Kniestock erhöhen – mehr Platz unterm Dach

Lesermeinungen:  

(22)

Hauseigentümer können mehr Wohnfläche unter dem Dach schaffen, indem sie den Kniestock erhöhen, denn so entsteht mehr gerade Stellfläche unterhalb der Dachschrägen.

Kniestockerhöhung, Kniestock erhöhen
Durch eine Kniestockerhöhung entsteht mehr Platz unter den Dachschrägen, sodass dort auch Möbel Platz finden. Foto: photo 5000/Fotolia.com Foto: Fotolia/photo 5000

Um mehr Wohnraum zu schaffen, kann es für Hauseigentümer eine Lösung sein, den Kniestock zu erhöhen und das Dach auszubauen. Voraussetzung hierfür: Ein Statiker muss prüfen, ob das Haus dafür geeignet ist. Ist dies der Fall, kann die Kniestockerhöhung mehr Stellfläche durch höhere, gerade Wände unterhalb der Schrägen schaffen.

Mehr Wohnfläche schaffen

Flächen unter einem Meter Höhe zählen laut der Wohnflächenverordnung (WoFlV) nicht zur Wohnfläche. Zwischen einem und zwei Metern Höhe wird nur die Hälfte dazugezählt. Wird der Kniestock erhöht, schafft man durch die höheren geraden Wände unterhalb der Dachschrägen mehr Platz und damit mehr Wohnfläche.

Kosten für einen höheren Kniestock

Ein Dachausbau durch Kniestockerhöhung ist kostspielig, da dabei das gesamte Dach abgetragen und neu aufgesetzt werden muss. Eine weitere und unter Umständen etwas günstigere Möglichkeit ist es, das alte Dach mit einer Hydraulikanlage anzuheben, den Kniestock hochzuziehen und das Dach auf diesen zu setzen. Im Zuge der umfangreichen Baumaßnahmen, ist es jedoch empfehlenswert zu prüfen, inwiefern eine Sanierung von Dachdeckung, Dachstuhl und Dämmung sinnvoll ist. Die Kosten für eine Kniestockerhöhung hängen ab vom Umfang der Baumaßnahme.

Genehmigung einholen

Für die Erhöhung des Kniestocks ist eine Genehmigung nötig, da es sich um eine weitreichende bauliche Veränderung handelt. Ob diese erteilt wird, hängt beispielsweise von der Bebauung in der Nachbarschaft ab, wenn es keinen Bebauungsplan gibt. Gibt es dort keine Häuser mit erhöhten Kniestock, ist es nicht sicher, ob eine Baugenehmigung erteilt wird. Ansonsten schreibt der Bebauungsplan vor, was erlaubt ist. Daher sollten Bauherren nicht ohne Genehmigung beginnen, denn sonst drohen Bußgelder bis hin zum Rückbau.

Umsetzung

Ist die Baugenehmigung erteilt, überlässt der Bauherr am besten einem professionellen Handwerksbetrieb die Ausführung. Denn Baufehler können gravierende Auswirkungen auf die Statik haben, zudem müssen die verwendeten Baustoffe und Materialien aufeinander abgestimmt werden, um beispielsweise Feuchte- und Schimmelschäden zu vermeiden.

Folgende Arbeitsschritte sind zu erledigen:

  • Altes Dach abdecken
  • Dachstuhl entfernen oder hydraulisch anheben
  • Kniestock aufmauern und gegebenenfalls dämmen
  • Dachstuhl erneuern oder den alten wieder auf das Gebäude setzen
  • Dach und Dachstuhl abdichten, dämmen und eventuell neues Dach eindecken
  • Außenwände neu verputzen und streichen
  • Heizungsrohre und elektrische Leitungen verlegen
  • Innendämmung und -verkleidung anbringen
  • Innenausbau

Ihre Meinung zählt

(22)
3.5 von 5 Sternen
5 Sterne
 
7
4 Sterne
 
7
3 Sterne
 
1
2 Sterne
 
4
1 Stern
 
3
Ihre Bewertung:

Diesen Artikel finden Sie auch in folgenden Themengebieten:

Dachausbau
Neuen Kommentar schreiben

4 Kommentare

PC am 03.01.2018 21:27

Hallo zusammen,

die Beiträge zum Ausbau des Dachboden sind sehr interessant. In der Tat habe ich mir überlegt unser Bungalow auszubauen. Leider habe ich bisher nur ein Anbieter finden können. Erst dachte ich dass diese Firma professionell ist, doch musste ich trotz Vorgespräch ständig hinterherlaufen um ein Angebot zu erhalten. Als ich dann eine grobe Bausumme erhielt, war ich Fassungslos. Nun bin ich auf der Suche nach zwei bis drei kompetente Firmen die mir entsprechende Angebote geben können um ein Kostenvergleich durchzuführen zu können. Haben Sie ein Vorschlag oder eine Link wo sich diese Anbieter vorstellen?

Vielen Dank

PC

auf Kommentar antworten

Redaktion bauen.de am 04.01.2018 09:13

Hallo und vielen Dank für Ihren Kommentar,

wir arbeiten zwar mit zahlreichen Hausanbietern zusammen, können Ihnen aber leider keinen speziellen Dienstleister für den Ausbau Ihres Bungelows empfehlen. Allerdings können wir Ihnen dazu raten, sich an den Verband Privater Bauherren zu wenden. Dieser kann Ihnen eventuell eine Liste mit Referenzprojekten zukommen lassen oder Sie zumindest bei Ihrem Vorhaben beraten. Wir wünschen Ihnen bei Ihrem Projekt viel Erfolg!

Mit freundlichen Grüßen

die Redaktion von bauen.de


PC am 04.01.2018 13:36

Liebe Redaktion,

vielen Dank für Ihre Empfehlung, welche ich sehr gerne nachgehe.

Mit freundlichen Grüßen

PC

bauen.de-Redaktion am 27.07.2015 15:21

Hallo H. Asmus,

vielen Dank für Ihren Kommentar. Wie viel eine Kniestockerhöhung kostet, ist von vielen Faktoren abhängig: Gerüst- bzw Krankosten, Dachform, Stabilität, Ausführung, etc. Folglich lässt sich kein pauschaler Preis bestimmen. Ein Fachmann vor Ort kann Ihnen da am besten weiterhelfen. Holen Sie sich bestenfalls verschiedene Angebote ein und vergleichen Sie Preis und Leistung. Viel Erfolg bei der Aufstockung.

Beste Grüße,

die bauen.de-Redaktion

auf Kommentar antworten

H. Asmus am 25.07.2015 10:03

Ihr Artikel gibt mir zu 80 % genug Auskunft! Dennoch das Wichtigste fehlt: Ein ungefährer Preis für eine Fläche von ca 75 qm und 6 Fenstern und 2 schrägen

Fenstern. Ungefähr. Statik und alle beautechnischen Klärungen kein Problem, da der Hausbesitzer, mein entfernter Lebensgefährte Baufachmann ist, bzw. war.

Danke im voraus für Ihre Antwort!

auf Kommentar antworten

Johanna am 18.02.2014 15:46

Sehr interessanter Beitrag. Das genaue Ausmessen des Kniestocks ist auch oft ein Problem, z.B. ist die Begrifflichkeit des Kniestocks in der Schweiz auch ein ganz anderer. In diesem Dokument ist die Definition und auch die Bemessung von Drempeln schön übersichtlich erklärt: www.deineschiebetuer.de/download/KniestockBegriffserklaerung.pdf. Wer hier Hilfestellung braucht sollte dort einmal reinschauen.

auf Kommentar antworten