Fassade streichen: Von der Vorbereitung bis zum fertigen Anstrich

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Luftverschmutzung, Regen oder auch nur die fußballbegeisterten Kinder – eine Hausfassade muss einiges verkraften. Ab und an benötigen die Außenwände dann aber doch einen frischen Anstrich. Kein Problem für einen geübten Heimwerker.

Auch bei Fassade streichen wird nass in nass gearbeitet. Foto: oslobis/fotolia.com Foto: oslobis/fotolia.com

Wer zuvor aber seinen Putz nicht richtig vorbereitet hat, muss später doch auf einen Profi zurückkommen.

Vorbereitung für den Fassadenanstrich

Verschmutzungen wie Moos, Erde und Staub müssen – mit einer Bürste oder sogar mit Hilfe eines Hochdruckreinigers gründlich entfernt werden. Die gereinigte Fassade sollte gut trocknen, bevor Löcher und Risse im Außenputz, Fehlstellen neu verputzt werden. Hohlräume unter dem Putz sollten Heimwerker sorgfältig freiklopfen und ebenfalls ausgleichen, bevor die Wand frisch gestrichen werden kann.

Holzgiebel, Fenster, Bodenplatten und andere Bauteile, die nicht gestrichen werden sollen, sollten vor Farbklecksen und unbeabsichtigten Pinselstrichen geschützt werden. Erst jetzt können die Malerarbeiten beginnen.

Fassade streichen ohne Streifen und Farbansätze

Ihre Putzfassade sollten Heimwerker unbedingt mit einer Grundierung versehen. Diese sorgt für eine tragfähige Oberfläche und verhindert, dass der Putz zu viel Farbe aufnimmt. Ist die Grundierung getrocknet, wird die erste Schicht Farbe aufgetragen. Lediglich in den Ecken kommt der Pinsel zum Einsatz. Ist auch der Voranstrich gut durchgetrocknet, wird die zweite Farbschicht als Schlussanstrich aufgetragen.

Damit später keine unschönen Streifen oder Farbansätze zu sehen sind, sollten zusammenhängende Flächen jeweils in einem durchgängigen Arbeitsprozess, also nass-in-nass, renoviert werden.

Für welche Art von Fassadenfarbe sich Hausbesitzer entscheiden, richtet sich auch nach dem Zustand der Fassade.

Unterschiedliche Anstriche und ihre Anforderungen

Ein Fassadenanstrich muss witterungsbeständig, widerstandsfähig aber auch diffusionsoffen sein, die Qualität regelt die DIN EN 1062. Geiz könnte sich später rächen, also lieber in ein qualitativ hochwertiges, dafür aber eventuell teureres Produkt investieren.

Silikatfarben sind abwaschbar und daher nicht ganz wetterfest, außerdem sind sie alkalisch. Sie eignen sich besonders für mineralische Untergründe wie Kalk oder Zement. Dort wirken die Mineralfarben zudem desinfizierend, was möglicher Schimmelbildung vorbeugen kann. Für Betonwände sind Silikatfarben eher ungeeignet.

Die aus Milcheiweiß gewonnene Kaseinfarbe ist stark diffusionsoffen aber nur gering witterungsbeständig. Einige Hersteller bieten jedoch speziell für den Fassadenanstrich entwickelte Kaseinfarben an. Diese können auf alle mineralischen Untergründe aufgetragen werden.
Kalkfarbe kann auf alle mineralischen Untergründe aufgetragen werden, hat jedoch keine allzu hohe Deckkraft und ist recht empfindlich. Dafür wirkt Kalk desinfizierend und feuchteregulierend, ist alkalisch und hoch diffusionsoffen. Trotz ihrer Pflegeintesität wird die jahrhundertealte Fassadenfarbe auch heute noch gerne eingesetzt.

Dispersionsanstriche bestehen aus Kunstharz, Wasser, Konservierungsstoffen und Lösemitteln. Sie werden umso wasch- und scheuerbeständiger, je weniger Farbpigmente sie enthalten. Dispersionsfarben gibt es in verschiedenen Arten: Aus reinem Acrylat sind sie sehr witterungsbeständig; dafür sind plastoelastische Farben rissfest, aber nicht wirklich diffusionsoffen; Dispersionsfarbe mit Silikat-Füllstoffen leiten Feuchtigkeit hingegen aus dem Inneren nach außen.
Des Weiteren gibt es Farben mit dem Lotuseffekt: Kunstharzdispersionsfarben mit sehr rauer Oberfläche wird auch Lotusfarbe genannt. Schmutz soll bei diesen Farben bei Regen abperlen. Fassadenanstriche mit Lotuseffekt sind teuer und wasserundurchlässig, wirken also wie eine Dampfbremse.


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