Elektroinstallation: Planung, Kosten, Eigenleistung

Steckdosen, Schalter, Lampen und diverse Elektrogeräte brauchen Strom. Grundlage dafür ist eine gut geplante und fachmännisch ausgeführte Elektroinstallation. Für Heimwerker gibt’s dabei üblicherweise wenig zu tun, denn die Elektroinstallation ist Sache von Profis. Dennoch gibt es bei der Planung auch für Bauherren einiges zu beachten und in bestimmten Fällen können sie zumindest Leerrohre oder Kabel verlegen.

Ohne Strom geht nichts: In modernen Häusern brauchen selbst die Heizung, die Frischluftversorgung und Rollläden elektrische Energie. Der Strom kommt entweder über das öffentliche Versorgungsnetz ins Haus oder mithilfe von Photovoltaik. Im Haus sorgen hunderte Meter Kabel dafür, dass der Strom überall dort ankommt, wo er nötig ist.

Elektroinstallation, Steckdose, Schalter, Anschluss, Foto: iStock / ViktorCap
Der Bauherr hat alle Kabel in den Wänden verlegt. Jetzt kann der Elektriker kommen und Steckdosen und Lichtschalter anbringen und den Sicherungskasten anschließen. Foto: iStock / ViktorCap

Elektroinstallation planen

Der erste Schritt, ein Haus mit Strom zu versorgen, ist die Elektroplanung. Bauherren müssen sich unter anderem überlegen, wo sie Licht haben möchten und wo die Lampe hängen muss, damit kein ungünstiger Schatten fällt. Außerdem müssen Lichtschalter und Steckdosen installiert werden – und zwar genau da, wo man sie auch braucht. Zudem sollten sich Heimwerker darüber Gedanken machen, welche Küchengeräte sie benötigen und wie viele davon sie gleichzeitig nutzen.

Die elektrotechnische Ausstattung unterliegt gewissen Normen. Es gibt eine Mindestausstattung gemäß DIN 18015, die der Elektriker als Ausstattungswert 1 bezeichnet. Gekennzeichnet ist sie mit einem Stern. Daneben gibt es aber auch Ausstattungswerte mit zwei oder drei Sternen. Smart Homes erhalten zusätzlich zu den Sternen noch ein „plus“. Diese Ausstattungswerte geben nicht nur die Anzahl von Schaltern, Dimmern oder Steckdosen an, sondern auch, welche Geräte überhaupt angeschlossen werden. Wer beispielsweise einen Whirlpool betreiben möchte, braucht mindestens zwei Sterne. Eine Videogegensprechanlage erfordert die Luxusausstattung mit drei Sternen.

Was kostet die Elektroinstallation?

Die Kosten einer Elektroinstallation variieren je nach Ausstattungsstufe und Größe des Hauses. Bei 120 Quadratmetern werden für die einfachste Ausstattung mit Licht und Steckdosen etwa 10.000 Euro fällig. Wer zusätzlich elektrische Thermostate, programmierbare Schalter oder einen elektrischen Rollladen möchte, muss eher mit 15.000 Euro rechnen. Generell können Bauherren für die Elektrik mit Kosten in Höhe von drei bis fünf Prozent der gesamten Baukosten rechnen. Bei Baukosten von 400.000 Euro kann die Elektrikerrechnung also auch 20.000 Euro oder sogar mehr betragen.

Eigenleistung bei der Elektroinstallation

Die Elektroinstallation ist eine Sache für Profis. Allerdings können Bauherren mit dem Elektriker ausmachen, dass sie die Leerrohre selbst einbauen, die Kabel ziehen und sogar Steckdosen und Schalter anschließen – sofern der sich darauf einlässt. Letztlich muss der Elektriker aber alles abnehmen. Den Sicherungskasten schließt der Elektriker in jedem Fall selbst an und auch den Anschluss ans Versorgungsnetz übernimmt der Profi.

Ein Elektriker verlegt seine Leitungen anhand der anerkannten Regeln der Technik. Für Stromkabel gibt es beispielsweise fest definierte Installationszonen, die an den Rändern von Wänden oder Decken und immer parallel oder quer zum Boden verlaufen, niemals aber diagonal an der Wand entlang. Aber auch, wer selbst Kabel verlegt, sollte sich an diese Zonen halten. Denn sonst hat der Bauherr doppelte Arbeit, falls der Elektriker seine kreuz und quer verlegten Kabel nicht abnimmt. Diese Installationszonen sind außerdem durchaus sinnvoll: Sie verringern die Gefahr, beim Bohren auf eine Stromleitung zu treffen.

Achtung

Bei der Arbeit mit Strom besteht Lebensgefahr. Im Zweifel sollte deswegen immer ein Elektriker gerufen werden – selbst bei scheinbar einfachen Arbeiten.

Elektrogeräte anschließen

Auch wenn es darum geht, elektrische Geräte anzuschließen, sollten Bauherren vorsichtig sein. Für eine Deckenlampe werden zwar die wenigsten einen Elektriker rufen. Allerdings wäre dies ratsam, wenn es sich um ältere Lampen oder Immobilien handelt. Bei diesen ist nämlich oft nicht klar, welche Kabel wo angeschlossen werden müssen. Ein Elektriker muss definitiv dann übernehmen, wenn Starkstrom im Spiel ist, beispielsweise beim Elektroherd oder beim Anschluss von Geräten oder Lampen im Nassbereich.

Matthias Dittmann

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