
Elektroheizung: 7 Arten im Vergleich – Kosten, Vorteile und aktuelle Regelungen


Heizen mit Strom hat sich vom Nischenthema zur ernsthaften Option entwickelt, vor allem in gut gedämmten Neubauten mit Photovoltaikanlage – dabei gilt das Prinzip: Kabel statt Rohre. Doch nicht jede Elektroheizung ist gleich effizient, und die gesetzlichen Rahmenbedingungen haben sich grundlegend geändert. Dieser Ratgeber zeigt, welche Arten es gibt, was sie kosten und wann sich eine Elektroheizung 2026 tatsächlich lohnt.
Elektroheizungen: Das Wichtigste in Kürze
Elektroheizungen wandeln Strom nahezu vollständig in Wärme im Raum um (praktisch 100 % Wirkungsgrad); die Gesamtbilanz hängt jedoch vom Strommix ab.
Je nach Berechnungsgrundlage lag der Anteil erneuerbarer Energien am deutschen Strom 2025 bei 58,6 % (Destatis, gesamte Netzeinspeisung) bzw. rund 62 % (Fraunhofer ISE, öffentliche Nettostromerzeugung) – Tendenz steigend.
Im GEG 2024 ist die elektrische Direktheizung (§ 71d) als Erfüllungsoption für die 65-%-EE-Regel anerkannt.
Die Anschaffungskosten sind niedrig (ab ca. 200 pro Gerät), die Betriebskosten schwanken je nach Tarif erheblich: ca. 23 Ct/kWh bei günstigen Fixpreistarifen, dynamische Tarife variieren, ca. 37 Ct/kWh bei Altverträgen.
Am wirtschaftlichsten ist eine Elektroheizung in Kombination mit eigener PV-Anlage und Batteriespeicher.
Bei Vollbeheizung ist die Wärmepumpe pro kWh effizienter, aber in gut gedämmten Neubauten ab KfW-55-Standard können Elektroheizungen über 20 Jahre (Anschaffung, Einbau, Betrieb, Wartung, Finanzierung, Entsorgung) wirtschaftlich gleichauf oder günstiger sein.
Welche Arten von Elektroheizungen gibt es?
Elektroheizung ist ein Oberbegriff für verschiedene Heizsysteme, die elektrische Energie in Wärme umwandeln. Die Unterschiede liegen in der Art der Wärmeübertragung, der Speicherfähigkeit und dem Einsatzzweck. Grundsätzlich lassen sich sieben Haupttypen unterscheiden.
1.Infrarotheizung
Infrarotheizungen erwärmen Gegenstände und Personen im Raum direkt durch Strahlungswärme. Die Raumluft wird dabei indirekt miterwärmt, da die erwärmten Oberflächen Wärme an die Umgebungsluft abgeben. Sie lassen sich als Wandpaneel, Spiegel, Bild oder Deckenelement montieren und sind damit äußerst flexibel. Im Vergleich zu klassischen Konvektionsheizungen entsteht ein anderes, oft als angenehmer empfundenes Wärmegefühl, da die Wärme nicht primär über die Luftumwälzung verteilt wird.

Infrarotheizungen eignen sich besonders für gut gedämmte Räume, als Zusatzheizung oder für selten genutzte Bereiche. Für die Vollbeheizung eines gesamten Hauses sind sie vor allem in Niedrigenergie- oder Passivhäusern wirtschaftlich sinnvoll, können aber auch bei Sanierungen ab KfW-55-Standard eine ernstzunehmende Alternative zur Wärmepumpe darstellen.
- Elektrische Flächenheizung (Fußboden, Wand, Decke)
Elektrische Flächenheizungen werden als Heizmatten oder Heizfolien unter den Bodenbelag (Fußbodenheizung), in die Wand oder an die Decke verlegt. Sie erzeugen eine gleichmäßige, angenehme Strahlungswärme bei niedriger Oberflächentemperatur.
Besonders relevant: Im GEG 2024 wird die elektrische Flächenheizung gemäß § 71d als pauschale Erfüllungsoption für die 65-%-EE-Regel anerkannt. Der Bundesverband Flächenheizungen (BVF) sieht sie als festen Bestandteil des „All Electric House“-Konzepts.
3. Naturstein- und Marmorheizung
Bei Natursteinheizungen wird eine Stein- oder Marmorplatte elektrisch erwärmt. Die gespeicherte Wärme wird als angenehme Strahlungswärme an den Raum abgegeben. Diese Heizungen sind optisch ansprechend und werden häufig als Ersatz für alte Nachtspeicheröfen eingesetzt, da die vorhandenen Anschlüsse weiterverwendet werden können.
4. Elektroheizung mit Schamottekern (Flächenspeicherheizung)
Flächenspeicherheizungen nutzen einen Schamottekern als Wärmespeicher. Der Kern wird elektrisch aufgeladen und gibt die Wärme über Stunden gleichmäßig per Strahlung ab (thermische Batterie). Im Unterschied zum klassischen Nachtspeicher ist die Wärmeabgabe besser steuerbar und die Geräte sind deutlich kompakter. In Gebäuden mit PV-Anlagen kann der Wärmespeicher selbsterzeugte Energie aufnehmen und gezielt zeitversetzt im Haus wieder abgeben – Voraussetzung ist eine darauf abgestimmte smarte Steuerung und Regelung. In Verbindung mit einem dynamischen Stromtarif können die Heizungen bevorzugt in Zeiten mit niedrigen Börsenstrompreisen aufgeladen werden. Dann steht die gespeicherte Wärme während teurer Preisspitzen (z. B. am Abend) zur Verfügung, ohne dass teurer Strom aus dem Netz bezogen werden muss.
5. Nachtspeicherheizung

Nachtspeicherheizungen stammen meist aus den 1960er- und 1970er-Jahren. Sie laden sich nachts mit günstigerem Strom auf und geben die Wärme tagsüber ab. Die Technik gilt heute als veraltet: Die Wärmeabgabe ist schlecht regelbar, die Konvektionswärme wird oft als unangenehm empfunden, und der Preisunterschied zwischen Tag- und Nachtstrom ist deutlich geringer als früher. Ein Austausch gegen moderne Systeme ist in den meisten Fällen empfehlenswert.
6. Heizlüfter und mobile Elektroheizer
Heizlüfter und Radiatoren sind für den gelegentlichen Einsatz gedacht – etwa im Gästezimmer, in der Werkstatt oder als Überbrückung. Sie sind günstig in der Anschaffung, aber teuer im Dauerbetrieb und durch die Geräuschentwicklung sowie aufgrund fehlender Steuerungs- und Regelungstechnik nicht für die Wärmeversorgung eines Hauses geeignet.
7. Moderne Konvektoren
Mobile oder wandhängende Konvektoren erwärmen die Luft direkt und arbeiten ohne Speicherkern, dabei nahezu lautlos. Sie erzeugen in jedem Raum die gewünschte Temperatur. Ergänzt durch intelligente, adaptierte Steuerung oder Algorithmen zur Optimierung des Heizbetriebs und modernste Regelungstechnik (PID-Steuerung - Proportional-Integral-Differential) arbeiten sie äußerst effizient: Sie erzeugen kontinuierlich nur so viel Wärme, wie gerade nötig ist, anstatt stoßweise heiße Luft zu produzieren. Moderne Konvektoren eignen sich sogar für die Selbstmontage und lassen sich bequem per App steuern.
Allen Elektroheizungen ist gemeinsam, dass sie viele typische Nachteile wasserführender Heizsysteme umgehen: Es wird kein eigener Heizungsraum benötigt, die Raumtemperatur lässt sich präzise steuern, Wärmeverluste durch Rohrleitungen entfallen, und störende Geräusche innen oder außen treten praktisch nicht auf. Elektroheizungen sind in der Regel wartungsfrei und benötigen kaum Service oder Reparaturen. Genau wie Wärmepumpen nutzen moderne Geräte intelligente Technologien und lassen sich bequem per App steuern. Zudem umgehen Bauleute die CO₂-Kosten fossiler Brennstoffe und können, sofern vorhanden, Strom aus der eigenen PV-Anlage direkt für die Heizung nutzen.
Entdecken Sie passende Baubeispiele mit moderner Heiztechnik
Jetzt Bauprojekt startenWas kostet eine Elektroheizung im Vergleich?
Die Anschaffungskosten einer Elektroheizung sind deutlich niedriger als bei wasserführenden Heizsystemen. Dafür fallen die Betriebskosten höher aus – wie stark, hängt vom Stromtarif und dem Heizbedarf ab. Entscheidend sind dabei nicht die reinen Kosten pro Kilowattstunde, sondern die Gesamtheizkosten über die gesamte Betriebsdauer: Anschaffung inklusive Einbau und Finanzierung plus Betrieb inklusive aller Nebenkosten plus spätere Entsorgung.
Bei einem durchschnittlichen Strompreis von rund 31–37 Ct/kWh (Stand: Anfang 2026) ergeben sich folgende Richtwerte:
Typisches Einfamilienhaus (ca. 120 qm, Heizlast je nach Dämmstandard, Stand: Anfang 2026)
| Heizungsart | Anschaffung inkl. Einbau | Betriebskosten / Jahr* | Wartung / Jahr | Entsorgung | Nutzungsdauer | Förderung (BEG 2026) | Gesamtkosten 20 J. ohne / mit Förderung** |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Infrarotheizung | 3.000–8.000 € | 2.500–4.500 € | keine | < 100 € | 20–30 Jahre | keine | 53.000–98.000 € |
| Flächenheizung | 4.000–10.000 € | 2.000–4.000 € | keine | < 100 € | 20–30 Jahre | keine | 44.000–90.000 € |
| Nachtspeicher (Bestand) | entfällt (Bestand) | 3.000–5.500 € | keine | 200–500 € | 20–30 Jahre | keine | 42.000–86.000 € |
| Moderne Konvektoren | 2.000–6.000 € | 2.000–4.000 € | keine | < 100 € | 20–30 Jahre | keine | 60.000–110.000 € |
| Wärmepumpe (Luft) | 15.000–25.000 € | 800–1.500 € | 150–300 € | 1.500–4.000 € | 15–20 Jahre | bis 70 % (max. 21.000 €) | 46.500–96.000 € / 25.500–75.000 € bei max. Förderung |
| Gasheizung (Brennwert) | 8.000–15.000 € | 1.500–2.500 € | 150–250 € | 1.500–4.000 € | 15–20 Jahre | keine (reine Gasheizung) | 53.500–74.500 € |
* Betriebskosten bei Netzstrombezug ohne PV-Eigenverbrauch, stark abhängig vom Strompreis.
** Gesamtkosten 20 Jahre = Anschaffung + (Betrieb × 20) + (Wartung × 20) + Entsorgung. Ohne/mit maximaler Förderung, ohne Finanzierungskosten, ohne Energiepreissteigerung.
Die Tabelle zeigt: Beim reinen kWh-Preis ist die Wärmepumpe klar effizienter. Betrachtet man jedoch die Gesamtkosten über 20 Jahre ohne Förderung – inklusive Anschaffung, Einbau, Wartung und Entsorgung – liegen Elektroheizungen in gut gedämmten Gebäuden (ab KfW-55) auf vergleichbarem Niveau. Hauptsächlich fallen hierbei der individuelle Dämmstandard, die Verfügbarkeit einer PV-Anlage, der gewählte Stromtarif und ob ein Gerätetausch während der 20 Jahre anfallen wird ins Gewicht. Beachten Sie: Mit BEG-Förderung (bis 70 %, max. 21.000 Euro) wird die Wärmepumpe allerdings deutlich günstiger – Förderung für Elektro-Direktheizungen gibt es aktuell nicht.
Wichtig: Bei Kombination mit einer eigenen PV-Anlage sinken die Betriebskosten einer Elektroheizung erheblich – im Idealfall um 40–70 %, abhängig vom Eigenverbrauchsanteil und der Anlagengröße. Dynamische Stromtarife können die Heizkosten senken, wenn der Verbrauch gezielt in Zeiten mit niedrigen Börsenpreisen verlagert wird – etwa durch speicherfähige Heizsysteme mit smarter Steuerung. Ohne diese Flexibilität können dynamische Tarife in Hochpreisphasen allerdings auch teurer ausfallen als Fixpreistarife.
Welche Vorteile und Nachteile hat eine Elektroheizung?
Vorteile
Niedrige Anschaffungskosten
Einfache, platzsparende und kostengünstige Installation ohne Rohrsystem
Sehr lange Lebensdauer (20 Jahre und mehr)
Keine Wartung, kein Schornsteinfeger
Kein Heizungsraum oder Lagerraum für Brennstoff nötig
Fast geräuschloser Betrieb
Ideal kombinierbar mit PV-Anlage, bei smarter Steuerung und Speicherfähigkeit mit dynamischem Stromtarif
Niedrige Entsorgungskosten
GEG-konform als Erfüllungsoption (§ 71d)
Nachteile
Höhere Betriebskosten als Wärmepumpe/Gas
Wirtschaftlichkeit stark strompreisabhängig
Als Alleinheizung nur in gut gedämmten Gebäuden sinnvoll
Hoher Stromverbrauch im schlecht gedämmten Altbau unter KfW-55-Standard
Förderung (BEG) nur für Wärmepumpen, nicht für Direktheizungen
Netzabhängig ohne Speicher/PV (auch Öl-/Gasheizungen sind lieferantenabhängig)
Vergleichen Sie Baubeispiele mit unterschiedlichen Heizsystemen
Jetzt Bauprojekt starten!Was sagt das Gebäudeenergiegesetz (GEG) zur Elektroheizung?
Seit dem 1. Januar 2024 schreibt das novellierte GEG vor, dass neu eingebaute Heizungen mindestens 65 % der Wärme aus erneuerbaren Energien bereitstellen müssen. Diese Regel gilt zunächst für Neubauten in Neubaugebieten. Für Bestandsgebäude greifen Übergangsfristen – gekoppelt an die kommunale Wärmeplanung (bis spätestens Mitte 2026 bzw. 2028).
Die elektrische Direktheizung ist im GEG 2024 als Erfüllungsoption ausdrücklich vorgesehen. Der neue § 71d regelt die Anforderungen:
- Für selbst bewohnte Ein- und Zweifamilienhäuser im Neubau: Einbau ohne zusätzliche Auflagen erlaubt.
- Für vermietete Gebäude oder Mehrfamilienhäuser: Zusätzliche Nachweise zur Gebäudehülle erforderlich.
- Für Bestandsgebäude mit maximal zwei Wohneinheiten und Eigennutzung: Einbau ohne Einschränkung möglich.
Was ändert sich mit dem Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG)?
Die Bundesregierung hat im Februar 2026 Eckpunkte für ein neues Gebäudemodernisierungsgesetz vorgelegt, das zum 1. Juli 2026 in Kraft treten soll. Kernpunkte: Die 65-%-EE-Pflicht soll entfallen und durch mehr Technologieoffenheit ersetzt werden. Für fossile Heizungen kommt ab 2029 eine stufenweise steigende Pflicht zur Beimischung klimaneutraler Brennstoffe („Bio-Treppe“). Elektroheizungen wären unter dem GMG weiterhin uneingeschränkt zulässig.
Hinweis: Stand April 2026 handelt es sich beim GMG noch um Eckpunkte. Der finale Gesetzentwurf kann abweichen. Bis zum Inkrafttreten gilt das GEG 2024.
Wann lohnt sich eine Elektroheizung?
Eine Elektroheizung ist nicht pauschal „gut“ oder „schlecht“ – sie kann unter bestimmten Voraussetzungen wirtschaftlich und ökologisch sinnvoll sein:
- Gut gedämmtes Gebäude mit niedriger Heizlast: In Passiv- oder Niedrigenergiehäusern ist der absolute Energiebedarf so gering, dass die höheren Stromkosten pro kWh weniger ins Gewicht fallen.
- Kombination mit PV-Anlage und Speicher: Wer einen großen Teil seines Strombedarfs selbst erzeugt, heizt mit Strom zu Grenzkosten nahe null. Besonders im Sommer und in der Übergangszeit kann PV-Strom die Heizung vollständig versorgen.
- Ergänzung zu einem Hauptheizsystem: Eine elektrische Fußbodenheizung im Bad oder eine Infrarotheizung im Gästezimmer als punktuelle Ergänzung ist häufig sinnvoller als eine Erweiterung des Zentralheizsystems.
- Gebäude ohne Gas-/Ölanschluss: Wenn kein leitungsgebundener Energieträger verfügbar ist, entfallen die hohen Kosten für Neuverlegung von Leitungen.
- Ferienhäuser und selten genutzte Objekte: Geringe Nutzungsdauer macht die niedrigen Anschaffungskosten zum entscheidenden Vorteil.
Nicht empfehlenswert ist eine Elektroheizung als Alleinheizung in schlecht gedämmten Altbauten (schlechter als KfW-55-Standard) – hier sind die Betriebskosten prohibitiv hoch und eine Wärmepumpe oder ein Fernwärmeanschluss die bessere Wahl.
Wie umweltfreundlich ist Heizen mit Strom heute?
Ein häufiges Argument gegen die Elektroheizung lautet: Der Strom kommt ja „aus der Kohle“. Das war früher zutreffend – heute ist das längst überholt.
Je nach Berechnungsgrundlage stammten 2025 zwischen 58,6 % (Quelle: Destatis Pressemitteilung März 2026) und 62 % (Quelle: Fraunhofer ISE) des in Deutschland eingespeisten Stroms aus erneuerbaren Quellen. Im 3. Quartal 2025 lag der Anteil sogar bei 64,1 %. Windkraft und Photovoltaik sind inzwischen die beiden wichtigsten Energieträger im deutschen Strommix. Die Atomkraftwerke sind seit April 2023 vom Netz.
Damit wird Heizen mit Strom ökologisch immer vertretbarer – besonders, wenn der Strom direkt vom eigenen Dach kommt. Bis 2030 strebt die Bundesregierung einen Anteil von 80 % Erneuerbarer Energien am Strommix an.

„Moderne Elektroheizungen, insbesondere moderne Konvektoren und Infrarotsysteme, eröffnen ganz neue Optionen bei der Auswahl des Heiz- und Warmwassersystems – in Neubauten, aber auch bei Modernisierungen und Sanierungen im Bestand. Den Elektroheizungen kleben leider immer noch die Vorurteile aus alten Zeiten an, doch gerade in Kombination mit einer PV-Anlage, dynamischen Stromtarifen, künstlicher Intelligenz und komfortabler App-Steuerung bricht eine ganz neue Zeit an. Und auch im ehrlichen Vergleich der gesamten Heizkosten, also inklusive Anschaffung, Montage und Finanzierung sowie der späteren Entsorgung, entscheiden moderne Elektroheizungen den Kostenvergleich mit Wärmepumpen häufiger als gedacht für sich.“
Finden Sie Baubeispiele für Niedrigenergiehäuser mit moderner Heiztechnik
Jetzt Baupläne anfordernWie wählt man die richtige Elektroheizung aus?
Die Wahl der passenden Elektroheizung hängt von mehreren Faktoren ab. Diese Schritte helfen bei der Entscheidung:
Schritt 1: Heizlast ermitteln
Lassen Sie den Wärmebedarf Ihres Gebäudes berechnen – idealerweise durch einen Energieberater. Je niedriger die Heizlast, desto eher eignet sich eine Elektroheizung als Vollheizung. Als Faustregel: Unter 30 W/m² ist eine elektrische Flächenheizung als Alleinheizung gut realisierbar.
Schritt 2: Einsatzzweck festlegen
Soll die Elektroheizung das ganze Haus beheizen (Vollheizung) oder nur einzelne Räume ergänzen (Zusatzheizung)? Für die Vollbeheizung kommen vor allem Flächenheizungen und Infrarotpaneele in Frage; als Zusatzheizung eignen sich auch Natursteinheizungen oder Heizmatten im Bad.
Schritt 3: Stromversorgung prüfen
Ist eine PV-Anlage vorhanden oder geplant? Gibt es einen Batteriespeicher? Welchen Stromtarif nutzen Sie – gibt es einen günstigen Heizstromtarif oder einen dynamischen Tarif? Der Eigenverbrauchsanteil entscheidet maßgeblich über die Wirtschaftlichkeit.
Schritt 4: GEG-Konformität prüfen
Im Neubau: Prüfen Sie, ob Ihr Vorhaben unter § 71d GEG fällt (selbst bewohntes Ein-/Zweifamilienhaus). Im Bestand: Aktuell gelten Übergangsfristen; in selbst genutzten Ein-/Zweifamilienhäusern ist der Einbau einer Stromdirektheizung ohne Einschränkung möglich.
Schritt 5: Angebote vergleichen
Holen Sie mindestens drei Angebote ein und vergleichen Sie die Gesamtkosten über 20 Jahre (Lebenszykluskosten): Anschaffung, Einbau, Finanzierung, Betrieb, Wartung und Entsorgung, ggf. Förderung. Erst dieser ehrliche Vergleich zeigt, welches System wirklich günstiger ist.
Ist eine Wärmepumpe die bessere Alternative?

Für die Vollbeheizung eines Hauses ist die Wärmepumpe pro Kilowattstunde die effizientere und nach Einschätzung der Verbraucherzentrale häufig im Betrieb günstigere Technologie. Der Grund: Eine Wärmepumpe verwendet Strom nicht direkt zum Heizen, sondern als Antriebsenergie, um Umgebungswärme nutzbar zu machen. Gut geplante Anlagen erreichen eine Jahresarbeitszahl (JAZ) von 3–5 – das bedeutet: Aus 1 kWh Strom werden 3–5 kWh Wärme.
Allerdings sind Wärmepumpen deutlich teurer in der Anschaffung (15.000–25.000 Euro für Luft-Wasser-Systeme) und nicht in jedem Gebäude sinnvoll nachrüstbar. Bedenken Sie die kürzere Lebensdauer (15–20 Jahre), die höheren Wartungskosten, die Geräuschentwicklung des Außengeräts und die Entsorgungskosten, aber auch eine mögliche Förderung. Gerade in kleinen, gut gedämmten Gebäuden oder als Ergänzung kann wiederum eine Elektroheizung die wirtschaftlichere Gesamtlösung sein.
Fazit: Elektroheizung – die Checkliste für Ihre Entscheidung
Ob sich eine Elektroheizung für Sie lohnt, hängt von Ihrem Gebäude, Ihrer Stromversorgung und Ihrem Nutzungsszenario ab. Prüfen Sie folgende Punkte:
- Ist Ihr Gebäude gut gedämmt (mindestens KfW 55, Heizlast unter 50 W/m², idealerweise unter 30 W/m²)?
- Haben Sie eine PV-Anlage oder planen Sie eine? Wie hoch ist Ihr Eigenverbrauchsanteil?
- Soll die Elektroheizung das Hauptsystem oder eine Ergänzung sein?
- Kennen Sie Ihren aktuellen Strompreis? Gibt es günstige Heizstromtarife in Ihrer Region? Nutzen Sie einen dynamischen Stromtarif?
- Haben Sie die Gesamtkosten über 15–20 Jahre mit einer Wärmepumpe verglichen?
- Ist Ihr Vorhaben nach GEG 2024 (§ 71d) bzw. dem kommenden GMG zulässig?
- Wurden mindestens drei Angebote von Fachbetrieben eingeholt?
Wer diese Fragen positiv beantworten kann, findet in der Elektroheizung eine unkomplizierte, wartungsfreie und zukunftssichere Heizlösung – besonders in Kombination mit eigener Stromerzeugung.





