Dachaufbau richtig planen: Von der Innenverkleidung bis zur Dacheindeckung

Ob flach oder steil: Damit das Dach eines Hauses seinen Bewohnern Schutz bietet und möglichst lange stabil bleibt, basiert es auf einem ausgeklügelten und teilweise komplexen Aufbau bestehend aus Grundkonstruktion, Dacheindeckung und Dämmung. Dabei besitzt jeder Dachaufbau seine spezifischen Merkmale, über die sich Bauherren im Vorfeld im Klaren sein sollten. Bauen.de erklärt die wichtigsten Begriffe rund um den Dachaufbau von Sparren bis Warmdach.

 

Dachaufbau im Querschnitt, Foto: Alterfalter / fotolia.de
Der Dachaufbau im Querschnitt. Foto: Alterfalter / fotolia.de

Ein Dach besitzt vier Elemente: Innenverkleidung, Grundkonstruktion, Dämmung und Dacheindeckung. Die Grundkonstruktion gibt das Erscheinungsbild des Daches vor, ob es also beispielsweise ein Steil- oder ein Flachdach ist und welche Form das Dach hat, ob es beispielsweise ein Sattel- oder ein Walmdach ist. Die Dämmung ist ein relativ modernes Phänomen, viele alte Dächer besitzen noch keine Dachdämmung. Nach Innen ist die Dämmung durch eine Innenverkleidung, teilweise mit Dampfbremse abgeschlossen. Auf der Außenseite folgt teilweise eine Unterspannbahn und eine Lüftungsebene, danach folgt die Dacheindeckung. Beim Flachdach kann der Dachaufbau variieren.

 

Der Klassiker: Das Steildach

Die meisten Häuser besitzen nach wie vor ein Steildach. Das hat gute Gründe: Zum einen lässt sich der Raum unter dem Dach nutzen, zum anderen spielen architektonische wie auch optische Gründe eine Rolle. Ein Steildach ist im Vergleich zum Flachdach weniger anfällig für Dichtigkeitsprobleme und lässt sich statisch leichter realisieren. Für manche gehört schlussendlich ein traditionelles Dach zum Haus einfach dazu.

Jedes Steildach basiert auf einem Dachstuhl als tragende Konstruktion. Dieser muss im Mauerwerk verankert sein und sich selbst sowie Dacheindeckung und Dämmung tragen können. Beim Steildach gibt es unterschiedliche Konstruktionen, am gängigsten sind Sparrendach, Kehlbalkendach und Pfettendach.

 

Sparrendach

Die Standardform des Steildachs ist das sogenannte Sparrendach. Dabei werden die tragenden Balken - Sparren genannt - einander gegenüber montiert, sodass sie in der Mitte aneinander lehnen und die klassische Dreiecksform entsteht. Die Konstruktion sorgt dafür, dass alle einwirkenden Kräfte und Lasten über die Sparren auf die Außenmauern weitergeleitet werden. Der Vorteil eines Sparrandachs liegt vor allem darin, dass ein größerer Raum unter dem Dach möglich ist, ohne dass störende Stützbalken im Raum benötigt werden. Für den Einbau größerer Dachfenster oder Gauben ist ein Sparrendach hingegen nicht geeignet: Die Sparren dürfen nicht unterbrochen werden, ein Fenster oder eine Gaube muss also immer zwischen zwei Sparren Platz haben.

 

Kehlbalkendach

Wenn Sparren eine Länge von 4,50 Metern überschreiten sollen, errichtet man in der Regel ein sogenanntes Kehlbalkendach. Dabei wird zwischen die Sparren im oberen Drittel ein oder mehrere Querbalken angebracht, Kehlbalken genannt. Diese Konstruktion ermöglicht eine größere Spannweite des Daches und kommt meist bei mehrgeschossigen Dächern zum Einsatz. Mit einem Kehlbalkendach ergibt sich ein zwar niedrigerer, aber gut nutzbarer Spitzboden unter dem Dach.

 

Pfettendach

Während ein Sparrendach nur eine begrenzte Breite überspannen kann, eignet sich ein Pfettendach auch für kompliziertere und breitere Dachformen, sowie für den Einbau von Gauben und größeren Dachfenstern. Möglich wird dies durch eine Konstruktion, bei der die Sparren auf einem Längsbalken ruhen. Diese waagerechten Längsträger nennt man Pfetten. Gestützt wird ein Pfettendach von senkrechten Balken, die Ständer oder Stiele genannt werden, und meist im Dachraum stehen.

 

Teaser: Pfettendach

Das Flachdach

Ab einer Dachneigung von weniger als fünf Grad spricht man von einem Flachdach. Als Dachkonstruktion ist das Flachdach zunächst die einfachste Dachform, doch bautechnisch muss es hinsichtlich Statik und Nässeschutz sehr sorgfältig ausgeführt werden. Da das Wasser nicht automatisch abfließen kann, muss ein Flachdach also sehr gut abgedichtet sein. Beim Flachdach gibt es unterschiedliche Aufbauten, man unterscheidet zwischen Kalt-, Warm- und Umkehrdach.

 

Kaltdach, Warmdach, Umkehrdach

Bei einem Kaltdach, auch zweischaliges oder belüftetes Dach genannt, ist zwischen Dachhaut und Dämmung ein Luftspalt integriert. Dieser hilft Kondenswasser zu vermeiden. Aufgrund der mangelnden Querlüftung ist die Konstruktion aber relativ anfällig für Schäden, weshalb das Kaltdach heute kaum mehr ausgeführt wird. In der Regel wird ein Flachdach als sogenanntes Warmdach konstruiert, das auch als einschaliges oder nicht belüftetes Dach bezeichnet wird. Dabei werden alle Funktionsschichten ohne Luftschicht übereinander angeordnet, sodass eine kompakte Schale entsteht. Das sogenannte Umkehrdach ist eine Sonderkonstruktion des Warmdaches. Es verdankt seinen Namen der umgekehrten Reihenfolge des Dachschichtenaufbaus: Hier wird entgegen des konventionellen Aufbaus erst die Abdichtung aufgebracht und anschließend die Dämmung, die in der Regel durch ein Vlies oder eine Kiesschicht geschützt ist.

 

Katja Neumann

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