Hausbau: Vom ersten Spatenstich bis zum fertigen Haus

Manche Bauherren kriegen von der Baustelle ihres Hauses nichts mit. Andere sind immerhin beim Richtfest vor Ort. Und wieder andere sind während der Bauzeit kaum woanders zu finden. Welche Vorbereitungen getroffen werden müssen, was während der Bauzeit alles passiert und welche Verantwortung der Bauherr trägt.

Wer Schlüsselfertig oder mit Bauträger baut, muss nicht ständig auf der Baustelle herumlaufen – unter Umständen darf er es noch nicht einmal. In anderen Fällen kümmert sich die Baufirma ausschließlich um den Aufbau der vier Wände und des Daches, der Bauherr dagegen organisiert die Baustelleneinrichtung selbst. Und wer ein Bausatzhaus baut, muss sich möglicherweise um alles selbst kümmern: Von den Vorbereitungsmaßnahmen über die Baustelleneinrichtung bis hin zum Bau des Hauses. So oder so sollten Bauherren wissen, was auf ihrer Baustelle passiert und welche wichtigen Aufgaben es gibt. 

Hausbau, Baustelle mit Bauarbeiter, Foto: ACP prod / fotolia.com
Die Baustelle ist ein Platz für Bauarbeiter. Und Bauherren. Diese sollten ihre Aufgaben und Verantwortungsbereiche kennen. Foto: ACP prod / fotolia.com

Vorbereitungsmaßnahmen für den Baubeginn

Die wichtigste Voraussetzung für den Bau ist die Baugenehmigung. Ohne geht es nicht und sie wird auch nur dann erteilt, wenn alle anderen Voraussetzungen erfüllt sind. Dazu gehört der Anschluss des Grundstücks an das öffentliche Verkehrsnetz und an die Kanalisation. Die Wasserversorgung kann in Ausnahmefällen über einen Brunnen erfolgen, Strom und Telefon können auch überirdisch gelegt werden. 

Bevor der Bau beginnen kann, muss auch der Boden untersucht werden. Das Ergebnis kann Einfluss auf die Planung haben. Wird zum Beispiel festgestellt, dass der Grundwasserspiegel zu hoch ist, muss das Haus in einer sogenannten weißen Wanne gebaut werden. 

Stehen auf dem Grundstücke alte Gebäude, Bäume oder Sperrmüll, muss es möglicherweise bereinigt werden. Der Sperrmüll muss fachgerecht entsorgt werden, beispielsweise auf einem Wertstoffhof. Auskunft darüber gibt die zuständige Gemeinde. Um Bäume fällen und alte Gebäude abreißen zu dürfen, ist unter Umständen eine Genehmigung fällig.

Bevor es so richtig losgehen kann, muss auch die Baustelle fachgerecht eingerichtet werden. Das übernimmt in den meisten Fällen die Baufirma. Ansonsten informiert das Bauamt und die Baufirma, was dafür notwendig ist. Dazu gehört auf jeden Fall eine Bautafel, auf der notiert ist, was gebaut wird und wer der Bauherr ist. Um elektrische Baumaschinen betreiben zu können, muss Baustrom zur Baustelle gelegt werden. Möglicherweise ist eine Straßenabsperrung notwendig, in jedem Fall eine offizielle Baustellenzufahrt zu öffentlichen Straßen. Für solche Aufbauten im öffentlichen Raum ist üblicherweise eine Genehmigung von der Stadt erforderlich. Die Bauarbeiter brauchen außerdem eine Toilette.

Die Grundlage: Keller oder Bodenplatte

Sind alle Vorkehrungen getroffen, ist es Zeit für den ersten Spatenstich. Die Grundlage von allem ist das Fundament, darauf wird die Bodenplatte gegossen oder der Keller gebaut. Das gilt für alle Bauweisen. Allerdings gehört die Bodenplatte oder der Keller nicht immer zu den Leistungen der Baufirma. Dann sollte der Bauherr darauf achten, dass Baufirma und der Hersteller der Bodenplatte und des Kellers gut miteinander kommunizieren und alle Pläne stimmen. Denn die Bodenplatte muss sowohl zu den Grundstücksanschlüssen als auch zu den Hausbauplänen passen. Wird hier unsauber gearbeitet, passt im schlimmsten Fall das Haus nicht auf die Bodenplatte oder die Planung muss kurzfristig angepasst werden. Und das kann teuer werden.

Wände mauern, ziehen oder setzen

Auf der Bodenplatte oder auf der Kellerdecke wird dann das eigentliche Gebäude errichtet. Je nach Bauweise werden Steine aufeinander gemauert oder Balken geschichtet. Oder es wird erst ein Skelett aus Holz oder Metall errichtet. Dieses wird dann mit Dämmstoff gefüllt und mit Holz und Gips oder anderem Fassadenmaterial verkleidet. 

Auch die Art der Dämmung und die möglichen Dämmstoffe sind von der Bauweise abhängig. Manche Ziegel benötigen beispielsweise ein Wärmedämmverbundsystem, das von außen angebracht wird und nur bestimmte Dämmstoffe zulässt. Bauweisen wie der Blockhausbau oder andere bestimmte Ziegelsteine benötigen dagegen keine zusätzliche Dämmung.

Das Dach: Fast immer eine Aufgabe für Zimmerleute

Zum Rohbau gehört auch das Dach. Sofern es sich um kein Massivdach handelt, gibt es ein Richtfest, sobald der hölzerne Dachstuhl errichtet wurde. Steht das Dach, können die Handwerker das Dach dämmen und eindecken. 

Fenster und Türen: Den Rohbau schützen

Ist das Dach fertiggestellt, steht der Rohbau. Bevor es innen weitergehen kann, werden Fenster und Türen eingebaut, um ihn vor Wind und Wetter zu schützen – und darin gelagerte Materialien und Werkzeuge vor Dieben. Ist ein Wintergarten mit eingeplant, so wird auch dieser nun gebaut, um eine komplett abgeschlossene Gebäudehülle zu erhalten.

Danach geht die Arbeit innen weiter: Die Haustechnik samt Heizung, Elektrotechnik und Wasserversorgung wird installiert.

Innenausbau: Das Haus gestalten

Der Innenausbau gehört üblicherweise ebenfalls zur Bauzeit dazu. Auch dann, wenn manche Bauherren gewisse Aufgaben wie tapezieren, Streichen oder Boden verlegen selbst übernehmen. Weitere wichtige Arbeiten sind der Einbau der Treppe oder möglicherweise von Wandschränken, sowie der Küche und des Bades.

Ende der Bauzeit: Abnahme

Ist die letzte Arbeit getan, ziehen die Bauarbeiter wieder ab. Baufirma und Bauherr organisieren die Übernahme des Gebäudes. Dabei sollten Bauherren genau hinsehen und sich im Optimalfall von einem Bausachverständigen begleiten lassen: So können sie eventuelle Baumängel sofort anmerken und im Abnahmeprotokoll festhalten. 

Feinschliff: Garten, Auffahrt und Garage

Die letzten Details sind dann die Gestaltung der Außenanlagen und die Errichtung von Zusatzgebäuden wie einer Garage, eines Carports oder eines Gartenhauses. Manche Bauherren lassen sich dafür ein oder zwei Jahre Zeit, um sich erst einmal von der anstrengenden Bauzeit zu erholen. Ein weiterer, eher pragmatischer Grund: Das Baubudget wurde aufgebraucht und nun ist erstmal etwas Sparen angesagt.

Matthias Dittmann

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