Der richtige Bodenbelag für die Einfahrt

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Kies, Pflastersteine oder Asphalt: Die Einfahrt lässt sich vielfältig gestalten. Jeder Hausbesitzer muss sich dabei entscheiden, welcher Bodenbelag der richtige für seine Anforderungen ist.

Eine Einfahrt kann auf verschiedene Arten befestigt werden. Neben Schotter, Kies oder Splitt eignen sich auch Pflastersteine oder Asphalt als Bodenbelag. Meist bedarf es bei der Verlegung des jeweiligen Bodenbelags - Asphalt bildet die Ausnahme - nur etwas handwerklichen Geschicks, sodass sich jeder Laie selbst daran versuchen kann.

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Splitt, Kies und Schotter

Splitt, Kies und Schotter sind die wohl einfachste Art, die Hofeinfahrt zu gestalten. Die Steine können ohne große Vorarbeiten verteilt werden. Weiterer Vorteil: Regenwasser versickert problemlos im Boden. Eine Randbefestigung ist nicht zwingend notwendig, jedoch empfehlenswert, damit die kleinen Steine nicht in benachbarte Wiesen oder Wege rutschen. Als Wegeinfassung eignet sich beispielsweise eine Reihe Pflastersteine. Splitt, Kies und Schotter haben jedoch auch Nachteile: Im Herbst und Winter erschwert der unebene und lose verlegte Bodenbelag die Beseitigung von Laub oder Schnee. Zudem springt Kies durch seine Oberflächenbeschaffenheit. Befährt man den Weg, können die springenden Steinchen Kratzer im Auto hinterlassen. Da die Steine lose aufliegen, können sich durch Druck und Belastung zudem schnell Fahrrinnen bilden. Für Abhilfe sorgen Wabenplatten, die Kies, Splitt oder Schotter dauerhaft fixieren. Auch Unkraut kann bei diesem losen Belag leicht wachsen. Dem beugt ein Geotextil vor, das unter den Steinchen verlegt wird.

Die Einfahrt pflastern: Pflaster- und Rasenkammersteine

Rasenkammersteine, Foto: Kalle Kolodziej / Fotolia
Rasenkammersteine lassen Regenwasser leicht versickern. Foto: Kalle Kolodziej / Fotolia Foto: Kalle Kolodziej / Fotolia

Pflastersteine werden entweder aus Zement oder Naturstein hergestellt. Pflastersteine aus Zement können im Gegensatz zum Naturstein sauberer zugeschnitten und akkurater verlegt werden. Die Steine sind in verschiedenen Farben, Formen und Größen erhältlich – die Einfahrt lässt sich damit individuell gestalten. Möglich sind beispielsweise Muster in Form einer Sonne oder eines Schachbretts. Rasenkammersteine erlauben es Pflanzen, durch kleine Öffnungen im Stein zu wachsen und den Boden der Einfahrt optisch aufzulockern.

Pflastersteine, Foto: Steffen Malyszczyk
Pflastersteine werden auf ein Kiesbett verlegt. Foto: Steffen Malyszczyk Pflastersteine, Foto: Steffen Malyszczyk

Bei Pflaster- und Rasenkammersteinen ist das Fundament wichtig. Um eine möglichst stabile Garageneinfahrt zu erhalten, folgt nach dem Aushub des Erdreichs eine Schicht Feinsplitt auf eine Schicht Kies. Beide Beläge werden separat mit einer Rüttelplatte verdichtet. Erst dann sollte mit der Pflasterung begonnen werden. Fugen zwischen den Steinen haben den Vorteil, dass Regenwasser abfließen kann. Nachteil: Die Pflege dieses Bodenbelags ist aufwendig. Gräser und Pflanzen können problemlos in den Fugen wachsen – ein Geotextil sorgt auch in diesem Fall wieder für Abhilfe. Die Fugen und teils unebenen Steine erschweren es zudem, Schnee und Laub zu beseitigen. Pflastersteine sind bereits ab acht Euro pro Quadratmeter erhältlich.

Natursteinplatten und Pflasterklinker

Natursteinplatten, Foto: Marina Lohrbach / Fotolia
Natursteinplatten können als Bruchmosaik verlegt werden. Foto: Marina Lohrbach / Fotolia Foto: Marina Lohrbach / Fotolia

(Natur)Steinplatten können wie Pflastersteine verlegt werden. Eine weitere Möglichkeit ist, die Platten auf ein Zementmörtelbett aufzubringen. Falls gewünscht können die Fugen mit Fugenmaterial aufgefüllt werden. Natursteinplatten sind ab 30 Euro pro Quadratmeter erhältlich. Ein weiterer alternativer Bodenbelag sind Pflasterklinker. Diese werden aus Ton oder Lehm gebrannt und sind äußerst robust und widerstandsfähig. Pflasterklinker werden ähnlich verlegt wie Pflastersteine. Der Boden wird nach dem Erdaushub zunächst mit einem Kies-Sandgemisch und anschließend mit Splitt verdichtet. Darauf werden die Pflasterklinker gesetzt. Die Steine sind ab 17 Euro pro Quadratmeter erhältlich.

Link-Tipp

Sie möchten selber pflastern? In diesen Artikeln lesen Sie, wie das beim Hauseingang und auf der Terrasse funktioniert und worauf Sie ganz allgemein achten sollten.

Asphalt als Bodenbelag für die Einfahrt

Asphalt als Bodenbelag ist besonders haltbar und robust. Vor allem bei Einfahrten, die oft befahren werden, sollte daher Asphalt gewählt werden. Jedoch sind die Vorarbeiten aufwendig: In einem knappen Meter Tiefe müssen mehrere Schichten Kies verdichtet werden. Um ein möglichst optimales Ergebnis zu erzielen, sollte die Oberseite mit Mineralgranulat abgeschlossen werden. Erst dann sollte der Boden asphaltiert werden. Allerdings ist bei einer asphaltierten Einfahrt eine Entwässerungsrinne erforderlich, da ansonsten Regenwasser nicht abfließen kann. Die Kosten sind bei dieser Art des Bodenbelags höher als bei Kies, Splitt, Schotter oder Pflastersteinen. Dies hat einen einfachen Grund: Für die Asphaltierung werden in der Regel spezielle Maschinen benötigt.

Gerne werden die unterschiedlichen Materialien auch miteinander kombiniert. So kann der optische Gesamteindruck der Einfahrt aufgelockert werden. Beispielsweise indem Natursteine zu Mustern und Ornamenten zwischen Betonsteine gelegt werden.

Alle Bodenbeläge auf einen Blick

UnkrautanfälligLeicht von Schnee und Laub zu befreienEntwässerungsrinne nötigBauaufwandKosten
Splitt, Kies, Schotterja*neinneinniedrigniedrig
Rasenkammersteine-neinneinniedrigniedrig
Pflastersteine (auf Kiesbett)ja*janeinmittelniedrig
Pflasterklinker (auf Kiesbett)ja*janeinmittelniedrig
Natursteinplatten (auf Kiesbett)ja*janeinmittelmittel
Natursteinplatten (auf Zementmörtelbett)neinjajahochmittel
Asphaltneinjajahochhoch

*) Wer eine Schicht aus Geotextil zwischen Untergrund und Bodenbelag verlegt, kann Unkraut problemlos vorbeugen.


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4 Kommentare

Reiner am 20.11.2018 15:13

Ich vermisse hier die Option Stempelbeton, also Betonieren und dann mit Matritzen stempeln, um die Optik von Natursteinbelägen zu erhalten.

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Claus F. Dieterle am 09.06.2018 19:53

Brandenburgische Bauordnung

§ 52 Stellplätze und Garagen Abs. 9 "...abfließende Treib- und Schmierstoffe müssen unschädlich beseitigt werden können...".

Der Artikel sollte auf die gesetzlichen Regelungen hin überarbeitet werden.

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Philiboy83 am 10.11.2014 16:45

Unkraut kommt zu 99,9% immer von OBEN...Wo soll unter einem Pflasterstein das Unkraut durch die Fuge hochwachsen? Da nützt auch ein Unkrautvlies nichts, das ist in dem Fall als Trenn- und Stabilisierungslage zwischen dem Unterbau und dem Pflaster.

Unkraut kommt immer von oben, durch Dreck an den Schuhen nach dem spazieren gehen, Dreck am Auto der abfällt, Samen die durch den Wind auf den Hofplatz geweht werden, im Vogelkot enthalten sind oder oder oder setzen sich in die Fuge (gerne dort wo die Fuge etwas ausgewaschen oder nicht sorgfältig genug nachgefüllt wurde) und fängt an zu wachsen...das gleiche gilt bei Splittauffahrten, die dient das Vlies unterm Splitt auch nur als Trenn- und Stabilisierungslage erschwert aber das Unkrautzupfen da sich das Unkraut in das feine Vlies wurzelt und regelrecht verkrallt, ohne Vlies lässt es sich leichter aus der reinen Erde ziehen.

Kiesstabilisierungswabenmatten haben den Vorteil, das man immer eine Mindestschichtdicke vom Splitt hat wodurch das Unkrautwachsen gehemmt wird...

Beim Pflaster kann man nur mit einer festen Fuge (Pflasterfugenmörtel auf Kunststoffharz- oder Zementärerbasis) erfolgreich gegenan wirken denn dort kann kein Unkraut sich ausbreiten, ist aber auch entsprechend teuer das ganze und je nach Produkt nicht von jedermann zu verarbeiten...Vergesst die Unkrautfreien Fugensande zum einfegen, die spülen aus/verwehen und es sammelt sich oben doch wieder der Dreck in die Fuge ein.

Ich selbst habe eine Splittauffahrt zuhause, die ersten 2 Jahre lose verlegt und dann mit den Stabilisierungswabenmatten

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Flugdach am 02.05.2014 21:26

Baue derzeit den Bodenbelag für meinen Carport. 50 cm schönster Naturschotter bei 2 unterschiedlichen Lagen, gerüttelt und damit vedichtet, 5 cm Feinplanum o/32, anschließend AC 16 Asphaltbeton 10 cm

Kann mir ein Fachmann die Richtigkeit bestätigen? Danke

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