Pelletheizung: bauliche Voraussetzungen, Wartung und Kosten

Wo gehobelt wird, da fallen Späne. Und in Hobel- und Sägewerken fallen besonders viele Späne. Diese können zu kleinen Pellets gepresst werden: Der Rohstoff für Pelletheizungen. Das Ganze ist relativ umweltfreundlich und wird auch noch staatlich gefördert. Deshalb ist eine Pelletheizung eine beliebte Alternative, insbesondere im Neubau –allerdings erfordert sie bestimmte bauliche Voraussetzungen.

Eine Pelletheizung wird üblicherweise mit kleinen Pellets aus Holz, manchmal auch aus anderen pressbaren Rohstoffen wie Miscanthus, einer Schilfart, oder Stroh beheizt. Die Pellets werden ähnlich wie Heizöl im Haus gelagert, in einem eigenen Lagerraum oder einem großen Behälter. Von dort werden die Pellets angesaugt oder über eine sogenannte Schnecke zum Kessel transportiert und verbrannt. Mit der entstehenden Wärme wird das Heizungs- und Brauchwasser erhitzt. 

Gründe für eine Pelletheizung

Wer sich für eine Pelletheizung entscheidet, macht dies üblicherweise aus einem der folgenden Gründe: er will umweltbewusst heizen, die Pelletheizung ist Teil eines förderfähigen Gesamtkonzeptes oder er erhofft sich in Zukunft günstige Heizpreise.

Pelletheizung, Blatt, umweltbewusst heizen, Icon: Piktochart

1. Umweltbewusst heizen: Der Rohstoff Holz wächst nach, die Späne, die zu Pellets gepresst werden, fallen bei der Holzverarbeitung ohnehin an. Allerdings werden beim Verbrennungsvorgang der Pellets umweltschädliche Emissionen freigesetzt. Dazu gehören Stickstoffoxide, Feinstaub und CO2. Da aber das CO2 zuvor im Holz gebunden wurde, werben manche Hersteller mit der CO2-Neutralität des Heizstoffes. Insgesamt sind die Emissionen niedriger als bei Öl- oder Gasheizungen.

Pelletheizung, Hand, Geld, Förderungen, Icon: Piktochart

2. Pelletheizungen werden gefördert und gefordert: Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) fördert Pelletheizungen unter bestimmten Bedingungen mit einem Investitionszuschuss. Die KfW fördert den Einbau einer Pelletheizung zumindest im Baubestand. Wer bei einem Neubau Fördergelder beispielsweise für den Bau eines KfW-55-Hauses kassieren möchte, muss bestimmte technische Voraussetzungen erfüllen. Mit dem Einbau einer Pelletheizungen ist dies möglich. 

Link-Tipp

Mehr zu Fördermöglichkeiten beim Hausbau lesen Sie unter: Förderungen beim Hausbau – der Staat zahlt mit

Pelletheizung, Sparschwein, finanzieller Vorteil, Icon: Piktochart

3. finanzieller Vorteil: Durch diese Förderungen, vor allem aber auch durch Rohstoffpreise kann sich ein gewisser finanzieller Vorteil im Vergleich zu anderen Heizungsarten ergeben. Die Rechnung geht aber nur dann auf, wenn sich die Rohstoffpreise günstig entwickeln und Holzpellets dauerhaft günstiger als Gas oder Öl sind.

Bauliche Voraussetzungen einer Pelletheizung

Um eine Pelletheizung überhaupt einbauen und betreiben zu können, sind gewisse Voraussetzungen notwendig. Egal, ob es sich um eine Erstinstallation im Neubau oder um eine Heizungsumrüstung handelt:

  1. Das Heizgerät hat einen Platzbedarf von üblicherweise nicht mehr als einem Quadratmeter.
  2. Zusätzlich muss Platz für ein Pelletlager eingeplant oder geschaffen werden. Wie groß dieses Pelletsilo ist, hängt von der Größe der Heizung ab. Wer bisher eine Ölheizung betrieben hat, kann den Platz des Öltanks als Pelletlager nutzen. Alternativ können solche Pellettanks auch ober- oder unterirdisch im Garten aufgestellt werden. Pro Kilowatt Wärmeleistung empfehlen viele Hersteller 0,9 Kubikmeter Lagerraum.
  3. Zwischen Pelletlager und Heizgerät ist eine Verbindung notwendig, etwa mit einer Förderschnecke oder einer Ansaugvorrichtung.
  4. Eine Pelletheizung braucht außerdem einen Kamin oder Schornstein. Ist einer vorhanden, kann er unter Umständen genutzt oder umgerüstet werden. Zumindest dann, wenn kein anderer Ofen an diesen Schornstein angeschlossen ist.

Die Installation einer Pelletheizung ist also keine Aufgabe für einen ungeübten Heimwerker. Von der Leistungsfähigkeit des Heizgeräts über die Größe und den Standort des Lagers bis hin zum Schornstein müssen alle Elemente sorgfältig aufeinander abgestimmt werden. 

Kosten einer Pelletheizung

Die Kosten für eine Pelletheizung gliedern sich in folgende Kategorien: Die Summe, die bei der Erstanschaffung für die technischen Geräte und die Installation investiert werden muss, die Kosten für den Heizrohstoff und schließlich Wartungskosten. 

Erstanschaffung

Pelletheizung mit integriertem Lager, zwei Säcke Holzpellets, Foto: Africa Studio / fotolia.com
Pelletheizung mit integriertem kleinem Lager. Nicht immer sind alle Elemente beim Heizgerät dabei. Foto: Africa Studio / fotolia.com

Für eine neue Pelletheizung muss inklusive aller Elemente und Installationskosten eine Summe zwischen 15.000 und 20.000 Euro angesetzt werden. Dazu kommen Kosten für Heizungsrohre und Heizkörper, die aber unabhängig von der Heizungsart anfallen. Etwa die Hälfte der Kosten entfällt auf das Heizgerät selbst. Dazu kommen Lagerplatz und Fördersystem, in vielen Fällen außerdem ein Pufferspeicher. Hausbesitzer müssen die einzelnen Elemente aber nicht selbst zusammenstellen oder gar zusammenbauen. Das übernimmt der Heizungsbauer.  

Pelletpreise

Pelletheizung, Holzpellets, Pelletlieferung, Tanklastwagen, Foto: ClaudiaKnieling / iStock
Holzpellets werden mit Tanklastwagen geliefert und direkt ins Lager gepumpt. Man kann sie aber auch sackweise kaufen. Foto: ClaudiaKnieling / iStock

Die Preise für Holzpellets sind genau wie bei anderen Rohstoffen abhängig vom Lieferanten, der Jahreszeit und der Marktlage. Seit 2009 schwankt der Preis für eine Tonne Holzpellets mit DIN-Zertifizierung zwischen 200 und 300 Euro. Ein Kilo Pellets hat einen Heizwert von knapp fünf kWh. Bei einem Jahresverbrauch von 20.000 kWh werden also etwa vier Tonnen Pellets benötigt, die 800 bis 1.200 Euro kosten. Zum Vergleich: -Ein Kubikmeter Gas und ein Liter Heizöl haben jeweils einen Heizwert von ungefähr zehn kWh. 

Wartung und Stromkosten

Pelletheizung, Bedienfeld einer Heizung, Wartung, Foto: progarten / fotolia.com
Eine Pelletheizung muss jedes Jahr gewartet werden. Das kann man selbst übernehmen oder einen Wartungsvertrag abschließen. Foto: progarten / fotolia.com

Eine Pelletheizung benötigt ein gewisses Maß an Wartung. Der Aschebehälter muss entleert werden, die Brennkammer und das Lager müssen gereinigt werden. Es handelt sich dabei um eine Zeitinvestition von etwa einer halben Stunde. Diese Aufgaben fallen mindestens einmal im Jahr an, private Betreiber berichten auf Internetforen aber auch von häufigeren Reinigungsintervallen beziehungsweise höherem Zeitbedarf. Für den Schornsteinfeger, der Emissionsmessungen durchführt, werden pro Jahr 100 bis 200 Euro fällig. Insgesamt können sich die Kosten für Service und Wartung zwischen 300 und 400 Euro belaufen. Hinzu kommen noch Stromkosten für den Betrieb des Geräts in Höhe von 60 bis 200 Euro jährlich.

Info

Was tun mit der Asche?

Bei der Verbrennung von einer Tonne Holzpellets fallen etwa fünf Kilo Asche an. Diese kann über den Hausmüll entsorgt oder zumindest teilweise als Düngemittel verwendet werden. 

Wann sich eine Pelletheizung amortisiert

Eine Pelletheizung ist im Vergleich zu einer Gasheizung deutlich teurer in der Anschaffung. Diese Mehrkosten können unter Umständen im Laufe der Zeit erwirtschaftet werden. Und zwar dann, wenn die laufenden Kosten deutlich geringer sind. Eine einfache Rechnung könnte folgendermaßen aussehen:

GasheizungPelletheizung
Anschaffungskosten10.000 Euro20.000 Euro
Förderung-5.250 Euro
Heizkosten2.000 Euro1.500 Euro
Strom200 Euro200 Euro
Wartung150 Euro300 Euro

Bei diesen Werten wäre die Pelletheizung inklusive Fördergelder etwa 5.000 Euro teurer als die Gasheizung. Bei den laufenden Kosten ergibt sich aber ein Vorteil von 350 Euro pro Jahr. Nach 15 Jahren summiert sich dieser Vorteil auf 5.250 Euro und die Pelletheizung hätte sich amortisiert. Allerdings schwanken die Rohstoffpreise stark. In den letzten Jahren ließ sich Gas oftmals sogar günstiger beziehen als Holzpellets. In diesem Fall kann sich eine Pelletheizung im Vergleich zu einer Gasheizung niemals rentieren.

Genauere Rechnungen müssten allerdings weitere Positionen mit einbeziehen. Kann mit einer Gasheizung beispielsweise keine KfW-Förderung an Anspruch genommen werden, verteuert sich die Finanzierung des Gebäudes möglicherweise. Andererseits braucht eine Gasheizung keine Lagerfläche. Braucht ein Pelletlager beispielsweise fünf Quadratmeter Platz, werden bei einem Baupreis von 2.000 Euro pro Quadratmeter weitere 10.000 Euro fällig.

Alternativen zur Pelletheizung

Jenachdem, was einem bei einer Heizung wichtig ist, gibt es einige Alternativen zur Pelletheizung.

Günstig heizen: Gas ist vermutlich der insgesamt günstigste Brennstoff. Die Technik ist altbewährt, hoch entwickelt. Das Heizen ist wartungs- und schadstoffarm. Eine moderne Gasbrennwertheizung ist üblicherweise günstiger als alle anderen Heizungsarten. Wie niedrig die laufenden Heizkosten sind, hängt vom Rohstoffpreis ab – und vom persönlichen Heizverhalten, beziehungsweise dem Heizbedarf des Hauses. Solarthermie und Erdwärme sind in der Anschaffung zwar recht teuer, der Unterhalt kann aber durchaus günstig sein, zumindest dann, wenn die Voraussetzungen stimmen. 

Umweltfreundlich heizen: Besonders schadstoffarm sind die Solarthermie und Wärmepumpen. Gasheizungen können in gewisser Hinsicht mithalten, berücksichtigt man aber die gesamte Herstellungskette, stoßen Gasheizungen deutlich mehr Emissionen als Holzpelletheizungen aus. Gas ist außerdem ein fossiler Rohstoff.

Mit anderen Rohstoffen, aber dem gleichen Prinzip heizen: Grundsätzlich eignen sich für das gleiche Heizprinzip auch andere Rohstoffe. Etwa Stroh oder Miscanthus, beziehungsweise Chinaschilf. Für die allermeisten Privatanwender dürfte das aber nicht wirklich interessant sein, denn diese Rohstoffe sind nicht überall verfügbar.

Mit Holz heizen – aber anders: Wer sein gesamtes Haus ausschließlich mit Holz heizen will, kann sich einen Scheitholzvergaser einbauen. Auch mit einem Kachelofen ist das möglich, wenn Haus und Ofen gut aufeinander abgestimmt sind. Theoretisch kann man sich auch einen Holz- oder Pelletofen mit sichtbarer Flamme ins Wohnzimmer stellen. Ein solcher Ofen kann aber üblicherweise nicht die ganze Wohnung erwärmen. Handelt es sich um einen wasserführenden Ofen, kann dieser die Heizleistung zumindest unterstützen. 

Wissenswertes zu alternativen Heizungsarten

Pelletheizungen: eine echte Alternative zur Ölheizung

Pelletheizungen haben den Nachteil eines höheren Wartungsaufwandes im Vergleich mit anderen Heizungen. Trotzdem haben sich Pelletheizungen auf dem Heizungsmarkt etabliert. Die Technik hat sich bewährt und konnte weiterentwickelt werden. Die Nachfrage nach dem Rohstoff Pellets steigt und damit auch die Preise – und die sind unter anderem ausschlaggebend dafür, ob die Heizkosten mit Pellets niedriger ausfallen – oder nicht. 

Matthias Dittmann

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