Brennwertheizung: Heizen mit Gas, Öl oder Pellets

Moderne Heizungen, die mit Gas, Öl oder auch anderen Brennstoffen wie Holzpellets heizen, sind üblicherweise Brennwertheizungen. Ihr Vorteil: deutlich effizientere Wärmeerzeugung. Was Bauherren wissen sollten.

Brennwertheizung, Ölheizung, Foto: Buderus
Eine Brennwertheizung mit Warmwasserspeicher im Keller. Foto: Buderus

Das Funktionsprinzip von Brennwertgeräten ist einfach: Ein Brennstoff wird verfeuert, die Flamme beziehungsweise die dabei freigesetzte Wärme erhitzt das Heizungs- oder das Brauchwasser. Bei der Verbrennung entstehen Abgase, die Wasserdampf enthalten. Diese Abgase werden abgeführt und kondensieren. Dabei wird erneut Wärme freigesetzt, die ebenfalls genutzt wird. Durch diese doppelte Wärmenutzung sind Brennwertgeräte viel effizienter als ältere Öl- oder Gasheizungen.

Damit Brennwertheizungen aber effizient arbeiten können, darf die Vorlauftemperatur nicht zu hoch sein. Die Vorlauftemperatur ist die Temperatur, mit der das Wasser auf seinen Weg durch den Heizkrauslauf des Hauses geschickt wird. Diese Temperatur betrug bei alten Öl- oder Gasheizungen 70 bis 90 Grad. Die Rücklauftemperatur ist immer etwas geringer, weil die Wärme ja für Heizzwecke abgegeben wurde. Wenn die Rücklauftemperatur zu hoch ist, kann das warme Wasser die Abgaswärme aber nicht aufnehmen. Deswegen ist die Vorlauftemperatur bei Brennwertgeräten nur bei 55 bis 60 Grad. Das reicht zum Heizen normalerweise aus. Wenn eine Fußbodenheizung installiert ist, reicht sogar eine Vorlauftemperatur von 45 Grad.

Info

Der Heizwert eines Stoffes ist einfach gesagt die Energie, die bei der Verbrennung freigesetzt und zum Heizen genutzt werden kann. Bei der Verbrennung von einem Kilo Heizöl – oder etwa 1,16 Litern – werden 11,8 Kilowattstunden Heizenergie freigesetzt.

Der Brennwert eines Stoffes berücksichtig auch die Energie, die freigesetzt wird, wenn das Wasser im Abgas kondensiert. Ein Kilo Heizöl hat einen Brennwert von 12,5 Kilowattstunden.

Diese Brennwertheizungen gibt es

Öl und Gas sind die gängigen Brennstoffe, es sind aber längst nicht alle: Es gibt auch Brennwertgeräte für Holzpellets oder Scheitgut.

Brennwertölheizung

Alte Ölheizungen müssen nach 30 Jahren ausgetauscht werden – es sei denn, es handelt sich um Brennwertheizungen oder Niedertemperaturkessel. Diese beiden Heizungsvarianten sind auch bei der Neuinstallation einer Ölheizung der Standard. Ab 2026 sollen neue Ölheizungen zudem immer mit erneuerbaren Energien wie Solarthermie verbunden werden. Das heißt, dass eine Ölheizung nur noch dann eingebaut werden darf, wenn zusätzlich eine Wärmepumpe installiert wird oder Solarthermie genutzt wird. In jedem Fall braucht eine Ölheizung einen Öltank, der regelmäßig betankt werden muss.

Gasheizung

Wer sich für Heizen und Warmwasserbereitung mit Gas entscheidet, hat verschiedene Optionen:

  • Bei der ersten Variante wird nur die Heizungsanlage mit Gas betrieben, Wasser mit einem elektrischen Durchlauferhitzer erwärmt.
  • Bei der zweiten Variante läuft auch der Durchlauferhitzer mit Gas. Bei beiden Varianten sind Heizungsbetrieb und Warmwasserbereitung voneinander losgelöst, Wasser wird erst dann erhitzt, wenn es gebraucht wird. Dadurch kann es zu Schwankungen der Wassertemperatur kommen.
  • Die dritte Variante ist ein Kombinationsgerät für Heizung und Warmwasserbereitung. Dafür benötigt man ein Gas-Brennwertgerät sowie einen Warmwasserspeicher, die beide sowohl bodenstehend als auch zur Wandmontage erhältlich sind. Ein Warmwasserspeicher erhitzt das Wasser auf Vorrat und benötigt mehr Platz als ein Durchlauferhitzer.

Eine Gasbrennwertheizung macht vor allem dann Sinn, wenn das Haus über einen Gasanschluss verfügt. Andernfalls müsste ein Flüssiggastank aufgestellt werden, für den es aber einige Vorschriften gibt. Im Gegensatz zum Öltank darf er beispielsweise nicht im Keller stehen, sondern muss oberirdisch im Garten mit ausreichend Abstand zum Haus aufgestellt werden.

Pelletheizung

Auch Pelletheizungen gibt es mit Brennwerttechnik, die dann im Prinzip genauso funktioniert, wie andere Brennwertheizungen auch. Auch Pelletheizungen brauchen ein Lager, wenn sie als Hauptheizung betrieben werden. Daneben gibt es auch Pelletöfen, die manuell befüllt werden. Das sind aber eher Alternativen zu Scheitholzöfen, weniger zur Heizungsanlage.

Vor- und Nachteile von Brennwertheizungen

Brennwertheizungen haben gegenüber Verbrennungsgeräten ohne diese Technologie keine Nachteile. Allerdings gibt es zwischen den verschiedenen Brennstoffen von Brennwertheizungen Unterschiede und natürlich auch zwischen Brennwertheizungen und anderen Heizsystemen.

Brennwertheizung, Pelletheizung, Pelletlager, Foto: moritz / stock.adobe.com
Eine Pelletheizung kann sackweise befüllt werden. Sinnvoller wäre aber, ein Pelletlager anzulegen. Foto: moritz / stock.adobe.com

Gas, Öl oder Pellets?

Der bedeutendste Vorteil einer Gasheizung ist, dass sie ohne Lager oder Tank auskommt.

Der bedeutendste Vorteil einer Pelletsheizung ist, dass kein fossiler Rohstoff verheizt wird.

Ölheizungen sind deutlich günstiger als Pelletheizungen. Diesen Preisvorteil teilen sich Ölheizungen mit Gasheizungen, allerdings ist nicht überall ein Gasanschluss verfügbar.

Brennwertheizungen im Vergleich mit anderen Heizsystemen

Brennwertheizungen sind sehr effizient und relativ günstig in der Anschaffung. Das ist der entscheidende Vorteil im Vergleich zu Wärmepumpen oder der Solarthermie.

Wer Wert auf Nachhaltigkeit legt, kann eine Pelletheizung wählen, ist dann aber immer noch abhängig von den Rohstoffpreisen. Gaspreise erwiesen sich dabei in der Vergangenheit stabiler als Ölpreise. Außerdem entsteht bei der Verbrennung von Pellets Feinstaub, der zwar gefiltert werden kann, aber dennoch ein Abfallprodukt ist. Ob eine Wärmepumpe viel umweltfreundlicher ist, hängt vom Strommix auf dem Energiemarkt ab. Im Jahr 2020 wurde etwa die Hälfte des Stroms in Deutschland mit erneuerbaren Energieträgern produziert. Fast ein Viertel basierte aber auch auf Braun- oder Steinkohle.

Solarthermie ist als alleinige Heizung nicht geeignet, dafür ist die Sonnenenergie in der kalten Jahreszeit zu schwach. Wer auf Hybridsysteme setzt und beispielsweise eine Wärmepumpe mit Solarthermie kombiniert, hat relativ hohe Investitionskosten, weil zwei Systeme installiert werden müssen. Je nach Entwicklung der Rohstoff- und Strompreise sollte sich diese Investition aber amortisieren.

Informationen zu anderen Heizungsarten finden Sie hier

Die Brennwertheizung im Neubau

Grundsätzlich lassen sich Brennwertheizungen im Neubau problemlos realisieren, ungeachtet der Hausgröße. Auch für Mehrfamilienhäuser sind Brennwertheizungen bestens geeignet. Allerdings geht der Marktanteil zumindest von Öl- und Gasheizungen zurück, seit 2017 liegt er bei Einfamilienhausneubauten deutlich unter zehn Prozent. Aber auch beim Mehrfamilienhaus verlieren fossile Rohstoffe an Bedeutung. Heizsysteme mit fossilen Rohstoffen dürfen ohne Brennwerttechnik nicht mehr eingebaut werden. Die überwiegende Mehrheit baut aktuell Wärmepumpen und solarthermische Anlagen ein.

Brennwertheizung nachrüsten

Brennwertheizungen lassen sich einfach nachrüsten. Wer bisher schon mit fossilen Energieträgern heizte, macht das mehrheitlich wohl weiterhin so – nur eben mit effizienteren Brennwertgeräten. Heizungen, die über 30 Jahre alt sind und die weder Brennwert- noch die Niedertemperaturkessel einsetzen, müssen ausgetauscht werden. Der Austausch ist sowohl im Einfamilienhaus als auch im Mehrfamilienhaus kein Problem. Aufwendig wird es vor allem dann, wenn das Heizsystem gewechselt wird.

Anschaffungskosten von Brennwertkessel, Brennwertgerät & Co.

Die Anschaffungskosten hängen vom Brennwertgerät ab sowie von der weiteren Heiztechnik, die benötigt wird. Brennwertgeräte gibt es ab etwa 3.000 Euro. Im Neubau zählen aber auch der Gasanschluss oder ein Öltank, der Warmwasserspeicher, Heizungsrohre, Pumpen und Heizkörper zu den Investitionskosten, die sich leicht auf über 30.000 Euro summieren können. Diese Posten fallen allerdings auch bei jeder anderen Heizung an. Die Gesamtkosten sind bei einer Gasheizung oft niedriger als bei anderen Heizungsarten, weil kein Tank oder Lagerraum benötigt wird. 

 Alt: Brennwertheizung, Ölheizung, Öltanklaster, Foto: VDR / stock.adobe.com
Ein Öltanklaster betankt einen Heizöltank. Foto: VDR / stock.adobe.com

Laufende Heizkosten: Rohstoffpreise und Wartung

Die jährlichen Kosten sind vom persönlichen Verbrauch abhängig, von den Brennstoffkosten und vom Versorger. Der Verbrauch wiederum ist abhängig von der Außentemperatur, dem persönlichen Wärmeempfinden, wie gut das Gebäude gedämmt ist und wie effizient eine Heizung arbeitet.

Laut Heizspiegel von co2online lag der Heizwärmebedarf eines durchschnittlichen Hauses im Jahr 2019 bei etwa 160 Kilowattsunden pro Quadratmeter Wohnfläche. Ein Haus mit 140 Quadratmetern hätte demzufolge einen Heizenergiebedarf von rund 20.000 Kilowattstunden pro Jahr. Geht man von Gaskosten von 6 Cent pro Kilowattstunde aus, fallen demnach Kosten von 1.200 Euro pro Jahr an. Bei einem Ölpreis von 50 Cent pro Liter liegen die Ölkosten bei etwa 1.000 Euro.

Der Standard für Neubauten, der im Gebäudeenergiegesetz festgelegt wurde, liegt bei lediglich 45 bis 60 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr. In einem Haus vergleichbarer Größe werden dann nur etwa 6.300 bis 8.400 Kilowattstunden verbraucht. Die Gaskosten betragen dann etwa 400 bis 500 Euro, die Ölkosten 300 bis 400 Euro.

Ölheizung & Gasheizung: nur bedingt umweltbewusst

Wer umweltfreundlich heizen will, muss auf zwei Faktoren achten: Den Verbrauch und die Emissionen. Wer sein Haus dämmt oder eine effiziente Heizungsanlage einbaut, kann im Vergleich zu einem ungedämmten Haus und einer ineffizienten Anlage viel zum Umweltschutz beitragen – mehr, als wenn er statt einer Gasheizung beispielsweise eine Wärmepumpe einbaut.

Brennwertheizungen, insbesondere auf Basis von Gas oder Öl punkten durch eine ausgereifte Technik und einen hohen Wirkungsgrad. Der Schadstoffausstoß ist bei Verbrennungsgeräten aber relativ hoch, insbesondere bei Ölheizungen. Rechnet man die Emissionen, die bei der Stromproduktion entstehen mit ein, schneiden zumindest Gasbrennwertgeräte nicht viel schlechter ab als manche Wärmepumpen. Das ist letztendlich jedoch abhängig vom Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromproduktion in Deutschland – der stetig steigt. Bei der Emission von anderen Luftschafstoffen wie Staub oder Stickstoffe, schneiden Brennwertgeräte relativ gut ab, insbesondere im Vergleich mit Holz- oder Pelletheizungen. Jede Heizungsart wird umweltfreundlicher, wird sie mit Solarenergie kombiniert. 

Matthias Dittmann

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