Mineralwolle: Einsatzgebiete, Eigenschaften, Kosten

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Mineralwolle gehört zu den wichtigsten Dämmstoffen beim Hausbau. Wo sie eingesetzt werden kann, worauf zu achten ist und welche Alternativen es gibt.

Mineralwolle, Dachboden mit offenem Giebel, Foto: brizmaker / stock.adobe.com
Mineralwolle eignet sich zum Dämmen von Dach- und Wandflächen. In diesem Fall ist die Dämmung natürlich nur sinnvoll, wenn die Giebelfläche noch geschlossen wird. Foto: brizmaker / stock.adobe.com

Mineralwolle ist ein filzartiges Material aus mineralischen Fasern. Dabei werden Steine, Glas, Sand oder andere Materialien stark erhitzt und im flüssigen, glühenden Zustand zerfasert und wieder abgekühlt. Die Fasern können dann zu Matten gepresst werden und eignen sich hervorragend zur Wärmedämmung.

Wo wird Mineralwolle eingesetzt?

Mineralwolle ist auch in Plattenform flexibel und relativ weich. Insofern kann es überall dort eingesetzt werden, wo sie nicht selbst für Stabilität sorgen muss. In Deutschland ist das vor allem die Dachdämmung. Die Platten werden zum Beispiel zwischen die Sparren geklemmt. Von außen schützt die Dacheindeckung, von innen kann das Dach mit Gipsplatten verkleidet werden.

Im Fertighausbau, beziehungsweise bei Holzständerhäusern kann Mineralwolle auch zur Dämmung von Wänden eingesetzt werden. Dann werden Platten zwischen das Holzständerwerk geklemmt und ebenfalls von innen und außen verkleidet.

Auch zur nachträglichen Fassadendämmung als Wärmedämmverbundsystem ist Mineralwolle geeignet. Dann muss der Dämstoff allerdings mit einem speziellen Mörtel und Armierungsgewebe befestigt und dann verputzt werden. Im Vergleich zur WDVS-Dämmung mit Polystyrolplatten ist das relativ aufwendig.

Auch die Dämmung von Wasserrohren besteht oft aus Minerwalwolle. Dafür gibt es spezielle Produkte mit Alukaschierung, die nur um die Rohre geklemmt werden müssen.

Welche Dämmwerte hat Mineralwolle?

Mineralwolle wird auch als Glaswolle oder Steinwolle verkauft und gibt es in unterschiedlichen Stärken und Dämmwerten. Meist wird Mineralwolle in die Wärmeleitstufen (WLS) 032 bis 040 eingeordnet. Diese Dämmklassen basieren auf der Wärmeleitfähigkeit W/m*K, geben den Wert aber gerundet und vereinfacht wieder. Ein Stoff, der beispielsweise die Wärmeleitfähigkeit 0,00315 W/m*K besitzt, wird in die WLS 032 eingeordnet. Je niedriger dieser Wert, desto besser die Dämmfähigkeit.

Mineralwolle wird in erster Linie als Klemmfilz oder als Dämmplatte verkauft. Der Unterschied ist jedoch marginal. Die Dämmplatte ist zwar etwas stabiler, weist ansonsten aber ähnliche Dämmeigenschaften auf. Beide Produkte müssen in ein Ständer- oder Sparrensystem eingebaut werden. Je nach Einbausituation kann die Verarbeitung mit dem einen oder anderen Produkttyp einfacher sein.

Minerwalwolle, Mann baut Mineralwolle in Trockenbauständerwerk ein, Foto: bilanol / stock.adobe.com
Mineralwolle eignet sich zur Dämmung von Wänden. Dank guter Schallschutzeigenschaften auch zum Dämmen von innenliegenden Trockenbauwänden. Foto: bilanol / stock.adobe.com
Mineralwolle, Mann bringt Mineralwolle zwischen zwei Dachsparren an. Foto: artursfoto / stock.adobe.com
Mineralwolle als Klemmfilz eignet sich bestens zur Zwischensparrendämmung von Dächern. Foto: artursfoto / stock.adobe.com

Vor- und Nachteile von Mineralwolle

Mineralwolle hat einige entscheidende Vor- und Nachteile, die dafür sorgen, dass Mineralwolle so oft als Klemmdämmung eingesetzt wird:

  • Sie ist relativ günstig, kostet nur wenige Euro pro Quadratmeter und ist damit günstiger als beispielsweise Klemmfilze aus Schafwolle oder Jute.
  • Mineralwolle ist nicht Feuchtigkeitsempfindlich. Zumindest, wenn die Feuchtigkeit entweichen kann, trocknet sie und behält dann ihre Dämmfähigkeit. Im nassen Zustand ist diese allerdings eingeschränkt.
  • Der Dämmstoff kann aus Recyclingmaterial, beispielsweise Altglas hergestellt werden. Der Energiebedarf bei der Herstellung ist aber dennoch sehr hoch.

Daneben gibt es natürlich auch ein paar Nachteile:

  • Holzfaserplatten können umweltfreundlicher hergestellt werden, sind dann aber oft auch teurer.
  • Früher war der Umgang mit Mineralwolle problematisch, weil die Fasern Juckreiz oder Allergien auslösen konnten und sogar krebserregend waren, wenn sie eingeatmet wurden. Seit 2000 gibt es allerdings neue Standards, sodass diese Risiken nur noch bei der Sanierung von Altbauten zum Tragen kommen.

Wie funktioniert der Einbau?

Mineralwolle einzubauen ist denkbar einfach. Vorausgesetzt ist eine bestehende Struktur, also eine offene Holzskellettbauwand oder ein Dachstuhl. Die Dämmwolle, die als Klemmfilz oder Platte vorliegt kann mit der Schere, dem Cuttermesser oder auch Brotmessern zurechtgeschnitten und zwischen die Ständer geklemmt werden. Dazu die Platte etwas größer zuschneiden, sodass sie geklemmt werden kann. Fertig.

Je nach Einbausituation muss die Dämmung durch eine Dampfbremse abgeschlossen werden und kann dann mit OSB- oder Gipsplatten verkleidet werden.


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