Dachterrasse: Bauen lassen, statt selber bauen

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Selbst eine Dachterrasse zu bauen, ist schwierig. Stattdessen sollte ein Fachmann ans Werk, der weiß, was es alles zu beachten gibt. Sind Bauvorschriften und statische Voraussetzungen erfüllt sowie Mauerwerk und Dach dicht, lässt es sich hoch oben wunderbar entspannen.

Prinzipiell eignet sich jedes Dach, unabhängig davon ob flach oder geneigt, für den Bau einer Dachterrasse. Vorausgesetzt es hält der Belastung Stand, beziehungsweise kann nachträglich entsprechend verstärkt werden. In jedem Fall müssen beim Bau einer Dachterrasse örtliche Bauvorschriften beachtet und ein Bauantrag gestellt werden. Auch die Rechte der Nachbarn gilt es zu berücksichtigen, indem beispielsweise genügend Abstand zum Nachbargrundstück eingehalten wird. Und: Bei der Verwirklichung einer Dachterrasse sind Fachleute gefragt, nur sie können die Statik berechnen und kennen die notwendigen Maßnahmen, um das Mauerwerk vor eindringender Feuchtigkeit zu schützen.

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Statik: Ohne Tragwerksplaner geht es nicht

Das Dach der Garage, des Anbaus oder des Gebäudes, auf dem die Dachterrasse gebaut werden soll, ist nicht zwangsläufig für größere Lasten ausgelegt. Bei einem Sparrendach müssen beispielsweise auch die Lasten der angrenzenden Dachflächen umgeleitet werden. Verzichtet man dabei auf die Beratung eines Statikers, kann das unter anderem zu Problemen mit der Versicherung führen.

Bauwerksabdichtung: Damit es nicht durch die Decke regnet

Stets zu beachten sind auch die geltenden DIN sowie die Flachdachrichtlinie. Diese regeln unter anderem den Schutz von Bauwerken gegen Feuchtigkeit und Wasser, also welche Abdichtungsart auf welches Dach muss und wie Regenwasser abgeführt wird. Auch hier sollte unbedingt ein Fachmann hinzugezogen werden, vor allem Schichtaufbauten der Abdichtung und Anschlusspunkte an das restliche Gebäude sind kritisch. Der Boden der Dachterrasse muss dicht sein und trotzdem Feuchtigkeit aus untenliegenden Räumen abtransportieren. Diese sogenannte thermische Entkopplung der Decke ist komplex und schwierig. Außerdem muss die Abdichtung Risse bis zu zwei Millimeter überbrücken können, die zum Beispiel durch das natürliche Schwinden des Bauwerks entstehen können.

Dachterrasse, Abdichtung, Flachdach, Foto: Nik - Fotolia.com
Der Untergrund der Dachterrasse sollte sorgfältig abgedichtet werden. Wer hierbei patzt, riskiert Schäden am Bauwerk. Foto: Nik - Fotolia.com

Wasserablauf: Pfützen müssen nicht sein

Dachterrasse, Wasserablauf, Pfütze, Gefälle, Foto: XtravaganT - Fotolia.com
Um Pfützen auf der Dachterrasse zu verhindern, sollten ein Gefälle sowie Abläufe eingebaut werden. Foto: XtravaganT - Fotolia.com

Wenn Regenwasser zu lange stehen bleibt, wird selbst die beste Abdichtung auf Dauer irgendwann undicht. Die meisten Dachterrassen müssen daher mit einem leichten Gefälle angelegt werden und Abläufe sowie Notüberläufe haben. Letztere kommen zum Einsatz, wenn vorhandene Abläufe zum Beispiel durch Laub verstopft sind. Damit es dann nicht zur Überschwemmung kommt, darf der Notüberlauf in höchstens 20 Zentimetern Höhe angebracht sein.

Der Bauherr sollte darauf achten, dass dieses Gefälle bereits in der Bauplanung vorgesehen ist, beziehungsweise nachträglich durch den Belag herbeigeführt werden kann.

Experten-Tipp

Wurde die Dachterrasse bereits gebaut, ist ein ausgeschütteter Eimer Wasser der einfachste Test, um zu prüfen ob genügend Gefälle vorhanden ist. Läuft das Wasser in die Regenrinne ab, ist das Gefälle ausreichend, bleibt es stehen, ist das Gefälle zu gering und muss durch den Belag ausgeglichen werden.

Auch vor der Tür zur Dachterrasse sollte entweder ein Abfluss oder 15 Zentimeter Höhenunterschied zwischen Terrasse und der Oberkante der Terrassentürschwelle eingeplant werden, damit Wasser nicht ungehindert in die Wohnung fließen kann. Übrigens lässt sich ein bereits bestehendes Fenster meist relativ problemlos zur Terrassentüre umbauen.

Terrassenbelag: vielfältige Möglichkeiten für Dachterrassen

Bauwerksabdichtung und Gefälle wiederum sind abhängig vom späteren Belag. Für einen Umbau oder eine Sanierung einer bestehenden Dachterrasse bedeutet das: Liegen bereits vorhandene Fliesen auf einem Kiesbett, sollten auch neue Fliesen auf ein Kiesbett gelegt werden – oder man überprüft die Abdichtung und passt sie gegebenenfalls an. Beim Bodenbelag bieten sich verschiedene Möglichkeiten. Neben Terrassen- oder Waschbetonplatten kann man auch Kunstrasen, Fliesen oder Holzplatten verlegen. Wer im Sommer gerne barfuß unterwegs ist, sollte jedoch bedenken, dass sich ein steinerner Belag stark erhitzen kann. Terrassenhölzer hingegen erwärmen sich nur minimal und splittern bei guter Pflege selten, dafür braucht Holz im Gegensatz zu Stein regelmäßige Pflege.

Dachterrasse, Terrassenboden, Bodenbelag, Foto: Resysta
Neben Terrassenplatten aus Stein werden auch gerne Holzdielen verlegt. Da Holz plegeaufwendig ist, greifen Hausbesitzer gerne auf Hybridmaterial aus Reishülsen, Steinsalzen und Mineralölen zurück. Foto: Resysta

Geländer: unverzichtbarer Bestandteil

Auch die eigene Sicherheit sollte man nicht vergessen. Daher braucht jede Dachterrasse ein Geländer, zum Beispiel aus Holz oder Metall oder in Form einer schmalen Mauer. Dabei sind mindestens 90 Zentimeter Höhe Vorschrift, liegt die Dachterrasse höher als zwölf Meter über dem Erdboden sind sogar 110 Zentimeter vorgeschrieben. Wie beim Bodenbelag entscheiden auch hier Statik, der eigene Geschmack und natürlich das Budget. Bei einer gemauerten Brüstung muss der Wasserablauf gewährleistet sein. Vor allem Familien sollten beim geplanten Geländer berücksichtigen, dass horizontale Stäbe zu einer Kletterpartie einladen, der Abstand zwischen vertikalen Stäben dafür maximal zwölf Zentimeter betragen sollte, ansonsten passt ein Kopf durch und bleibt möglicherweise stecken.

Dachterrasse, Geländer, Foto: Composer – Fotolia.com
Ein Geländer ist auf jeder Dachterrasse unverzichtbar. Foto: Composer – Fotolia.com
Link-Tipp

Sie können keine Dachterrasse bauen. Vielleicht ist eine Dachloggia ja eine passende Alternative.

Gestaltung der Dachterrasse

Nach Einhaltung aller Bauvorschriften, sind der Gestaltung keine Grenzen gesetzt. In Betracht ziehen sollte man dabei, dass die meisten Dachterrassen ganztägig in praller Sonne liegen und es sich folglich lohnt, in ausreichenden Sonnenschutz zu investieren. Auch Pflanzen sollten viel Sonne aushalten können, je nach Statik und Abdichtung lässt sich dann sogar ein Dachgarten realisieren.

Dachterrasse, Dachgarten, Foto: FBB
Extensive Dachbegrünung ist nicht genehmigungspflichtig. Wird das Dach jedoch als Dachgarten genutzt, ist ein Blick in die örtlichen Bauvorschriften ebenso wie bei einer geplanten Intensivbegrünung Pflicht. Foto: FBB

Dachgarten: grüne Oase über den Dächern

Dachterrasse, Dachbegrünung, Schichtaufbau, Foto: ZinCo GmbH
Die Aufbauschichten der Dachbegrünung: 1) Wurzelschutzfolie, 2) Schutzmatte, 3) Drainageschicht, 4) Filterschicht, 5) Substrat, 6) Bepflanzung. Foto: ZinCo GmbH Foto: ZinCo GmbH

Wer seine Dachterrasse dauerhaft begrünen möchte, sollte den Rat von Fachleuten einholen: So klärt ein Statiker, wie viel Gewicht das Dach tragen kann, während ein Dachgärtner hilfreiche Tipps für die Erstbepflanzung bieten kann. Wer die Abdichtungs- und Begrünungsarbeiten von unterschiedlichen Firmen erledigen lässt, sollte die Zusammenarbeit vertraglich regeln – so kann man sicher gehen, wer für die Gewährleistung, Wartung und Garantieleistung zuständig ist.

Beim Aufbau unterscheiden sich die Varianten der Anbieter. Allen gemeinsam ist eine wurzelfeste Folie, auf die eine Drainageschicht aufgebracht wird. Darauf folgen meist Flies und eine wasserspeichernde Schicht, die mit Substrat bedeckt werden. Der Aufbau sollte vom Fachmann erledigt werden.

Die passende Bepflanzung für den Dachgarten

Grafik: bauen.de
Grafik: bauen.de Grafik: bauen.de

Der Einfluss von Sonne und Wind ist einige Stockwerke höher meist bedeutend stärker als im geschützten Garten. Bei der Bepflanzung sollten gegenüber Frost, Wind und Hitze unempfindliche Gewächse verwendet werden, die flache Wurzeln bilden. Die Wahl der Bepflanzung ist nicht nur durch die ästhetischen Ansprüche des Hausbesitzers, sondern auch durch die Statik bestimmt, denn die Dicke – und damit auch das Gewicht – der Substratschicht variiert je nach Begrünung. Es werden drei Bepflanzungsvarianten unterschieden:

  • Extensive Begrünung
    Wer sein Dach nur mit geringem Gewicht belasten möchte, kann es mit Moosen, Kräutern und Gräsern bewachsen lassen. Diese Pflanzen benötigen kaum Pflege und Bewässerung, zudem reicht hier eine recht dünne Substratschicht von sechs bis 20 Zentimetern. Die extensive Begrünung eignet sich auch für geneigte Dächer.
  • Einfache Intensivbegrünung
    Gräser, Strauchwerk und Büsche verschönern hier den Dachgarten. Mit einer Substratschicht von zwölf bis 25 Zentimetern und einem geringen Pflegeaufwand bietet die einfache Intensivbegrünung einen Mittelweg zwischen intensiver und extensiver Begrünung.
  • Intensive Begrünung
    Stauden, Bäume und Rasen: Wer etwas mehr Zeit, Substrat und Pflege investieren möchte, kann fast die gleichen Ergebnisse wie im herkömmlichen Garten erzielen. Die Aufbaudicke beginnt hier bei 15 Zentimetern. Um die Pflanzen gut zu versorgen, lohnt sich ein automatisches Bewässerungssystem.

Dachgarten: Kosten und Förderung

Dachterrasse, Dachgarten, Foto: ZinCo
Mitten in der Stadt und trotzdem im Grünen entspannen – dank Dachgarten. Foto: ZinCo

Während extensive Begrünungen bereits für 25 bis 35 Euro pro Quadratmeter entstehen können, variieren die Kosten für intensiv begrünte Dachgärten je nach den Wünschen des Bauherren. Der deutsche Dachgärtner Verband empfiehlt, sich vor dem Baubeginn über eventuelle Förderungen der Kommunen zu informieren. So werden häufig Fördergelder von zehn bis 20 Euro pro Quadratmeter begrünter Fläche vergeben. Diese städtischen Subventionierungen können außerdem mit einer KfW-Förderung kombiniert werden: Da ein Gründach den Energiebedarf des Gebäudes senkt, ist eine Bezuschussung durch die KfW-Förderbank möglich.


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