Der Dachstuhl – selbst Hand anlegen?

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Der Dachstuhl gehört zu den wichtigsten tragenden Bauteilen der Außenhülle eines Gebäudes. Er muss zahlreiche Belastungen aushalten, wie sein Eigengewicht, die Dacheindeckung oder Wind- und Schneelasten. In bestimmten Fällen können Häuslebauer den Dachstuhl selbst aufbauen.

Dachstühle können unterschiedlich konstruiert und aufgebaut sein. Allen Dachformen gemeinsam ist, dass ein Tragwerk aus Holz zu einem stabilen Ganzen zusammengefügt wird. Kennzeichnend für den Dachstuhl ist jeweils die Dreiecksform. Nach dem statischen Grundsatz „Viereck vergeht, Dreieck besteht“ lassen sich die einzelnen Balken und Sparren ideal gegeneinander aussteifen. Sparren-, Pfetten- und Kehlbalkendach stellen die häufigsten Dachformen für geneigte Dächer dar. In modernen Gebäuden wird häufig auch das nur einseitig schräge Pultdach eingesetzt.

Den Dachstuhl selbst errichten

Wer über handwerkliches Geschick verfügt, der kann einen Dachstuhl anhand der Konstruktionszeichnungen durchaus auch selbst aufbauen. Der Zuschnitt sollte allerdings im Werk erfolgen, sodass der Dachstuhl auf der Baustelle nur noch montiert werden muss. Beachten sollten Häuslebauer allerdings, dass hier mit schweren Bauteilen hantiert wird. Ein Kran ist beim Aufstellen eines Dachstuhls unverzichtbar, außerdem müssen genügend körperlich belastbare Helfer vor Ort sein. Ausgesprochen wichtig ist außerdem, dass die Verbindungen der einzelnen Konstruktionsteile fachgerecht ausgeführt werden. Nur so ist gewährleistet, dass der Dachstuhl auch allen Belastungen standhält.

Wer sich zudem dafür entscheidet, den Dachstuhl selber zu bauen, muss sich der Verantwortung dafür bewusst sein. Die falsche Ausführung kann nämlich später erst richtig teuer werden. Wenn es zu Wärmeverlusten kommt oder sogar Feuchtigkeit eindringt, kann aus der kurzfristigen Ersparnis eine teure Angelegenheit werden.

Der Richtmeister – die helfende Expertenhand

Wer seinen Dachstuhl selbst errichten, aber dennoch einen Experten zur Seite haben möchte, der kann auf einen Richtmeister zurückgreifen. Diese Bezeichnung stammt aus dem Blockhausbau. Dort helfen erfahrene Zimmerleute – die Richtmeister – beim Aufbau des Holzhauses. Der Richtmeister leitet die Arbeitsgruppe aus Bauherrn und tatkräftigen Helfern an, koordiniert die Aufgaben, kontrolliert die Ergebnisse und hilft selbst mit.

Grenzen für den Heimwerker – wann gehört der Dachstuhl in Expertenhand?

Ein einfaches Sattel- oder auch Pfettendach lässt sich mit dem entsprechenden Geschick und Werkzeug vergleichsweise unkompliziert selbst errichten. An die Grenzen stoßen die meisten Bauherrn in der Regel dann, wenn es sich um kompliziertere Dachformen handelt oder mehrere geneigte Dachflächen ineinandergreifen. Immer dann, wenn schon die Konstruktionszeichnung echte Rätsel aufgibt, sollte eine Zimmerei für das Aufstellen des Dachstuhls in Anspruch genommen werden. Als Bauherr sind dann trotzdem Eigenleistungen möglich, zum Beispiel in Form von Handlangerdiensten für die Zimmerleute.

Zimmereibetriebe – die Dachstuhlexperten

Bei der Auswahl des Fachbetriebes sollte auf Referenzen geachtet werden. Ideal sind örtliche Betriebe, die im Umkreis bekannt sind. Dann lassen sich bei anderen Bauherren leicht Informationen über die Arbeitsqualität einholen. Wie bei allen Leistungen rund ums Haus ist es auch hier sinnvoll, mehrere Angebote einzuholen und genau zu vergleichen. Eine wichtige Grundlage bildet die Leistungsbeschreibung. Hier sind alle im Angebot enthaltenen Arbeiten aufgeführt. Was in dieser Auflistung fehlt, ist auch nicht im Preis enthalten. Unerfahrene Bauherren sollten die Angebote deshalb von einem Fachmann, zum Beispiel dem Architekten, prüfen lassen.


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