Elektroplanung für den Neubau

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Beleuchtung, Haushaltsgeräte, Unterhaltungselektronik: Damit alles den richtigen Anschluss findet, ist eine vorausschauende Elektroplanung wichtig.

Elektroplanung
Zur modernen Elektroausstattung gehören neben ausreichend Steckdosen auch Extras wie eingebaute Schaltuhren oder Radios. Foto: Initiative Elektro+ Foto: Initiative Elektro+

Die Ansprüche an die Stromversorgung sind in den letzten Jahrzehnten enorm gestiegen. Vom Wäschetrockner über die Mikrowelle oder Espressomaschine bis hin zur Heimkinoanlage – immer mehr Geräte bevölkern die Haushalte. Bewegungsmelder und Türkommunikation werden zum neuen Sicherheitsstandard. In Zukunft wird es sicher noch mehr werden, deshalb ist eine vorausschauende Elektroplanung beim Hausbau besonders wichtig.

Normen für die Elektroplanung

Die technischen Mindestanforderungen an die Elektroinstallation legt die DIN-Norm 18015-2 fest. Sie sieht für Wohnungen von 50 bis 75 Quadratmetern Wohnfläche mindestens drei Stromkreise für Beleuchtung und Steckdosen vor, für ein Haus ab 125 Quadratmetern müssen es doppelt so viele sein. Wer sich jedoch nicht mit dem Minimum zufrieden geben will, sollte sich besser an den RAL-Ausstattungswerten des Deutschen Instituts für Gütesicherung und Kennzeichnung orientieren. Der Ausstattungswert 1 entspricht dabei der Mindestausstattung nach besagter Norm, Ausstattungswert 2 beschreibt die Standardausstattung, 3 die Komfortausstattung. In den Varianten 1plus, 2plus und 3plus ist beim jeweiligen Standard noch die Installationsmöglichkeit einer Gebäudesystemtechnik, auch intelligente Haustechnik genannt, vorgesehen.

Wahl der Ausstattungsstufe

Fachleute empfehlen mindestens die Standardausstattung entsprechend Wert 2 zu wählen. Diese sieht zum Beispiel für ein Wohnzimmer ab 20 Quadratmetern Größe drei Beleuchtungsanschlüsse, elf Steckdosen für allgemeine Anwendungen und zusätzliche Kommunikationsanschlüsse für Telefon, Datenübertragung, Radio und Fernsehen vor.

Um den individuellen Bedürfnissen entsprechend zu planen, macht man zunächst eine Bestandsaufnahme und gleicht sie dann mit den Vorgaben der Ausstattungswerte ab: Welche Geräte befinden sich schon im Haushalt, welche sollen noch angeschafft werden? Sind eine Türstation mit Video-Kamera, automatische Rollladensteuerung, eingebaute Schaltuhren oder Unterputzradios gewünscht? Auch die flexible Nutzung von Wohnräumen sollte bei der Elektroplanung berücksichtigt werden: Reichen die TV-Anschlüsse und Steckdosen auch aus, falls die Sitzgruppe umgestellt wird? Wie muss das Kinderzimmer elektrisch ausgerüstet sein, wenn es später als Arbeitszimmer genutzt werden soll? Den gewünschten Ausstattungswert sollten Bauherren in die Leistungsbeschreibung der Bauträgerfirma aufnehmen lassen, denn die RAL-Werte sind rechtsverbindlich.

Kosten für die Hauselektrik

Bei einem Einfamilienhaus betragen die Kosten für eine Elektroinstallation mit dem Ausstattungswert 1 etwa drei Prozent der gesamten Baukosten, für Ausstattungswert 2 sind es vier Prozent, für Ausstattungswert 3 rechnet man mit 4,8 Prozent. Bei knappem Budget besteht auch die Möglichkeit, Installationsrohre und Unterputzdosen einbauen zu lassen, die in ein paar Jahren leicht nachgerüstet werden können. Wer seine Elektroplanung zukunftstauglich machen will, kann auch schon die Leitungen für eine intelligente Gebäudetechnik zum späteren Anschluss verlegen lassen.


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