Ölheizung: Verbot, Austauschpflicht – und Ausnahmen

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Ab 2026 ist der Einbau neuer Ölheizungen in vielen Fällen verboten. Und dennoch gibt es gute Gründe, auch weiterhin auf Öl als Heizmittel zu setzen.

Ölheizung, Brennwertkessel, Foto: Adobe.stock.com / Mister_G.C.
Ab 2026 ist der Einbau neuer Ölheizungen verboten. Foto: Adobe.stock.com / Mister_G.C.

Wie lange darf man noch mit Öl heizen?

Ab 2026 ist der Einbau neuer Ölheizungen verboten oder zumindest stark eingeschränkt. Bis dahin dürfen auch weiterhin Ölheizungen eingebaut werden.

Außerdem gibt es schon jetzt eine Austauschpflicht alter Geräte – die aber in erster Linie für eine veraltete Ölheiztechnik gilt, die heute nicht mehr eingebaut wird.

Nach aktuellem Stand dürfen Immobilieneigentümer also noch neue Ölheizungen einbauen – und anschließend viele Jahre betreiben.

Das Ölheizungsverbot

Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) verbietet ab 2026 den Einbau neuer Ölheizungen, zumindest als alleiniges Heizungssystem. In Kombination mit Solarthermie, einer Wärmepumpe oder Biomasse-Heizungsanlage sind Ölheizungen auch weiterhin gestattet. Wenn die Umsetzung dieser Maßnahmen nicht möglich ist oder zu Härtefällen führen würde, weil der Einbau eines anderen Heizsystems zu teuer wäre, darf auch nach 2026 eine Ölheizung im Alleinbetrieb installiert werden.

Bereits eingebaute Ölheizungen sind nicht betroffen und dürfen weiterhin betrieben werden. Muss oder soll die alte Ölheizung aber ausgetauscht werden, tritt das Verbot in Kraft.

Die Austauschpflicht alter Ölheizungen

Das GEG schreibt ebenfalls vor, dass Ölheizungen maximal 30 Jahre betrieben werden dürfen. Es gibt allerdings einige Ausnahmen:

  • Geräte mit Brennwert- oder Niedertemperaturtechnik
  • besonders kleine oder besonders große Heizungsanlagen mit einer Leistung von unter vier oder über 400 Kilowatt.
  • Ölheizungen, die nur eine Teilfunktion erfüllen, also beispielsweise nur das Brauchwasser erwärmen
  • Hauseigentümer, die bereits vor dem 1. Februar 2002 in ihrer eigenen Immobilie mit maximal zwei Wohneinheiten gelebt haben, sind generell von der Austauschpflicht befreit. Dann muss die Heizung erst bei einem Eigentümerwechsel getauscht werden.

Wer also ein gebrauchtes Haus kauft, sollte auf das Heizungssystem achten. Wer eine neue Ölheizung einbaut, muss nach aktueller Gesetzeslage dagegen nicht befürchten, diese nach 30 Jahren austauschen zu müssen, denn neue Geräte sind üblicherweise Brennwertgeräte.

Was kostet eine neue Ölheizung?

Bei den Kosten für eine Ölheizung ist zu unterscheiden zwischen dem Gerät an sich, den Kosten für die Heizungsrohre, dem Tank und gegebenenfalls den Heizkörpern und den Kosten für die Installation der gesamten Heizungsanlage. Bei einer Neuinstallation fallen alle diese Kosten an, bei einem Austausch möglicherweise nur jene für das Gerät und die Installation. Die Preise sind sehr variabel, da sie unter anderem abhängig vom Aufwand der Installation und auch von den regionalen Preisentwicklungen sind. Gerechnet werden kann ungefähr mit:

  • 5.000-8.000 Euro für den Brennwertkessel für ein Einfamilienhaus
  • 4.000-6.000 Euro für die weitere Heizungstechnik
  • 2.000-4.000 Euro für die Installation.

Vor- und Nachteile einer Ölheizung

Vorteile:

  • Etabliertes System, hochentwickelt und sehr effizient
  • Im Vergleich zu anderen Heizarten relativ günstig in der Anschaffung

Nachteile:

  • Der Wärmeträger ist ein fossiler Rohstoff
  • Sehr CO2-Intensiver Heizprozess
  • Abhängigkeit von Heizöllieferungen
  • Laufende Heizkosten rohstoffabhängig
  • Öltank notwendig

Alternativen zur Ölheizung

  • Gasheizung: Ein Tank ist nicht notwendig, ansonsten ähnliche Vor- und Nachteile wie eine Ölheizung.
  • Biomasseheizungen: Neben Öl oder Gas lassen sich auch andere Stoffe verfeuern oder vergasen und dadurch Heizenergie gewinnen. Weit verbreitet sind beispielsweise Pellets. Pellets bestehen aus Holz, einem nachwachsenden Rohstoff, der CO2-Ausstoß ist niedriger als bei Öl, aber immer noch hoch.
  • Wärmepumpe: Wird betrieben mit Strom und basiert auf der Umgebungsenergie, also der Wärme der Erde, der Luft oder des Grundwassers. Je nach Stromquelle deutlich umweltfreundlicher als Öl- und Gasheizungen. Allerdings höhere Investitionskosten. Im Neubau sehr beliebt, im Altbau nicht immer umsetzbar.
  • Andere Elektroheizungen: Elektroheizer und Infrarotstrahler sowie Elektrodurchlauferhitzer ersetzen keine Ölheizung, können aber Bausteine in einem Heizungssystem sein und beispielsweise Solarthermie ergänzen.
  • Solarthermie: Die Sonnenenergie wird zum Heizen genutzt. Da diese im Winter oft nicht ausreicht, wird in den meisten Fällen ein zweites Heizsystem benötigt. Dieses kann auch Öl sein.
Matthias Dittmann24.05.2022

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