DIN 18065: Vorschriften zum Treppenbau

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Die DIN 18065 befasst sich mit der Konstruktion und Ausführung von Gebäudetreppen und gibt bestimmte Werte für die Steigung, Laufbreite und Auftritt einer Treppe vor. Auch die Ausführung von Treppengeländern und Podesten werden genau vorgegeben. Daneben gibt es allerdings noch weitere Vorgaben für den Treppenbau, die Bauherren beachten sollten.

Treppenbau, DIN 18065, Treppe mit Glasgeländer und scheinbar schwebenden Stufen, die nur an einer Seite an der Wand befestigt sind. Foto: stock.adobe.com / Federico Rostagno
Auch ausgefallenere Treppen sind kein Problem. Selbst wenn sie die DIN 18065 missachten, können sie gebaut werden – dann wird ein Standsicherheitsnachweis benötigt. Foto: stock.adobe.com / Federico Rostagno

Das umfassendste Regelwerk zum Thema Treppenbau ist die DIN 18065, in der beispielsweise die Größe der Treppenstufen oder die Höhe des Treppengeländers geregelt werden. Diese DIN formuliert im Grunde die anerkannten Regeln der Technik. Die Vorgaben dienten teilweise als Grundlage für die Bestimmungen der Bauordnungen der Länder. Letztendlich ist aber nur das gesetzlich vorgeschrieben, was in einer Bauordnung verankert ist: „Widersprechen sich die Anforderungen aus DIN 18065 und einer Landesbauordnung, hat die Bauordnung den höheren Stellenwert“, verrät Andrea Köcher, Geschäftsführerin von Treppenmeister.

Info

DIN steht für Deutsches Institut für Normung. Dabei handelt es sich um einen privatwirtschaftlichen Verein, der als einziges offizielles Normungsinstitut anerkannt ist. Der Verein ist für zehntausende Normen verantwortlich, aktualisiert diese ständig und gibt auch neue heraus. Die Normen an sich sind nicht verbindlich, legen aber oftmals den Stand der Technik fest, der standardmäßig angewendet werden sollte.

Der Gesetzgeber unterscheidet zwischen dem öffentlichen und dem privaten Raum. So gibt es für Treppen in Mehrfamilienhäusern mehr Vorgaben als für private Räume in beispielsweise einem Einfamilienhaus. Andrea Köcherempfiehlt allerdings: „Eine Treppe sollte auch in Einfamilienhäusern die Mindestmaße der DIN 18065 erfüllen.“

Notwendige und nicht notwendige Treppen

Treppenbau, DIN 18065, Holztreppe in U-Form mit geschlossenen Stufen. Foto: stock.adobe.com / Ivan Tsyrkunovich
Diese Treppe erschließt ein anderes Stockwerk. Es handelt sich deswegen vermutlich um eine notwendige Treppe. Foto: stock.adobe.com / Ivan Tsyrkunovich

Im Baurecht wird zwischen zwei grundsätzlichen Treppenarten unterschieden: der notwendigen und der nicht notwendigen Treppe. Jede Treppe, die ein Wohngeschoss erschließt, ist notwendig. Eine Treppe, die beispielsweise zu einem nur zu Lagerzwecken genutzten Dachboden führt, ist dagegen nicht notwendig. Wenn ein Geschoss bereits durch eine notwendige Treppe erreicht wird, ist jede weitere Treppe nicht notwendig.

Für notwendige Treppen gelten strenge Regeln, die Maße der Stufen sowie die Steigung müssen sich in einem gewissen Rahmen bewegen. Eine Klapptreppe ist beispielsweise nicht erlaubt. Einzige Ausnahme: wenn eine solche Treppe den nicht zu Wohnzwecken genutzten Dachboden in einem Ein- oder Zweifamilienhaus erschließt.

Treppenhaus

Treppenbau, DIN 18065, Blick eine schmale Holztreppe hinab, mit Geländer aus Glas und schwarzem Metall, Foto: stock.adobe.com / dzejdi
Eine so schmale Treppe ist für den Einsatz in öffentlichen Gebäuden oder Mehrfamilienhäusern nicht geeignet, im Einfamilienhaus aber kein Problem. Foto: stock.adobe.com / dzejdi

Auch beim Treppenhaus gibt es Ausnahmen für Ein- und Zweifamilienhäuser: Sie brauchen kein durchgehendes Treppenhaus. Die Treppe zum Keller muss beispielsweise nicht unter der Treppe in den ersten Stock liegen. Bei Mehrfamilienhäusern müssen notwendige Treppen dagegen laut Bauordnung „in einem Zuge“, also in einem einzigen Treppenhaus untergebracht werden.

Weitere Vorgaben der Musterbauordnung

Die Musterbauordnung schreibt vor, dass:

  • … die Breite einer Treppe für den größten zu erwartenden Verkehr ausreichen muss.
  • … eine Treppe ein Geländer braucht.
  • … falls erforderlich auch auf der Wandseite einer Treppe ein Handlauf angebracht werden muss. Das gilt für besonders breite Treppen.
  • … zwischen Treppe und Tür ein ausreichender Treppenabsatz gebaut werden muss, sofern die Tür in Richtung der Treppe aufschlägt.

Die Vorgaben der DIN 18065

Die DIN 18065 regelt die Gestaltung einer Treppe bis ins Detail – diese Details haben aber keinen Einzug in die Bauordnung gehalten. Das heißt, gerade in Einfamilienhäusern können Bauherren theoretisch auch Sonderwünsche umsetzen. Die Frage ist aber, warum sie das tun sollten, gewährleistet die DIN doch die sichere und komfortable Benutzbarkeit einer Treppe. Die DIN 18065 gilt als Maßstab der anerkannten Regeln der Technik. Das heißt, ein Treppenbauer muss sich an die DIN 18065 halten, sofern mit ihm nichts anderes vereinbart wurde. „Und das gilt auch für Ein- und Zweifamilienhäuser“, so Andrea Köcher.

Treppenbau, DIN 18065, Holztreppe mit weißem Geländer und seitlichen Wangen. Foto: stock.adobe.com / sutichak
Diese Treppe ist eine klassische Umsetzung der DIN 18065. Wer davon abweichen möchte, braucht möglicherweise eine Standsicherheitsbescheinigung. Foto: stock.adobe.com / sutichak

Was die DIN 18065 festlegt:

  • Nutzbare Treppenlaufbreite: Damit wird die Breite der Treppe bezeichnet, die tatsächlich genutzt werden kann. Sie wird durch angrenzende Bauteile oder Hohlräume festgelegt. Bei baurechtlich notwendigen Treppen in Wohngebäuden mit maximal zwei Wohnungen muss sie mindestens 80 Zentimeter betragen.
  • Treppensteigung: Die Treppensteigung wird mithilfe der Schrittmaßregel geplant: 2 s (Treppensteigung) + a (Treppenauftritt) = Schrittmaß (590 bis 650 Millimeter). Die Steigung darf 140 bis maximal 200 Millimeter betragen.
  • Treppenauftritt: Der Auftritt gibt die Breite der Treppenstufe an. Die zulässigen Werte liegen zwischen 230 und 370 Millimeter bei baurechtlich notwendigen Treppen in Wohnhäusern mit nicht mehr als zwei Wohnungen.

Treppengeländer

Treppenbau, DIN 18065, Holztreppe steht frei im Raum, Foto: stock.adobe.com / Vadim Andrushchenko
Diese Treppe würde es schwer haben, in Deutschland genehmigt zu werden. Die Musterbauordnung schreibt zwar kein Geländer vor – sehr wohl aber einen Handlauf. Foto: stock.adobe.com / Vadim Andrushchenko

In der DIN 18065 ist ebenfalls geregelt, wie das Geländer einer Treppe beschaffen sein sollte. Bei Treppenläufen und auch -podesten sollen die freien Seiten mit einem Geländer gesichert werden, wenn der Abstand zum Boden mehr als einen Meter beträgt. Für Absturzhöhen zwischen einem und zwölf Metern ist eine Geländer-Höhe von 90 Zentimetern festgesetzt, bei einer – im privaten Wohnbau unwahrscheinlichen – Absturzhöhe von über zwölf Metern muss die Höhe des Geländers 1,10 Meter betragen.

Für die Höhe des Handlaufs gelten 85 bis 110 Zentimeter als bequem. Der Durchmesser des Handlaufs sollte dreieinhalb bis viereinhalb Zentimeter sein, rät das Deutsche Institut für Treppensicherheit. Zudem sollte der Handlauf etwa 30 Zentimeter über die erste und letzte Stufe weitergeführt werden, da dort die meisten Unfälle passieren.

Im Zweifel: Europäische Treppenzulassung

„Letztendlich muss eine Treppe einen Standsicherheitsnachweis haben“, erklärt Andrea Köcher. „Das heißt, sie muss entweder nach den Regeln der Technik gebaut sein oder es muss einen rechnerischen Nachweis der Stabilität geben.“ Das heißt, eine Treppe wird in den meisten Fällen nach der DIN 18065 gebaut sein. Für Holztreppen gibt es ein eigenes Regelwerk handwerklicher Holztreppen. Manche moderne Treppenausführungen wie Faltwerktreppen müssen dagegen nach den Vorgaben der European Technical Approval (ETA) gebaut werden.

Ob eine Treppe fachgerecht gebaut wurde, sollten Bauherren spätestens bei der Übergabe überprüfen. Am besten sollten Bauherren einen unabhängigen Sachverständigen mit auf die Baustelle oder zur Bauübergabe nehmen. Der erkennt etwaige Mängel und hilft bei der Erstellung einer Mängelrüge.


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Treppen
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28 Kommentare

Claus am 13.07.2019 11:09

Guten Tag.

Wir bewohnen eine Mietwohnung mit Terrasse und Garten in Schleswig Holstein.

Die Terrasse liegt höher als der Garten.

Sodass an der Terrasse sich 4 Stufen zum Garten befinden.

Ist hier ein Handlauf vorgeschrieben?

Unsere Kinder haben hier Probleme die Stufen zu überwinden.

Der Weg über die Terrasse könnte ja auch ein Rettungsweg sein?

Welche DIN wäre hier Maßgebend?

Besten Dank im voraus.

auf Kommentar antworten

Redaktion bauen.de am 15.07.2019 10:00

Hallo Claus,

Vorschriften zum Treppenbau finden sich in der DIN und in der Landesbauordnung. Sowohl in der DIN als auch in der Musterbauordnung wird ein Handlauf ab drei Stufen gefordert. Ausnahmen gibt es aber evtl. für Häuser mit nur einer Wohnung oder mit zweien, sofern der Eigentümer eine der Wohnungen selbst bewohnt. Am besten, Sie reden Mal mit dem Vermieter.

Herzliche Grüße,

die Redaktion von bauen.de

Marcelinho01 am 26.06.2019 12:25

Guten Tag, ich habe eine Wohnung vom Bauträger erworben (Altbau wird kersaniert). Das ganze Haus wird neu gemacht, sodass eigentlich nur noch die Außenwände dem Altbau entsprechen. Ebenfalls ein neuer Estrich wurde verlegt. Wir haben nun im Treppenhaus teilweise eine lichte Raumhöhe von 1,85 Meter. Der Bauträger verweist auf den Bestand und sagt die DIN muss hier nicht eingehalten werden. Wie ist die rechtliche Lage?

Vielen Dank für eure Hilfe.

auf Kommentar antworten

Redaktion bauen.de am 27.06.2019 09:16

Hallo Marcelinho001,

die DIN 18065 gibt eine Mindesthöhe von 2 Metern vor. Bei Gebäuden mit zwei Wohneinheiten oder weniger sind Abweichungen möglich, bei baurechtlich nicht notwendigen Treppen ebenfalls. Das Haupttreppenhaus über das man eine Wohnung erreicht gehört also nicht dazu. Ob der Bestand eine Ausnahme ermöglicht oder es sich um einen Fall von gekauft wie gesehen (oder geplant) handelt, können wir nicht sagen. Im Zweifel sollten Sie mit einem Anwalt sprechen, um herauszufinden, welche rechtlichen Schritte Ihnen offenstehen.

Herzliche Grüße,

die Redaktion von bauen.de

Sandrabtc am 06.05.2019 17:24

Guten Tag,

Wir wohnen in Hessen und sind aktuell dabei unseren Dachboden auszubauen.

Nun überlegen wir eine zu einer Seite offene Treppe einzubauen.

Auf der anderen Seite ist eine Wand wo der Handlauf befestigt wird.

Wir haben keine Kinder.

Ist dies gestattet?

Herzlichen Dank

Sandra Blum

auf Kommentar antworten

Redaktion bauen.de am 07.05.2019 13:20

Hallo Sandra,

Auskunft gibt die Hessische Bauordnung, auch das Bauamt kann Ihnen weiterhelfen. Grundsätzlich ist die Hessische Bauordnung nicht sehr spezifisch, sie spricht beispielsweise davon, dass eine Treppe einen Handlauf auf beiden Seiten aufweisen müsse, "soweit die Verkehrssicherheit oder Barrierefreiheit dies erfordert."

Herzliche Grüße,

die Redaktion von bauen.de

Jonny382 am 16.04.2019 22:46

Guten Tag, wir wohnen in RLP und möchten eine fünf Stufige Eingangstreppe bauen die auf die Eingangstür zuläuft. Sprich wir üben links und rechts keine Wand o.ä. Wir hatten eigentlich nur einen Handlauf geplant und wollten auf der anderen Seite nichts machen. Müssen wir die zweite Seite dennoch absichern?

Vielen Dank vorab für eine Antwort.

Mit freundlichen Grüßen

Jonathan Schmidt

auf Kommentar antworten

Redaktion bauen.de am 17.04.2019 09:06

Hallo Jonathan,

vielen Dank für Ihre Nachricht. In der Landesbauordnung Rheinland-Pfalz (LBauO) wird im § 33 Absatz 8 festgelegt, dass Treppen an den freien Seiten durch verkehrssichere Geländer abzusichern sind. Auf Handläufe kann verzichtet werden, wenn die Verkehrssicherheit geleistet ist. Das heißt, Sie müssen an beiden Seiten ein Geländer anbringen, es würde aber durchaus reichen, wenn sie nur eines der Geländer mit einem Handlauf versehen.

Herzliche Grüße,

die Redaktion von bauen.de

MelM am 07.04.2019 23:17

Guten Tag. Ich habe eine Frage zu einer bei uns im Neubau (2 Parteien im Haus) umgesetzten Treppe, welche uns als Eigentümer nicht DIN Konform erscheint. Die Treppenhaus Stufen haben einen Abstand zur Wand von über 6cm. Um diesen Abstand zu verkleinern, würden an der Unterseite der Treppe ein Metall Winkel angebracht, um ein durch rutschen eine Fußes zu vermeiden. Ließt man die DIN ist es mir nicht schlüssig, ob die Auslegung es zulässt, von der Kante des Winkel zur Wand zu messen und hier für 6cm oder kleiner zu sorgen oder ob nicht doch die Treppenstufe das ausschlaggebende ist und bleibt, trotz der angebrachten Metall Winkel. Wir haben die Befürchtung, dass die Treppe durch den Winkel nicht DIN konform ist und wir bei Unfällen haften. Ein Unwohlsein mit kleinen Kindern im Haus ist es allemal, da ein Fuß locker in der Breite rein passt, nur ein komplettes durch rutschen verhindert, zumindest bis man auf dem Winkel landet. Aber wichtig ist erst mal die Einschätzung der DIN Konformität. Besten Dank!

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Redaktion bauen.de am 08.04.2019 11:56

Hallo MelM,

das hört sich in der Tat seltsam an. Sprechen Sie die Baufirma ruhig darauf an. Grundsätzlich - aber vor allem, wenn einem während der Bauzeit schon solche Dinge auffallen - sollten Sie das Haus von einem unabhängigen Bausachverständigen abnehmen lassen. Er kann das Haus vor Ort genau untersuchen und findet auch verstecke Mängel.

Herzliche Grüße,

die Redaktion von bauen.de

BBE am 09.02.2019 10:33

Hallo, wir haben einen Altbau saniert und wollen das Geländer der Innentreppe weglassen und nur an der Wandseite einen Handlauf montieren. Does wollen wir so machen, da wir dadurch Platz gewinnen (auch wenn es darum geht, Möbel ins Obergeschoß zu transportieren) und es ohne Geländer besser aussieht. Oben kommt natürlich ringsherum eine Brüstung hin, wegen der Absturzgefahr. Aber dürfen wir das Geländer an der Treppe entlang weglassen und nur den Handlauf an der Wand zum Festhalten montieren?

auf Kommentar antworten

Redaktion bauen.de am 11.02.2019 13:09

Hallo BBE,

die DIN 18065 sieht Geländer vor, im BauGB steht nichts dazu, die Landesbauordnungen haben eigene Regelungen. In Bayern benötigen Treppen zwischen Stockwerken ein Geländer und die offenen Seiten müssen durch Umwehrungen gesichert werden. Oftmals gibt es für Häuser mit einer oder zwei Wohnungen eine Ausnahme.

Herzliche Grüße,

die Redaktion von bauen.de

PBR am 27.01.2019 12:10

Hallo,

wir haben eine Außentreppe mit 5 Stufen, d.h. 5 * 15 cm Höhe. Können Sie mir sagen, ob ich gesetzlich dazu verpflichtet bin, ein Geländer dort anbringen zu lassen?

Vielen Dank für Ihre Rückmeldung

auf Kommentar antworten

Redaktion bauen.de am 29.01.2019 15:46

Hallo PBR,

das hängt von den Regelungen des jeweiligen Bundeslandes ab. In Bayern sind beispielsweise Flächen mit einer Höhe von 50 Zentimetern zu umwehren. Das kann auch für eien Treppe gelten. Gebäude mit einer oder zwei Wohnungen sind von diesen Regelungen aber oftmals ausgenommen. Im Zweifel sollten Sie sich an des örtliche Bauamt wenden. Herzliche Grüße,

die Redaktion von bauen.de

E M am 02.01.2019 23:39

Hallo,

wir planen für unseren Neubau in NRW eine freitragende Faltwerktreppe mit einem Ganzglasgeländer mit Handlauf aus dünnem Edelstahl. Nun hab ich gelesen, dass die Faltwerktreppe besondere bauaufsichtliche Vorschriften erfüllen muss. Auch beim Glasgeländer geben einige Treppenbauer an, dass die Statik separat geprüft werden müsse. Teilweise widersprechen sich die Treppenbauer... Was für Kriterien müssen denn nun eingehalten werden? Und muss ich das Geländer wirklich nochmals extra vom Statiker (Zusatzkosten) prüfen lassen?

Vielen Dank und beste Grüße

auf Kommentar antworten

Redaktion bauen.de am 08.01.2019 12:11

Hallo E M,

grundsätzlich gelten die Regeln der Landesbauordnung, der DIN 18065, ETA. Außerdem kann ein Bauteil eine bauaufsichtliche Zulassung benötigen. Diese Anforderungen und Kriterien können wir aber nicht im einzelnen aufführen. Dafür gibt es dicke Regelwerke. Deswegen sollten Sie in erster Linie den Infos des jeweiligen Herstellers Glauben schenken und wenn Sie diesem nicht vertrauen, was ja durchaus sein kann, keine Bauteile bei ihm bestellen.

Wenn ihr Baupartner Ihnen bei dieser Frage nicht weiterhelfen kann, sollten Sie evtl. einen Architekten egagieren oder zumindest einen Bausachverständigen konsultieren.

Herzliche Grüße,

die Redaktion von bauen.de

reimoe am 20.12.2018 12:24

Hallo,

ich habe mir vor 2 Jahren eine Spartreppe 1/4 gewendelt zwischen 1. Etage und Dachgeschoss einbauen lassen. Im Dachgeschoss wurden 2 Kinderzimmer errichtet.

Nun treten Probleme mit dem Bauamt auf, die mir eine Nutzung der Zimmer untersagen da die Treppe nicht der Norm entspricht. Beim Kauf und dem unterzeichnen des Vertrages wurde ich nicht darauf hingewiesen, dass diese Treppe nicht für eine derartige Nutzung geeignet ist. Sie hat eine alte Ausziehtreppe ersetzt und dem Verkäufer teilte ich auch mit, dass weiterer Wohnraum geschaffen werden soll. Dafür wurde auch die bestehende Betondecke geöffnet, damit die Treppe montiert werden kann. Welche rechtlichen Möglichkeiten stehen mir zur Verfügung?

In den Vertragsunterlagen sowie im Herstellerprospekt steht kein Wort über diese eingeschränkte Nutzung.

MfG

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RogerF am 19.12.2018 16:29

Hallo , ich habe da mal eine Frage:

Wir verbinden 2 übereinanderliegende Wohnungen innerhalb eines MFH zu einer Wohnung. Dort soll eine Wendeltreppe als notwendige Treppe ( Brandschutz ) eingebaut werden. Der Antritt der Treppe im unteren Bereich befindet sich in der Nähe der Eingangstür der unteren Wohnung. Die 50cm Mindestabstand (korrekt?) können wir darstellen, allerdings hat die Tür den Anschlag auf der "falschen" Seite, dh bei geöffneter Tür würde man von der Treppe quasi gegen die Tür laufen. Wäre dies grundsätzlich darstellbar ohne gegen irgendwelche Bestimmungen zu verstossen? Dass es nicht besonders praktisch ist ist uns klar, allerdings wird diese Tür zukünftig nie genutzt werden (höchstens als Fluchtweg im Brandfall). Das Umsetzen des Türanschlages wäre, wenn überhaupt möglich, sehr aufwendig. Danke für Eure Hilfe! VG

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sunshine am 01.10.2018 20:10

Hallo,

wir bauen gerade ein Haus mit Betonfertigteiltreppen. Muss die DIN NORM schon beim Einbau der Treppe erfüllt sein oder erst wenn der Belag drauf ist?

Hintergrund ist, dass der eingebrachte Estrich 1cm unterhalb der letzten Treppenstufe aus dem Keller ist und folglich auch 1cm die erste (eigentlich im Estrich verschwindende) Anstiegstufe zum OG herausguckt. Im OG selbst ist der Estrich 2cm über der Oberkante der letzten Treppenstufe.

Muss der Bauträger die Treppe nicht eigentlich nach DIN NORM herstellen, also diese Korrektur herstellen?

Vielen Dank im Voraus.

MFG

auf Kommentar antworten

Redaktion bauen.de am 04.10.2018 11:58

Hallo sunshine,

der Rohbau muss nicht der Norm entsprechen. Aber er sollte natürlich schon so ausgestaltet sein, dass die Norm letztendlich erfüllt werden kann. Im erdgeschoss erscheint das auf Basis Ihrer Beschreibung durchaus machbar. Seltsam ist allerdings der Estrich, der im OG zwei cm höher ist als die Treppe. Sprechen Sie den Bauträger ruhig darauf an. Wer ist denn für den Innenausbau zuständig? Wenn das der Bauträger ist, hat er diese Abstände ja möglicherweise sogar eingeplant.

Herzliche Grüße,

die Redkation von bauen.de

Costantine am 09.07.2018 12:13

Guten Tag,

ich habe eine Dachwohnung (ehemaliger Dachboden / Trockenboden einer Altbau Villa) bezogen.

Die letzten Treppen sind steiler, als die Treppen zuvor und die Trittbreite ist auch nicht so tief. Es gibt keine Sicherheitsebene vor der Wohnungstür oder Austrittsstufe. Ich muß auf der Treppe noch die Wohnungstür aufschließen, Einkäufe kann ich auch nicht richtig abstellen und wenn ich die Wohnung verlasse und etwas in den Händen trage, dann habe ich Angst und Unsicherheit. Vor zwei Tagen, bin ich tatsächlich beim austreten gestürzt.

Der Arzt vom Notdienst meinte, dass das mit der Wohnung so gar nicht zulässig ist in diesem Bauzustand die Wohnung hätte nicht vermietet werden dürfen.

Ist das richtig?

auf Kommentar antworten

Karim am 15.10.2018 13:17

Also erstens Frage ich mich warum sie die Wohnung denn angemietet haben wenn sie sich jetzt an der Treppe stören. Ist halt Altbau wie sie berichten..da muss man mit Kompromissen leben oder halt ausziehen und gut.


Redaktion bauen.de am 10.07.2018 08:59

Hallo Costantine,

das hört sich in der Tat abenteuerlich an und könnte dazu führen, dass die gesamte Wohnung nicht als Wohnraum zugelassen ist. Das kann das zuständige Bauamt zweifelsfrei feststellen, denn jeglicher Wohnraum muss genehmigt werden. Welche Konsequenzen das im Zweifel hat, müssten Sie mit ihrem Vermieter oder aber einem Anwalt klären. Ob Sie beispielsweise den Vertrag fristlos kündigen können oder ob Ihnen Schadenersatz zusteht oder ähnliches.

Herzliche Grüße,

die Redaktion von bauen.de

MK am 18.05.2018 19:29

guten Tag

wie viel Platz muss vor der letzten Stufe bis zur Haustür sein ?

auf Kommentar antworten

Redaktion bauen.de am 24.05.2018 10:01

Hallo MK,

zwischen einer Tür und einer Treppe sollte laut DIN 18065 ein mindestabstand von einem halben Meter bestehen. Damit gemeint ist immer der gesamte Schwing- bzw. Öffnungsbereich der Tür. Empfehlenswert wäre aber ein Abstand von mindestens einem Meter.

Herzliche Grüße,

die Redaktion von bauen.de

Marianne Sties am 12.04.2018 11:53

Guten Tag. Darf ein Handlauf für eine Treppe die in den ersten Stock führt drei Treppen vorher aufhören? Ich habe nämlich, weil der Handlauf zu Ende war, den Rest der Treppen nicht gesehen und bin herunter gefallen. Mit freundlichen Grüßen Marianne Sties

auf Kommentar antworten

Redaktion bauen.de am 13.04.2018 09:40

Hallo Marianne Sties,

so wie Sie es beschreiben, stellt es sich so dar, dass diese Treppe die DIN 18065 wahrscheinlich nicht erfüllt. Einen rechtlichen Rat können wir Ihnen aus der Ferne allerdings nicht erteilen.

Beste Grüße,

die bauen.de-Redaktion

Andreas Neideck am 09.03.2018 10:33

Guten Tag,

wir wohnen im 2-Familienhaus. Die Treppe ins OG hat letztlich einen 180 Grad Winkel vom Anfang zum Ende.

Wie breit müssen die Treppenstufen (besonders Innen) sein (Trittfläche)? An den engen Stellen gibt es ein Geländer.

auf Kommentar antworten

Redaktion bauen.de am 12.03.2018 08:51

Hallo Andreas Neideck,

der Winkel ist unerheblich. Die nutzbare Breite muss 80 Zentimeter betragen. Über diese Breite müssen die Stufen zwischen 230 und 370 Millimeter tief sein. Sofern das gegeben ist, können die Stufen innen auch weniger tief sein.

Herzliche Grüße,

die Redaktion von bauen.de

Vroni am 17.12.2017 21:51

Hallo

Wir wohnen in einer Mietwohnung und auf unsere Gallerie führt eine Raumspartreppe mit wechselseitig begehbaren Stufen. Das ist die einzige Treppe in den vierten Stock und wir haben auch nur zwei Dachfenster die wir im Brandfall nur mit einer Leiter erreichen. Ist so etwas zulässig? Der Hausverwaltung und der Vermieterin is es ziemlich egal und die schalten auf ahnungslos

auf Kommentar antworten

Redaktion bauen.de am 19.12.2017 09:17

Hallo Vroni,

da wir die konkreten baulichen Umstände nicht kennen, können wir die Frage nicht abschließend beantworten. Grundsätzlich aber gilt, dass die Bauordnungen der Länder einen zweiten Rettungsweg vorschreiben; der zweite Rettungsweg kann aber auch z.B. ein Dachfenster sein, das bestimmte Kriterien erfüllt, insbesondere für die Feuerwehr leicht erreichbar ist. Ob diese Kriterien bei Ihnen erfüllt sind, sollten Sie ggf. von einem Fachmann vor Ort klären lassen.

Herzliche Grüße,

die Redaktion von bauen.de


Redaktion bauen.de am 19.12.2017 10:02

Hallo Vroni,

da wir die konkreten baulichen Umstände nicht kennen, können wir die Frage nicht abschließend beantworten. Grundsätzlich aber gilt, dass die Bauordnungen der Länder einen zweiten Rettungsweg vorschreiben; der zweite Rettungsweg kann aber auch z.B. ein Dachfenster sein, das bestimmte Kriterien erfüllt, insbesondere für die Feuerwehr leicht erreichbar ist. Ob diese Kriterien bei Ihnen erfüllt sind, sollten Sie ggf. von einem Fachmann vor Ort klären lassen.

Herzliche Grüße,

die Redaktion von bauen.de

Helmut POHL am 01.09.2017 18:00

was ich an Maßen wissen wollte - sog. " Auftritt" bei Gebäudden mit mehr als 2 Wohnungen ist ( natürlich ) - wieder einmal - NICHT zu finden - armselige Info

Gruß Helmut POHL. München.

auf Kommentar antworten

Müller am 18.08.2017 11:08

Ist es richtig, das die Steigungshöhe der ersten und letzten Sufe bis zu 10mm von den restlichen Stufen abweichen darf?

auf Kommentar antworten

Redaktion bauen.de am 24.08.2017 10:04

Hallo Müller,

das tatsächliche Maß der Antrittsstufe, also der untersten Stufe darf um 15 Millimeter vom Sollmaß abweichen. Alle anderen Stufen, also auch die letzte Stufe, bzw. die Austrittsstufe dürfen lediglich um 5 Millimeter abweichen. Das gilt auch im Bezug untereinander. Es es geht also nicht, dass eine Stufe um 5 Millimeter nach unten, die nächste um 5 Millimeter nach oben abweicht. Sondern die Schritthöhe von einer zur nächsten Stufe darf maximal 5 Millimeter vom Soll abweichen.

Herzliche Grüße,

die Redaktion von bauen.de

Franzi am 07.07.2017 22:46

Wir wohnen in einer Mietwohnung. Zu unserer Galerie gibt es zwar eine Treppe die aber nicht verbaut ist. Die Vermieter wollen uns diese jetzt einbauen. Die Stufen sind aber nur ca. 65cm breit. Ist dass überhaupt erlaubt?

auf Kommentar antworten

Redaktion bauen.de am 10.07.2017 10:00

Hallo Franzi,

eine baurechtlich notwendige Treppe innerhalb einer Wohneinheit braucht eine Laufbreite von mindestens 80 Zentimetern. Sofern die Galerie als normaler Wohnraum zählt und nur über diese Treppe erreichbar ist, wäre eine Treppe mit 65 cm Laufbreite zu schmal. Gibt es aber eine weitere Treppe, die die Anforderungen erfüllt, beispielsweise außerhalb des Wohnraums oder wenn die Galerie nur Lagerfläche ist, dann reicht eine Laufbreite von 50 Zentimentern aus.

Herzliche Grüße,

die Redaktion von bauen.de

Marion Rossa am 25.04.2016 08:38

Der Handlauf der Treppe an der Aussenseite reicht nicht aus . da durch die Kurve eine schmale Auftrittfläche entsteht- zumal wenn man nicht sehr gross ist. Meine erwachsenen Kinder sind schon die Treppe in ihrem Neuen Eigenheim hinuntergesürzt...

auf Kommentar antworten

bauen.de-Redaktion am 21.03.2016 12:35

Hallo Paul,

grundsätzlich gibt es für die lichten Abstände an Treppengeländern einerseits DIN-Normen (DIN 18065), andererseits sind auch die Bauvorschriften und Regeln in den jeweiligen Bundesländern entscheidend – dies regelt immer die Landesbauordnung. Am besten informieren Sie sich also darin über die bei Ihnen geltenden Vorschriften.

Beste Grüße

die bauen.de-Redaktion

auf Kommentar antworten

Paul am 20.03.2016 18:17

Die Außentreppe die zum Eingang unseres Neubau- Einfamilienhauses führt hat ein 94 cm hohes Eisengeländer mit 2 Zwischenstäben im Abstand von ca. 27 cm. Hinter dem Geländer fällt das Gelände bis zu 2m tief ab. Bei der Bauabnahme wurde bemängelt, dass die Stababstände keine 12 cm betragen und hier nachgebessert werden muss, da eventuell Kleinkinder hindurchrutschen könnten. Im Internet las ich jedoch, dass der Mindestabstand der Stäbe von 12 cm nicht für Wohngebäude mit nicht mehr als 2 Wohneinheiten gilt. In unserem Haus befinden sich keine Kleinkinder, und ein Nachbessern des pulverlackierten Geländers ist auch kaum möglich. Wie ist die Rechtslage ?

auf Kommentar antworten

bauen.de-Redaktion am 08.03.2016 16:31

Hallo Werner,

die Auftrittsbreite wird in der Regel durch die Differenz zwischen Schrittmaß (in der Regel 63 Zentimeter) und die zweifache Steigungshöhe berechnet. Näheres finden Sie im verlinkten Artikel.

Ihre Maße können Sie auch in unserem Treppenrechner eingeben: bauen.de/rechner/treppenrechner.html

Achten Sie bei der Auftrittsbreite jedoch auch auf die Landesbauordnung, die eventuell bestimmte Vorgaben verlangt, die nicht in der DIN-Norm vorkommen.

Beste Grüße

die Redaktion von bauen.de

auf Kommentar antworten

Werner am 08.03.2016 11:57

Wie breit muß der Auftritt beim Treppenauge (halbgewendelte Treppe) mindestens sein? Oder gibt es hier keine Vorschriften?

auf Kommentar antworten

Redaktion bauen.de am 11.08.2015 15:55

Lieber Kaiphas,

in der Tat schreibt die Norm vor, dass Treppen nach spätestens 18 Stufen durch eine Podestfläche unterbrochen werden. Dies gilt allerdings nur für baurechtlich notwendige Treppen und bei Wohngebäuden mit drei oder mehr Wohneinheiten.

Viele Grüße,

die bauen.de-Redaktion

auf Kommentar antworten

Kaiphas am 08.08.2015 21:44

unsere Aussentreppe (Stahltreppe) vom Hof zum 1. OG soll 20 Stufen bekommen.

Frage: ist dies zulässig oder muss ein Podest die 20 Stufen unterbrechen?

auf Kommentar antworten

bauen.de-Redaktion am 16.03.2015 12:51

Lieber Kommentator,

vielen Dank für die Richtigstellung. Sie haben natürlich Recht, tatsächlich muss die Höhe des Geländers im genannten Fall 1,10 Meter betragen. Wir haben den Artikel korrigiert.

Mit freundlichen Grüßen

die bauen.de-Redaktion

auf Kommentar antworten

crash0 am 15.03.2015 19:54

DIN 18065

"bei Höhen über zwölf Metern muss die Höhe des Geländers einen Meter betragen."

Leider falsch, die Höhe des Geländers muss in diesem Fall mindestens 1,10m betragen!

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