Die Baugenehmigung - grünes Licht für den Start ins Eigenheim

Lesermeinungen:  

(13)

Vor dem ersten Spatenstich muss der Hausbau bereits durch eine Baugenehmigung behördlich abgesegnet sein. Als zukünftiger Eigenheimbesitzer ist es daher ratsam, die wichtigsten Einzelheiten zum Baugenehmigungsverfahren zu kennen.

Baugenehmigung, Bauantrag
Wenn das Eigenheim entsteht, ist die wichtigste Hürde schon genommen. Die Baugenehmigung muss vor dem ersten Spatenstich vorliegen. Foto: LBS

Ganz offiziell wird ein Bauvorhaben erst mit der Einreichung des Bauantrages. Mit dem Antrag wird ein Prüfverfahren eingeleitet, an dessen Ende hoffentlich die Erteilung der Baugenehmigung steht. Liegt keine behördliche Erlaubnis vor, darf mit Baumaßnahmen gar nicht erst begonnen werden. Verstöße können mit Baustopps und Geldbußen geahndet werden. Auch wenn die Antragstellung von seinem Architekten oder Planer begleitet wird, sollte dennoch jeder Bauherr über die wichtigsten Fakten zur Baugenehmigung informiert sein.

Eine Baugenehmigung ist unabdingbar

Immer wenn es um die Errichtung, Änderung oder den Abbruch von baulichen Anlagen geht, bedarf es einer behördlichen Einwilligung zur Durchführung dieser Maßnahmen. Bestimmte Bauvorhaben sind jedoch auch genehmigungsfrei. Welche Bauten dazu gehören, ist unterschiedlich und durch die jeweilige Landesbauordnung geregelt. Im Zweifelsfall hilft ein Anwalt weiter, der auf Baurecht spezialisiert ist. Er prüft das Bauvorhaben auf eventuelle Genehmigungsfreiheit und kann damit viel Aufwand ersparen.

Auf vollständige Bauvorlagen achten

Neben dem ausgefüllten Bauantrag sind einige Unterlagen (Bauvorlagen) erforderlich. Dazu gehöret beispielsweise die Baubeschreibung, technische Angaben zu Baumaterialien und Ausstattung macht, ein katasteramtlicher Lageplan und zeichnerische Darstellungen des Bauvorhabens. Außerdem müssen ein Standsicherheitsnachweis, sowie mehrere Berechnungen, beispielsweise zur Wohn- und Nutzfläche vorliegen. Wer sichergehen will, kann sich an das zuständige Bauordnungsamt wenden, das mitteilt, welche Unterlagen für die Baugenehmigung im Einzelfall verlangt werden.

An wen muss ich mich für eine Baugenehmigung wenden?

Da ein Bauantrag wegen fehlender Unterlagen abgelehnt werden kann, sollte sich der Bauherr auch von seinem Planer oder Architekten informieren lassen. Unter dessen Verantwortung werden die Bauvorlagen und Berechnungen erstellt und ohne ihn kann der Bauantrag nicht gestellt werden. Denn hierfür ist im Normalfall nicht nur die Unterschrift des Bauherrn nötig, sondern auch die eines bauvorlageberechtigten Entwurfsverfassers. Der Bauantrag muss schriftlich bei der zuständigen Behörde eingehen, je nach Bundesland also die Stadt- und Gemeindeverwaltung, die Landkreisverwaltung oder das Bezirksamt.

Was prüft die Behörde?

Sind die Bauvorlagen vollständig, beginnt ein dreistufiges Prüfverfahren. Zunächst untersucht die Behörde die planungsrechtliche Zulässigkeit des Baus. Hierfür wird das Bauvorhaben mit den Aussagen des Bebauungsplans für dieses Gebiet verglichen. Danach wird die Übereinstimmung mit dem Bauordnungsrecht geprüft, etwa die Einhaltung der Abstandsflächen oder des Wärmeschutzes. Wenn den öffentlich-rechtlichen Vorschriften nichts entgegensteht, erteilt die Behörde im letzten Schritt schriftlich die Baugenehmigung. Ein Ablehnen des Baugesuchs aus eigenem Ermessen steht der Baubehörde nicht zu.

Wie lange dauert das Verfahren und wie viel kostet es?

Die Bearbeitung des Bauantrages kann mehrere Monate dauern und ist gebührenpflichtig. Von Bundesland zu Bundesland verschieden, kann hier mit durchschnittlich 25 Promille der Baukosten gerechnet werden. Eine Baugenehmigung ist nur zeitlich befristet gültig. Wird der Bau nicht innerhalb dieser Frist begonnen, erlischt die Genehmigung. Die Geltungsdauer beträgt je nach Bundesland zwischen ein und vier Jahren und kann auf Antrag verlängert werden. Wer daher grünes Licht fürs Eigenheim erhalten hat, sollte möglichst bald mit den Baumaßnahmen beginnen.


Ihre Meinung zählt

(13)
4.6 von 5 Sternen
5 Sterne
 
8
4 Sterne
 
5
3 Sterne
 
0
2 Sterne
 
0
1 Stern
 
0
Ihre Bewertung:

Diesen Artikel finden Sie auch in folgenden Themengebieten:

Baurecht
Neuen Kommentar schreiben