Massivbau: Der richtige Stein fürs Haus

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Steine für den Massivbau wie Ziegel, Kalksandstein und Porenbeton sind hinsichtlich Wärmedämmung und Schallschutz unterschiedlich gut geeignet. Jedes einzelne Baumaterial hat seine Vor- und Nachteile und lässt sich ganz unterschiedlich einsetzen.

Sechs von sieben Bauherren entscheiden sich für ein Stein auf Stein gebautes Haus. Schwieriger ist dann manchmal schon die Entscheidung für einen bestimmten Baustoff. Die gängigen Materialien für den Massivbau unterscheiden sich zwar hinsichtlich ihrer Eigenschaften, doch mit allen von ihnen lassen sich zeitgemäße Wärmedämmung, Schallschutz und Wohnkomfort erreichen.

Bildergalerie: Massivhaus

Massivhaus, Bauhaus, Holzverschalung, Foto: HELMA Eigenheimbau AG
Massivhaus, Grundriss, Foto: HELMA Eigenheimbau AG
Massivhaus, Satteldachhaus, Zwerchgiebel, Klinker, Backstein, Foto: BAUMEISTER-HAUS e.V.

Massivhäuser sind bei Bauherren sehr beliebt. Zu Recht – sie gelten als besonders langlebig, hochwertig und individuell. Ob Bauhaus, Landhaus oder Stadtvilla: Dass sich die traditionelle Bauweise fast grenzenlos interpretieren lässt, zeigen die vielseitigen Gestaltungsmöglichkeiten.

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Ziegel: Bewährter Klassiker

Wärmedämmziegel. Foto: Deutsche Poroton GmbH Foto: Deutsche Poroton GmbH

Der aus Ton und Lehm gebrannte Ziegel ist der älteste Baustein überhaupt. Er zeichnet sich durch gute Wärme- und Schalldämmung sowie feuchteregulierende Eigenschaften aus. Ziegeln sind deshalb für den Massivbau von Einfamilienhäusern sehr beliebt. Um die wärmedämmende Wirkung noch zu verbessern, werden den Ziegeln heute porenbildende Stoffe wie Sägemehl, Zellulose oder Poysterol beigemischt oder die Hohlräume mit mineralischen Dämmstoffen gefüllt. Mit solchen Wärmedämmziegeln können auch ohne zusätzliche Dämmung Passivhäuser gebaut werden.

Porenbeton: Leichtgewicht mit hoher Dämmwirkung

Porenbetonstein. Foto: Xella Deutschland GmbH Foto: Xella Deutschland GmbH

Porenbetonsteine werden aus einer Mischung von Quarzsand, Zement, Kalk und Aluminiumpulver hergestellt. Letzteres bewirkt, dass sich die Masse stark aufbläht und sich viele, sehr feine Poren bilden. Dadurch wird der Porenbeton besonders leicht und einfach zu bearbeiten. Seine Dämmwirkung ist hervorragend, auf zusätzliche Wärmedämmung kann in der Regel verzichtet werden. Dafür gibt es einige Abstriche beim Schallschutz.

Kalksandstein: Vor Lärm gut geschützt

Kalksandstein. Foto: KS-PLUS/KS-ORIGINAL Foto: KS-PLUS/KS-ORIGINAL

Kalksandsteine sind ziemlich schwer, haben eine hohe Druckfestigkeit und bieten sehr guten Schall- und Brandschutz. Diese Eigenschaften machen sie besonders für Gebäude in Straßennähe oder Mehrfamilienhäuser geeignet. Um die heutigen Anforderungen an den Wärmeschutz zu erfüllen, ist allerdings eine zusätzliche Dämmung mit einem Wärmedämmverbundsystem erforderlich. Alternativ kommt ein zweischaliger Aufbau mit einer tragenden Wand und einer vorgemauerten Schale in Frage.

Leichtbausteine: Materialmix für den Massivbau

Leichtbaustein. Foto: F. C. Nüdling GmbH & Co. KG Foto: F. C. Nüdling GmbH & Co. KG

Bei Leichtbausteinen – auch Wärmedämmsteine genannt – handelt es sich um sehr robuste, innovative Materialkombinationen, die die Stärken verschiedener Ausgangsstoffe vereinen. Die Basis für ihre Herstellung ist Zement, dem Stoffe wie Bims oder Blähton beigemischt werden. Im Inneren haben sie einen Dämmkern, zum Beispiel aus Polysterol oder Mineralwolle. Unter allen Steinen für den Massivbau bieten sie die beste Kombination von Wärm- und Schallschutz im einschaligen Maueraufbau.

Vor- und Nachteile verschiedener Steine im Überblick

MaterialVorteileNachteile
Ziegelgebrannter Ton, Lehm oder tonische Masse – Wärmedämmziegel zusätzlich mit Sägemehl, Zellulose oder Poysterol versetztGute Wärme- und Schalldämmung, feuchteregulierende Eigenschaften, nicht anfällig für Schimmel, Austrocknungszeit sehr kurz, eignet sich für Außen- und Innenmauern,
guter Brandschutz
Bruchgefahr beim Bohren macht bei einigen Ziegelsteinen Spezialdübel notwendig, bestimmte Ziegeltypen (Lang-Lochziegel) nicht für tragende Wände geeignet
PorenbetonQuarzsand, Kalk, Zement sowie Aluminiumpulver als Porenbildner – durch Dampf gehärtet´Sehr gute Wärmedämmung, Mauer kann im Dünnbettverfahren errichtet werden, das heißt, es ist nur eine dünne Schicht Mörtel notwendig, Klötze liegen nah beieinander, leichter BaustoffSchlechtere Schallschutzwerte als Steine mit höherer Rohmasse, Steine nehmen Feuchtigkeit auf und müssen daher gut vor Umwelteinflüssen geschützt werden
KalksandsteinKalk und kieselsäurehaltigen Zuschläge – unter Dampfdruck gehärtetGuter Schall- und Brandschutz,
hohe Druckfestigkeit, bereits mit geringen Wandstärken sind tragende Wände möglich, unempfindlich gegenüber Witterungseinflüssen, Stein sorgt für angenehmes Raumklima
Schlechte Wärmedämmung - zusätzliche Dämmschicht nötig, hohe Rohdichte, deshalb aufwändige Bearbeitung
LeichtbausteinZement, Wasser und porige, mineralische Zuschläge (Bims, Blähton, Blähglas und Steinkohlenschlacke) Sowohl gute Wärme- als auch gute Schalldämmung, keine zusätzliche Dämmung nötig,
robust
mangelnde Frostbeständigkeit erfordert ergänzenden Schutz vor Witterungseinflüssen

 

 


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3 Kommentare

Redaktion bauen.de am 15.04.2016 13:25

Lieber Ferdinand Schiefereder,

die Energieeinsparverordnung schreibt für die Außenwand eines Wohnhauses einen maximalen U-Wert von 0,24 W/(m² K) vor. Ob Ihr geplanter Wandaufbau diesen Vorgaben entspricht, können Sie mithilfe eines... mehr

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Ferdinand Schiefereder am 14.04.2016 19:38

Sehr geehrte Damen und Herren,

bei mir steht ein Hausbau an.

Lt. Baubeschreibung werden die Außenwände mit Ziegelmauerwerk 0,09W/(mK) unbefüllt, Wandstärke 42,5 cm, mit Wärmedämmörtel LM 21 gemauert. Ist dies nach der ... mehr

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Fornaro Lucio am 10.10.2015 22:18

Sehr geeherte Damen und Herren

Könnten wir den Preis pro m2 haben des Leichtbaustein und Zigel?

Mit freundlichen Grüssen

L. FORNARO

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