Fassade – Material, Konstruktion, Instandhaltung

Die Fassade des Hauses übernimmt zahlreiche Funktionen: Statische, regulierende, schützende sowie optische. Sie ist also gleich in mehrfacher Hinsicht von Bedeutung. Dementsprechend sollten Bauherren bei der Planung eines Neubaus aber auch der Sanierung eines Hauses entsprechende Aufmerksamkeit auf die Fassadenkonstruktion legen. 

Im alltäglichen Sprachgebrauch versteht man unter Fassade oftmals die Außenwand eines Gebäudes, zum Teil auch nur die Hauptansicht, beispielsweise die Gebäudefront zu einer vielbefahrenen Straße hin. Tatsächlich aber ist die Fassade die Außenhülle eines Hauses. Und so trifft unabhängig von der Konstruktionsart eines auf jede Fassade zu: Sie bestimmt, wie ein Gebäude von außen aussieht.

Fassadenkonstruktion und Funktion

Welche Funktionen eine Fassade übernimmt, ist abhängig von ihrer Konstruktionsweise: 

Fassade, Putzfassade, Sandstein, Grafik: Bundesverband Kalksteinindustrie e.V. (bearbeitet)
Putzfassade. Grafik: Bundesverband Kalksteinindustrie e.V. (bearbeitet)

In einigen Fällen entspricht die Fassade der Außenwand. Dann handelt es sich um ein einziges Bauteil, das lediglich verputzt wird. In diesem Fall übernimmt die Fassade auch eine tragende und dämmende Funktion. 

Fassade, WDVS, Fassadendämmung, Grafik: Bundesverband Kalksteinindustrie e.V.
Fassade mit WDVS. Grafik: Bundesverband Kalksteinindustrie e.V.

Es kann außerdem sein, dass die Fassade unmittelbar an die äußere tragende Wand geklebt oder geschraubt wurde, wie bei einem Wärmedämmverbundsystem (WDVS). Dann trägt die Wand, die Fassade übernimmt beispielsweise die Dämmfunktion.

Fassade, Vorgehängte hinterlüftete Fassade, VHF, Grafik: Bundesverband Kalksteinindustrie e.V.
Vorgehängte hinterlüftete Fassade. Grafik: Bundesverband Kalksteinindustrie e.V.

Wird die Fassade auf ein Trägersystem montiert, handelt es sich um eine Vorhangfassade. Diese trägt nur ihr Eigengewicht und sonst keine statische Last. 
Kann hinter ihr die Luft frei zirkulieren spricht man von einer vorgehängten hinterlüfteten Fassade (VHF). Hier dient die Fassadenverkleidung als Witterungsschutz für die dahinterliegende Dämmschicht.
 

Gestaltung und Material

Wenn die Fassade der Außenwand entspricht, handelt es sich in den meisten Fällen um eine gemauerte Fassade beispielsweise aus Ziegel oder Betonsteinen, aber auch eine Holzwand ist denkbar. 
Wird mit der tragenden Wand eine Dämmung fest verbunden, spricht man von einem Wärmedämmverbundsystem (WDVS). Ein solches WDVS besteht oft aus Polyurethan, allerdings gibt es auch andere Dämmstoffe
Bei einer vorgehängten Fassade kann es sich um Holz oder Metall handeln, die Außenwand kann auch mit Klinker verblendet sein. Die Materialien hängen teilweise mit der Konstruktionsweise des Hauses zusammen, bieten ansonsten unterschiedliche Vor- und Nachteile, etwa weil manche Holzfassaden mehr Pflege als beispielsweise eine verputzte Steinfassade benötigt. 

Das wichtigste Entscheidungskriterium beim Fassadenmaterial und der Gestaltung derselben dürften aber optische Vorlieben sein – sofern diese in der örtlichen Bauordnung gestattet sind. In diese Optik sollen sich auch Fenster und Türen integrieren. Auch hier gibt es unterschiedliche Materialien, in erster Linie Holz, Aluminium und Kunststoff. 

Fassadendämmung

Neubauten müssen bestimmte energetische Werte erfüllen, die in der Energieeinsparverordnung festgelegt sind. Manche Baustoffe für die Außenwand erfüllen diese Werte, andere benötigen eine zusätzliche Dämmung. So oder so, kein Neubau kommt ohne Wärmedämmung aus – und auch Altbauten müssen unter Umständen im Nachhinein gedämmt werden. Um das zu erreichen gibt es mehrere Möglichkeiten: 

  • Der Baustoff der Außenwand erreicht von sich aus ausreichende Dämmwerte, das ist beispielsweise bei einigen Porenbetonsteinen oder bei mit Dämmmaterial aufgefülltem Lochziegel der Fall.
  • Der Dämmstoff wird von außen angeklebt, dabei handelt es sich um ein Wärmedämmverbundsystem (WDVS).
  • Theoretisch kann die Außenwand auch von innen gedämmt werden. Das ist aber kompliziert, teuer und fehleranfällig und wird für gewöhnlich nur bei Altbauten mit denkmalgeschützter Fassade gemacht. 
  • Manche Mauern sind zweischalig, dann kann der Zwischenraum mit Dämmmaterial gefüllt werden, etwa mit Einblas- oder Schüttdämmung. Neubauten werden eher selten auf diese Weise gebaut. 

Instandhaltung & Sanierung

Ältere Fassaden müssen früher oder später saniert werden. Das ist im einfachsten Fall einfach nur ein neuer Anstrich. Bei Holzfassaden kann das etwas häufiger der Fall sein, als bei Steinfassaden, vor allem dann, wenn das Holz und der Anstrich nicht auf Patina, also optische Alterung ausgelegt sind oder nicht ausgrauen sollen. 

Aufwändiger ist es da schon, den Putz zu erneuern. Wird dabei der alte Putz abgeschlagen und komplett neu aufgetragen, greift eine Regelung der EnEV, die vorschreibt, dass ein Bauteil den Anforderungen der EnEV genügen muss, sobald mindestens zehn Prozent davon erneuert werden. Mit anderen Worten: Wer seine Fassade nicht nur neu verputzt, sondern den Putz komplett austauscht, sollte die Fassade im gleichen Atemzuge dämmen. Das ist auch wirtschaftlich sinnvoll, denn die Kosten für das Gerüst und den neuen Anstrich fallen ja sowieso an.

Auch vorgehängte Fassaden sind irgendwann nicht mehr so hübsch anzusehen und bedürfen einer Sanierung. Üblich waren in den 70er Jahren beispielsweise Eternit- bzw. Asbestfassaden, die heute oftmals ausgetauscht oder abmontiert werden. Auch vorgehängte Holzfassaden müssen gepflegt oder möglicherweise irgendwann komplett entfernt oder erneuert werden. Bei Metallfassaden ist der Pflegeaufwand geringer. 


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