Sichtschutzzaun: Terrasse, Garten und Balkon vor Blicken schützen

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Der eigene Garten dient oft zur Entspannung und zum Wohlfühlen - da sind neugierige Blicke der Nachbarn oder vorbeilaufender Spaziergänger meist nicht erwünscht. Ein Sichtschutz im Garten oder auf dem Balkon kann Abhilfe schaffen.

Sichtschutz, kleine Gärten eines Mehrfamilienhauses, Foto: Herrmann / stock.adobe.com
Gerade dort, wo die Grundstücke etwas kleiner sind, ist Sichtschutz wichtig. IN diesem Fall Zaunelemente aus Aluminium und Glas. Foto: Herrmann / stock.adobe.com

Wer sich abschirmt, muss in der Regel im Gegenzug einen Nachteil in Kauf nehmen: Wer anderen keinen Einblick gewährt, schränkt gleichzeitig den persönlichen Ausblick ein. Das scheint aber hinnehmbar, weil die eigene Behaglichkeit Vorrang hat: man gewinnt Intimität und gibt dafür etwas vom Rundblick auf.

Temporäre Sichtschutzlösungen

In Mietwohnungen oder auf Pachtgrundstücken bedürfen Eingriffe in die Bausubstanz der Genehmigung des Eigentümers. Versagt er sie, bleibt einem Mieter oder Pächter nur eine temporäre Lösung. Insbesondere auf Balkonen verbieten sich Bohrungen an der Fassade meist von selbst, da der Vollwärmeschutz beeinträchtigt werden könnte. Aber auch Eigenheimbesitzer werden bisweilen einen vorübergehenden Sichtschutz bevorzugen; beispielsweise dann, wenn Sitzplätze nur provisorisch angelegt wurden.

Paravent oder spanische Wand

Paravent, ein mit Stoff bezogener Paravent, im Hintergrund Wald, Foto: jeanjacques / stock.adobe.com
Ein Paravent ist nicht unbedingt für windige Tage geeignet, bietet ansonsten aber einen guten, kurzfristigen Sichtschutz. Foto: jeanjacques / stock.adobe.com

Der Paravent, auch spanische Wand genannt, besteht aus mindestens drei Teilen, die mit Scharnieren beweglich verbunden sind. Sowas lässt sich auch ganz einfach selbst herstellen und gestalten, zum Beispiel aus Paneelen von jeweils etwa 1,80 Meter Höhe, die mit Stoff bespannt sind. Kostenpunkt: rund 50 Euro.

Die kunstvolleren Exemplare bestehen aus edlen Hölzern oder feinem Bambus und tragen stilvolle Motive. Die Preise liegen bei mindestens 100 bis 200 Euro. Nach dem Gebrauch lässt sich jeder Paravent zusammenklappen und platzsparend verstauen. Nachteil: Durch geschicktes Platzieren und Falten lassen sich gewisse Unebenheiten zwar ausgleichen, letztendlich sollte der Untergrund dennoch recht eben und waagerecht sein, besonders windfest ist ein Paravent auch nicht.

Sichtschutz aus Stoff

Eine preiswerte und vor allem schlichte Lösung bildet die sogenannte Meterware. Das können Markisenstoffe sein, aneinander genähte Kunststoffstäbe, Bastmatten oder ganz einfache Tücher. Sie benötigen allerdings alle eine Stütze, sei es einen Zaun, ein Schutzgitter oder Stäbe, die in die Erde gesteckt werden.

Bei der sogenannten Zaunblende handelt es sich um ein robustes Gewebe aus Kunstfasern, meist Polyethylen oder Polyester, das mit Schnur oder Draht am Zaun angebunden wird. Das Material wird in Baumärkten vom Ballen verkauft, die Länge lässt sich also frei wählen, die Höhenmaße sind standardisiert und bewegen sich üblicherweise zwischen 1,20 und 1,80 Meter. Manchen Lieferanten im Internet geben allerdings auch Standardlängen vor. Eine Blende von beispielsweise 10 Metern Länge und einer Höhe von 1,80 Meter kostet rund 30 Euro. Käufer sollten darauf achten, dass das Material reißfest und stabil gegen UV-Licht ist und oben sowie unten über verstärkte Kanten verfügt.

Eine komfortable Lösung ist die ausziehbare Sichtblende, auch Seitenmarkise genannt. Es gibt sie in variablen Höhen von 120 bis 200 Zentimeter und in vielen Farben. Die gängigen Längen liegen bei zwei bis fünf Metern. Es gibt Modelle, die man einfach aufstellen kann, und solche, die am Boden oder an einer Wand verschraubt werden müssen. Der Aufbau ist einfach: Es gibt einen Pfosten, ein hohes Metallgehäuse, das den Rollmechanismus sowie die eingerollte Markise beherbergt. Eine Haltevorrichtung muss irgendwo angebunden oder eingehakt werden, dann strafft sie den Markisenstoff.

Für Balkone empfiehlt sich eher ein sogenannter Balkonfächer. Er ist tatsächlich wie ein Fächer ausklappbar und bildet mit einer Größe von meist 140 mal 140 Zentimeter einen praktischen Sichtschutz für die Seite. Auch hier sollte darauf geachtet werden, dass die Fassade bei der Montage nicht angebohrt werden muss. Oft lässt sich der Fächer einfach am Balkongitter befestigen.

Wer gärtnerische Ambitionen hat, sorgt mit Pflanzen für einen zeitweisen Sichtschutz. Dafür gibt es in den Baumärkten ein vorgefertigtes Produkt. Es handelt sich um rechteckige Kübel mit aufgesetztem Rankgitter. Geeignete Gewächse sind zum Beispiel:

  • Kapuzinerkresse
  • Geißblatt
  • Passionsblume
  • Mondwinde
  • Trichterwinde
  • Wicke, Hopfen
  • Mexikanische Minigurke
  • Schisandra
  • Kaukasischen Rankspinat

Dauerhafter Sichtschutz

Mauern

Dauerhafte Lösungen bieten sich vor allem im Eigenheim an. Eine konventionelle Lösung besteht darin, eine Mauer hochzuziehen. Wer eine Trennwand nachträglich errichten will, sollte ihre architektonische Wirkung abschätzen und Bauvorschriften beachten. In der Regel darf die Mauer nicht höher als 1,80 Meter sein; bei einer Grenzbebauung sollte geprüft werden, ob eine Genehmigungspflicht besteht.

Gabionen

Sichtschutz, Gabione, Foto: Steffen Malyszczyk
Solche Gabionen erfreuen sich großer Beliebtheit in vielen Neubaugebieten. Foto: Steffen Malyszczyk

Wer gern eine kleinere Mauer als Sichtschutz hätte, aber weder Fundamente graben noch mauern möchte, dem bietet sich eine italienische Erfindung an – die Gabione. Sie ist nichts anderes als ein stabiler Drahtkorb, der mit Steinen gefüllt wird.  Gabionen bestehen aus mehreren Einzelteilen:

  • Gittermatten, die nur noch zusammengesteckt werden müssen.
  • Distanzhalter sorgen dafür, dass die Konstruktion stabil bleibt.
  • Die Füllung kann aus Steinen aller Art bestehen; allerdings sollten sie nicht kleiner sein, als der Abstand der Gitterstäbe. Gern verwendet wird beispielsweise Rheinkies, Bruch von Basalt oder Kalkstein, Marmorkiesel, Dolomit und Grauwacke; aber auch Glasbrocken oder Feldsteine sind möglich.
  • Soll die Gabionenwand einen Meter Höhe überschreiten, benötigt sie ein Fundament. Zudem gilt: mit der Höhe muss auch die Breite des Korbes wachsen. Ein Drahtgestell von 2 Metern Höhe und einer Länge von nur einem Meter fasst immerhin rund eine Tonne an Steinen, wenn man eine Breite von mindestens 30 cm annimmt.

Holzwände

Die vermutlich gängigste Ausführung von Sichtschutzwänden sind Holzständerwände. Sie heißen auch Sichtschutzzaun, weil sie meist direkt an der Grundstücksgrenze aufgestellt werden. Damit erfüllen sie eine Doppelfunktion: Sie markieren den Grundstücksrand und verwehren den Einblick. Mittlerweile gibt es ein riesiges Sortiment an solchen Sichtschutzelementen, darunter ganze Serien. Deren Hauptelemente messen meist 180 mal 180 Zentimeter. Meist wird das Holz zumindest imprägniert geliefert, man kann aber ebenso farbig lasierte Exemplare erwerben, die ohne weitere Behandlung aufgestellt werden können. Die Preise für die einfachste Ausführung liegen bei rund 30 Euro, für aufwändig gearbeitete Elemente beginnen die Preise bei etwa 150 Euro.

Im Gegensatz zu Mauern benötigen solche Zäune kein durchgehendes, sondern nur ein punktuelles Fundament. Dort wird ein verzinkter Pfostenträger einbetoniert, der einen meist eckigen Holzpfahl trägt. Die Montage der Elemente ist einfach: Sie werden zwischen den Pfosten festgeschraubt, dafür gibt es passende Halterungen.

Wer jedwedes Buddeln und Betonieren vermeiden möchte, kann Einschlagbodenhülsen verwenden.

Trotz Kesseldruckimprägnierung und strapazierfähiger Lasur – Holz kann der Witterung nicht dauerhaft standhalten und muss nach einigen Jahren erneut behandelt werden. Wer diesen Aufwand scheut, muss zu Sichtelementen aus Kunststoff oder WPC (Wood Plastic Composite) in Holzoptik greifen. Das ist ein Verbundwerkstoff aus fein zerkleinertem Holz und einem Kunststoff als Bindemittel. Das Material wird gern für Terrassendielen verwendet. Es vergraut nicht und muss auch nicht gestrichen werden. Dennoch: Nach acht bis zehn Jahren empfiehlt es sich, den Sichtschutzzaun mit einer WPC-Imprägnierung zu behandeln. Je nach Ausführung kostet ein Hauptelement im Standardmaß 180 mal 180 Zentimeter etwa 100 bis 400 Euro.

Doppelstabmattenzauen

Sichtschutz, Doppelstabmatten mit Sichtschutz, Foto: magnesium2 / stock.adobe.com
Dieser Sichtschutz besteht aus einem Doppelstabmattenzaun, in den Sichtschutzstreifen eingewebt wurden. Foto: magnesium2 / stock.adobe.com

Wer sich einen Doppelstabmattenzaun angeschafft hat oder noch anschaffen will, hat im Hinblick auf den Sichtschutz gute Karten. Diese gitterartigen Zäune bestehen aus verschweißten, verzinkten und kunststoffbeschichteten Stahldrähten von fünf oder sechs Millimeter Stärke. Ein Hauptelement von 1,80 Meter Höhe und einer Länge von zwei Metern kostet knapp 70 Euro und wiegt etwa 18 kg. Die Zaunteile haben den Vorteil, dass man sie sehr leicht mit Sichtschutzstreifen versehen kann: Sie werden einfach zwischen die senkrechten Stäbe geflochten. Eine Rolle Sichtschutzstreifen von 65 Metern Länge ist bereits für knapp 30 Euro zu haben.

Pflanzen als Sichtschutz: Hecken

Neben Mauern sind Hecken ein traditioneller und bewährter Sichtschutz. In den Baumschulen und Baumärkten gibt es ein stattliches Angebot an Heckenpflanzen. Zunächst muss man entscheiden, ob das Strauchwerk nur sommergrün oder auch wintergrün sein soll. Immergrüne Hecken sind beispielsweise:

  • Buchsbaum
  • Kirschlorbeer, auch Lorbeerkirsche genannt
  • Glanzmispel
  • Eibe
  • Liguster (halbwintergrün)

Zu den beliebtesten Arten zählen offenbar der Lebensbaum, beziehungsweise die Thujahecke, den es in zahlreichen Zuchtformen gibt, und die Blaue Scheinzypresse. Beide wachsen schnell und bis zu vier Meter hoch, haben aber eine Eigenart: Sie vertragen keinen Schnitt ins alte Holz. Bei zu starkem Rückschnitt bleiben sie unwiderruflich kahl.

Sichtschutz, diche Hecke aus Fliederbüschen, Foto: tl6781 / stock.adobe.com
Auch solche Fliederbüsche können – als Hecke gepflanzt – für Sichtschutz sorgen. Foto: tl6781 / stock.adobe.com

Blühende Hecken stellen im Garten immer eine Augenweide dar und bilden eine Bienenweide. Sie dienen als Sichtschutz, halten den Wind ab, spenden Schatten, fassen Wege ein, beleben das Gartenbild und dienen oft auch Vögeln als Nistplatz. Geeignete Pflanzen sind beispielsweise:

  • Gartenhibiscus
  • Flieder
  • winterharter Jasmin
  • Ginster
  • Spiere
  • Forsythie

Manche Märkte und Baumschulen schnüren für diesen Zweck Pakete. Das sind Kollektionen aus vier bis sechs verschiedenen blühenden Heckenpflanzen. Sie kosten zwischen 20 bis 30 Euro und blühen nacheinander den ganzen Sommer hindurch. Auch wenn Heckenpflanzen gewissermaßen in Reih und Glied zu stehen haben, sollte man bei blühenden Gehölzen den Formschnitt nicht zu streng auslegen.

Eine Hecke pflanzt man mit einem Abstand von mindestens 50 Zentimetern zur Grundstücksgrenze. Dann darf sie nicht höher als zwei Meter werden. Das entspricht in der Regel dem regionalen Nachbarrecht. Spätestens beim Verschneiden der Hecke wird man den praktischen Sinn hinter dieser Abstandsregel erkennen: Man kommt von allen Seiten bequem an die Nachbarn um Erlaubnis bitten zu müssen, sein Grundstück betreten zu dürfen.

Schlingpflanzen

Wer einen immergrünen oder üppig blühenden Sichtschutz anlegen möchte, aber aus den vorgenannten Gründen keine Hecke mag, findet bei den Schlingpflanzen sein Glück. Sie brauchen zwar immer eine Rankhilfe wie ein Holzgerüst, ein Gitter oder einen Zaun, haben aber gegenüber Hecken einige Vorteile: Sie wachsen oft schneller, können jederzeit wieder entfernt oder gekürzt werden, brauchen keinen Formschnitt und erzeugen keine schwer kompostierbaren Schnittreste. Der Klassiker für solche Fälle ist der immergrüne Efeu. Er wächst bei guter Pflege schnell zu einer blickdichten Wand heran – und das auch im Schatten. Das Feuer-Geißblatt entzückt den Gärtner dagegen mit schwerem Blütenduft. Die zahlreichen Sorten der Waldrebe (Clematis) verwöhnen mit herrlichen Blüten. Der Blauregen (Wisteria/Glyzinie) bezaubert mit seinen langen Blütentrauben. Der Wilde Wein (auch Jungfern- oder Zaunrebe genannt) wächst sehr üppig und besticht im Herbst mit einer intensiven Rotfärbung der Blätter. Kletterhortensien blühen reich und nähren damit nützliche Insekten.


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