Dachloggia: beeindruckender Freisitz ganz oben

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Zwar schafft eine Loggia keinen zusätzlichen Wohnraum im Sinne einer herkömmlichen Gaube, doch der Gewinn an Wohnkomfort ist erheblich. Allerdings nur, wenn beim Bau einige wesentliche Punkte berücksichtigt werden. Wer Probleme mit Abdichtung oder Entwässerung nicht ausschließen kann, sollte sich eventuell für eine Alternative entscheiden.

Was ist eine Loggia? In der Architektur beschreibt der Begriff Loggia grundsätzlich einen Einschnitt in die Kubatur eines Gebäudes, der sich nach einer Seite hin öffnet und nicht aus der Gebäudehülle hervorspringt. Als Dachloggia wird entsprechend ein dreiseitig geschlossener Balkon im Dach eines Hauses bezeichnet, der nach vorne mit einem Geländer oder einer Brüstung gesichert wird.

Geschützt vor Wind und neugierigen Blicken lässt sich auf einer Dachloggia die Sonne genießen. Foto: adpePhoto - Fotolia.com

Was Sie beim Einbau beachten sollten

Beim Einbau einer Dachloggia sollte besser der Profi ans Werk. Foto: Jonathan Stutz - Fotolia.com

Während es sich auf einer Loggia geschützt vor Sonne und Regen im Freien sitzen lässt, entfällt dieser Vorteil bei der Dachloggia. Dachausbauer sollten also an einen passenden Sonnenschutz denken und besonderes Augenmerk auf den Schutz vor eindringender Feuchtigkeit legen.

Denn der Einschnitt in das Hausdach stellt spezielle Anforderungen an Abdichtung und Dämmung. Bauherren sollten daher vorab einige Punkte klären.

Achtung: Beim Einbau einer Dachloggia ist eine technisch perfekte Ausführung oberste Voraussetzung. Lassen Sie also besser den Fachmann ans Werk.

Noch bevor Bauherren sich voller Elan auf die Suche nach dem ausführenden Handwerker machen, sollten sie klären, ob ihre Heimatgemeinde einen solchen Dacheinschnitt überhaupt genehmigt. Um ganz sicherzugehen, kann sogar eine Bauvoranfrage gestellt werden. Dachloggien sind zwar Hausbestandteil und kein Anbau wie etwa eine Gaube, trotzdem erfordert ihr Einbau für gewöhnlich eine Baugenehmigung. Sowohl Gaube als auch Dachloggia verändern schließlich die Optik eines Hauses erheblich.

Wer seinen Dachboden ausbauen und als Wohnraum nutzen möchte, muss für gewöhnlich auch einige Brandschutzauflagen erfüllen. Darunter fällt für gewöhnlich das Vorhandensein von mindestens zwei Rettungswegen über die Haustreppe und ein größeres und von außen gut zugängliches Dachfenster. Eine Anforderung, die sich mit dem Einbau einer Dachloggia meist leicht erfüllen lässt.

Die anzubringende Dämmung muss sowohl den baulichen Gegebenheiten als auch  den Anforderungen der aktuell gültigen Energieeinsparverordnung (EnEV) entsprechen. Wärme- beziehungsweise Kältebrücken sollten auf jeden Fall vermieden werden.

Beim Umbau sollte dann darauf geachtet werden, dass das Gebäude weiterhin vor eindringender Feuchtigkeit geschützt ist. Dafür wird an allen Anschlussstellen eine Abdichtung angebracht. Ob der Fachmann zu Dichtungsbahnen aus Bitumen oder aus Kunststoff rät, ist dabei Gebäudezustand abhängig.

Da eine Dachloggia im Prinzip eine nach oben offene Wanne im Dach darstellt, muss beim Einbau auch eine angemessene Entwässerung eingeplant werden. Diese kann innenliegend ausgeführt werden, in den meisten Fällen wird der Profi sie aber traufseitig und mit Gefälle einbauen.

Wird kein fertiges Bauteil montiert, muss auch die Anschlusshöhe der Türen berücksichtigt werden. Dabei sollten sich die künftigen Bewohner bereits im Klaren darüber sein, welchen Bodenbelag sie für ihren Freisitz möchten.

Einbauvarianten: Fertigelement oder vom Dachdecker

Geht der Dachdecker ans Werk, lassen sich ganz individuelle Loggien schaffen. Der Fachmann behält auch die verschiedenen Problemstellen im Blick.

Der Freisitz über den Dächern kann aber auch mit einer fertigen Negativgaube realisiert werden. Das Fertigelement wird in einem Stück geliefert und kann innerhalb eines Tages eingebaut werden. Dabei besteht der Boden meist aus einer nahtlosen Wanne, die in den Dacheinschnitt eingesetzt wird.

Alternativen: Dachbalkone, Dachterrassen, Dachaustritt

Alternativ zur Loggia, also dem Einschnitt in die Dachfläche, haben sich verschiedene Varianten etabliert:

Auch eine Dachgaube lässt sich mit einem kleinen Freisitz kombinieren. Foto: Rony Zmiri - Fotolia.com

Eine gelungene Lösung ist die Ausführung einer Dachgaube mit Balkon. Dabei wird im Innenbereich durch die Gaube sogar noch zusätzlicher Platz gewonnen. Jedoch kann ein solcher Dachbalkon ziemlich ins Geld gehen: Meist besteht die Balkonfläche aus einem fertigen Bauteil und muss aufwendig angeliefert werden. Den Anschluss an die Außenhaut des Hauses sollte nur der Profi vornehmen. Ist die Abdichtung undicht, dringt Feuchtigkeit ins Gebäude.

Ein großes Dachfenster mit einem ausklappbaren Austritt ist eine flexible Lösung. Foto: Velux

Die preisgünstige und unkomplizierte Alternative dazu ist ein Dachaustritt: Im geschlossenen Zustand  handelt es sich dabei im Prinzip um ein Dachflächenfenster, das sich bei schönem Wetter ganz einfach zu einem kleinen Austritt mit seitlichem Geländer aufklappen lässt. Im Gegensatz zur Gaube erfordert der Einbau eines Dachflächenfensters – und somit auch eines Dachaustritts – recht häufig keine Baugenehmigung.

Ein großzügiger Dachbalkon im Sommer, ohne Raumverlust im Winter: Das geht nur mit großflächigen Dachschiebefenstern. Foto: Sunshine Wintergarten GmbH

Unter freiem Himmel zu sitzen, ist mit großflächigen Dachschiebefenstern möglich. Geschickt vom Profi in die Dachhaut eingesetzt, vereinen sich mit einem solchen Schiebefenster gleich mehrere Vorteile: viel Luft und Licht ohne Raumverlust. Für sonnige Tage sollte aber unbedingt ein Sonnenschutz eingebaut werden.

Deutlich mehr Platz ist auf der Dachterrasse. Foto: Jürgen Fälchle - Fotolia.com

Dachterrassen stellen selten eine Alternative zur Dachloggia dar. Die baulichen Grundvoraussetzungen müssen bei der Dachterrasse meist bereits gegeben sein, wohingegen sie bei der Loggia häufig geschaffen werden können. Schließlich setzt die Terrasse hoch über den Dächern voraus, dass es vor der Balkontüre eine begehbare Freifläche gibt.

Wer in den kühleren Monaten nicht auf den Wohnraum verzichten möchte, kann seine Loggia auch in einen Wintergarten umwandeln. Dadurch lassen sich auch eventuelle Probleme mit der Abdichtung beheben. Die wärmegedämmte Verglasung kann mit mobilen Elementen ausgeführt werden. Im Sommer entsteht dann bei Bedarf wieder eine Freiluftterrasse.


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5 Kommentare

Susanne am 16.07.2017 22:50

Hallo. Ich bin leicht verzweifelt. Welche Sorte Handwerker benötigt man denn, wenn man den Bodenbelag der Dachloggia (auf einem Altbau) erneuern möchte? Ist dieser Handwerker dann auch gleichzeitig der richtige Ansprechpartner für die... mehr

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Redaktion bauen.de am 19.07.2017 17:05

Hallo Susanne,

dabei könnte es sich zum Beispiel um einen Fliesenleger handeln oder einen Estrichleger. Die Bausubstanz überprüft eher ein Gutachter oder ein Bausachverständiger. Der kann Ihnen möglicherweise auch ein passendes... mehr

bauen.de-Redaktion am 19.02.2016 10:33

Hallo Barbara,

aus der Ferne lässt sich Ihre Situation leider nicht genau beurteilen. Wenn die Verlegung des Gefälleestrichs, wie Sie beschreiben, schlecht ausgeführt wurde, sollten Sie einen Bausachverständigen hinzurufen, der die... mehr

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Barbara Armborst am 18.02.2016 15:00

Thema Dachloggia:beim Ausbau Dachgeschosswohnung im Jahre 1984 wurde eine Dachloggia geschaffen. Der Aufbau besteht aus der Wärmedämmung, Abdichtung und Gefälleestrich, der allerdings schlecht ausgeführt wurde. Wie groß ist die... mehr

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