Regenwassernutzung - Wasser sparen durch die Natur

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Wer gesammeltes Regenwasser für den Haushalt nutzt, schont die Trinkwasservorräte und die Umwelt. Doch nicht jede Art der Regenwassernutzung ist in Privathaushalten rentabel.

Regenwassernutzung, Wäschewaschen, Toilettenspülung
Das im Speicher gesammelte Wasser wird zum Wäschewaschen, zur Toilettenspülung und zur Gartenbewässerung verwendet. Foto: Mall GmbH
Regenwassernutzung, Foto: Michael Jung/fotolia.com
Regenwassernutzung zur Gartenbewässerung lohnt sich und ist ein wertvoller Beitrag zum Umweltschutz. Foto: Michael Jung/fotolia.com

Täglich verbraucht jeder Mensch etwa 130 Liter Frischwasser. Fast die Hälfte wird zum Wäschewaschen, zur Toilettenspülung oder zur Gartenbewässerung verwendet. Wer die Trinkwasservorräte schonen will, nutzt kostenloses Regenwasser, wo keine Trinkwasserqualität nötig ist. Doch die Kosten einer Anlage zur Regenwassernutzung übersteigen derzeit noch die erzielten Einsparungen.

Wenige Bauteile

Eine Anlage zur Regenwassernutzung besteht aus einem vom Trinkwasser strikt getrennten Leitungssystem, einem Regenwasserspeicher und einer Pumpe. Das über die Dachfläche gesammelte Wasser gelangt über Fallrohre und Filter in einen Speicher aus Kunststoff oder bestenfalls Beton. Dieser befindet sich meist im Garten unter der Erde, kann aber auch im Keller aufgestellt werden. Eine Trinkwassernachspeisung sorgt für genügend Speicherwasser auch in Trockenzeiten.

Regenwassernutzung: Gewinn für die Umwelt

Die Regenwassernutzung bietet besonders ökologisch Vorteile. Sie entlastet Kanalisation und Kläranlagen bei starken Regenfällen. Regenwasserrückhaltung trägt außerdem zur Senkung der Hochwassergefahr bei. Wer seine Wäsche mit Regenwasser wäscht, reduziert durch das weiche, kalkfreie Wasser den Waschmittelverbrauch. Auch der nachträgliche Einbau einer Anlage ist ohne Probleme möglich. Eine Baugenehmigung wird nicht benötigt, jedoch muss das Nutzen einer Anlage dem Wasserversorgungsunternehmen sowie dem Gesundheitsamt mitgeteilt werden.

Sorgfältige Ausführung - keine Gesundheitsgefahr

Als Schwachstelle kann sich die Koppelungsstelle zwischen Regenwasserspeicher und Trinkwassernachspeisung erweisen. Bei mangelhafter Ausführung kann es zur Kontaminierung des öffentlichen Trinkwassernetzes mit Keimen kommen. Daher ist es wichtig, die Installation der Anlage von einem Fachunternehmen vornehmen zu lassen. Ein weiterer Nachteil der Anlage ist die hohe Geräuschbelastung durch die Pumpe, die auch schallgedämmt noch Lärm im ganzen Haus verursachen kann. Die Regenwassernutzung zum Wäschewaschen stand in den letzten Jahren immer wieder in der Kritik, da eine Keimbelastung der Wäsche befürchtet wurde. Inzwischen konnte jedoch nachgewiesen werden, dass Regenwasser meist sogar die Mindestwerte der Trinkwasserverordnung einhält und daher hygienisch völlig unbedenklich ist.

Große Anlagen noch nicht wirtschaftlich

Eine Anlage zur Regenwassernutzung kostet je nach Eigenleistung zwischen 2.500 und 5.000 Euro, die jährlichen Wartungskosten betragen bis zu 100 Euro. Ein Vier-Personen-Haushalt muss beispielsweise 4.000 Euro investieren und senkt damit den jährlichen Trinkwasserverbrauch um bis zu 70.000 Liter. Etwa 220 Euro werden damit pro Jahr eingespart. Eine Anlage zur Regenwassernutzung für ein Einfamilienhaus ist somit derzeit noch nicht rentabel, jedoch ökologisch sinnvoll. Entscheidend hierfür ist jedoch auch die zukünftige Entwicklung des Trinkwasserpreises. Doch auch das Sammeln von Regenwasser in einer Tonne zur Gartenbewässerung ist schon ein wichtiger Beitrag zum Umweltschutz und durch die geringen Anschaffungskosten immer empfehlenswert.


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