Wenn die Elektroinstallation in die Jahre kommt

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Ist das Haus noch richtig auf Draht? Damit eine alte Elektroinstallation nicht zum Sicherheitsrisiko wird, muss sie gewartet und unter Umständen modernisiert werden.

Elektroinstallation erneuern
Mehr Sicherheit mit FI-Schaltern und Überspannungsschutz. Foto: Initiative Elektro+ Foto: Initiative Elektro+

Seit den 1960er Jahren hat sich der Stromverbrauch in deutschen Haushalten verfünffacht. Zwar sind einzelne Geräte heute sparsamer im Energieverbrauch, dafür werden es aber immer mehr. Auf Wäschetrockner, Geschirrspüler, Mikrowelle, Kaffeeautomat, Computer und moderne Unterhaltungselektronik war die ursprüngliche Elektroinstallation vieler Häuser noch gar nicht ausgelegt. Als Folge der Überlastung können alte Leitungen brüchig werden, schlimmstenfalls kommt es zu Wohnungsbränden. Besonders groß ist die Gefahr, wenn neue Geräte einfach über mobile Steckdosenleisten mit dünnen Kabeln angeschlossen werden.

Elektrik erneuern: Sicherheit steht an erster Stelle

Eine elektrische Anlage hat eine Lebensdauer von 30 bis 40 Jahren. Aus Sicherheitsgründen muss sie auch während dieser Zeit an gestiegene Anforderungen angepasst werden. Bei wachsender Zahl von Haushaltsgeräten sind neue Stromkreise nötig, die durch Fehlerstrom-Schutzschalter (FI-Schaltern) abgesichert werden müssen. Besonders wichtig ist der FI-Schutz in Feuchträumen, wo defekte Geräte in Verbindung mit Nässe gefährliche Stromschläge verursachen können. Auch alte Verteilungskästen mit Schraubsicherungen sollten durch neue Anlagen mit modernen Sicherungsautomaten ersetzt werden. Darüber hinaus empfiehlt sich die Absicherung der Elektroinstallation mit Blitz- und Überspannungsschutzeinrichtungen. Schwere Gewitter gefährden besonders moderne elektronische Geräte.

Moderne Elektroinstallation für mehr Komfort

Wenn im Altbau größere Sanierungsmaßnahmen anstehen, ist das der beste Zeitpunkt, auch die Elektrik umfassend zu erneuern. Das gilt insbesondere beim Kauf eines alten Hauses, bei dem der Grundriss neu aufgeteilt werden soll. Aber auch der Austausch einer Heizungsanlage oder eine Fassadendämmung kann man nutzen, um neue Leitungen oder Installationsrohre für Kabel zu verlegen.

Eine umfassende Modernisierung der Elektroanlage sollte wie beim Neubau geplant werden und sich mindestens an der Norm DIN 18015 „Elektrische Anlagen in Wohngebäuden“, besser noch an den RAL-Austattungswerten des Deutschen Instituts für Gütesicherung und Kennzeichnung, orientieren. Darin sind unter anderem die notwendige, beziehungsweise empfohlene Anzahl von Stromkreisen, Anschlüssen und Steckdosen vorgegeben, die sicheres und komfortables Wohnen ermöglichen.

Installation und Geräte regelmäßig kontrollieren

Auch eine modernisierte Elektroinstallation sollte regelmäßig überprüft werden. Elektrofachbetriebe bieten dafür den so genannten „E-Check“ nach den Normen des Verbandes der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik (VDE) an. Im Rahmen des Checks werden sämtliche Verteiler, Leitungen, Schalter und Steckdosen sowie die elektrischen Geräte auf ihre Sicherheit und vorschriftsmäßige Funktion hin kontrolliert. Empfohlen wird eine solche Prüfung der Elektroinstallation alle vier Jahre.


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1 Kommentar

hintzsche am 13.11.2017 23:28

Warum muss generell alle 40 jahre die elektrik saniert werden? Hat es etwas damit zutin das die isolierungen der Kabel porös werden und die sicherungen verschleissen? Denn auch ohne gestiegenen verbrauch müsste erneuert werden.

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Redaktion bauen.de am 15.11.2017 15:29

Hallo hintzsche,

die Sicherhheitsstandards ändern sich, möglicherweise tritt Verschleiß auf, moderne Haushalte brauchen üblicherweise mehr Strom als 40 Jahre ältere. Dabei handelt es sich jedoch um kein Gesetz sondern um eine... mehr