Fassadenvarianten: Kosten, Eigenschaften und Funktionen der Fassade

Fassade ist nicht gleich Fassade. Bauherren haben viele Materialien und Konstruktionsarten zur Auswahl. Doch am Ende entscheiden sich die meisten für eine verputzte oder für eine hölzerne Fassade. Welche Fassadenvarianten es gibt und warum viele nur in ganz bestimmten Situationen sinnvoll sind.

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Fassadenvarianten, Holz, Putz, modernes Haus, Foto: photovideostock / iStock
Die Fassade eines Hauses lässt sich vielfältig gestalten. Das Erdgeschoss ist hier verputzt, im Obergeschoss mit Holz verkleidet. Foto: photovideostock / iStock

Die verputzte Fassade ist weit verbreitet in Deutschland. Daneben gibt es andere Fassadenvarianten wie Holz-, Keramik- und Glasfassaden sowie vorgehängte hinterlüftete Fassaden aus Klinker oder Metall. Doch diese Alternativen sind nur unter bestimmten Voraussetzungen sinnvoll. Vor allem beim Eigenheim ist die verputzte Fassade der Allrounder, der die meisten Anforderungen gut erfüllen kann und gleichzeitig relativ günstig ist.

Welche Fassadenvarianten es gibt

Wem die verputzte Fassade zu langweilig ist oder wenn sie aus bestimmten Gründen nicht in Frage kommt, gibt es einige Alternativen. Etwa die grüne Fassade oder die vorgehängte hinterlüftete Fassade.

Nackte Fassade

Am einfachsten wäre es sicherlich, die Wand so zu lassen, wie sie ist und nicht weiter zu verkleiden. Das geht allerdings nur dann, wenn das Baumaterial selbst einen ausreichenden Schutz vor Wind und Wetter bietet. Bei Sandstein ist das der Fall, doch hat dieses Baumaterial klare Nachteile in Sachen Wärmeschutz. Es gibt nur eine moderne Bauweise, die ohne ein zusätzliches Fassadenbauelement auskommt und einen umfassenden Schutz bietet: Das Blockhaus, dessen massive Stämme zwar möglicherweise behandelt oder gestrichen werden, aber hervorragende Dämmeigenschaften besitzen und mit Feuchtigkeit und Wind kein Problem haben.

Eine nackte Fassade ist natürlich unschlagbar günstig. Doch die damit verbundene Bauweise ist üblicherweise recht teuer. Ein Bauherr, der sich für ein Blockhaus statt für ein gemauertes Haus entscheidet, spart also höchstwahrscheinlich kein Geld.

Vorgehängte hinterlüftete Fassade

Bei dieser Fassade sind Gebäudehaut und tragende Wände nicht miteinander verbunden. Stattdessen bleibt eine Luftschicht zwischen den Bauteilen. Gerade bei älteren Häusern wird diese allerdings oftmals mit Dämmmaterial gefüllt. Bei Wohnhäusern mit Holzfassade handelt es sich meist ebenfalls um eine vorgehängte hinterlüftete Fassade. Statt der Holzbeplankung sind natürlich auch andere Materialien denkbar wie beispielsweise Metallplatten.

Eine vorgehängte hinterlüftete Fassade kann im Vergleich zur Putzfassade und je nach Größe des Hauses einen Aufpreis von mehreren 10.000 Euro bedeuten.

Grüne Fassade

Die grüne Fassade ist keine Konstruktionsart, sondern eine Möglichkeit der Gestaltung. Wilder Wein oder Efeu ranken sich an den Wänden hoch. Neben optischen Gründen können sich Eigentümer auch aus praktischen Gründen dafür entscheiden. Eine begrünte Fassade schützt besser vor Schall, vor Kälte und besonders auch vor Hitze. Allerdings muss eine grüne Fassade gepflegt werden, um Schäden an der Fassade, am Dach und den Regenrinnen zu vermeiden.
Eine grüne Fassade ist sehr günstig. Einzelne Pflanzen gibt’s für fünf bis zwanzig Euro. Bis diese Pflanze gewachsen ist, dauert es freilich seine Zeit. Efeu wächst besonders schnell, bedarf aber auch am meisten Pflege.

Allerdings steht die grüne Fassade nicht für sich allein, sondern braucht eine intakte Putz- oder Holzfassade als Untergrund. Weil die Holzfassade recht teuer ist, lohnt es sich nicht, diese anschließend mit Efeu überwuchern zu lassen.

Weitere Arten der Fassadengestaltung

Werden Fliesen oder Platten an die Hauswand angebracht, spricht man von einer angemörtelten oder vorgemauerten Fassade.

Etwas ganz Besonderes sind sogenannte Baguettes: Das sind Keramikelemente, die in einigem Abstand zur Hauswand angebracht werden, sodass sie zwar für Schatten sorgen, aber dennoch Licht hindurchlassen. Solche ausgefalleneren Arten der Fassadengestaltung werden von privaten Bauherren und deren Architekten jedoch selten eingesetzt und finden eher in der Büro- oder öffentlichen Architektur Anwendung.

Diese Fassadenvarianten sind relativ material- und arbeitsaufwendig und damit entsprechend teurer. Wie teuer genau, hängt von der Größe des Hauses und des Materials ab.

Die Fassade gestalten

Zur Fassade gehören auch weitere Elemente, die das Erscheinungsbild des Hauses mitbestimmen. Fenster und Türen beispielsweise sowie Fensterläden. Die Beleuchtung befriedigt zwar in erster Linie eher praktische Bedürfnisse, trägt aber ebenfalls zur Optik bei. Bei Altbauten wurde die Fassade oftmals extra verziert, beispielsweise mit Stuckelementen.

Grenzen der Gestaltungsfreiheit

Bauherren haben bei der Wahl solcher Gestaltungsvarianten an sich freie Hand. Dennoch gibt es einige Einschränkungen: Zum einen kann der jeweilige Bebauungsplan Gestaltungsmöglichkeiten vorschreiben oder verbieten. So kann es beispielsweise einen Zwang zu einer verputzten Fassade, möglicherweise sogar in einem bestimmten Farbton geben. Zum anderen kann eine Immobilie unter Denkmalschutz stehen. Dann dürfen die Eigentümer ebenfalls nicht tun und lassen, was sie wollen. Sie müssen bei jeder kleinsten geplanten Veränderung der Optik erst die Denkmalschutzbehörde um Erlaubnis fragen. Einen Briefkasten oder eine Satellitenschüssel anzubringen - oder Fensterläden abzumontieren ist dann oftmals nicht gestattet.

Matthias Dittmann

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