichsweise einfach: Möchte man eine beständige, frostsichere Gründung, muss man den Boden circa 80 Zentimeter tief ausschachten und verdichten. Dann wird die Fundamentgrube mit Schotter oder grobem Kies aufgefüllt. Auch dieser sollte festgestampft werden. Danach baut man aus Brettern die Schalung für die erste Stufe. Sie wird mit erdfeuchtem Beton gefüllt, der ebenfalls verdichtet wird. Danach wird die Schalung für die zweite Stufe aufgesetzt und wieder mit Beton gefüllt. So arbeitet man sich bis zur letzten Stufe hoch.

Auf das Fundament wirken nicht nur Last-, sondern auch Zugkräfte. Damit der Beton durch diese Zugkraft nicht reißt, sollten Bewehrungseisen miteingegossen werden. Dafür eignen sich Matten, die mit mindestens einem Zentimeter Abstand zur Außenfläche eingearbeitet werden sollten.

Nach zwei bis drei Tagen kann für gewöhnlich die Schalung entfernt werden, verkleidet werden sollte das Betonfundament aber erst einige Zeit später, wenn der Beton vollständig ausgehärtet ist.

 

Es gibt im Großen und Ganzen drei Möglichkeiten, die Treppe zu vollenden:

1. Blockstufen

Die massiven Quader der Blockstufen gibt es in vielen Größen. Schwer sind sie immer. Foto: BGL

Blockstufen sind massive Quader aus Beton, Kunst- oder Naturstein. Man setzt sie in ein rund vier Zentimeter dickes Splitt- oder Mörtelbett auf das ausgehärtete Betonfundament auf. Das massive Fundament ist allerdings keine Voraussetzung für eine Treppe aus Blockstufen. Auf ein leichtes Gefälle sollten Heimwerker jedoch achten, ebenso wie auf ein Drainagerohr an der untersten Stufe.

Blockstufen sind naturgemäß recht schwer, alleine zu arbeiten ist nur schwer möglich.

2. Legestufen: Die Kombination aus Trittstufe und Setzstufe

Tritt- und Setzstufen werden oft eingesetzt, wenn der Treppenabsatz größer ist. Foto: Fotoschlick - Fotolia.com

Ein massives Betonfundament ist Voraussetzung für die Treppe mit Legestufen. Die flachen Steinplatten aus Naturstein oder Beton werden dann in ein Mörtelbett gelegt und mit dem Gummihammer ausgerichtet. Dabei sollte die aufliegende Platte rund drei Zentimeter über die senkrecht anzubringende Setzstufe hinausragen. Außerdem muss die Trittstufe ein leichtes Gefälle nach vorn haben, Regenwasser darf also nicht nach hinten in Richtung Fundament laufen.
Es arbeitet sich leichter, wenn man zuerst die Setzstufen fertigstellt.

3. Stellstufen

In Städten finden sich Außentreppen mit Stellstufen und Pflastersteinen häufig. Foto: Tupungato - Fotolia.com

Das Prinzip ist ähnlich wie jenes der Knüppeltreppe, jedoch ist eine Treppe mit Stellstufen etwas langlebiger, wenn auch nicht für starke Beanspruchung geeignet. Für diese Bauweise ist kein massives Betonfundament notwendig, die Gründung sollte jedoch bestenfalls frostfrei, also ausreichend tief, sein.

Platten aus Beton oder Natursteinstein werden an der Längsseite in ein Betonbett gesetzt. Diese quer verlaufenden Streifenfundamente auf einer Kies- oder Schotterschicht steigen so an, wie auch die Treppe verlaufen soll. Dafür werden je Stufe zwei quer zur Gehrichtung gestellte Bretter benötigt. Sie bilden eine Schalung, in die Beton gefüllt wird. Damit der Beton nicht seitlich austritt, wird noch ein Brett angebracht, das rechts und links die Treppe wie eine Wange begrenzt. Es läuft gewissermaßen mit der Böschung mit.

Die Stellstufe muss dabei deutlich höher sein als der Rohbetonstreifen. Dieser überstehende Stufenteil gibt Halt nach vorn und bildet später die Trittkante. Der Raum zwischen den einzelnen Stellstufen wird mit grobem Mörtel oder Sickerbeton aufgefüllt. Anschließend kommt eine dünne Splittschicht in den Zwischenraum und darauf dann Pflastersteine oder Bruchsteine als Trittstufe.

Seitliche Begrenzung der Gartentreppe

Wer auf eine seitliche Einfassung verzichtet, muss sich beim Rasenmähen mehr anstrengen. Foto: silbru.dd - Fotolia.com

Für gewöhnliche muss die Gartentreppe nicht eingefasst werden. Liegt die Außentreppe in einer Böschung und die Stufen oberhalb des Geländes kann Regenwasser ungehindert ins Erdreich fließen. Lediglich der gerade Rasenschnitt wird zur Herausforderung.

Wer jedoch Seitenteile einbauen will oder muss, sollte diese noch vor den Stufen setzen. Erst wenn sich das Fundament der Seitenteile verfestigt hat, sollten Heimwerker mit den Treppenstufen weitermachen.

Außentreppe bauen: Tipps zur richtigen Stufenhöhe

Mit der Treppenformel lässt sich die richtige Stufenhöhe und Auftrittsbreite berechnen. Dabei geht sie vom menschlichen Körperbau und dem Schrittmaß eines Erwachsenen aus. Dieses Maß liegt zwischen 63 und 65 Zentimetern.

Daher werden nur Stufen von etwa 15 bis 18 Zentimetern Höhe und einem Auftritt von etwa 27 Zentimetern als angenehm empfunden. Ist die Stufe zu hoch, zwingt sie zum Bergsteigen, ist sie zu flach, nötigt sie zu Drippelschritten.

Die Treppen-Formel für das Idealmaß lautet deshalb:

(Stufenhöhe x 2) + Auftritt = mind. 63, max. 65 cm

Selbstredend kann man im Garten aus gestalterischen Gründen von den Idealmaßen abweichen – nur mit der Bequemlichkeit hapert es dann, Stolpergefahr eingeschlossen.


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7 Kommentare

Markus am 24.04.2018 14:39

Das mit der richtigen Stufenhöhe ist schon lustig: Dass man da so als Mensch schon so richtig drauf programmiert ist... Aber es scheint wirklich was dran zu sein. Wahrscheinlich stolpern wir wirklich alle wenn man da mal um 2 cm... mehr

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Tim R. am 30.11.2017 00:20

Toller Beitrag! Vielen Dank

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Certaro am 04.05.2017 10:34

Sehr informativer Beitrag. Hat mich für den Bau meiner Gartentreppe ein gutes Stück vorangebracht.

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