Dacheindeckung: Die richtigen Materialien für jedes Dach

Das sprichwörtliche Dach über dem Kopf dient dazu, Haus und Mauerwerk vor Witterungseinflüssen zu schützen. Ein Dach muss robust und langlebig sein, damit es Nässe, Wind und Sonneneinstrahlung dauerhaft standhält. Diese Aufgaben erfüllen viele verschiedene Materialien zur Dacheindeckung. Bauen.de gibt einen Überblick über Dachformen, Materialien und Möglichkeiten der Dacheindeckung.

Die Form des Daches ergibt sich aus der Architektur und dem Aufbau des Hauses. Bei Materialien und Art der Eindeckung gibt es dagegen eine Vielzahl an Möglichkeiten. Entscheidend sind hier neben Geschmack und Budget auch mögliche Vorgaben des Bebauungsplans sowie spezifische Materialeigenschaften – denn nicht alles, was gut aussieht, ist auch für den jeweiligen Zweck oder Standort geeignet.

Biberschwanzdachziegeln aus Ton, ein weit verbreitetes und traditionelles Material zur Dacheindeckung. Foto: Gnther / fotolia.de

Materialien für das Steildach

Das Steildach ist die am weitesten verbreitete Dachform in Deutschland besitzt die größte Vielfalt an möglichen Materialien für die Dacheindeckung.

Dachziegel: Biberschwanz oder Dachpfanne

Ziegel gehören zu den beliebtesten Dacheindeckungsmaterialien. Als Naturprodukt sind sie besonders robust und überaus langlebig. Am häufigsten werden sogenannten Biberschwanzziegel, die ihren Namen ihrer halbrunden Form verdanken, oder Dachpfannen eingesetzt, die an ihrer charakteristischen Wellenform zu erkennen sind.

Dachsteine aus Beton

Dachsteine aus Beton gelten als günstige Variante zum Dachziegel. Sie werden vorwiegend bei geneigten Dächern eingesetzt. Dachsteine sind zwar schwerer als Ziegel und weniger witterungsbeständig, punkten aber unter anderem durch ihre große Farbvielfalt.

Schiefer und andere Natursteine

Bei der Dacheindeckung mit Naturstein eignet sich vor allem das Material Schiefer. Neben Optik und ökologischer Unbedenklichkeit überzeugt Schiefer durch seine enorme Langlebigkeit. Das Material bietet außerdem eine große Vielfalt an kreativen Dacheindeckungsarten.

Faserzementplatten: Das Dach mit Papier decken

Faserzementplatten – oder auch Sandwichplatten – bestehen aus Zellulose und sind eine kostengünstige, pflegeleichte und wartungsarme Alternative zu Schiefer oder Natursteinplatten. Durch ihr geringes Gewicht sind die Faserzementplatten vielfältig einsetzbar – auch für Fassadenverkleidung und Dacheindeckung.

Metalldach: Aluminium, Kupfer, Zink

Metalldächer sind langlebig und pflegeleicht. Aluminiumdächer erfreuen sich wegen ihrer Farbvielfalt sowie ihrer witterungsbeständigen und langlebigen Eigenschaften zunehmender Beliebtheit. Aufgrund ihres geringen Gewichtes eignen sie sich auch gut für Altbausanierungen.

Mit Titanzink eingedeckte Dächer sind ähnlich witterungsbeständig, jedoch nicht ganz so langlebig. Auch die Eindeckung mit Kupfer ist möglich. Kupferbänder lassen sich als dekoratives Element einsetzen, gerne an Dachfirsten oder Gauben.

Weichdach: Die Natur auf dem Dach

Alle bisher genannten Dachmaterialien lassen sich dem Hartdach zuordnen. Daneben gibt es auch das sogenannte Weichdach. Dieses besteht aus weichen Naturmaterialien wie Reet, Stroh oder Holzschindeln, auch das Gründach gehört zu den weichen Bedachungsformen. Weichdächer sind zwar optisch und baubiologisch von Vorteil, sie sind jedoch pflegeintensiv und meist genehmigungspflichtig. Auch beim Brandschutz gelten für Weichdächer spezielle Regelungen.

Dachrinne

Zu jedem Dach gehört ein Entwässerungssystem, bestehend aus Dachrinne und Fallrohr. Diese Elemente sollten passend zur Dacheindeckung ausgewählt werden. Neben unterschiedlichen Materialien sind Dachrinnen in vielen Farb- und Designvarianten erhältlich.

Verschiedene Materialien für die Dacheindeckung

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Dach-Materialien für das Flachdach

Ein Flachdach ist architektonisch reizvoll, in Sachen Dacheindeckung aber auch anspruchsvoller. Mit einer Neigung von weniger als fünf Grad müssen vor allem Dichtigkeit und Entwässerung gewährleistet sein, sonst leidet schnell die Bausubstanz. Unterschieden werden beim Flachdach die Varianten Kaltdach und Warmdach.

Dachisolierung: Dachpappe

Die fachgerechte Dachisolierung spielt beim Flachdach eine besonders wichtige Rolle. Um die entsprechende Dichtigkeit zu gewährleisten, werden vor allem Bitumen, Kunststoff oder Elastomer eingesetzt. Als Basis für die Dacheindeckung fungiert die Dachpappe, Dachplatten sorgen für die gewünschte Optik.

Dachbegrünung: Das Dach als Ökosystem

Flachdächer eignen sich ideal für eine Begrünung: Ökologisch sinnvoll, optisch ansprechend und vorteilhaft hinsichtlich Dämmung und Dachabdichtung. Unterschieden wird zwischen extensiver und intensiver Begrünung. Auch Steildächer lassen sich grundsätzlich begrünen – wenn man bestimmte Anforderungen an Statik, Dachaufbau und Abdichtung beachtet.

Weitere Materialien für kleinere Dächer

Bei kleineren Dächern für Garage, Terrasse oder Gartenhaus kommen häufig witterungsbeständige und leicht zu verarbeitende Kunststoffelemente wie Wellplatten oder Plexiglas zum Einsatz. Für die Abdeckung von zum Beispiel Unterstellplätzen eignen sich auch Trapezbleche. Eine Überdachung aus Glas erfordert wegen des größeren Gewichts jedoch eine stabilere Unterkonstruktion.

Dacheindeckung: Mögliche Einschränkungen

Bei der Wahl der Dacheindeckung gibt es allerdings einige Einschränkungen. Nicht jedes Material ist in jedem Fall geeignet oder sinnvoll.

Solaranlagen

Nicht jede Dachform und jedes Material sind für die Installation von Solaranlagen geeignet. Da Standardmodule eine ebene Fläche erfordern, sind Weichdächer oder Schieferdächer eher ungeeignet. Die Installation, auch bei Tonnen- oder Bogendächern, ist zwar prinzipiell möglich, doch aufgrund der Kosten für Unterkonstruktion und Befestigung meist nicht wirtschaftlich. Auch die Tragfähigkeit des Daches spielt wegen des Gewichts der Solarmodule eine Rolle.

Bebauungsplan

Ob das eigene Traumhaus nach persönlichen Vorstellungen realisiert werden kann, hängt auch vom kommunalen Bebauungsplan ab. Dieser regelt die städtebauliche Entwicklung und sieht optisch oft einen einheitlichen Siedlungs-Charakter vor. Bevor also eine Dacheindeckung mit besonderen Materialien oder ungewöhnlichen Farben geplant wird, stellt sich die Frage, was eigentlich wo gebaut darf.

Katja Neumann

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