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Dachziegel: natürlich, witterungsfest und langlebig

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Ton, Lehm und Wasser – aus diesen Grundstoffen werden Dachziegel seit Jahrtausenden gefertigt. In Deutschland gehören Ziegel zu den Standarddacheindeckungen. Sie können sowohl beim Neubau als auch bei der Dachsanierung eingesetzt werden.

Ein Dachdecker deckt ein Dach mit glasierten Dachziegelsteinen. Foto: U. J. Alexander / stock.adobe.com

Vieles, was landläufig als Dachziegel bezeichnet wird, ist gar kein Dachziegel im technischen Sinne. Denn um einen Dachziegel handelt es sich nur, wenn er aus gebranntem Ton oder Lehm hergestellt ist. Dachziegel gehören also - zusammen mit Schieferplatten, Holzschindeln und Co. – zu den natürlichen Bedachungsmitteln. Bei Dacheindeckungen mit Naturmaterialien sind zudem sogenannte Weichdächer möglich. Dazu gehören Bedachungsformen aus Reet, Stroh oder auch das begrünte Dach. Zur Kategorie der künstlichen Bedachungswerkstoffe zählen dagegen Dacheindeckungen aus Metall wie Kupfer, Zink oder Aluminium, ebenso Dachsteine aus Beton.

Dachziegel – wer hat’s erfunden?

Eines ist klar – die Geschichte der Dachziegel reicht lange zurück. Und trotzdem – oder vielleicht gerade deshalb – lässt sich die Frage kaum beantworten, wer die Dachziegel erfunden hat. Historische Quellen reichen zurück bis ins Jahr 3.000 v. Chr., wo bereits die Babylonier Dachziegel verwendet haben sollen.

Sicher ist jedoch, dass Dachziegel aus Lehm oder Ton hergestellt werden und wurden. Bis heute bestehen Dachziegel zu 60 Prozent aus Ton oder Lehm und zu 40 Prozent aus mit Wasser gefüllten Poren. Über Jahrtausende war die Produktion von Dachziegeln reine Handarbeit. Die einsetzende Industrialisierung und die Erfindung der Dampfmaschine läuteten den Beginn der Massenfertigung von Dachziegeln ein.

Die Materialien für Ziegel sind seit Jahrtausenden ungefähr gleich. Der Herstellungsmethode hat sich dagegen massiv verändert. Hier eine Maschine in einer Ziegelfabrik. Foto: Artvark Film / stock.adobe.com

 

Die Herstellung von Dachziegeln und ihre Formen

Die Herstellung der Dachziegel hat sich trotz der Industrialisierung kaum verändert. Auch heute unterscheidet man zwischen den einzelnen Produktionsschritten:

  1. Abbau von Ton oder Lehm
  2. Aufbereitung
  3. Sumpfen oder Mauken zur Justierung des Feuchtegehaltes
  4. Formgebung
  5. Trocknungsprozess
  6. Brennen
  7. und schließlich die Güteprüfung.

Da Dachziegel bei rund 1.000 Grad gebrannt werden, sind sie besonders witterungsfest. Aufgrund der weichen Ausgangsmaterialien Ton oder Lehm lassen sich Dachziegel im Prinzip frei formen und sind in Kombination mit verschiedenen Oberflächenbehandlungen äußerst variantenreich. Durchgesetzt haben sich im Laufe der Zeit vor allem Dachziegel in Form gewellter Dachpfannen oder Hohlfalzriegel sowie sogenannte Biberschwanzziegel, die an ihrer abgerundeten Form zu erkennen sind. Einen rustikal-historischen Charme besitzen dagegen Romanziegel, deren raue Oberflächen ein mediterranes Flair versprühen.

Verschiedene Farben, Formen und Oberflächen von Dachziegeln und Dachsteinen. Foto: blickwinkel2511 / stock.adobe.com

 

Farben und Oberflächen

Die Farbgebung von Dachziegeln wird durch das Ausgangsmaterial und die Veredelung bestimmt. Neben der klassisch naturroten Färbung können Dachziegel auch in weiteren Rot- und Brauntönen hergestellt werden, indem das Material speziell behandelt wird.

Bei gedämpften Dachziegeln wird die Bildung von Eisenoxid durch Sauerstoffentzug unterdrückt. So erhalten die Dachziegel je nach Ausgangsmaterial eine aquarellähnliche Tönung von Rot bis Grau.

Engobierte Dachziegel werden vor dem Brennen mit mineralischen Tonschlämmen versehen, sodass farbige Oberflächen von Rot über Erdfarben bis hin zu Schwarz möglich sind.

Glasierte Dachziegel schließlich erhalten einen transparenten oder farbigen Überzug aus geschmolzenem Glas, woraus die typisch glänzende Optik resultiert. Glasierte Dachziegel sind in allen denkbaren Farben erhältlich, sodass der Gestaltungsfreiheit keine Grenzen gesetzt sind. Alle Oberflächenbehandlungen dienen übrigens ausschließlich optischen Aspekten, sie wirken sich nicht auf Qualität oder Langlebigkeit aus.

Achtung Bebauungsplan!

Bevor man sich für eine neue Dacheindeckung entscheidet, sollte man unbedingt einen Blick in den örtlichen Bebauungsplan werfen. Dieser wird von den Gemeinden festgelegt und legt unter Umständen bestimmte Gestaltungsrichtlinien fest. Für die Dacheindeckung mit Dachziegeln bedeutet das: Möglicherweise gibt es Einschränkungen in der Farbauswahl, auch glasierte Dachziegel sind aufgrund ihrer erhöhten Reflexion nicht überall erlaubt. Den Bebauungsplan kann man beim Bauordnungsamt, der Gemeindeverwaltung, dem Stadtplanungsamt und bei vielen Kommunen inzwischen auch online einsehen.

Was kosten Dachziegel?

Die Kosten für Dachziegel unterscheiden sich nach Form, Materialqualität sowie gewünschten Oberflächen und Farbvarianten. Grundsätzlich sind Biberschwanzziegel am günstigsten mit einem Quadratmeterpreis von 10 Euro aufwärts. Dachpfannen und Hohlfalzriegel schlagen mit 20 bis 25 Euro pro Quadratmeter zu Buche. Wer eine außergewöhnliche Optik bevorzugt, wie zum Beispiel das antik-mediterrane Aussehen von Romanziegeln, muss mit einem Quadratmeterpreis ab 40 Euro aufwärts rechnen.

 

Ein Handwerker reinigt ein Ziegeldach mit einem Hochdruckreiniger. Foto: Marina Lohrbach / stock.adobe.com

 

Haltbarkeit und Wartung

Eine Dachdeckung aus Dachziegeln hat oft eine Haltbarkeit von 80 bis 100 Jahren, dies kann jedoch je nach Gegebenheiten variieren – starke Witterungseinflüsse oder Umweltbelastungen lassen das Material schneller altern, auch Befall mit Moos verkürzt die Lebenszeit. Eine gute Wartung kann hingegen das Dachleben verlängern. Hierbei ist es wichtig, dass zum Beispiel nach einem Unwetter beschädigte Stellen umgehend repariert und heruntergefallene Ziegel ersetzt werden, denn Undichtigkeiten können schnell teure Folgeschäden verursachen.