Der Grundriss und was dabei beachtet werden sollte

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Schon immer war der Grundriss mehr als nur eine simple Bauzeichnung; er soll die Wünsche der Bauherren im Hinblick auf Komfort, Wohngefühl und Raumaufteilung auf möglichst perfekte Weise erfüllen. Die Gestaltungsmöglichkeiten reichen dabei von "quadratisch-praktisch-gut" bis hin zu extravagant und exklusiv. Daher gilt: Egal ob Wohnung oder Einfamilienhaus, der Grundriss ist entscheidend.

Den einen perfekten Grundriss gibt es nicht. Schließlich hat jeder Bauherr andere Ansprüche an Komfort, Wohngefühl und Raumaufteilung. Foto: Fotolia

Da es den idealen Grundriss leider nicht gibt, ist es hilfreich, zuerst eine Rangliste seiner Wohnwünsche aufzustellen, also Prioritäten zu setzen, und erst danach an die Grundrissplanung zu gehen.

Hauptfrage: Wo soll der Lebensmittelpunkt im Haus liegen?

Oft wird dafür das große, abgeschlossene Wohnzimmer gewählt, an das sich die Terrasse anschließt, die vornehmlich nach Süden ausgerichtet sein soll. Wachsender Beliebtheit erfreut sich die Wohnküche - ab rund 15 Quadratmetern -, die Platz für eine Sitzecke oder einen großen Tisch bietet, um den sich die Familie versammeln kann. Wer beides vereinen möchte, wählt die offene Küche mit angeschlossenem Wohnbereich.

Harmoniert der Grundriss mit dem Grundstück?

Wünschenswert wäre es, den Hauseingang, die Wirtschaftsräume und die Bäder nach Norden und die Wohnräume nach Süden auszurichten. Gemessen an den Haupthimmelsrichtungen kann jedoch nur jedes vierte Flurstück ein Südgrundstück sein.

Wer Solarkollektoren auf seinem Dach installieren möchte, sollte es nach Süden ausrichten, daraus folgt zwangsläufig, dass die Giebelfenster nach Osten oder Westen zeigen. Wer abends von der Arbeit ausruhen will, kann auf einer Westterrasse die untergehende Sonne genießen. Der Frühaufsteher wird sich freuen, wenn die Morgensonne in das nach Osten zeigende Schlafzimmerfenster lacht. Wenigstens ein Bereich im Garten, möglichst Terrasse, Liegewiese oder Sitzecke, sollte dem Blick der Nachbarn oder Spaziergänger entzogen sein.

Ist die Raumaufteilung alltagstauglich?

Beim Grundriss gilt das Prinzip der kurzen Wege. Wer außerhalb wohnt oder aus Zeitgründen zum Wocheneinkauf tendiert, schätzt eine geringe Entfernung vom Stellplatz zur Küche. Wer gern auf der Terrasse speist, sollte den Weg zur Küche bedenken. Wer nachts gelegentlich raus muss, freut sich über ein nahes Bad oder WC.

Wichtig sind auch die Stellflächen für die Möbel. Jedes Zimmer sollte wenigstens drei Meter fortlaufende Wandlänge aufweisen, um einem hohen Schrank Platz bieten zu können. Türen sollten so öffnen, dass sie möglichst keine Stellfläche wegnehmen. Quadratische Zimmer lassen sich besser möblieren als längliche, schmale Räume. Durchgangszimmer oder ein Bad ohne Fenster sollten vermieden werden. Fensterlose Kammern dagegen können nützlich sein - als kleine Speisekammer an der Küche oder als "begehbarer Kleiderschrank" neben dem Schlafzimmer.

Gerade beim Einfamilienhaus: Ist der Grundriss zukunftsfähig?

Wenn die Kinder aus dem Haus sind, werden Zimmer frei. Viele ältere Ehepaare nutzen sie dann als Hobbyraum, Bibliothek oder Gästezimmer; wenn die Räume überzählig erscheinen, hat man möglicherweise falsch geplant. Wer im Alter lange und unabhängig im Haus wohnen bleiben möchte, sollte breite Türen, ein leicht zugängliches Bad und möglichst auch ein Schlafzimmer im Erdgeschoss vorsehen.

Wurde kostengünstig geplant?

Beim Kauf vom Bauträger, der alles aus einer Hand liefert, entscheidet sich der Käufer meist für ein Einfamilienhaus mit standardisiertem Grundriss, der sich oft nur eingeschränkt variieren lässt. Das kann sich aber günstig auf den Preis auswirken und es muss kein Nachteil sein, denn die Anbieter kennen den Geschmack ihrer Kunden. Deshalb wird den Häusern in der Regel ein bewährte Grundriss zugrunde gelegt, der den Grundanforderungen entspricht.


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