Das Garagentor: Sektionaltor, Schwingtor und andere Arten

Garagentore sind vielseitig: Sie lassen sich rollen, schwingen, ziehen oder klappen, sind aus Holz oder Metall und gibt es mit elektrischem Antrieb oder ohne. Bei der Entscheidung spielt neben der Optik und dem Komfort auch der Sicherheitsaspekt eine große Rolle. Je nach Art des Tores entscheidet sich zudem, wie viel Platz in und vor der Garage tatsächlich zur Verfügung steht. Alle Vor- und Nachteile von Sektionaltor, Rolltor, Schwingtor und Flügeltor hier auf einen Blick.

Bei der Entscheidung für ein Garagentor stehen neben verschiedenen Materialien und Farben auch vier verschiedene Funktionsweisen zur Wahl. Je nach Anforderungen und insbesondere je nach Einbausituation bieten sich verschiedene Ausführungen an.

Das Sektionaltor

Garagentore, Sektionaltor in kubistischem Einfamilienhaus, Foto: Novoferm
Ein modernes kubistisches Einfamilienhaus mit grauem Sektionaltor, das sich gut in die Architektur integriert. Foto: Novoferm

Das Sektionaltor ist derzeit bei Hausbauern besonders beliebt. Es besteht je nach Größe aus vier bis sechs einzelnen Sektionen, die über Scharniere miteinander verbunden sind. Diese Sektionen lassen sich an Schienen problemlos unter die Garagendecke führen. Eine Sonderausführung ist das Seitensektionaltor, bei dem das Tor zur Seite aufgeschoben wird. Generell  setzt sich das Sektionaltor optisch von den typischen Schwingtoren, die man aus Garagenhöfen kennt, ab und lässt sich gut in ein architektonisches Gesamtbild integrieren.

Im Vergleich zum Schwingtor besticht es noch durch einen weiteren Vorteil: Es braucht weniger Platz. Weil das Tor üblicherweise hinter der Garagenöffnung montiert wird, kann die gesamte Durchfahrtshöhe genutzt werden. Da das Tor außerdem in einzelne Sektionen unterteilt ist, braucht es einen deutlich geringeren Schwingradius.

Vorteile:

  • Durchfahrtshöhe der Garage nahezu komplett nutzbar
  • kein Platzbedarf vor der Garage
  • sicher, weil Personen und Gegenstände vor der Garage nicht gefährdet werden
  • Schlupftür integrierbar
  • besonders breite Tore von etwa sechs Metern möglich
  • Seitensektionaltore können nur teilweise geöffnet werden.
  • sowohl mit als auch ohne elektrischem Antrieb möglich

Nachteile:

  • bei ähnlicher Ausstattung und beim gleichen Anbieter üblicherweise teurer als das Schwing- oder Rolltor
  • weniger Stauraum an der Decke oder der Seitenwand im Vergleich zum Roll- oder Flügeltor

Einbau eines Sektionaltores:

Handwerklich begabte Garagenbesitzer können ein Sektionaltor auch selbst einbauen. Üblicherweise müssen sie zuerst den Rahmen und die seitlichen Führungsschienen montieren, dann die einzelnen Torsektionen einsetzen und miteinander verbinden. Die größte Schwierigkeit ist, die Schienen absolut exakt einzubauen, weil sich die Segmente sonst verkanten können. Außerdem muss das Tor die richtige Größe besitzen und für das Mauerwerk vorgesehen sein. Es werden mindestens zwei Personen für den Einbau benötigt. Besonders große Tore erschweren den Einbau. 

Kosten:

Sektionaltore für eine Einzelgarage normaler Größe kosten üblicherweise zwischen 500 und 1.200 Euro. Die Kosten variieren je nach Ausstattung, Sicherheitsklasse und Größe.

Fazit

Das Sektionaltor ist ein moderner Allrounder mit gewissen Platz- und Sicherheitsvorteilen.

Das Rolltor

Garagentore, Doppelgarage mit zwei Rolltoren, Foto: Normstahl
Das Rolltor ist auch bei modernen Neubauten durchaus eine Option. Foto: Normstahl

Ein Rolltor ist im Prinzip ein Rollladen für die Garage. Diese Variante spart Platz, ist verhältnismäßig günstig und vergleichsweise einfach zu montieren. Das aufgerollte Garagentor verbirgt sich in einem Kasten unter der Decke, der Rest der Decke kann als Stauraum genutzt werden. Zudem gibt es, wie auch bei Rollläden vor Fenstern und Terrassentüren, unterschiedliche Qualitäts- und Ausstattungsvarianten, von denen auch die Sicherheit des Tores abhängig ist. Auch wenn sich Rolltore im Vergleich zu anderen Torarten weniger gut vor Einbruch schützen lassen, bieten einige Hersteller auch für solche Tore gute Sicherheitskonzepte an.

Vorteil:

  • Flexibilität: Das Rolltor kann in den allermeisten Einbausituationen verwendet werden und auch Ungleichmäßigkeiten am Boden oder der Toröffnung ausgleichen
  • je nach Hersteller Torbreiten von fünf Metern möglich
  • sehr geringer Platzbedarf in der Garage, kein Platzbedarf vor der Garage
  • Durchfahrtshöhe voll nutzbar
  • sowohl mit als auch ohne elektrischem Antrieb möglich

Nachteil:

  • abhängig von Modell und Ausführung zeigen sich manche Rolltore in einer wenig ansprechenden Optik
  • kein Schlupftor möglich
  • im Vergleich zu anderen Toren teilweise Nachteile beim Einbruchschutz

Einbau eines Rolltores:

Im Gegensatz zum Sektionaltor ist der Einbau etwas einfacher, weil keine Deckenschiene gebraucht wird. Bei der führenden Schiene muss man allerdings genauso exakt arbeiten, damit die Lamellen nicht verkanten. Muss der Heimwerker die Bauteile selbst abmessen und zusägen, steigt der Aufwand. Für den Einbau werden üblicherweise zwei Personen benötigt. 

Kosten:

Günstige Varianten gibt’s für unter 100 Euro. Optik, Haltbarkeit und Sicherheit sind dann allerdings eingeschränkt. Teurere Varianten kosten 500 Euro und mehr. Natürlich sind die Kosten abhängig von Ausstattung, Sicherheitsansprüchen und der Größe des Tores.

Fazit

Rolltore sind oftmals einfacher und günstiger, aber auch weniger sicher. Damit sind sie für Fälle geeignet, in denen der Besitzer nicht die höchsten Ansprüche hat, beispielsweise für Lagerräume, in denen keine Wertgegenstände aufbewahrt werden. Außerdem lassen sich auch kompliziertere Einbausituationen flexibel meistern.

 

Das Schwingtor

Garagentore, Doppelgarage mit Fachwerkfassade und zwei Schwingtoren, Foto: david-bgn / fotolia.com
Früher Standard, heute guter Allrounder: Das Schwingtor. Foto: david-bgn / fotolia.com

Schwingtore, auch Kipptore genannt, sind die am weitesten verbreiteten Garagentore, insbesondere bei Garagenhöfen und in älteren Wohnsiedlungen. Sie schwingen beziehungsweise kippen beim Öffnen nach vorne und nach innen aus und beschreiben dabei einen großen Bogen. Entsprechend viel Platz benötigt dieses Tor vor oder in der Garage. In diesem Bereich kann beim Öffnen und Schließen kein Auto stehen und es sollten sich auch keine Personen dort aufhalten. Für große Kleinbusse und Minivans kann es damit in einer Standardgarage schon eng werden.

Aktuelle Modelle können grundsätzlich sehr hohe Ansprüche an Optik und Bedienbarkeit befriedigen. Auch in Sachen Sicherheit bieten gute Schwingtore heute viel: Die Verriegelung erfolgt durch Bolzen an den Seiten des Tores, die so platziert sind, dass sie von außen kaum aufgebrochen werden können. Da sich der Verriegelungsmechanismus nicht auf Bodenniveau befindet, ist dieser zudem vor Schmutz und Korrosion geschützt.

Vorteile:

  • relativ günstig
  • hoher Einbruchschutz möglich
  • robust, Garagentor funktioniert auch mit diversen Dellen und Beulen
  • Schlupftür integrierbar
  • sowohl mit als auch ohne elektrischem Antrieb möglich

Nachteile:

  • Platzbedarf vor der Garage
  • dadurch auch ein gewisses Sicherheitsrisiko für Gegenstände und Personen
  • Durchfahrtshöhe nicht voll nutzbar
  • anspruchsvoller Einbau
  • Garagentorbreite oftmals beschränkt auf etwa drei Meter

Einbau eines Schwingtores:

Der Einbau ist aufgrund der Schwingmechanik relativ anspruchsvoll und für ungeübte Heimwerker nicht unbedingt geeignet.

Kosten:

Zwischen 300 und 1.300 Euro.

Fazit

Der Garagentorklassiker, der fast immer eingesetzt werden kann und die Eigenschaften eines Allrounders besitzt. Bei komplizierten Einbausituationen mit runden oder schiefen Garagentoröffnungen bietet sich dagegen das Rolltor an. Fehlt der Platz vor der Garage für die Schwingmechanik, bietet sich neben dem Rolltor auch das Sektionaltor an. 

Das Flügeltor

Garagentore, Doppelgarage mit zwei Flügeltoren aus Holz, Foto: Ashok B. Mehta / fotolia.com
Durch die gut gepflegten Flügeltüren wirkt diese große Doppelgarage sehr hochwertig. Foto: Ashok B. Mehta / fotolia.com

Schlösser, Burgen, Gutshöfe – sie alle sind mit Flügeltoren ausgestattet. Zum einen, weil das Flügeltor der älteste Tortyp überhaupt ist. Zum anderen, weil ein solches Tor herrschaftlich aussieht und viele Vorteile bietet. Kombiniert mit moderner Technik, eignen sich Flügeltore auch heute als Garagentore. Denn ein Flügeltor lässt sich bei Bedarf gut gegen Kälte und Schall dämmen und genauso sicher abschließen wie eine Haustür.

Vorteile:

  • höchste Ansprüche an Dämmung und Sicherheit umsetzbar
  • Schlupftür integrierbar
  • Decke und Seiten der Garagen lassen sich frei nutzen
  • Durchfahrtshöhe voll nutzbar
  • elektrischer Antrieb von allen Toren am aufwändigsten

Nachteile:

  • oftmals teuer
  • sehr hoher Platzbedarf vor der Garage
  • insbesondere bei Gefälle nicht oder nicht ohne weiteres einbaubar
  • Schnee und Eis beeinträchtigen die Funktionsfähigkeit. Es muss ein größerer Bereich von Schnee freigeräumt werden.

Einbau des Flügeltores:

Flügeltore lassen sich im Grunde wie andere Türen auch einbauen. Wer mit Schranktüren, Zimmertüren und Haustüren geübt hat, sollte hier keine Probleme haben, denn die Vorgehensweise ist letztlich gleich. Allerdings ist Exaktheit gefragt, wenn Zargen und Türbänder eingebaut werden müssen, da sonst die Türen schiefstehen. Für den Einbau sind drei oder mehr Personen nötig, abhängig auch vom Gewicht der Tore.

Kosten:

Ungedämmte Flügeltore aus Metall gibt’s schon ab 600 Euro. Holztore gibt’s ab 1.000 Euro, nach oben gibt es je nach Anspruch und gewünschter Exklusivität kaum Grenzen.

Fazit

Ein Flügeltor ist geeignet für jene, die ihrem Anwesen etwas Herrschaftliches verleihen wollen. Auch bei Landhäusern und Bauernhöfen kann so ein Tor passen. Wegen des großen Platzbedarfs wird es ansonsten eher selten eingesetzt.

Garagentorantrieb: Komfort und Sicherheit

Im Auto ist es warm und trocken, doch draußen regnet es. Das heißt: Raus in die nasse Kälte, Garagentor hochklappen und dann pitschnass das Auto in die Garage fahren. In solchen Situationen sind Garagentorantriebe eine feine Sache.

Um zu funktionieren, benötigen Garagentorantriebe natürlich Strom. Ist in der Garage selbst kein Anschluss vorhanden, können Immobilienbesitzer etwa auf einen Antrieb mit einem Akku zurückgreifen. Normale Akkus halten bei normaler, täglicher Benutzung mehrere  Wochen. Die Akkus verbrauchen wenig Strom, sind aber in der Anschaffung relativ teuer. Besonders umweltfreundlich ist es, den Garagentorantrieb über eine Photovoltaik-Zelle zu betreiben, die beispielsweise auf dem Dach der Garage Platz findet.

Generell sind bei einem Garagentorantrieb folgende Ausstattungsmerkmale wichtig:

  • Abschaltautomatik, die das Schließen des Tores stoppt, sobald es auf ein Hindernis, wie eine Person oder ein parkendes Auto trifft.
  • Notentriegelung, die sicherstellt, das Tor im Falle eines Stromausfalls von Hand bedienen zu können.

Wer höchste Sicherheits- und Komfortansprüche hat, kann auf einen elektrischen Antrieb kaum verzichten. Der Platzbedarf hält sich üblicherweise in Grenzen. Der Antrieb kann zumindest bei Sektional- und Schwingtoren oftmals problemlos nachgerüstet werden. Die Preise für die Garagentorantriebe bewegen sich dabei zwischen 100 Euro und  690 Euro. 

Einbruchssicherheit: Nachrüsten kaum möglich

Garagentore, Sicherheit, Einbrecher hebeln Schwingtor auf, Foto: Picture-Factory / fotolia.com
Ältere Garagentore lassen sich manchmal sehr einfach und schnell aufhebeln. Moderne Tore bieten deutlich mehr Sicherheit. Foto: Picture-Factory / fotolia.com

Einfache und insbesondere ältere Garagentore bieten Dieben kaum Widerstand. Das einfache Zylinderschloss ist vom Profi in wenigen Sekunden aufgehebelt. Den besten Schutz bieten sogenannte einbruchhemmende Garagentore. Sie erfüllen die Vorgaben der Widerstandsklasse RC-2 nach DIN EN 1627 wie sie für Türen und Fenster festgelegt sind. Die in der Tür verarbeiteten Bauteile verhindern das Aufbrechen mit einfachen Hebelwerkzeugen wie Schraubendreher, Zange oder Keilen über eine Dauer von mindestens drei Minuten. Bei der Auswahl sollte auf eine TÜV-Prüfung oder ein Gütesiegel des Fachverbands Türen, Tore und Zargen (TTZ) geachtet werden.

Besonders sicher sind automatisch betriebene Garagentore mit einer integrierten Torverriegelung in der Antriebsschiene. Dadurch ist das Tor geschlossen und gleichzeitig verriegelt. Die Verriegelungsautomatik sollte allerdings mechanisch funktionieren. Denn nur so ist auch bei Stromausfall der Schutz gewährleistet. Wer auf die Automatik beim Garagentor verzichten will, sollte sich nach einer Schnäpper-Verriegelung umsehen: Hier greift eine stabile Scheibe, die selbsttätig einrastet, um einen massiven Stahlbolzen.

Ein einfaches Garagentor lässt sich nur schwer auf einen einbruchhemmenden Sicherheitsstandard umrüsten. Deshalb sollten Bauherren von Anfang an auf Einbruchschutz achten. Vorhandene Tore werden am besten ausgebaut und durch einbruchhemmende Tore ersetzt.

Matthias Dittmann

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